Hormone
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Britische Forscher haben herausgefunden (stimmt wirklich!), dass Börsenhändler mit langen Ringfingern ihren Kollegen mit kurzen Fingern deutlich überlegen sind: Sie treffen bessere Anlageentscheidungen und erzielen höhere Gewinne. Ein im Verhältnis zum Zeigefinger deutlich längerer Ringfinger beweise nämlich, so berichten Wissenschaftler der Universität Cambridge, dass die Börsianer schon als Babys im Mutterleib außergewöhnlich viel vom männlichen Sexualhormon abbekommen hätten. Testosteron fördere Zuversicht, Risikobereitschaft, Wachsamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit und verschaffe den hormongesättigten Börsianern einen gewaltigen Vorteil bei der Suche nach den richtigen Investitionsgelegenheiten.
Für die Theorie spricht, dass die Londoner Börsenjungs in besseren Zeiten viele teure Sportwagen gekauft haben, was ebenfalls auf einen abnormal hohen Testosteronspiegel hinweist. Die Theorie würde auch erklären, warum Frauen nicht mit Geld umgehen und nur schlecht rückwärts einparken können (womit sollen sie üben, wenn sie sich keinen Sportwagen leisten können?).
Leider erklärt die schöne Theorie nicht, warum der Finanzplatz London derzeit trotz der angeblich so potenten Börsenjungs in Schutt und Asche liegt. Vielleicht irren die britischen Forscher, und in Wahrheit ist alles ganz anders. In einem Land, in dem die Menschen ihre Sportwagen auf der falschen Straßenseite ausfahren, wäre auch das keine Überraschung. Marcus Rohwetter
- Datum 15.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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