Ein Hilfspaket nach dem anderen verlässt dieser Tage Downing Street 10 in London. Zuletzt hat Premierminister Gordon Brown angekündigt, er werde rund 22 Milliarden Euro bereitstellen, um Bankkredite von kleineren Betrieben zu garantieren, denen kurzfristig das Geld auszugehen droht – oder denen es für langfristige Investitionen fehlt. Anfang der Woche hatte Brown bereits ein Lehrstellenprogramm vorgestellt. Arbeitgeber bekommen nun bis zu 2800 Euro für jeden neuen Ausbildungsplatz, den sie für einen Langzeitarbeitslosen schaffen. Zuvor hatte die Regierung in einem ersten Schwung rund 17 Milliarden Euro verteilt. Größter Posten: die Senkung der Mehrwertsteuer von 17,5 auf 15 Prozent. Die Steuern für untere Einkommensgruppen wurden gesenkt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy brüstet sich derweil mit einem Konjunkturpaket im Wert von 26 Milliarden Euro: Der Staat will mehr als 100000 Immobilien bauen, das Netz für Hochgeschwindigkeitszüge erweitern, jedem Käufer eines spritsparenden Autos 1000 Euro Verschrottungsprämie für sein altes geben – und Sozialhilfeempfängern einmalig 200 Euro zahlen. Letztlich steigt so die Neuverschuldung auf etwa vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts. jfj/tat
- Datum 15.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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