Einen Augenblick lang hielt er nichts als Papierschnipsel von einem zerrissenen Bild in der Hand. Nur ganz flüchtig bekam er einen Ärmel aus blauem Samt zu sehen, ein Stück Spitzenmanschette, einen rosigen Daumen und einen Finger. Dann wurde das Papier zu Quecksilberkügelchen aus Farbe, die ihm durch die Finger rannen und verschwunden waren, noch ehe sie auf den Bürgersteig fielen. Barney wollte auf der Stelle zu Hause sein. Die Zeit dazwischen – mit Straßen-Entlanggehen und Um-Ecken-Biegen – wollte er nicht. Abkürzungen gab es keine. Er musste den ganzen Weg über rennen, voller Angst, dass ihn jeden Augenblick der Blitz treffen könnte oder ein Lkw ihn erwischte oder eine furchtbare, zersetzende Krankheit ihn befiel, die ihn noch auf dem Heimweg aufzehren würde. Jedes leichte Straucheln beim Rennen ließ ihn befürchten, dass ihn vielleicht eine Kugel getroffen hatte. Seine Kopfhaut kribbelte, und die Haare fühlten sich an, als sträubten sie sich. Ob sie wohl weiß wurden?

Margaret Mahy: Barneys Besucher

ZEIT Edition »Fantastische Geschichten für junge Leser« 2008; 171 S., 8,95 €

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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    • Schlagworte LKW | Literatur | Krankheit
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