Deutschlandkarte Gutes, altes Geld

Kirschblüten und Sterntaler: Wo man in Deutschland mit regionalen Währungen bezahlen kann, sehen Sie auf unserer Karte

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Deutschlandkarte - die Analyse

Gerade macht sich die Politik ja Gedanken, wie es zu schaffen ist, dass die Deutschen ihr Geld ausgeben, möglichst im eigenen Land. Eine schon etwas ältere Idee: regionale Währungen. Sie tragen hübsche Namen wie Kirschblüten und Sterntaler, man tauscht sie gegen Euro im festen Wechselkurs und kann sie nur in Geschäften, die sich an der Idee beteiligen, wieder ausgeben. Davon soll die örtliche Wirtschaft profitieren. Außerdem lässt sich das Geld nicht verzinsen, es ist ein reines Tauschmittel, gutes, altes Geld also.

Besonders beliebt ist die Idee im Süddeutschen, wo man sich schon immer auf schlaue Geschäfte verstand. Im Breisgau gibt auf einem Fleck sogar gleich drei konkurrierende Währungen. Im Osten sind die Gebiete etwa der Landmark und des Berliners zwar groß, allerdings gibt es wenige Geschäfte, in denen man das Geld loswerden kann. Der Chiemgauer ist der Star unter den Regionalgeldern: 2008 wurden 1.072.818 Euro in Chiemgauer umgetauscht. Die erste Million, heißt es ja, sei immer die schwierigste.

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Redaktion: Matthias Stolz; Quelle Leibniz-Institut für Länderkunde, Nationalatlas aktuell; B. Nienaber

 
Leser-Kommentare
    • Kometa
    • 15.01.2009 um 11:07 Uhr

    Also:
    'Rheingold', 'Grafschafter', der ‚Roland’, der ’Kannwas’ (als Regionalgeld für Schleswig-Holstein), die 'Bürger-', die 'Kirsch-', die 'Havelblüte', der 'Sterntaler' (aber nicht: der Gerntaler) – Fein- und Schmucknamen für Eigenprägungen. Danke für Übermitlung der verbalen Neu- und materiellen Nichtigkeiten.

    Aber auch ‚Sandstreuer’... (eine Erklärung fand ich da aber nicht für diesen münzlichen "Unnutz"!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Regionalgelder haben mindestens 5 Vorteile:

    1. Da dieses Geld aus der Region nicht abfließen kann, stärkt es insbesondere schwächere Regionen, denen sonst die Arbeitsplätze Richtung nächster Großstadt abwandern.

    2. Regionale Wirtschaftskreisläufe werden aufgebaut. Händler kaufen die Tomaten dann beispielsweise nicht mehr in Spanien oder Holland, sondern beim Bauern um die Ecke. Dadurch werden Transportwege deutlich verkürzt, was die Umwelt etwas entlastet und auch soziale Netzwerke aufgebaut.

    3. Auf die meisten Regiogelder muss man eine sogenannte Umlaufsicherungsgebühr bezahlen, damit die Scheine gültig bleiben. Beim Chiemgauer bspw. alle 3 Monate 2% des Geldwertes. Der Effekt ist, dass dieses Geld 2-3mal häufiger ausgegeben wird, weil natürlich niemand diese Gebühr bezahlen möchte. Obwohl also ein Chiemgauer genausoviel Wert ist wie ein Euro, sorgt der Chiemgauer für doppelten bis dreifachen Absatz. Das stärkt die Unternehmen und schafft sogar Arbeitsplätze.

    4. Die Händler, die einen großen Überschuss an diesen Geldern erwirtschaften können, werden bald daran interessiert sein, dieses Geld zu verleihen, um der Gebühr zu entgehen. Da sie innerhalb einer recht kuren Zeit einen Abnehmer finden müssen, werden sie keine Zinsen dafür verlangen, sondern froh sein, die Gebühr nicht zahlen zu müssen.

    5. Durch die kontrollierte Vernichtung und Schöpfung von Geld kann die Geldmenge so kontrolliert werden, dass es weder zu Inflation noch zu Deflation kommt.

    Auf eine kurze Formel gebracht kann man sagen: Regiogelder sind kostenlose Konjunkturpakete.

    Die theoretischen Grundlagen für dieses Geld legte Silvio Gesell zu Beginn des 20. Jahrhunderts in seinem Werk "die natürliche Wirtschaftsordnung". Er nannte sein neues Geld "Freigeld".

    Da ich selbst der Mitherausgeber eines solchen "Unnutz" bin - da verwundert es mich schon sehr wie viele Leute darin größten Nutzen sehen und wenn andere Leute solche Dinge nicht verstehen dann ist dies ja nicht schlimm, aber sollte man dann darüber schreiben?

    Wenn der Bankomat mal nicht mehr das liebe Geld ausspuckt und die Bank geschlossen ist dann liegt dies bestimmt nicht an einen Sandstreuer!


    Lese einfach mal etwas zum Thema!

    Die Regionalgelder haben mindestens 5 Vorteile:

    1. Da dieses Geld aus der Region nicht abfließen kann, stärkt es insbesondere schwächere Regionen, denen sonst die Arbeitsplätze Richtung nächster Großstadt abwandern.

    2. Regionale Wirtschaftskreisläufe werden aufgebaut. Händler kaufen die Tomaten dann beispielsweise nicht mehr in Spanien oder Holland, sondern beim Bauern um die Ecke. Dadurch werden Transportwege deutlich verkürzt, was die Umwelt etwas entlastet und auch soziale Netzwerke aufgebaut.

    3. Auf die meisten Regiogelder muss man eine sogenannte Umlaufsicherungsgebühr bezahlen, damit die Scheine gültig bleiben. Beim Chiemgauer bspw. alle 3 Monate 2% des Geldwertes. Der Effekt ist, dass dieses Geld 2-3mal häufiger ausgegeben wird, weil natürlich niemand diese Gebühr bezahlen möchte. Obwohl also ein Chiemgauer genausoviel Wert ist wie ein Euro, sorgt der Chiemgauer für doppelten bis dreifachen Absatz. Das stärkt die Unternehmen und schafft sogar Arbeitsplätze.

    4. Die Händler, die einen großen Überschuss an diesen Geldern erwirtschaften können, werden bald daran interessiert sein, dieses Geld zu verleihen, um der Gebühr zu entgehen. Da sie innerhalb einer recht kuren Zeit einen Abnehmer finden müssen, werden sie keine Zinsen dafür verlangen, sondern froh sein, die Gebühr nicht zahlen zu müssen.

    5. Durch die kontrollierte Vernichtung und Schöpfung von Geld kann die Geldmenge so kontrolliert werden, dass es weder zu Inflation noch zu Deflation kommt.

    Auf eine kurze Formel gebracht kann man sagen: Regiogelder sind kostenlose Konjunkturpakete.

    Die theoretischen Grundlagen für dieses Geld legte Silvio Gesell zu Beginn des 20. Jahrhunderts in seinem Werk "die natürliche Wirtschaftsordnung". Er nannte sein neues Geld "Freigeld".

    Da ich selbst der Mitherausgeber eines solchen "Unnutz" bin - da verwundert es mich schon sehr wie viele Leute darin größten Nutzen sehen und wenn andere Leute solche Dinge nicht verstehen dann ist dies ja nicht schlimm, aber sollte man dann darüber schreiben?

    Wenn der Bankomat mal nicht mehr das liebe Geld ausspuckt und die Bank geschlossen ist dann liegt dies bestimmt nicht an einen Sandstreuer!


    Lese einfach mal etwas zum Thema!

  1. Die Regionalgelder haben mindestens 5 Vorteile:

    1. Da dieses Geld aus der Region nicht abfließen kann, stärkt es insbesondere schwächere Regionen, denen sonst die Arbeitsplätze Richtung nächster Großstadt abwandern.

    2. Regionale Wirtschaftskreisläufe werden aufgebaut. Händler kaufen die Tomaten dann beispielsweise nicht mehr in Spanien oder Holland, sondern beim Bauern um die Ecke. Dadurch werden Transportwege deutlich verkürzt, was die Umwelt etwas entlastet und auch soziale Netzwerke aufgebaut.

    3. Auf die meisten Regiogelder muss man eine sogenannte Umlaufsicherungsgebühr bezahlen, damit die Scheine gültig bleiben. Beim Chiemgauer bspw. alle 3 Monate 2% des Geldwertes. Der Effekt ist, dass dieses Geld 2-3mal häufiger ausgegeben wird, weil natürlich niemand diese Gebühr bezahlen möchte. Obwohl also ein Chiemgauer genausoviel Wert ist wie ein Euro, sorgt der Chiemgauer für doppelten bis dreifachen Absatz. Das stärkt die Unternehmen und schafft sogar Arbeitsplätze.

    4. Die Händler, die einen großen Überschuss an diesen Geldern erwirtschaften können, werden bald daran interessiert sein, dieses Geld zu verleihen, um der Gebühr zu entgehen. Da sie innerhalb einer recht kuren Zeit einen Abnehmer finden müssen, werden sie keine Zinsen dafür verlangen, sondern froh sein, die Gebühr nicht zahlen zu müssen.

    5. Durch die kontrollierte Vernichtung und Schöpfung von Geld kann die Geldmenge so kontrolliert werden, dass es weder zu Inflation noch zu Deflation kommt.

    Auf eine kurze Formel gebracht kann man sagen: Regiogelder sind kostenlose Konjunkturpakete.

    Die theoretischen Grundlagen für dieses Geld legte Silvio Gesell zu Beginn des 20. Jahrhunderts in seinem Werk "die natürliche Wirtschaftsordnung". Er nannte sein neues Geld "Freigeld".

    Antwort auf "Fein- und Schmucknamen"
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    • Kometa
    • 18.01.2009 um 11:39 Uhr

    Dank für die Informationen, die Sie hier (... mir dem Laien) bereit stellen.

    "Regiogelder sind kostenlose Konjunkturpakete" - Da müssten ja überschaubare, angebotene Materialwerte oder Arbeitsleistungen oder mobile Besitzanteile verfügbar sein. Und zu erwartende Gewinnsteigerungen.

    Darauf wurde eine Zeit lang nur noch spekuliert in globalisierten, d.h. nicht mehr sozial oder gesellschaftlich kontrollierten Abschöpfungen.

    Und davon will kein spekulierender Kapitalist ablassen, obwohl es ein Krankbanksystem ist, dem viele Arbeitnehmer zum Opfer fallen - und zunehmend Anteilaeigner, deren Besitz nicht effektiv und risikosicher genug ist, um mitzuhalten in allen finanzchirurgischen Operationen am Arbeitskörper.

    • Kometa
    • 18.01.2009 um 11:39 Uhr

    Dank für die Informationen, die Sie hier (... mir dem Laien) bereit stellen.

    "Regiogelder sind kostenlose Konjunkturpakete" - Da müssten ja überschaubare, angebotene Materialwerte oder Arbeitsleistungen oder mobile Besitzanteile verfügbar sein. Und zu erwartende Gewinnsteigerungen.

    Darauf wurde eine Zeit lang nur noch spekuliert in globalisierten, d.h. nicht mehr sozial oder gesellschaftlich kontrollierten Abschöpfungen.

    Und davon will kein spekulierender Kapitalist ablassen, obwohl es ein Krankbanksystem ist, dem viele Arbeitnehmer zum Opfer fallen - und zunehmend Anteilaeigner, deren Besitz nicht effektiv und risikosicher genug ist, um mitzuhalten in allen finanzchirurgischen Operationen am Arbeitskörper.

    • Kometa
    • 18.01.2009 um 11:39 Uhr

    Dank für die Informationen, die Sie hier (... mir dem Laien) bereit stellen.

    "Regiogelder sind kostenlose Konjunkturpakete" - Da müssten ja überschaubare, angebotene Materialwerte oder Arbeitsleistungen oder mobile Besitzanteile verfügbar sein. Und zu erwartende Gewinnsteigerungen.

    Darauf wurde eine Zeit lang nur noch spekuliert in globalisierten, d.h. nicht mehr sozial oder gesellschaftlich kontrollierten Abschöpfungen.

    Und davon will kein spekulierender Kapitalist ablassen, obwohl es ein Krankbanksystem ist, dem viele Arbeitnehmer zum Opfer fallen - und zunehmend Anteilaeigner, deren Besitz nicht effektiv und risikosicher genug ist, um mitzuhalten in allen finanzchirurgischen Operationen am Arbeitskörper.

  2. Dann sollte man auch gründlicher hinschauen. Euros gegen Regios sind nur eine Methode es gibt noch eine Bessere: Die Regios werden durch die Emmitenten gedeckt! Fragen sie sich doch einmal wodurch die Euro gedeckt sind oder der Dollar?
    Was passiert wenn Spanien und Grichenland den Euroraum verlassen? Der Gesell hat eben den Geldlismus besser erklärt als der Herr Marx. Dort steht die heutige Geldkrise beschrieben als auch wie es weitergeht. Übrigens kann man bei Walkers in der Geschichte des Geldes auch nachlesen wie Segensreich diese "Bürgergelder" im Mittelalter schon gewirkt haben und wie die Geschichte des heutigen Geldes immer in diese verdammten Kriege geführt hat. Die Regiogelder könnte der Plan B sein wenn Plan "A" - Übermogen oder Später nicht mehr gilt und die Regierung auch nicht mehr weis wie der Rest der Leute!

    Große Dingen fingen immer Klein an - denken wir an den Bill in seiner Garage - baute dort Computer für arme Leute - nein so etwas!

  3. Da ich selbst der Mitherausgeber eines solchen "Unnutz" bin - da verwundert es mich schon sehr wie viele Leute darin größten Nutzen sehen und wenn andere Leute solche Dinge nicht verstehen dann ist dies ja nicht schlimm, aber sollte man dann darüber schreiben?

    Wenn der Bankomat mal nicht mehr das liebe Geld ausspuckt und die Bank geschlossen ist dann liegt dies bestimmt nicht an einen Sandstreuer!


    Lese einfach mal etwas zum Thema!

    Antwort auf "Fein- und Schmucknamen"

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  • Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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  • Schlagworte Geld | Wechselkurs | Währung | Euro | Redaktion
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