Autokrise Innovation sofort

Die Autobranche muss sparsame Fahrzeuge für jedermann bauen

Hybridfahrzeug in San Francisco

Hybridfahrzeug in San Francisco

Die wichtigsten Nachrichten der Autobranche kommen derzeit aus Detroit. Gute wie schlechte. Zuerst die guten: Green cars, also umweltverträgliche Autos, stehen im Fokus der ersten großen Automesse des Jahres. Alle Hersteller, von den angeschlagenen US-Konzernen über Toyota und Honda bis hin zu deutschen Paradeunternehmen, zeigen ihre neuesten Entwicklungen: ultrasaubere Diesel, Hybridmodelle und batteriebetriebene Elektroautos.

Erstaunlich, was da plötzlich alles möglich wird. Offenbar wollen die Autobauer dem Käuferpublikum – vor allem aber der Politik – demonstrieren, was sie aus der Absatzkrise gelernt haben. Schließlich erwarten sie alle massive öffentliche Unterstützung, vom milliardenschweren Überlebenskredit in den USA bis zur Abwrackprämie in Deutschland. Schon schüren erste Manager wie Daimler-Chef Dieter Zetsche die Hoffnung, dass die Trendwende eventuell in der zweiten Jahreshälfte kommt.

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Die schlechten Nachrichten überlassen die deutschen Hersteller ihrem Verbandspräsidenten Matthias Wissmann. Der Expolitiker rechnet damit, dass es im nächsten halben Jahr im wichtigen US-Markt weiter abwärtsgeht; und er klagt über den schlechtesten Auftragsbestand seit Ende der achtziger Jahre. Das ist die bittere Realität.

Kein Zweifel, die Investitionen in neue Technik sind extrem wichtig, zumal in einigen Bereichen gerade die deutschen Konzerne allzu spät Gas gegeben haben. Auch deshalb werden die ersten Elektroautos frühestens Ende 2010 auf den Markt kommen, in zunächst homöopathischen Dosen. Selbst in den folgenden Jahren werden sie nur ein Nischendasein fristen – auch weil sie vorläufig deutlich teurer sein werden als ihre mit Verbrennungsmotoren angetriebenen Schwestermodelle. Bleibt das Benzin noch eine Weile billig, wird aber der Anschaffungspreis kaufentscheidend sein.

Umso wichtiger ist es, dass die bereits verfügbaren Spartechniken konsequent in die lieferbaren Modelle eingebaut werden. Vor Kurzem war das angeblich noch ein Ding der Unmöglichkeit; jetzt zeigen VW, Mercedes und BMW, was sie können: Ein Golf, ein 1er BMW, ja sogar ein E-Klasse-Mercedes kann locker mit weniger als fünf Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer auskommen.

Doch das reicht nicht. Warum bauen die deutschen Hersteller die verfügbaren Spartechniken nicht konsequent in alle Modelle ein? Leichtlaufreifen, Start-Stopp-System, längere Getriebeübersetzungen, ein windschlüpfiger Unterboden, eine leichte Motorhaube aus Kohlefaserverbund – alles liegt heute schon im Regal. Start-Stopp kostet nur 200 Euro pro Auto, ein größeres Zahnrad im Getriebe praktisch nichts. Nur wenn sie ihre Möglichkeiten, die Autos kleiner, leichter und effizienter zu machen, konsequent nutzen, können die deutschen Hersteller hoffen, am Ende der Krise zu den Gewinnern zu zählen. Mit etwas Glück könnte ihre neue Zukunft dann wirklich bald beginnen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein neues Auto mit Euro4 ab 7.500,- €.

    Wer es etwas grösser mag : Den Kombi gibt es ab 8.500,- €.

    Die Technik ist relativ aktuell, die Verarbeitung gur bis sehr gut (Renault-Technik bzw.-standard)

    Ein Bekannter hat einen Kombi als Taxi laufen und ist begeistert.

    Leider kommt Dacia mit der Lieferung kaum noch nach.

    Und wo gibt es Vergleichbares von einem deutschen Hersteller ?
    Kann so etwas zu diesem Preis überhaupt in Deutschland produziert werden ?

    Bis dahin gilt : Wer bei so einem Angebot zu einem deutschen, wesentlichen teureren Auto greift, muss verrückt sein !

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    wow, dacia/renault machen aber gerade ordentlich Geld!!
    Hab mir gerade die aktuellen Preise angesehen, nur den kleinsten benziner bekommt man ohne extras (7500,- €) den diesel; der wirklich wenig verbraucht, insbesondere auf Langstrecken nur als laureate (ab 11.900) und da ist noch nichtmal klima dabei. (jeweils modell sandero)

    Gut gemacht Renault, schade für den Verbraucher.

    Ich habe vor gut einem Jahr einen neuen Ford Fiesta (kaum kleiner als der sandero), inkl klima für 10k gekauft.

    den sandero nochmal gut einen halben meter kürzer, leichter, mit klima, start/stopp und ein kleiner 1,1 diesel für unter 8k - das wärs

    wow, dacia/renault machen aber gerade ordentlich Geld!!
    Hab mir gerade die aktuellen Preise angesehen, nur den kleinsten benziner bekommt man ohne extras (7500,- €) den diesel; der wirklich wenig verbraucht, insbesondere auf Langstrecken nur als laureate (ab 11.900) und da ist noch nichtmal klima dabei. (jeweils modell sandero)

    Gut gemacht Renault, schade für den Verbraucher.

    Ich habe vor gut einem Jahr einen neuen Ford Fiesta (kaum kleiner als der sandero), inkl klima für 10k gekauft.

    den sandero nochmal gut einen halben meter kürzer, leichter, mit klima, start/stopp und ein kleiner 1,1 diesel für unter 8k - das wärs

  2. 2. dacia

    wow, dacia/renault machen aber gerade ordentlich Geld!!
    Hab mir gerade die aktuellen Preise angesehen, nur den kleinsten benziner bekommt man ohne extras (7500,- €) den diesel; der wirklich wenig verbraucht, insbesondere auf Langstrecken nur als laureate (ab 11.900) und da ist noch nichtmal klima dabei. (jeweils modell sandero)

    Gut gemacht Renault, schade für den Verbraucher.

    Ich habe vor gut einem Jahr einen neuen Ford Fiesta (kaum kleiner als der sandero), inkl klima für 10k gekauft.

    den sandero nochmal gut einen halben meter kürzer, leichter, mit klima, start/stopp und ein kleiner 1,1 diesel für unter 8k - das wärs

  3. wäre doch mal ganz nett, wenn die atavistischen auto-tests im zeitmagazin sowas widerspiegeln würden (oder ganz verschwänden, die unterirdischen fussballberichte sind ja, gott sei dank, auch irgendwann stillschweigend eingestampft worden) -- der herr lamparter ist mir auch nicht gerade als jemand erinnerung, der in den tests auf sparsamkeit usf erhöhten wert legt ...

    disclaimer:
    dieser beitrag kann ironie enthalten!
    laut zeit-redaktion übersteigt ironie das geistige leistungsvermögen vieler zeit-leser und senkt das intellektuelle niveau, deswegen muss uu zum besten der leser zensiert werden!

  4. Unsere Autoindustrie hat mit Einführung des Euro die Preise soweit erhöht das die heutigen Preise den 2002 er DM Preisen entsprechen. Gleichzeitig hat sie die Löhne nicht erhöht, neue Kräfte zu Billiglöhnen eingestellt und sich in den Chefetagen die Taschen vollgestopft.
    Da dies in allen Branchen so gemacht wurde, und dem Verbraucher durch enorme Preissteigerungen auch noch der letze freie Euro abgenommen wurde, kann er sich kein neues Auto mehr leisten.
    Da helfen auch keine Abwrackprämie, keine Leasingangebote oder Kredite, denn die Kosten für einen neuen Golf z.B. beginnen bei 18.000 Euro mit nötigen Extras. Wer soll das bezahlen?
    Also liebe Autoindustrie, senkt die Preise so wie ihr die Löhne gesenkt habt, dann kaufen wir euch eure Autos auch wieder ab.

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    • RalphS
    • 18.01.2009 um 19:08 Uhr

    Bei nahezu 80 Prozent aller Modelle senkt Opel die Preise teilweise um mehr als 8 Prozent und wertet die Serienausstattung gleichzeitig mit den neuen Ausstattungslinien "Selection 110 Jahre" und "Innovation 110 Jahre" deutlich auf.
    Volkswagen und Ford sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
    Gerade Volkswagen sollte sich wieder an seinen Ursprungsauftrag, aus Zeiten der Käferentwicklung durch Ferdinand Porsche (999 Reichsmark für einen Käfer) erinnern :
    "Motorisierung der gesamten deutschen Bevölkerung mittels bezahlbarer Autos"
    Daher auch der Begriff : VOLKSWAGEN. Leider hat Volkswagen und die Politik dieses Ziel der 30er Jahre in den letzten 20 Jahren mehr und mehr aus den Augen verloren.
    Wenn Audi, BMW und Mercedes-Benz für 2 Jahre ihre Fahrzeuge zu den sehr günstigen US-Preisen auf dem Deutschen Markt verkaufen würden, hätten die auch kein Absatzproblem. Also, was spricht dagegen, deutsche Fahrzeuge in Deutschland genau so günstig zu verkaufen, wie in USA ? Spekulation, bzw. zu schwacher Wettbewerb auf dem deutschen Markt ?
    Herr Bundeswirtschaftsminister Glos, dieser Frage sollten Sie im Interesse der Automobilindustrie-Belegschaften und der deutschen Autokäufer einmal bei Dieter Zetsche und Co nachgehen. Sie werden garantiert eine Überraschung erleben.

    • RalphS
    • 18.01.2009 um 19:08 Uhr

    Bei nahezu 80 Prozent aller Modelle senkt Opel die Preise teilweise um mehr als 8 Prozent und wertet die Serienausstattung gleichzeitig mit den neuen Ausstattungslinien "Selection 110 Jahre" und "Innovation 110 Jahre" deutlich auf.
    Volkswagen und Ford sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
    Gerade Volkswagen sollte sich wieder an seinen Ursprungsauftrag, aus Zeiten der Käferentwicklung durch Ferdinand Porsche (999 Reichsmark für einen Käfer) erinnern :
    "Motorisierung der gesamten deutschen Bevölkerung mittels bezahlbarer Autos"
    Daher auch der Begriff : VOLKSWAGEN. Leider hat Volkswagen und die Politik dieses Ziel der 30er Jahre in den letzten 20 Jahren mehr und mehr aus den Augen verloren.
    Wenn Audi, BMW und Mercedes-Benz für 2 Jahre ihre Fahrzeuge zu den sehr günstigen US-Preisen auf dem Deutschen Markt verkaufen würden, hätten die auch kein Absatzproblem. Also, was spricht dagegen, deutsche Fahrzeuge in Deutschland genau so günstig zu verkaufen, wie in USA ? Spekulation, bzw. zu schwacher Wettbewerb auf dem deutschen Markt ?
    Herr Bundeswirtschaftsminister Glos, dieser Frage sollten Sie im Interesse der Automobilindustrie-Belegschaften und der deutschen Autokäufer einmal bei Dieter Zetsche und Co nachgehen. Sie werden garantiert eine Überraschung erleben.

    • RalphS
    • 18.01.2009 um 19:08 Uhr

    Bei nahezu 80 Prozent aller Modelle senkt Opel die Preise teilweise um mehr als 8 Prozent und wertet die Serienausstattung gleichzeitig mit den neuen Ausstattungslinien "Selection 110 Jahre" und "Innovation 110 Jahre" deutlich auf.
    Volkswagen und Ford sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
    Gerade Volkswagen sollte sich wieder an seinen Ursprungsauftrag, aus Zeiten der Käferentwicklung durch Ferdinand Porsche (999 Reichsmark für einen Käfer) erinnern :
    "Motorisierung der gesamten deutschen Bevölkerung mittels bezahlbarer Autos"
    Daher auch der Begriff : VOLKSWAGEN. Leider hat Volkswagen und die Politik dieses Ziel der 30er Jahre in den letzten 20 Jahren mehr und mehr aus den Augen verloren.
    Wenn Audi, BMW und Mercedes-Benz für 2 Jahre ihre Fahrzeuge zu den sehr günstigen US-Preisen auf dem Deutschen Markt verkaufen würden, hätten die auch kein Absatzproblem. Also, was spricht dagegen, deutsche Fahrzeuge in Deutschland genau so günstig zu verkaufen, wie in USA ? Spekulation, bzw. zu schwacher Wettbewerb auf dem deutschen Markt ?
    Herr Bundeswirtschaftsminister Glos, dieser Frage sollten Sie im Interesse der Automobilindustrie-Belegschaften und der deutschen Autokäufer einmal bei Dieter Zetsche und Co nachgehen. Sie werden garantiert eine Überraschung erleben.

    Antwort auf "Autoindustrie"
    • RalphS
    • 18.01.2009 um 19:56 Uhr

    Warum bauen die deutschen Hersteller die verfügbaren Spartechniken nicht konsequent in alle Modelle ein? Leichtlaufreifen, Start-Stopp-System, längere Getriebeübersetzungen, ein windschlüpfiger Unterboden, eine leichte Motorhaube aus Kohlefaserverbund – alles liegt heute schon im Regal.
    Wer soll das bezahlen ? Nur 40% der Neuwagen sind noch Privatkäufe, denn die Reallöhne stagnieren seit 20 Jahren, bzw. sind rückläufig zu Gunsten der Kapitalerträge (Umverteilung Arbeit ==> Kapital).
    Der Einbau der Spartechniken bedeutet auch einen teureren Unterhalt. Ein Schaden mit einer Motorhaube aus Kohlefaserverbund würde in der Reparatur extrem teuer.
    Leichtlaufreifen haben eine schlechte Haftung in Kurven. Längere Getriebeübersetzungen führen zu sehr schlechten Beschleunigungswerten. Das Auffahren auf die Autobahn oder notwendige Überholmanöver wird damit zum Sicherheitsproblem. Besser wäre ein Getriebe mit zusätzlichen Gängen, möglichst eine Automatik wie das DSG. Kosten : 2000 €. Bei den Elektroautos gibt es nicht nur in der Anschaffung das Kostenproblem . Ein Lithium-Ionen Akku nach ein paar Jahren zu ersetzen wird ein paar tausend € kosten.
    .
    Prämisse Langlebigkeit
    Für den Einsatz von Spartechniken sehe ich eine entscheidende Voraussetzung:
    Alle darauf basierenden Fahrzeuge müssen wesentlich langlebiger werden, denn 1. müssen sich die höheren Kosten für den Käufer amortisieren und 2. auch die Produktion eines PkW benötigt Energie. Dies bedeutet, eine Verdopplung der Fahrzeuglaufleistung von heute 250.000 km auf 500.000 km. Die Forderung von Spartechniken ist nur zulässig, wenn man gleichzeitig nachweisbare (durch vorgeschriebene Tests) Laufleistungen von 500.000 km fordert. Die Ausfallrate aller technischen Komponenten (also ausser z.B. Sitzbezüge) darf nachweislich (EU-Zertifikat) einen bestimmten Prozensatz (PPM) nicht überschreiten. Natürlich wären diese Autos teurer. Die zusätzlichen Kosten wären aber vertretbar, da für viele Komponenten nur größere Lager notwendig wären. Problem : Lithium-Ionen Akkus für Fahrzeuge haben aktuell noch nicht die notwendige Langlebigkeit erreicht.

  5. Ich verstehe eigentlich nicht so ganz, wie man das Konzept "Auto" heute noch progressiv nennen kann. In Zeiten in denen Ressourcen allmählich knapp werden und damit meine ich nicht nur den Treibstoff, der verfeuert wird, sondern auch die ganze Kette, bis ein solch modernes Automobil funkelnd vor dem Kunden steht, finde ich es einfach sehr unzeitgemäß. Eine Tonne aus Stahl Kunststoff und dem neusten Technikschnickschnack, um leider nur allzu oft eine Person darin zu bewegen, kann eigentlich kein Zeugnis der modernen Menschheit sein. Die Option den Gürtel enger zu schnallen und das herkömmliche Konzept Auto zu überdenken liegt eigentlich nah. Solange man jedoch damit dennoch Geld verdienen kann und man ohne wirkliches Umdenken, Rettungspakete erhält, wird sich nichts ändern...
    Den Personennahverkehr in Ballungsgebieten umsonst zu gestalten und die Reise mit der Bahn zu fairen Preisen anzubieten wäre auch eine Überlegung wert. Bis es soweit kommt und müssen vielleicht noch weitere Krisen kommen und somit bleibt mir nur weiterhin eine gute Fahrt zu wünschen.

    • KFlash
    • 22.01.2009 um 8:59 Uhr

    Heute früh vernahm ich im Radio, dass die Bundesregierung einen "Kompromiss" aus dem Finanzministerium wohl umsetzen will, welcher Spritfresser steuerlich BEGÜNSTIGT!!

    Falls ich diese Nachricht bestätigt finde, muss jeder Bürger mit etwas Bewusstsein für Umwelt und Zukunftsthemen seinen Abgeordneten auffordern diesen "Kompromiss" nicht zu unterstützen.
    Wenn dies tatsächlich stimmt, dann haben wir hier einen so offensichtlichen Fall von "Regierungshandlungen gegen den Vorteil des Volkes", dass einem Angst werden muss.

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