Wetten, dass…
Norbert Blüm: »Auf dem Weg zur Einheitskasse«
Die letzten Sätze von Herrn Blüm (»Ich verwette mein bescheidenes Vermögen, diese Reform ist ein ›Transitorium‹. Ihre Lebensdauer wird kurz sein. Sie gilt nur übergangsweise«) sind wohl seiner bekannten Schalkhaftigkeit entsprungen: Selbst als »linker« CDU-Mann ist er doch davon überzeugt, dass es im Herbst zu einer schwarz-gelben Regierung kommt, und dann ist der hochkritisierte Gesundheitsfonds Schnee von gestern. Mit dieser Überzeugung ist also gut wetten, und Blüms Vermögen ist außer Gefahr.
Volker Morstadt, Freiburg/Br.
Der Diagnose von Herrn Blüm zum Start der Gesundheitsreform ist zu- zustimmen. Das neue Gesetz bringt mehr Staat, mehr Bürokratie und Anonymität.
Der überraschenden Pointe von Herrn Blüm ist allerdings nicht zuzustimmen, dass Staat und Privatversicherer gemeinsame Sache machen. Haben nicht gerade die Privatversicherungen gegen die Gesundheitsreform Verfassungsbeschwerde eingelegt? Warum sind 90 Prozent der Bevölkerung in der gesetzlichen und nur 10 Prozent in der privaten Krankenversicherung? Sind 90 Prozent schutzbedürftig? Nein, dem Weg in die Einheitskasse könnte vorgebeugt werden, indem es mehr Privatversicherungen gäbe. Gerade das Demografieproblem wird der Einheitskasse noch schwer zu schaffen machen. Wie in der Rentenversicherung sind hier noch Maßnahmen zu ergreifen. Hier ist der privaten Krankenversicherung mit ihrem Vorsorgeelement Rückstellungsbildung einiges abzuschauen.
Karl-Josef Maiwald, Koblenz
- Datum 15.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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