Ampel im Laden
So eindeutig wie ein Ampelsignal wünschen sich Verbraucherschützer die Informationen im Supermarkt. Rot auf der Packung bedeutet Aufgepasst!, Grün erlaubt mehr solcher Produkte im Einkaufswagen. So könnten die Käufer schnell erkennen, ob Cornflakes zu viel Zucker, ob Joghurt zu viel Fett oder Fertigsaucen zu viel Salz enthalten. Seit über einem Jahr trommelt Thilo Bode von Foodwatch für diese Art der Kennzeichnung. »Wer Schokolade kauft, weiß, dass sie süß ist, aber bei Fertigsaucen oder Milchdrinks erwartet das der Kunde nicht«, sagt er. Viel Rot im Einkaufskorb zwinge zum Umdenken, auch bei den Herstellern, weil »die dann endlich ihre Rezepturen ändern müssen«. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) äußerte sich zuletzt eher kritisch über die Ampel. Sie befürwortet wie die Industrie Angaben zum Kaloriengehalt. Ihr Vorgänger Horst Seehofer war erst gegen, dann für die Ampel. Die Hersteller der rund 170000 Lebensmittel in Deutschland lehnen sie ab. Matthias Horst, Hauptgeschäftsführer beim Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), bezeichnet die Ampel als »irreführend für Verbraucher«. Butter bekäme beim Fettgehalt einen roten Punkt, Halbfettbutter aber auch. Die Kriterien seien willkürlich gewählt und diskriminierten ganze Produktbereiche wie Süßwaren.tat
- Datum 15.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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