Spielen Die Rückkehr des ZaubersSeite 5/5

Er bittet, an einem schwarzen Tisch Platz zu nehmen, umgeben von schweren schwarzen Ledersesseln, die wiederum umgeben sind von schwarzen Schränken, schwarz wegen des Kontrastes zu den Farben der Würfel, die in den Vitrinen und auf der Kommode stehen, museal aufgereiht. Auf dem gleichen Prinzip basiert auch der Würfel: Farben auf schwarzem Grund, der sie zum Leuchten bringt. Der Würfel ist längst ein Klassiker des Designs, er verbindet Schönheit und Funktion.

Ernő Rubik schiebt vier Blätter herüber. Er hat die Fragen schriftlich beantwortet. Eine Kopie ist für mich, eine andere bleibt bei ihm. "Lesen Sie das mal, dann reden wir." Der Mann arbeitete lange Jahre als Professor.

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Ich lese also, während er eine Marlboro light raucht. Ich streiche ein paar seiner Sätze an, und er bemerkt, dass ich Linkshänder bin. Er schreibe auch mit links, sagt er. Allerdings nicht horizontal, sondern von oben nach unten, er dreht das Blatt zuvor um 90 Grad. Er macht es vor, schreibt von oben nach unten, dreht das Blatt, und tatsächlich, es ist absolut leserlich. Er zieht die Augenbrauen hoch, genießt diesen Augenblick der Verblüffung.

Was bedeutet die Rückkehr des Würfels für Sie?, hatte ich ihn in der E-Mail gefragt. Auf dem Blatt steht als Antwort: "Ich sehe die Rückkehr als einen Beweis. Sie beweist, dass das, was ich getan habe, richtig war. Es beweist, dass ich ein gewöhnlicher Mann bin, dessen Gedanken, Gefühle und Reaktionen die gleichen sind wie die vieler Millionen Menschen auf der ganzen Welt, vor allem der Jungen und derjenigen Alten, die fähig sind, jung im Herzen zu bleiben." Ich überlege, ob er sich mit Tom Rokicki und Ron van Bruchem abgesprochen hat.

Er hat sich jetzt weit in seinem Sessel zurückgelehnt, die Arme von sich gestreckt. Leise fragt er: "Wollen Sie wissen, welcher Aspekt der ganzen Geschichte mit dem Würfel mich vor allem glücklich gemacht hat? Dass ich mir keine Sorgen mehr machen muss, wie es um die finanzielle Sicherheit meiner vier Kinder in Zukunft bestellt ist." Folgt man Rubik, dann hat er sogar fünf Kinder: Zum Würfel habe er ein ähnliches Verhältnis wie Eltern zu ihren Kindern. Irgendwann könne man nur noch hoffen, dass sie sich gut entwickeln.

Ernő Rubik ist 64 Jahre, Halbtagsrentner, wie er sagt. Nur ab und zu kommt er in sein Atelier, ein ruhiges Leben. "Genforscher sagen, dass der Mensch 120 Jahre alt werden kann. Warum sollte mir das nicht gelingen?" Ein gewöhnlicher Tag sieht für ihn so aus: Er steht mit der Sonne auf, im Sommer früh, jetzt, im Winter, etwas später, dann unternimmt er ausgedehnte Spaziergänge mit Frau und Hund durch Budapest, die Stadt, in der er geboren wurde und in der er sterben möchte.

Der Wettkampf um Sekunden liegt ihm fern. "Ich gerate nie in Eile. Ich habe nie Panik. Wenn du etwas gut machen willst, so lass dir Zeit." Es scheint, als sei sein Kind, der Würfel, zurzeit nicht unbedingt in dem Sinne erfolgreich, wie es sich der Vater wünscht.

Die Mathematiker, die seinen Würfel erforschen, schätzt er sehr, jedoch: "Ich bin mir sicher, dass es für denjenigen, der schließlich den Beweis für die Gotteszahl erbringt, wesentlich bedeutsamer ist, als es für mich sein wird." Der kürzeste Weg sei nicht unbedingt der schönste, sagt Ernő Rubik, der so gerne spazieren geht. Es geht ihm doch vor allem um Schönheit und Eleganz.

Das Telefon klingelt, seine Frau ist dran. Sie wartet auf ihn, wie jeden Mittag hat sie für ihn gekocht. Und so wickelt er einen rosafarbenen Schal um seinen Hals, mit einigem Schwung, wie es Künstler tun, und eilt der Küche und der Frau entgegen.

 
Leser-Kommentare
  1. Selten so einen daemlichen Artikel gelesen. Schade, dass Rubik einem solchen Schwaetzer Zeit geopfert hat. Und ich aergere mich, weil ich ihn gelesen habe.

    Warum keine Informationen ueber die Gruppentheorie, mit deren Kenntnis man merkbare, nachvollziehbare Strategien entwickeln kann, den Wuerfel in seine Ausgangsposition zu bringen und nachtraeglich die Eroerterung, warum es schwierig ist, das Minimum/Optimum zu errechnen?
    (...)

    Der Artikel ist der Zeit unwuerdig.
    (...entfernt. Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und verzichten Sie auf Unterstellungen. Die Redaktion/jk)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich fand den sehr gut geschriebenen Artikel unterhaltsam zu lesen.
    Es ist mir keine Minute langweilig geworden.
    Es ist eben kein Mathematiker-Artikel, sondern einer der sich mit den Menschen beschäftigt, die der Faszination des Rubik-Würfels erliegen.
    Insofern sind Sie, Herr/Frau Gegeberu, einfach die falsche Zielgruppe.
    Dafür kann niemand etwas.

    Ich fand den sehr gut geschriebenen Artikel unterhaltsam zu lesen.
    Es ist mir keine Minute langweilig geworden.
    Es ist eben kein Mathematiker-Artikel, sondern einer der sich mit den Menschen beschäftigt, die der Faszination des Rubik-Würfels erliegen.
    Insofern sind Sie, Herr/Frau Gegeberu, einfach die falsche Zielgruppe.
    Dafür kann niemand etwas.

  2. Ich fand den sehr gut geschriebenen Artikel unterhaltsam zu lesen.
    Es ist mir keine Minute langweilig geworden.
    Es ist eben kein Mathematiker-Artikel, sondern einer der sich mit den Menschen beschäftigt, die der Faszination des Rubik-Würfels erliegen.
    Insofern sind Sie, Herr/Frau Gegeberu, einfach die falsche Zielgruppe.
    Dafür kann niemand etwas.

    Antwort auf "Schwatzartikel"
  3. Statt "Mars-Riegel" hätte man auch "Schoko-Riegel" sagen können.
    Sonst aber ein reizender Artikel.

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