Die Regierungen in Brasilien und Russland legen keine klassischen Konjunkturprogramme auf, sondern wehren mit vielen Milliarden die direkten Folgen der Wirtschaftskrise ab. Russische Unternehmen bekommen beispielsweise Kredit vom Staat, wenn sie im Ausland verschuldet sind und nun Probleme haben, diese Kredite zu verlängern. Zudem gibt es eine Liste mit mehr als 300 Unternehmen, die direkte Staatshilfe erhalten können. Und mit über 75 Milliarden Euro hat die Regierung seit August den Kurs des Rubels gestützt. In Brasilien geraten viele Unternehmen in Schwierigkeiten, weil ihre Exportmärkte – etwa für Erze und Sojabohnen – einbrechen und damit die ganze Konjunktur. Die Regierung reagiert in mehrerlei Weise: Sie stützt die Währung Real gegen einen allzu schnellen Verfall, senkt viele Steuern, stützt verschuldete Unternehmen, steckt in den kommenden 15 Jahren stolze 113 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau. Vor allem aber hält sich die Notenbank bereit, die hohen Leitzinsen von derzeit über zehn Prozent zu senken. vos/tf
- Datum 15.01.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 15.01.2009 Nr. 04
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