Linkspartei Partisanen, die bleiben
Die Linke geht entspannt ins Wahljahr. Ihr Erfolg in Hessen zeigt: Die Partei kann machen, was sie will – sie wird trotzdem gewählt
Die Reaktion von Dietmar Bartsch auf das hessische Wahlergebnis seiner Partei, der Linken, ist triumphal. Den Erfolg von Hessen will der Bundesgeschäftsführer Ende August bei den Landtagswahlen im Saarland und in Thüringen in einen »Sieg« verwandeln. Die Linke steht in diesen Bundesländern in den Umfragen bei 20 bis 30 Prozent. Dagegen nehmen sich die 5,4 Prozent in Hessen geradezu mickrig aus. Doch was der Erfolg in Hessen für die Linkspartei bedeutet, ist nicht in Zahlen zu messen. Es ist ein strategischer Erfolg. Erstmals gelang der Linken in einem westdeutschen Flächenland die Wiederwahl. Nachdem sie im Januar 2008 knapp den Sprung ins Parlament geschafft hat, wurde sie jetzt sogar mit einem kleinen prozentualen Zuwachs erneut gewählt. Diese Leistung wird auch nicht kleiner durch die Tatsache, dass die Partei in absoluten Stimmen leicht verloren hat. Genau genommen, sind es 1700 weniger als vor zwölf Monaten.
Bedenkt man, von wie weit außerhalb des parlamentarischen Systems die hessischen Linken kommen, wie radikal-hoffnungsvoll ihre Wähler gewesen sein müssen, als sie ihnen im Januar 2008 ihre Stimme gaben, sind 1700 Enttäuschte wirklich nicht viel. Die Linke in Hessen mutierte innerhalb eines Jahres von einer außerparlamentarischen Partei zu einer Partei, die fast mitregiert hätte. Innerhalb nur eines Jahres wandelte sich eine radikaloppositionelle Gruppierung in eine pragmatische Landtagsfraktion. Und ihre Wähler finden es gut.
Erstaunlich desinteressiert oder zumindest unbeeindruckt zeigen sich die Wähler der Linken auch von den innerparteilichen Zuständen. Ganze Kreisverbände traten in Hessen vor der Wahl aus Protest aus. Parteitage endeten im Chaos und in Prügeleien. Dennoch: Ein stabiler Teil der Wähler in Hessen wollte links wählen, nicht oder jedenfalls nicht nur Protest. Diese Wähler suchen eine pragmatische Linke oder nehmen sie zumindest widerspruchslos in Kauf.
Mit dem hessischen Wahlergebnis steht infrage, was bislang als gängige Interpretation über die Motivation der Wähler der Linken galt: dass sie nämlich in erster Linie Denkzettel verteilten oder Protestwähler seien. Die Konsequenz: Würde sich herausstellen, dass die Linke zwar radikale Forderungen aufstellt, im Parlament aber wie alle anderen Parteien Kompromisse macht, würden die Wähler enttäuscht und zu ihren Heimatparteien zurückkehren. »Entzauberung« nannte man diese Strategie. Doch was, wenn die Ausgangsthese nicht stimmt, wenn es überall so wenige Protestwähler gibt wie in Hessen? Dann brauchte eine pragmatisch werdende Linke um ihre Existenz in den Parlamenten anderer westdeutscher Länder nicht zu bangen.
Man muss an dieser Stelle daran erinnern, dass die »Entzauberung«, also die Dezimierung der Linken durch Akzeptanz und die mehr oder minder große Einbindung in Regierungsverantwortung, auch schon in den neunziger Jahren im Osten ohne Erfolg probiert wurde. Die Wahlergebnisse der SED/PDS Anfang der neunziger Jahre, später der PDS, stiegen in den ostdeutschen Bundesländern fast kontinuierlich. Egal, ob die Partei opponierte, tolerierte oder regierte. Einzig in Berlin hatte die PDS nach der ersten rot-roten Koalition deutliche Verluste hinzunehmen.
Seit die Linke im Westen mithilfe der enttäuschten Sozialdemokraten und Oskar Lafontaine ihre Vergangenheit als Staats- und Stasipartei erfolgreich versteckt, könnte das Gesetz des unabhängigen Wachstums auch hier gelten.
Denn längst sitzen dort, wo im Westen radikale Linke in die Parlamente gewählt wurden, Realpolitiker. In Bremen beispielsweise hatte die Linke im Wahlkampf versprochen, die Stimme der »von der herrschenden Politik Benachteiligten« zu sein, sie wollte »Sprachrohr der außerparlamentarischen Initiativen« werden. Heute gilt die Fraktion in der Bremer Bürgerschaft als »Meisterin der kleinen Anfragen«. Als einen ihrer größten Erfolge feiert sie es, durchgesetzt zu haben, dass Ausschusssitzungen öffentlich sein müssen.
In politischer Lichtgeschwindigkeit hat die parlamentarische Realität auch den Charakter der Linken in Niedersachsen verändert. Als »Partisaneneinheit« sah Fraktionschef Manfred Sohn noch vor einem Jahr die Abgeordneten der Linken. Heute rühmt er die bürgerlichen Tugenden der Parlamentarier, nennt sie »bienenfleißig« und diszipliniert. Manfred Sohn fügt sich leicht resigniert ins Unvermeidliche: »Uns geht es eben wie vielen erfolgreichen Partisanen – die ziehen auch in eine reguläre Einheit.« Heute verlegt sich die Fraktion vom Partisanenkampf auf den ganz unmilitärischen Agitprop. Kürzlich erschienen die Abgeordneten zum Empfang des israelischen Botschafters im Landtag mit Friedenstauben am Revers.
Lothar Bisky, Gregor Gysi und Oskar Lafontaine können entspannt in das Jahr 2009 gehen. Die schwierigste Hürde Hessen ist genommen. Von jetzt an wird es mutmaßlich noch besser werden. Sieht man von dem kleinen Schönheitsfehler ab, den die Wahl des Bundespräsidenten mit sich bringt. Aber auch die Peinlichkeit eines Kandidaten Peter Sodann wird dem politischen Guthaben der Linken nicht schaden. Lothar Bisky wird als Spitzenkandidat bei den Europawahlen ein ordentliches Ergebnis holen. Im Saarland kann die Linke nur gewinnen oder fulminant siegen, sollte Oskar Lafontaines Partei dort die SPD überflügeln. Für Thüringen gilt das Gleiche. Dort ist wahrscheinlich, dass die Linke stärker wird als die Sozialdemokraten und versuchen könnte, die SPD als Juniorpartner in die Regierung zu zwingen. Und man kann sicher annehmen, dass nach der Wahl am 27. September der nächste deutsche Bundestag eine Linksfraktion haben wird, mit einem Wahlergebnis irgendwo zwischen 7 und 13 Prozent.
Wenn aber die Linke im Westen nicht so einfach von der politischen Bühne verschwinden wird, was heißt das für die anderen Parteien? Was für die Möglichkeit, stabile und handlungsfähige Regierungsbündnisse zu schließen?
Will man eine vernünftige Lehre ziehen aus dem hessischen Wahlergebnis, aus der Etablierung der Linken, muss die zunächst lauten: Populismus hilft nicht gegen Radikalismus. Das gilt für die CDU wie für die SPD. Ein Jürgen Rüttgers wird mit Firmenrettungen und staatsmonopolistischen Krisenantworten die Linken so wenig stoppen wie ein Ottmar Schreiner, der die SPD nach links rücken will.
Der SPD wird, wenn sie je über Koalitionen mit der Linken im Westen nachdenkt, nichts anderes übrig bleiben, als in der Linkspartei normale politische Gegner und Konkurrenten zu sehen. Das heißt zunächst, die Linke emotionslos zu sehen. Denn der Wortbruch und das Scheitern einer Regierungsbildung danach waren auch eine Folge falscher Emotionen. Auf allen Seiten. Bei Andrea Ypsilanti, weil sie aus überzogenem Machtwillen und Eitelkeit blind war für die Bedenken in ihrer Fraktion. Bei Dagmar Metzger, weil sie ihr Nein zu einer rot-roten Kooperation mit (fast) nichts anderem als den Argumenten von 1990, mit Mauer und Stacheldraht, zu begründen wusste. Bei der Linken im Westen, weil sie sich ignorant weigert, für ebendiese Vergangenheit Verantwortung zu übernehmen.
Mitarbeit: Dagmar Rosenfeld
- Datum 27.02.2009 - 15:38 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 22.01.2009 Nr. 05
- Kommentare 53
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Die Autorin hat sich die Mühe gemacht, die entscheidenden Elemente eines oft verwirrend personenbezogen dargestellten Szenarios deutlich zu machen und hat sich nicht von Stimmungen leiten lassen, wie das in vielen Beiträgen zu diesem Thema zur Profilierung der Autoren benutzt wurde. Die Linke bietet sich an als "Anlaufstelle" für sehr viele enttäuschte Wähler, die die wiederholten zum Teil geschmacklosen Beintretereien satt sind und den etablierten Parteien weder den Überblick noch die Kraft zutrauen, bei der anstehenden Jahrhundertaufgabe Wege nach vorne zu finden. Zu sehr erschöpfen sich die Aktionen im "Stopfen von Löchern" und einer eher zur Beruhigung der Betroffenen geeigneten Zulage, die die sich dahinter auftuenden Abgründe nur vorübergehend verdecken kann.
Ob Lafontaine und Gysi zaubern können, bleibt dahingestellt. Die Wortführer der Enttäuschten waren bisher selten die Pioniere notwendiger Veränderungen.
In diesem Land wird die Eigeninitiative und die Kooperation unter den Betroffenen eine entscheidendere Rolle spielen als die Veränderungen in der Besetzung der immer mehr zum Selbstdarstellungstheater mutierten politischen Organe.
Über die Linke: "Die Partei kann machen, was sie will – sie wird trotzdem gewählt" -- gilt das in Deutschland denn nicht für alle Parteien? Z.B. gelingt es der herrschenden Koalition nur noch selten, grundgesetzkonforme Gesetze zu machen -- und dennoch würden ca. Zweidrittel der Wähler sie wiederwählen. Das erhöht nicht gerade die Motivation der Union und der "Bauchschmerz"-geplagten SPD, künftig gesetzestreuer zu werden.
Problem mit der "repräsentativen Demokratie" ist einfach, daß es tausend gute Gründe gibt, jede beliebige Partei nicht zu wählen, so daß es auf tausend weitere auch nicht mehr ankommt. Irgendwas muß man ja wählen.
ICH GLAUBE NICHT, dass die Linkspartei AUF DAUER machen kann was sie will. Ich denke sie hat eine Basis von 3.5 % ewig Gestriger zum Teil aus dem
Osten, der Rest , also ca. 2.9 % sind doch wohl zum groessten Teil Protest-
waehler und bei den lfd. wechselnden Prioritaeten der SPD SPITZE sicherlich auch berechtigt, wie will man sonst "abstrafen".
saarland wird sicher stark links waehlen und so koennen wir nur hoffen,
dass DIE LINKE nicht gerade mal mit 5.1% in den Bundestag komm.schade
um la Fontaine, vielleicht haette er der SPD mehr gutgetan als Schroeder,
wenn man das bei Ihnen so schreiben darf..............!
Die nicht nur hier, in der Zeit, immer wiederkehrende Aussage wie etwa ....
"... Seit die Linke im Westen mithilfe der enttäuschten Sozialdemokraten und Oskar Lafontaine ihre Vergangenheit als Staats- und Stasipartei erfolgreich versteckt, könnte das Gesetz des unabhängigen Wachstums auch hier gelten...."
Mir völlig egal ob die was verstecken ob mit oder ohne Absicht. Nur schon vom Vorwurf des versteckens könnte man wohl jeder Bewegung irgendeine Geschichte anhängen im Sinn das der Kontext auf die eine oder andere Art einen negativen Beigeschmack bekommt...
SPD= Arbeiterpartei
CDU= Christlich Kaufmänisch Handwerker
FDP= Liberal Kaufmännisch
Grüne= Umweltbewegung
usw.
Die Aussagen die heute aktuell gemacht werden sind für mich entscheidend und dies weren Sie solange bleiben bis "Die Linke" Regierungsverantwortung übernehmen konnte. Danach kann, darf und sollte man diese genau wie alle anderen an Ihren Taten messen...
Das strategisch mediale Fertigmachen von linksgerichteten Politikern passiert heute aktuell hier mitten in Europa. Also einfach nie mehr den Finger über die Grenze zeigen!
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Schoen, dass hier auch mal ein sachlicher Artikel ueber die Linke erscheint; da kann man gerade noch ueber die Ueberschrift hinwegsehen, obwohl die Einstellung des Schreibers doch recht deutlich wird - aber wie in Kommentar 2 schon gesagt wird, bei den anderen ist es ja auch nicht anders, was soll man den ueber den "Wahlsieger" FDP sagen : Prediger der Lehre, die gerade die groesste Krise seit langem hervorgerufen hat, die "Charakterstarken", die jetzt bei Rosenthal aufkreuzen, um das Unternehmen mit Finanzspritzen fit zu machen?
Ich bin aber (ich glaube im Sinne von Kommentar 1) schon der Meinung, dass es sich bei vielen um eine Form des Protestes handelt, was soll man denn heute waehlen, wenn man NICHT die Industrie, sondern die Schwachen (Arbeitslose, Rentner,..) foerdern will?
Eigentlich steht in Kommentar 5 genau das drin. Wiederhole es nochmal:
Wieso bekommt die Partei, FDP, deren Verterter genau das Modell propagiert haben, das uns die größte Krise seit 100 Jahren (mit Ausnahme der Kriege natürlich) eingebrockt hat solchen Zulauf? Totale Freiheit für das Kapital. Sozialstaat ade wurde seit Jahrzehnten gerufen.
Und jetzt dürfen wir denen, die mit Millionenprovisionen das Volksvermögen verscheudert haben auch noch subventionieren, bzw. Verluste sozialisieren. Und die Partei bekommt den größten Stimmenzuwachs.
Wer kann mir das erklären?
Wünsche ich Ihnen das Buch:
"Warum wir Amerikaner wollten, dass jeder Amerikaner, egal ob reich oder arm, sich ein Haus baut und wir es über die größten Hypothekenbanken Fanny und Freddie finanzierten und warum aus dieser Hypothekenkrise (Subprime) erst eine Finanz-, anschließend eine Weltwirtschaftskrise wurde." Der Satz, "Erst denken, dann reden", macht Sinn und in Ihrem Fall ganz besonders!
Ebenso ist ein Flugticket nach Nordkorea enthalten. Viel Spaß!
Eigentlich steht in Kommentar 5 genau das drin. Wiederhole es nochmal:
Wieso bekommt die Partei, FDP, deren Verterter genau das Modell propagiert haben, das uns die größte Krise seit 100 Jahren (mit Ausnahme der Kriege natürlich) eingebrockt hat solchen Zulauf? Totale Freiheit für das Kapital. Sozialstaat ade wurde seit Jahrzehnten gerufen.
Und jetzt dürfen wir denen, die mit Millionenprovisionen das Volksvermögen verscheudert haben auch noch subventionieren, bzw. Verluste sozialisieren. Und die Partei bekommt den größten Stimmenzuwachs.
Wer kann mir das erklären?
Wünsche ich Ihnen das Buch:
"Warum wir Amerikaner wollten, dass jeder Amerikaner, egal ob reich oder arm, sich ein Haus baut und wir es über die größten Hypothekenbanken Fanny und Freddie finanzierten und warum aus dieser Hypothekenkrise (Subprime) erst eine Finanz-, anschließend eine Weltwirtschaftskrise wurde." Der Satz, "Erst denken, dann reden", macht Sinn und in Ihrem Fall ganz besonders!
Ebenso ist ein Flugticket nach Nordkorea enthalten. Viel Spaß!
...was sie ist, im Westen die Anlaufstelle für ehemalige SPD-Mitglieder und SPD-Wähler, denen wegen der Agenda 2010 und Hartz4 die politische Heimat verloren ging und im Osten das Sammelbecken der SED-Resterampe.
Als gewählte Abgeordnete einer zugelassenen Partei sind ihre Parlamentarier genau so zu sehen und zu betrachten wie die der anderen Parteien auch.
Wie die Autorin zurecht bemerkt, bewirkt die Einordnung in den parlamentarisch-demokratischen Alltag mehr oder weniger auch eine "gewisse Erziehung" in Sachen Respektierung der politischen Wirklichkeit (eine Beobachtung, die man ja auch bei den Grünen beobachten konnte...s. die Entwicklung des Strassenkämpfers Fischer zum Aussenminister mit geputzten Lederschuhen *g*).
Kommentator "Azenion" bemerkt mit Recht :
"Über die Linke: "Die Partei kann machen, was sie will – sie wird trotzdem gewählt" -- gilt das in Deutschland denn nicht für alle Parteien? Z.B. gelingt es der herrschenden Koalition nur noch selten, grundgesetzkonforme Gesetze zu machen -- und dennoch würden ca. Zweidrittel der Wähler sie wiederwählen."
Es gibt nur noch wenige Gründe und Gelegenheiten für den Wähler und Bürger zur Zufriedenheit mit dem politischen Personal der sog. grossen Volksparteien.
Geben wir doch der LINKEN die Chance zu zeigen, dass sie möglicherweise die frischeren und unverbrauchteren Ideen in das politische Geschäft einbringt. Nicht wählen kann man sie dann noch immer.
Eigentlich steht in Kommentar 5 genau das drin. Wiederhole es nochmal:
Wieso bekommt die Partei, FDP, deren Verterter genau das Modell propagiert haben, das uns die größte Krise seit 100 Jahren (mit Ausnahme der Kriege natürlich) eingebrockt hat solchen Zulauf? Totale Freiheit für das Kapital. Sozialstaat ade wurde seit Jahrzehnten gerufen.
Und jetzt dürfen wir denen, die mit Millionenprovisionen das Volksvermögen verscheudert haben auch noch subventionieren, bzw. Verluste sozialisieren. Und die Partei bekommt den größten Stimmenzuwachs.
Wer kann mir das erklären?
Wie schon in Kommentar 5 sehr gut ausgeführt gibt es eigentlich nur zwei Alternativen, gar nicht wählen oder aber eine Partei die bisher "direkt" noch nichht aufgefallen ist bzw. noch keine Regierungsverantwortung hatte. Der starke Zuwachs der FDP stammt nicht von überzeugten FDP-Anhängern, eben auch nicht in Hessen. Der eine Teil in Hessen wollte keine Alleinregierung der CDU mehr und da blieb nur die FDP. Der andere Teil sind frustierte SPD-Wähler (hat nicht unbedingt was mit Frau Ypsilanti zu tun), die das "S" bei SPD nicht mehr sehen. Wer hat denn den kompletten Sozialabbau betrieben (Hartz und Agenda 2000)?
Die Linken können abwarten was die "alten" Parteien in den nächsten Jahren leisten werden oder eben nicht. Wenn die Linke stark wird, dann liegt es nicht an den "blöden" Wählern sondern an den "alten" Parteien (Die Weimarer Republik bietet da viele Erkenntnisse).
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Wie schon in Kommentar 5 sehr gut ausgeführt gibt es eigentlich nur zwei Alternativen, gar nicht wählen oder aber eine Partei die bisher "direkt" noch nichht aufgefallen ist bzw. noch keine Regierungsverantwortung hatte. Der starke Zuwachs der FDP stammt nicht von überzeugten FDP-Anhängern, eben auch nicht in Hessen. Der eine Teil in Hessen wollte keine Alleinregierung der CDU mehr und da blieb nur die FDP. Der andere Teil sind frustierte SPD-Wähler (hat nicht unbedingt was mit Frau Ypsilanti zu tun), die das "S" bei SPD nicht mehr sehen. Wer hat denn den kompletten Sozialabbau betrieben (Hartz und Agenda 2000)?
Die Linken können abwarten was die "alten" Parteien in den nächsten Jahren leisten werden oder eben nicht. Wenn die Linke stark wird, dann liegt es nicht an den "blöden" Wählern sondern an den "alten" Parteien (Die Weimarer Republik bietet da viele Erkenntnisse).
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Zunächst einmal müssen sich unsere "etablierten Parteien" die Frage gefallen lassen, was sie unter dem per se antidemokratischen Schutzschirm einer Grossen Koalition bewegt haben.
Steuerreform - Fehlanzeige
Statt dessen gegen alle Wahlversprechen die Erhöhung der Mwst. um 3 % direkt nach der Wahl. Ansonsten - Nichts.
Gesundheitsreform - Fehlanzeige
Statt dessen wurde ein bürokratisches Monstrum geschaffen, das die Gesundheitsvorsorge bei gleicher Leistung teurer macht - und schon kurz nach dem Start defizitär ist.
Sonstige politische Grosstaten ? Nix.
Dazu das moralische Dilemma, dass HartzIV-Empfänger, Arbeitnehmer, kleine Firmen gefälligst für ihr "Versagen" selbst gerade stehen sollen - die Banken aber das Geld mit vollen Händen nachgeworfen bekommen.
Wer entsetzt über so viel Unfähigkeit nach Alterntiven sucht, landet bei FDP oder Grünen, die zwar große Versprechungen machen - nach den Erfahrungen der letzten Legislaturperioden aber im Ernstfall brav die Politik der Grossen Koalition weiterführen. Also keine wirklichen Alternativen mehr sind.
Wer also seinen Protest deutlich machen will - dem bleibt nur Die Linke.
Nachvollziehbar. Oder ?
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