KühnSchmerzlich

Kühn, beinahe eigenhändig hat sie die Moderne erfunden, Emily Dickinson, die kleine Frau in Weiß, die im amerikanischen Amherst in strenger Abgeschlossenheit lebende und mit 55 Jahren früh verstorbene Dichterin. Sie hinterließ bei ihrem Tod 1886 mehr als 1700 Gedichte. Der Dichter Wolfgang Schlenker hat sich keineswegs die leichtgängigen ausgesucht, seine Übertragungen reiben sich an der Schwierigkeit, das über alle Sprünge noch immer fließende Englisch ins Deutsche zu bringen, einige wenige Worte zum Werk der großen Dichterin wären hilfreich gewesen – und doch, doch sehr schön, dass es nun noch mehr Dickinson gibt.

Emily Dickinson: Biene und Klee

51 Shorter Poems, ausgewählt und übersetzt v. Wolfgang Schlenker, Urs Engler Editor, Basel/Weil am Rhein 2008; 140 S., 17,– €

Schmerzlich, die immerwährende Auseinandersetzung um Sylvia Plath, die 30 war, als sie sich 1963 in London umbrachte, zwei kleine Kind zurücklassend sowie ihren Mann, den Dichter Ted Hughes. Auf ihrem Tisch lagen damals die Ariel-Gedichte, die Hughes edierte, keineswegs manipulierend, wie oft unterstellt, sondern mit Respekt, wie die Tochter Frieda ihm hier bescheinigt – in einer Ausgabe, die erstmalig die von Plath gewählte Fassung gibt.

Sylvia Plath: Ariel

Gedichte, Englisch/Deutsch, übersetzt von Alissa Walser, Vorwort von Frieda Hughes Suhrkamp, Frankfurt/M. 2008; 227 S., 22,80 €

Kritik in kürze: Susanne Mayer

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 22.01.2009 Nr. 05
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    • Schlagworte Sylvia Plath | Literatur | Alissa Walser | London | Biene | Basel | Kinder
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