Gerechtigkeit Die andere soziale Kluft
Eine neue Armutsstudie offenbart: Zwischen den besonders Vermögenden und den Habenichtsen wächst der Abstand
Zu den Debatten über Ungleichheit gehört ein Paradox: Je weniger Arme es gibt, desto mehr wird über sie gesprochen – und umgekehrt. Krisenjahre sind meist keine gute Zeit für Diskussionen über die Ärmsten. Politiker profilieren sich stattdessen mit Wirtschaftskompetenz und Vorschlägen für die Rettung von Unternehmen. Das gilt auch jetzt, obwohl es neue Zahlen zur Verteilung des Wohlstands in Deutschland gibt, die mindestens so viel Aufmerksamkeit verdienen wie die Armutsstudien, die in den Wachstumsjahren für Aufregung sorgten.
Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)driften nicht nur die Einkommen, sondern auch die Vermögen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen auseinander. Diese Ungleichheit halten viele Ökonomen für wichtiger als die stärker beachteten Unterschiede bei Löhnen und Gehältern. An den Vermögen, so empfehlen beispielsweise die Wirtschaftsweisen, sollte der Staat etwas verändern, wenn er eine gerechtere Verteilung zwischen Arm und Reich bewirken wolle. Wer Erbschaften oder Vermögen besteuere, vermindere die Leistungsbereitschaft seiner Bürger weniger als durch fast alle anderen Steuern, mahnt der scheidende Vorsitzende des Sachverständigenrats Bert Rürup.
Der staatliche Ausgleich zwischen den Einkommensbeziehern funktioniert in Deutschland im internationalen Vergleich gut. Doch von den Vermögensbesitzern etwas zu verlangen fällt den Politikern erstaunlich schwer, wie zuletzt die Reform der Erbschaftsteuer gezeigt hat. Selbst bei der SPD gilt die Belastung von Erben nicht als ein Thema, mit dem man Stimmen fängt.
Dabei hat bei den Vermögen in der Zeit zwischen 2002 und 2007 nur eine Gruppe zugelegt: die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung. Nur sie konnten nach den DIW-Erhebungen ihren Anteil am Volksvermögen erhöhen. Im Jahr 2002 verfügten sie über 58 Prozent aller im Lande vorhandenen Vermögenswerte, 2007 gehörten ihnen mehr als 61 Prozent. Alle anderen Gruppen – vom zweitreichsten Zehntel der Bevölkerung bis zum ärmsten – sahen zu, wie ihr Anteil kleiner wurde oder unverändert blieb.
Als Vermögenswerte galten bei dieser Erhebung unter anderem Immobilien, Betriebsbesitz, Sparguthaben und Lebensversicherungen. Schulden wurden abgezogen, Autos und Hausrat nicht erfasst. Im Durchschnitt besaß jeder erwachsene Bundesbürger demnach Anfang 2007 ein Vermögen von rund 88.000 Euro, etwa 8.000 Euro mehr als 2002. Durchschnittswerte verschleiern allerdings die dahinter stehende Verteilung. Die Hälfte aller Bürger besaß nach den DIW-Berechnungen nicht mehr als 15.288 Euro. Dieser Wert hat sich gegenüber 2002 kaum verändert, damals lag er bei 15.000 Euro. Die große Masse der Bevölkerung ist also keineswegs reich.
Die Finanzkrise könnte die Ungleichheit wieder verringern
In Ostdeutschland wurden viele Menschen sogar ärmer. 2002 verfügte dort die Hälfte der Einwohner über bis zu 7.570 Euro, 2007 nur noch über 6.909 Euro. Im Westen lag die Mitte zwischen der wohlhabenderen und der weniger vermögenden Bevölkerungshälfte 2007 bei 20.110 Euro, ein Zuwachs um elf Prozent. Den Hauptgrund für die Verluste im Osten sieht das DIW im gesunkenen Marktwert vieler Ost-Immobilien. Auch die Hartz-Reformen, vermuten die Forscher, könnten einen Einfluss haben: Im Osten ist die Langzeitarbeitslosigkeit besonders verbreitet, Arbeitslosengeld II erhält aber nur, wer bedürftig ist und über kein großes Vermögen verfügt. Viele Erwerbslose könnten daher gezwungen gewesen sein, ihr Erspartes aufzubrauchen. Der Anteil der Arbeitslosen, die kein Vermögen besitzen, ist jedenfalls gestiegen – auf knapp 50 Prozent.
Das wird auch langfristig Folgen haben. Denn die ostdeutschen Langzeitarbeitslosen von heute werden im Alter besonders schlecht dastehen. Ihre Renten sind niedriger als im Westen, sie haben seltener Vermögen, und sie haben weniger große Erbschaften zu erwarten. In Westdeutschland hingegen geht die Generation der Doppelverdiener in den Ruhestand, die lange sparen konnte und häufig auch noch Erbschaften zu erwarten hat. So wächst der Abstand zwischen Ost und West.
Wird die Finanzkrise, die etliche Vermögen schlagartig verkleinert hat, diese Entwicklung korrigieren? Peter Westerheide, Verteilungsexperte am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, glaubt, dass es so kommt: »Die Krise verringert vor allem die Vermögen der Wohlhabenden, die ihr Geld nicht nur im eigenen Häuschen, sondern auch an der Börse angelegt haben.« Nicht alle Vermögensunterschiede seien ein sozialer Missstand. So sei es normal, dass Jüngere wenig oder gar kein Vermögen besäßen, während die meisten Älteren etwas angespart hätten. »Auch Selbstständige und normale Angestellte landen in einer Statistik, sind aber nicht vergleichbar«, sagt der Ökonom. Selbstständige brauchten ihr Vermögen, um für das Alter vorzusorgen, weil sie keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. Die darin bestehenden Ansprüche der Angestellten wiederum werden, ebenso wie die betriebliche Altersvorsorge, von der DIW-Statistik nicht erfasst.
Schließlich erscheint die Verteilung in den DIW-Daten auch deshalb als besonders ungleich, weil die Forscher in Berlin nicht, wie bisher üblich, Haushalte betrachten, sondern einzelne Personen. »Wenn etwa das Haus oder das Aktiendepot auf den Namen des Ehemannes registriert ist«, sagt Richard Hauser, emeritierter Professor an der Universität Frankfurt, »dann erscheint er bei dieser Erhebungsmethode als vermögend, seine Frau dagegen als arm.« Dadurch erkläre sich zum Beispiel, dass die reichsten zehn Prozent nach früheren Studien nur etwa 47 Prozent des gesamten Vermögens in Deutschland auf sich konzentrierten, nach der DIW-Zählung dagegen 58 Prozent (Angaben für 2003 und 2002).
Trotz dieser Einschränkungen sehen auch Experten wie Hauser Handlungsbedarf. »Dass die Erbschaftsteuer wichtig ist, um der schleichenden Konzentration von Vermögen entgegenzuwirken, scheint in Vergessenheit geraten zu sein«, beklagt er. Nach den neuen, zum 1. Januar in Kraft getretenen Regeln können Erben ganze Konzerne steuerfrei erhalten, wenn sie sie über einen bestimmten Zeitraum bei konstantem Personalbestand weiterführen. Ähnliches gilt für Villen, wenn sie von den Erben selbst genutzt werden. Von ihnen wird es in Zukunft immer mehr geben. Eine höhere Erbschaft- oder Vermögensteuer wäre daher nach Einschätzung vieler Experten sinnvoll, dürfte aber vorerst kaum durchzusetzen sein.
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- Datum 24.01.2009 - 14:26 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.01.2009 Nr. 05
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Lustig das da noch Studien herbeigezogen werden müssen wo doch schon die Logik einem sagen müsste das es anders gar nicht geht.
Ich behaupte schon lange das liberalisierte Märkte nichts effizienter können als den Reichtum von vielen zu dem wenigen zu transferieren.
Von jeder Investition wird Rendite verlangt... Es ist diese Rendite inkl. deren mangelhafte Besteuerung die das Volksvermögen von unten nach oben Transferiert. Schon früher kamen deshalb einige auf die Idee der progressiven Besteuerung inkl. der Besteuerung von Vermögen und Erbschaften...
Warum musste man das tun? Einfach, um eben diese für die Gesellschaft sehr einseitig ausgelegte Logik des angeblich sozialen (Neudeutsch für Raffgier, etwa zu erkennen beider FDP) zu durchbrechen und das ganz oben angesammelte Kapital wieder nach unten zu verteilen. Macht man oder will man das nicht, so wie das alle etablierten Parteien in ihrem Programm stehen haben, resultiert auf lange Sicht (1-2 Generationen genügen schon) eine 2 Klassengesellschaft. Das viele Länder bereits auf dem besten Weg dorthin sind lässt sich daran ablesen das die viel gerühmte Mittelschicht Jahr für jahr vermindert wird...
Kummuliert an diesem Ergebniss beteiligt waren all die vielen kleinen Gesetztesänderungen im Steuerrecht der vergangen Jahre. Die MWst. etwa ist so ein listiger kleiner Raffgeier bei der man genau weiss das diese Steuer die kleinen und mittleren Einkommen überproportional belastet obwohl die eingesammelten Beträge für sich alleine überschaubar sind...
Es gibt noch viel zu korrigieren. Sehr viel... so währe es ein leichtes die einseitig verteilten 50% Volksvermögen wieder nach unten zu verteilen. Es müssen nur einige Parteien/Politiker wollen und das geht dann auch ohne das die Einkommenssteuern für die nächste Generation permanent erhöht werden müssen um dem Schuldendienst für alll die Mrd. gerecht zu werden.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
sicherlich nur ein Zufall, dass diese Studie einen Monat nach der Erbschaftssteuerreform der Allgemeinheit zugänglich gemacht wird.
daß der Erkenntnisgewinn aus dieser Studie aus diversen Gründen keine Folgen für die Aktivitäten der deutschen Regierung haben wird. Ich glaube nicht, daß die wiederholte Beauftragung von .... zu irgendwelchen Studien über dieses Thema dazu dient, die Lage zu erkennen und entsprechende Reaktionen vorzubereiten.
Viel wahrscheinlicher ist, daß auf dem Golfplatz bei Loch 8 der Eine auf den Anderen zugeht mit dem Angebot: Ich könnte Euch da wieder mal eine Studie erstellen ......
daß der Erkenntnisgewinn aus dieser Studie aus diversen Gründen keine Folgen für die Aktivitäten der deutschen Regierung haben wird. Ich glaube nicht, daß die wiederholte Beauftragung von .... zu irgendwelchen Studien über dieses Thema dazu dient, die Lage zu erkennen und entsprechende Reaktionen vorzubereiten.
Viel wahrscheinlicher ist, daß auf dem Golfplatz bei Loch 8 der Eine auf den Anderen zugeht mit dem Angebot: Ich könnte Euch da wieder mal eine Studie erstellen ......
Das Problem bei der Erbschaftssteuer ist doch, dass unsere derzeitige Regierung auch eine solche nur dazu verwenden würde, den ärmeren Erben deutlich mehr wegzunehmen, als den reichen Erben.
Nix anderes sehen wir doch aller Orten: mehr Elterngeld für Reiche, mehr Steuernachlässe für Reiche, Abgeltungssteuer, und so weiter.
Das Problem sind nicht die Reichen, sondern unsere unfähige Politik. Man muss garnicht die Erben besteuern, es würde schon mehr als reichen, wenn man die momentane Steuerpolitik komplett umdreht und endlich mal die höchsten Steuersätze bei denen holt, wo auch was zu holen ist. Die unteren Einkommensschichten zahlen verglichen mit den Reichsten im Schnitt 40% mehr Steuern. Und bevor wieder einer mit der Mär kommt, dass die Reichen auch am meisten Steuern zahlen...das tun sie ausschließlich bei der Einkommenssteuer, in allen anderen Steuerkategorien zahlen sie oft mit Abstand am wenigsten!
Hoffentlich sieht die Politik das endlich mal ein, sonst fliegt denen das Land nämlich in den nächsten zwei Jahren um die Ohren, wahrscheinlich schon früher.
"Dass die Erbschaftsteuer wichtig ist, um der schleichenden Konzentration von Vermögen entgegenzuwirken,", das kann ich mir in dieser Abstraktheit zwar vorstellen.
Wie groß aber diese Abschöpfung sein müsste, damit dieser Konzentrationsprozess effektiv verlangsamt würde, das hätte ich gerne einmal von dem "Professor aus Frankfurt" vorgerechnet.
Herzlichst Crest
P.S. Selbst wenn ein Vermögen am Ende halbiert werden sollte, wird es netto statistischh immer noch exponentiell (wenn auch mit einer geringeren Rate) gewachsen sein.
http://www.meudalismus.dr-wo.de/
Zitat:
"Was bewirkt eine Erbschaftsteuer von 50% bei einem Anfangsvermögen von 100 Mio. Euro innerhalb von vier Generationen, wenn 10% Rendite jährlich erzielt werden? Wenn man 30 Jahre pro Generation rechnet, kommt man bei 50% Erbschaftsteuer nach der 4. Besteuerung (nach 120 Jahren) auf ein Endvermögen von 579.431.680.111 Euro. Will man dagegen nach jedem Erbfall wieder auf 100.000.000 Euro kommen, muss man mit über 94% Erbschaftsteuer rechnen!"
Hängt natürlich von der Höhe des durchschnittlichen Vermögenszuwachses ab, daher fände ich eine Obergrenze für vererbare Vermögen ganz angebracht, etwa 100 Mio Euro, den Rest kassiert der Staat. Oder man macht ab 100 Mio eine entsprechend heftige Progession.
http://www.meudalismus.dr-wo.de/
Zitat:
"Was bewirkt eine Erbschaftsteuer von 50% bei einem Anfangsvermögen von 100 Mio. Euro innerhalb von vier Generationen, wenn 10% Rendite jährlich erzielt werden? Wenn man 30 Jahre pro Generation rechnet, kommt man bei 50% Erbschaftsteuer nach der 4. Besteuerung (nach 120 Jahren) auf ein Endvermögen von 579.431.680.111 Euro. Will man dagegen nach jedem Erbfall wieder auf 100.000.000 Euro kommen, muss man mit über 94% Erbschaftsteuer rechnen!"
Hängt natürlich von der Höhe des durchschnittlichen Vermögenszuwachses ab, daher fände ich eine Obergrenze für vererbare Vermögen ganz angebracht, etwa 100 Mio Euro, den Rest kassiert der Staat. Oder man macht ab 100 Mio eine entsprechend heftige Progession.
Wenn schon die Angestelltenrenten nicht berücksichtigt wurden:
Ist denn der Wert der Beamtenpensionen in der Statistik erfaßt? Immerhin wird in der Pensionslast des Staates eine der ganz großen Lasten für kommende Jahrzehnte gesehen. Abgesehen von dem Vermögenswert als solchem, steckt darunter so mancher, dem gar nicht bewußt ist, dass er zu den Millionären zählt.
Frau Niejahr stellt die nicht berücksichtigten Altersbezüge als Schönheitsfehler dar.
Bei der Generation meiner Eltern sieht das für meinen Verwandten- und Bekanntenkreis so aus:
- Frühpensionierung mit 55 wegen der Ölkrisen in den 70ern
- maximale Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung und ordentliche Betriebsrenten aus der Stahl-, Elektro- und Chemieindustrie
- hohe Abfindungen
- im Schnitt Bezug von Alterbezugen zwischen 1500 und 2500 Euro bis zum 80sten Lebensjahr
Macht also 2000x12x35 = 840000 Euro. Dazu kamen dann noch Kapitalerträge aus den Abfindungen, Ersparnissen und Lebensversicherungen.
Da wurden mehr als 30 Billionen Euro mal kurz aus der Statistik rausgerechnet, damit die Ein-Euro-Schreiber auch etwas haben, um den Neid der Deutschen Hungerleider anzustacheln.
Man muss hier ein wenig out of the box denken. Geld ist wertlos, nur Papier oder sogar nur Zahlen auf Konten und Wertpapieren. Es ist nur Eintauschbar gegen echte Werte in Form von Waren oder Dienstleistungen. Soweit so klar. Was heißt dies für uns? Betrachten wir mal die Banken, selbst die solideste gesündeste Bank die man sich nur ausmalen kann wäre innerhalb eines Tages Pleite wenn alle Kunden alle dort geparkten Gelder abheben wollen würden. Den Gegenwert hat sie verliehen, arbeitet damit. Nehmen wir an dies wäre nicht der Fall, alle Bürger gleich ob arm oder reich würden jeden Cent flüssig machen den sie "besitzen" und damit auf den Markt drängen und konsumieren wollen. Egal ob man Containerschiffe damit kauft oder Taschentücher. Es wäre auf dem ganzen Weltmarkt kein Gegenwert aufzutreiben, es würde viele Jahre brauchen die Bestellungen abzuarbeiten - selbst für die ganze Weltwirtschaft wen sie ausschließlich zur Befriedigung der deutschen Konsumlüste bzw. des Ausgebens des gesamten Volksvermögens arbeiten würde.
Es stellt sich also raus dass es für unser Geld gar keinen echten Gegenwert gibt, schon gar nicht für die "Vermögen". Ab einem gewissen Gesamtbetrag der den realen Gegenwert überschreitet wird das Volksvermögen zu einer fiktiven Größe. Dazu gibt es ja auch Mechanismen wie die Inflation die unablässig das Geld entwerten - da ja die Geldmenge auch unablässig wächst - um dieses Ungleichgewicht einigermaßen unter Kontrolle zu haben.
Daher muss es nicht um "Verteilung" gehen oder Arm und Reich sondern darum jedem Bürger ein Mittelstandsleben zu ermöglichen! Ob dies mit einem Grundeinkommen geschieht, wovon ich kein großer Freund bin aber es wäre in der Tat möglich, oder mit einer smarten Wirtschaftspolitik wie in Norwegen wo es nicht nur breiten Wohlstand sondern auch Vollbeschäftigung gibt ist dabei egal. Letzteres hat den Vorteil dass es jedem eine sinnstiftende Aufgabe gibt, auch Mitbürgern deren persönliche Fähigkeiten für unseren hochspezialisierten Arbeitsmarkt eigentlich nicht tauglich sind und die wir locker durchfüttern könnten. Aber ein Mensch will eben nicht nur überleben (was ein Grundeinkommen schon besser sichern würde als die jetzigen Systeme).
In jedem Fall macht man einen Denkfehler, weil man zu sehr vom Status quo ausgeht, wenn man sich nur mit Geldbeträgen und deren hin und herschaufeln befasst (und dabei auch nicht bedenkt dass sich der reale Gegenwert dieser Zahlen mit jeder politischen Entscheidung verändert, gäbe man jedem Bürger einfach mal so 1 Million Euro auf das Konto könnte man dank der folgenden Hyperinflation die kein Staat verhindern kann für diese Summe eben auch gerade mal einen Wochenendeinkauf bezahlen).
Das Volksvermögen ist kein fester Kuchen den man nur unter den Tischgästen verteilen muss und dem Ausgehungerten mehr gibt als dem Übergewichtigen. Wär schön wenn es so leicht wär.
"Nehmen wir an dies wäre nicht der Fall, alle Bürger gleich ob arm oder reich würden jeden Cent flüssig machen den sie "besitzen" und damit auf den Markt drängen und konsumieren wollen."
Das ist falsch gedacht, denn in einer Zinswirtschaft ist der Schuldenberg immer genauso groß wie der Vermögensberg. Das freiwerdende Geld würde also in die Tilgung von Verbindlichkeiten fließen. VORAUSGESETZT Vermögen und Schulden sind einigermaßen gleich verteilt.
Und daher ist auch folgendes nicht richtig:
Daher muss es nicht um "Verteilung" gehen oder Arm und Reich sondern darum jedem Bürger ein Mittelstandsleben zu ermöglichen!
Denn ein Mittelstandsleben für alle, setzt eine gerechte Verteilung voraus.
Das steht schon in der Einleitung von Meudalismus:
"Wenn Sie zur Mittelschicht gehören, dann verfügen Sie unter anderem über eine mittlere Kaufkraft. Kaufkraft ist nichts anderes als Geld. Da man unter Geld unterschiedliche Dinge verstehen kann und da unsere Überprüfung anders nicht möglich wäre, möchte ich unter Geld nur das verstehen, was die Deutsche Bundesbank als Geldmenge M1 definiert. Bei der Geldmenge M1 handelt es sich vereinfacht gesagt um das sich im Umlauf befindliche Bargeld (die Kassenbestände der Kreditinstitute sind also nicht mitgezählt) und um die Guthaben auf den Girokonten. Termingelder und Gelder auf Sparkonten sowie andere Wertpapiere, die gelegentlich mit Geld gleichgesetzt werden, zählen nicht zu M1. Die Geldmenge M1 wird von der Deutschen Bundesbank Monat für Monat in ihren „Monatsberichten“ veröffentlicht. Im Januar 2008 betrug die Geldmenge M1 960,6 Mrd. €. Die Zahl der Haushalte liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland bei 39 767 000. Die Geldmenge geteilt durch die Zahl der Haushalte ergibt somit die durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt, sie beträgt danach 24 156 €. Bei diesem Betrag handelt es sich also nicht um ein Monats- oder Jahreseinkommen, sondern um das in dieser Sekunde zur Verfügung stehende Geld.Zählen Sie also einmal in Ihrem Haushalt zusammen: Ihr aktuelles Bargeld und Ihr aktuelles Guthaben (sofern vorhanden) auf Ihrem Girokonto. Kein Sparkonto, kein Tagesgeld oder Ähnliches!"
Nach dieser Rechnung ist der Mittelstand in Deutschland so gut wie nicht mehr existent. Was wir als Mittelstand bezeichnen, ist ein mittlerer Lebensstandard. Der Dank verbesserter Technik und hoher Arbeitsteilung in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist, ohne jedoch, dass die Vermögen mitgezogen haben. Die sind mittlerweile wieder ähnlich ungleich verteilt wie vor der letzten Weltwirtschaftskrise. Bemerken tut man das vor allem an knappen Gütern wie Grund und Boden, für die man sich mit Durchschnittseinkommen dumm und dämlich bezahlt und über Jahrzehnte verschulden muss.
"Nehmen wir an dies wäre nicht der Fall, alle Bürger gleich ob arm oder reich würden jeden Cent flüssig machen den sie "besitzen" und damit auf den Markt drängen und konsumieren wollen."
Das ist falsch gedacht, denn in einer Zinswirtschaft ist der Schuldenberg immer genauso groß wie der Vermögensberg. Das freiwerdende Geld würde also in die Tilgung von Verbindlichkeiten fließen. VORAUSGESETZT Vermögen und Schulden sind einigermaßen gleich verteilt.
Und daher ist auch folgendes nicht richtig:
Daher muss es nicht um "Verteilung" gehen oder Arm und Reich sondern darum jedem Bürger ein Mittelstandsleben zu ermöglichen!
Denn ein Mittelstandsleben für alle, setzt eine gerechte Verteilung voraus.
Das steht schon in der Einleitung von Meudalismus:
"Wenn Sie zur Mittelschicht gehören, dann verfügen Sie unter anderem über eine mittlere Kaufkraft. Kaufkraft ist nichts anderes als Geld. Da man unter Geld unterschiedliche Dinge verstehen kann und da unsere Überprüfung anders nicht möglich wäre, möchte ich unter Geld nur das verstehen, was die Deutsche Bundesbank als Geldmenge M1 definiert. Bei der Geldmenge M1 handelt es sich vereinfacht gesagt um das sich im Umlauf befindliche Bargeld (die Kassenbestände der Kreditinstitute sind also nicht mitgezählt) und um die Guthaben auf den Girokonten. Termingelder und Gelder auf Sparkonten sowie andere Wertpapiere, die gelegentlich mit Geld gleichgesetzt werden, zählen nicht zu M1. Die Geldmenge M1 wird von der Deutschen Bundesbank Monat für Monat in ihren „Monatsberichten“ veröffentlicht. Im Januar 2008 betrug die Geldmenge M1 960,6 Mrd. €. Die Zahl der Haushalte liegt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland bei 39 767 000. Die Geldmenge geteilt durch die Zahl der Haushalte ergibt somit die durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt, sie beträgt danach 24 156 €. Bei diesem Betrag handelt es sich also nicht um ein Monats- oder Jahreseinkommen, sondern um das in dieser Sekunde zur Verfügung stehende Geld.Zählen Sie also einmal in Ihrem Haushalt zusammen: Ihr aktuelles Bargeld und Ihr aktuelles Guthaben (sofern vorhanden) auf Ihrem Girokonto. Kein Sparkonto, kein Tagesgeld oder Ähnliches!"
Nach dieser Rechnung ist der Mittelstand in Deutschland so gut wie nicht mehr existent. Was wir als Mittelstand bezeichnen, ist ein mittlerer Lebensstandard. Der Dank verbesserter Technik und hoher Arbeitsteilung in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist, ohne jedoch, dass die Vermögen mitgezogen haben. Die sind mittlerweile wieder ähnlich ungleich verteilt wie vor der letzten Weltwirtschaftskrise. Bemerken tut man das vor allem an knappen Gütern wie Grund und Boden, für die man sich mit Durchschnittseinkommen dumm und dämlich bezahlt und über Jahrzehnte verschulden muss.
Was bleibt als politische Basis der Republik, wenn das Wohlstandsversprechen gebrochen wird?
Es bleibt dann ein ökonomistischer (nicht: ökonomischer) Nihilismus mit stark realsatirischen Zügen, weil nicht erkannt werden soll und darf, dass der Kaiser nackt ist. Z.B. darf man nicht wirklich öffentlich benennen, dass es für bestimmte Berufe einfach keine Arbeitsplätze gibt. Das ist ein ökonomistisch-nihilistisches Tabu. Daher muss es in dieser falschen Logik immer irgendwie am Subjekt liegen, wenn es zu keiner regulären Arbeitsaufnahme kommt. Es darf gar nicht am System liegen. Deswegen wird Bewerbungstraining mit sog. "Sozialberatung" verbunden. Man braucht aber keine Sozialberatung, sondern Systemberatung. Die "Sozialberatung" geht davon aus, das korrigieren zu können., was das Subjekt falsch macht. Aber das Subjekt macht gar nichts falsch. Das Brechen des ökonomistisch-nihilistischen Tabus entzieht der "Sozialberatung" den Boden, die damit zur Lachnumnmer wird. Denn die Sozialberater sind die Unteroffiziere des Systems, werden also aus der Staatsschatulle des nackten Kaisers bezahlt. Wenn die "Sozialberatung" am Ende ist, ist das System real am Ende. Doch: "Was zum Untergang verurteilt ist und am Abgrund steht, das muss man noch schubsen!" (frei nach Nietzsche). Das ist eine große politische Aufgabe und sollte daher zum Verdienst werden:
Die Hofnarren werden es auch nicht mehr richten können (s. TV: Dschungelcamp).
rheinelbe
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