Schulbesuch Die Standhafte

Anke Uhlmann unterrichtet an einer Hauptschule im Berliner Stadtteil Wedding. Gerade haben die Rektoren des Bezirks Mitte in einem Brandbrief vor dem »bildungspolitischen Aus« gewarnt. Ein Schulbesuch

Als die Polizei dann kommt, kurz nach 9.30 Uhr, ist das Gröbste überstanden, sind die Streithähne getrennt. Anke Uhlmann hat einen Schüler am Arm untergehakt und redet beruhigend auf ihn ein. Sie trägt eine rote Strickjacke, Rock und stabile Stiefel, sie muss zu dem Schüler aufschauen, er überragt sie um einiges. Trotzdem scheint er auf sie zu hören. Es war so schnell gegangen, gerade saß Anke Uhlmann, Lehrerin an der Hans-Bredow-Schule, noch im Zimmer von Rektor Hans-Wolf Ebert und besprach die Woche. Da fliegt die Tür auf, und eine Lehrerin ruft: »Herr Ebert, kommen Sie ganz schnell, der Fadil rastet aus!« Ebert und Uhlmann springen auf, rennen die Treppe hinunter in den ersten Stock, trennen zwei Schüler, an jedem hängt eine Traube Mitstreiter, es wird gerangelt und geschimpft, der Pulk schiebt sich über den Flur, über den Pausenhof, hinaus vors Schultor. Ebert ruft über Handy die Polizei. Es ging um ein Mädchen, erzählt Uhlmann, als die Rangelei vorbei ist. Das Heikle bei diesen Streitereien ist, dass immer gleich mehrere Clanmitglieder mitmischen und alles in einer großen Schlägerei zu enden droht.

»Ja«, sagt Ebert, »das sind so unsere Probleme, und nebenher müssen wir auch noch Schule machen.« Es ist kalt an diesem Dienstagmorgen im Berliner Wedding. Ebert trägt Hemd, Sakko und Krawatte, er muss gleich ins Kanzleramt, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, hat geladen. Vorausgegangen war ein Brandbrief von 68 Schulleitern des Bezirks Mitte, zu dem auch Tiergarten, Moabit und Wedding gehören, in dem Brief war von »Ghettoisierung« die Rede, vom »bildungspolitischen Aus«. Der Migrantenanteil liege bei 90 Prozent, der Anteil von sozial benachteiligten Familien bei 65 Prozent, die Schulen würden zu wenig Geld bekommen, um mit diesen Schwierigkeiten klarzukommen.

Anke Uhlmann geht mit dem Rektor wieder nach oben, die Treppenhäuser sehen sauber aus, keine Graffiti. Die Hans-Bredow-Schule ist in einem klassizistischen Gebäude untergebracht. Rechts die Realschule, links die Hauptschule. In die Hauptschule gehen 280 Schüler, ihre Eltern kommen aus der Türkei, aus arabischen Ländern, aus Palästina, aus Polen, aus Exjugoslawien, Italien, Griechenland. Der Migrantenanteil liegt bei 80 Prozent. Lehrer mit Migrationshintergrund gibt es einen.

Im Sekretariat steht noch die Lehrerin, »ich geh da nicht mehr rein, ich habe Angst«, sagt sie. Ebert nickt, sagt: »Ruhig immer gleich die 110 rufen.«

Trotz der schwierigen Bedingungen will man an der Bredow-Schule nicht kapitulieren. Vielleicht liegt das auch an Lehrerinnen wie Anke Uhlmann. »Ich bin hier genau, wo ich sein wollte«, sagt sie, »und mache das, was ich immer machen wollte.« Uhlmann ist 40 Jahre alt, hat in Chemnitz, das damals noch Karl-Marx-Stadt hieß, Abitur gemacht, einige Semester Physik studiert, dann umgesattelt auf Sonderpädagogik. Seit einem Jahr unterrichtet sie die Praxisklasse an der Hans-Bredow-Schule. In dieser Klasse sitzen Schüler, von denen viele schwer in den Regelunterricht zu integrieren sind.

Die Neuntklässler sind zwischen 15 und 17 Jahre alt, sie heißen Muhammed, Akin oder Kevin, 13 Jungen, drei Mädchen, selten sind alle da. Mathe Deutsch, Englisch, dann Projektarbeit, von 8 Uhr bis 13.20 Uhr, drei Tage die Woche, an zwei Tagen Praktikum in einem Betrieb. Uhlmann unterrichtet immer mit einem Kollegen. Noch besser wäre zu dritt, um den Bedürfnissen der Schüler gerecht werden zu können. Sollte es zu Gewaltausbrüchen kommen, ermöglicht das schnelleres Handeln. »Ich arbeite niedrigschwellig«, sagt sie, »mir ist es wichtig, dass sich die Schüler hier an grundsätzliche Regeln des Miteinander halten.« Sie sollen pünktlich sein, Arbeitsmaterialien mitbringen. »Das Problem für viele sind mangelnde Deutschkenntnisse.«

Was würde Schulen wie der Bredow-Schule helfen? Es brauchte mehr Lehrer mit Migrationshintergrund, sagt Uhlmann, mehr Schulpsychologen und Sozialpädagogen, und es sollten in allen Klassen zwei Lehrer vor den Schülern stehen. Im Klassenzimmer von Frau Uhlmann, in Raum 311, hängen über der Tafel Schulregeln, aufgeschrieben von den Schülern, formuliert von den Lehrern. Regel Nummer eins: »Wir verhalten uns gegenüber Lehrern und Schülern freundlich und höflich.« Regel Nummer zwei: »Wir erscheinen pünktlich.« Im Flur vor dem Klassenzimmer hängen Fotos, »eines unserer Projekte«, erzählt Uhlmann, die Schüler sollten ihre Lebenswirklichkeit fotografieren. Zu sehen ist: eine Szene aus einem Egoshooter, ein Fernseher, ein Straßenschild: »Türkenstraße«, Schüler vor einem Müllauto. Plötzlich hört man Musik im Flur, Uhlmann schaut um die Ecke und ruft: »Kazem, was machst du hier, bist du mal wieder rausgeflogen?« – »Isch bin nischt rausgeflogen, isch bin rausgegangen«, sagt Kazem. Was für Pläne haben die Schüler? Die meisten hätten keinen Plan, wollten nicht über die Schule hinausdenken, sagt Uhlmann. Dann muss sie noch raus zu Muhammed, ihrem Musterschüler, er macht gerade sein Praktikum in einem Schuhladen. Die Filialleiterin ist zufrieden mit ihm, er sei pünktlich und habe eine schnelle Auffassungsgabe. »Du bist der Klassenbeste«, sagt Frau Uhlmann, in Muhammeds Augen blitzt Stolz auf, »Rufen sie meinen Vater an, der glaubt mir das nicht«, sagt er. Anke Uhlmann steigt auf ihr Herrenfahrrad und fährt wie jeden Tag nach Hause, nach Pankow zu ihren drei Töchtern. Das Radeln bringt sie runter, und die eigenen Kinder helfen ihr, den Kopf von der Schule freizukriegen.

Staatsministerin Böhmer hat übrigens nach ihrem Treffen mit den Rektoren den Schulen mehr Geld versprochen.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. "Es brauchte mehr Lehrer mit Migrationshintergrund, sagt Uhlmann, mehr Schulpsychologen und Sozialpädagogen, und es sollten in allen Klassen zwei Lehrer vor den Schülern stehen".

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    • Isaidy
    • 29.01.2009 um 9:16 Uhr

    das würde dem Verständnis der deutschen Politik in Sachen Bildung zuwiderlaufen, denn es würde dann auf die Schüler eingegangen werden, die Schule würde ein Stück weit ihrem schwierigen Umfeld und ihren Lebensbedingungen angepasst werden. In Deutschland ist die Auffassung von Schule aber immer noch gegenläufiger Art. Hier wird immer noch geglaubt und weitestgehend daran festgehalten, dass sich der Schüler dem Bildungssystem anzupassen habe, bedeutet: die Schule ist das Fixum und entweder, der Schüler passt hinein oder er bleibt außenvor, sein Problem. Es wird in Kategorien gedacht und einsortiert. Vom finanziellen Aspekt brauchen wir gar nicht zu reden. Ein Land, dass vollauf damit beschäftigt ist, die heutigen Sozialsysteme aufrechtzuerhalten und "notleidende Banken" zu retten, hat kein Geld für den Wohlstand von übermorgen übrig. Dieser (arg gefährdete) Wohlstand fällt auch aus der momentanen Legislaturperiode heraus und ist deshalb vernachlässigbar. Die skandinavischen Länder haben keinen geringeren Anteil ausländischer Schüler und dennoch sind sie in der Lage individueller auf deren Problematiken einzugehen und die Schüler effizienter zu fördern. Vielleicht wurde dort begriffen, dass auch die Kinder der Zugewanderten Teil der Zukunft des Landes sind und man die Wahl hat, in 20 Jahren an die recht große Menge dieser Leute Sozialhilfe auszuzahlen oder heute in ihre Bildung zu investieren, um sie morgen in die Arbeitswelt zu integrieren. Auch wieder eine Frage der Nachhaltigkeit, die voraussetzt, dass man über Legislaturperioden hinausdenken kann. Es sind bestimmt nicht alle Kinder auffangbar, aber ich bin absolut sicher, dass bei besserer, individuellerer Förderung mehr Potential aus diesen Schülern herausgeholt werden könnte.

    • Medley
    • 29.01.2009 um 21:28 Uhr

    "....mehr Lehrer mit Migrationshintergrund, sagt Uhlmann, mehr Schulpsychologen und Sozialpädagogen, und es sollten in allen Klassen zwei Lehrer vor den Schülern stehen"...."

    Als ich zu in den 70zigern in die Schule(Hauptschule zudem) ging, wurde auch ohne Schulpsychologen, Sozialdpädagogen, zwei Lehrer und sonstigen Förderungen recht akzeptabel gelehrt und gelernt. Warum geht das heute im Jahr 2009 nun nicht mehr? Was ist passiert, dass sich Schüler "heutzutage" zwanghaft getrieben sehen, gegen alle Regeln des sozialen Miteinanders und gegen alle systemischen Logiken zum erlernen kognitiver Fähigkeiten zu verhalten, sprich auf gut deutsch auf alles zu sch... was Schule, Lehrer, Eltern und Gesellschaft von ihnen, ja durchaus nicht unberechtigt, erwarten? Also nochmal, warum können die Schüler(mal ganz pauschal und plakativ gesagt) nicht auch ohne den ganzen "Sozialklimbims" das tun was man Fug und Recht von ihnen abverlangt, damit sich die Welt auch weiterhin rund drehen kann?

    • Isaidy
    • 29.01.2009 um 9:16 Uhr

    das würde dem Verständnis der deutschen Politik in Sachen Bildung zuwiderlaufen, denn es würde dann auf die Schüler eingegangen werden, die Schule würde ein Stück weit ihrem schwierigen Umfeld und ihren Lebensbedingungen angepasst werden. In Deutschland ist die Auffassung von Schule aber immer noch gegenläufiger Art. Hier wird immer noch geglaubt und weitestgehend daran festgehalten, dass sich der Schüler dem Bildungssystem anzupassen habe, bedeutet: die Schule ist das Fixum und entweder, der Schüler passt hinein oder er bleibt außenvor, sein Problem. Es wird in Kategorien gedacht und einsortiert. Vom finanziellen Aspekt brauchen wir gar nicht zu reden. Ein Land, dass vollauf damit beschäftigt ist, die heutigen Sozialsysteme aufrechtzuerhalten und "notleidende Banken" zu retten, hat kein Geld für den Wohlstand von übermorgen übrig. Dieser (arg gefährdete) Wohlstand fällt auch aus der momentanen Legislaturperiode heraus und ist deshalb vernachlässigbar. Die skandinavischen Länder haben keinen geringeren Anteil ausländischer Schüler und dennoch sind sie in der Lage individueller auf deren Problematiken einzugehen und die Schüler effizienter zu fördern. Vielleicht wurde dort begriffen, dass auch die Kinder der Zugewanderten Teil der Zukunft des Landes sind und man die Wahl hat, in 20 Jahren an die recht große Menge dieser Leute Sozialhilfe auszuzahlen oder heute in ihre Bildung zu investieren, um sie morgen in die Arbeitswelt zu integrieren. Auch wieder eine Frage der Nachhaltigkeit, die voraussetzt, dass man über Legislaturperioden hinausdenken kann. Es sind bestimmt nicht alle Kinder auffangbar, aber ich bin absolut sicher, dass bei besserer, individuellerer Förderung mehr Potential aus diesen Schülern herausgeholt werden könnte.

    • Medley
    • 29.01.2009 um 21:28 Uhr

    "....mehr Lehrer mit Migrationshintergrund, sagt Uhlmann, mehr Schulpsychologen und Sozialpädagogen, und es sollten in allen Klassen zwei Lehrer vor den Schülern stehen"...."

    Als ich zu in den 70zigern in die Schule(Hauptschule zudem) ging, wurde auch ohne Schulpsychologen, Sozialdpädagogen, zwei Lehrer und sonstigen Förderungen recht akzeptabel gelehrt und gelernt. Warum geht das heute im Jahr 2009 nun nicht mehr? Was ist passiert, dass sich Schüler "heutzutage" zwanghaft getrieben sehen, gegen alle Regeln des sozialen Miteinanders und gegen alle systemischen Logiken zum erlernen kognitiver Fähigkeiten zu verhalten, sprich auf gut deutsch auf alles zu sch... was Schule, Lehrer, Eltern und Gesellschaft von ihnen, ja durchaus nicht unberechtigt, erwarten? Also nochmal, warum können die Schüler(mal ganz pauschal und plakativ gesagt) nicht auch ohne den ganzen "Sozialklimbims" das tun was man Fug und Recht von ihnen abverlangt, damit sich die Welt auch weiterhin rund drehen kann?

  2. In einer Problem-Hauptschule mag das Prinzip, daß immer mindestens zwei Lehrer dasein müssen, noch funktionieren (während es in Schulen mit weniger problematischen Schülern auch mit nur einem Lehrer problemlos klappt). Aber danach sollte eine Berufsausbildung kommen, und welcher Betrieb würde immer zwei Ausbilder hinstellen wollen, weil einer allein mit den Leuten nicht fertig wird? Und wenn gesagt wird, daß nur Menschen "mit Migrationshintergrund" von dieser Klientel respektiert werden, ist das - als Beispiel - der einleuchtendste Grund für einen deutschen Handwerker, keine Türken als Lehrlinge einzustellen. Insofern ist diese Forderung nach "Lehrern mit Migrationshintergrund" ausgesprochen problematisch und befördert die Segregation.

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    Staat selbst, in dem er Kinder nach der Grundschule bereits im Alter von 10 Jahren klassifiziert. Eine Einmaligkeit in dieser Welt!

    Mit den zwei Ausbildern haben Sie einen sehr guten Punkt angesprochen.

    Bei Lehrern mit "Migrations"-Hintergrund bemerke ich oft, dass diese zwar hier zur Schule gegangen sind und studiert haben, aber selbst nicht in Deuschland angekommen sind. Ihr Benehmen und ihre Ansprüche lassen deutlich zu wünschen übrig.

    Wie sollen Kinder da Benehmen lernen?

    [Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen/ Redaktion; svb]

    Staat selbst, in dem er Kinder nach der Grundschule bereits im Alter von 10 Jahren klassifiziert. Eine Einmaligkeit in dieser Welt!

    Mit den zwei Ausbildern haben Sie einen sehr guten Punkt angesprochen.

    Bei Lehrern mit "Migrations"-Hintergrund bemerke ich oft, dass diese zwar hier zur Schule gegangen sind und studiert haben, aber selbst nicht in Deuschland angekommen sind. Ihr Benehmen und ihre Ansprüche lassen deutlich zu wünschen übrig.

    Wie sollen Kinder da Benehmen lernen?

    [Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen/ Redaktion; svb]

    • Isaidy
    • 29.01.2009 um 9:16 Uhr

    das würde dem Verständnis der deutschen Politik in Sachen Bildung zuwiderlaufen, denn es würde dann auf die Schüler eingegangen werden, die Schule würde ein Stück weit ihrem schwierigen Umfeld und ihren Lebensbedingungen angepasst werden. In Deutschland ist die Auffassung von Schule aber immer noch gegenläufiger Art. Hier wird immer noch geglaubt und weitestgehend daran festgehalten, dass sich der Schüler dem Bildungssystem anzupassen habe, bedeutet: die Schule ist das Fixum und entweder, der Schüler passt hinein oder er bleibt außenvor, sein Problem. Es wird in Kategorien gedacht und einsortiert. Vom finanziellen Aspekt brauchen wir gar nicht zu reden. Ein Land, dass vollauf damit beschäftigt ist, die heutigen Sozialsysteme aufrechtzuerhalten und "notleidende Banken" zu retten, hat kein Geld für den Wohlstand von übermorgen übrig. Dieser (arg gefährdete) Wohlstand fällt auch aus der momentanen Legislaturperiode heraus und ist deshalb vernachlässigbar. Die skandinavischen Länder haben keinen geringeren Anteil ausländischer Schüler und dennoch sind sie in der Lage individueller auf deren Problematiken einzugehen und die Schüler effizienter zu fördern. Vielleicht wurde dort begriffen, dass auch die Kinder der Zugewanderten Teil der Zukunft des Landes sind und man die Wahl hat, in 20 Jahren an die recht große Menge dieser Leute Sozialhilfe auszuzahlen oder heute in ihre Bildung zu investieren, um sie morgen in die Arbeitswelt zu integrieren. Auch wieder eine Frage der Nachhaltigkeit, die voraussetzt, dass man über Legislaturperioden hinausdenken kann. Es sind bestimmt nicht alle Kinder auffangbar, aber ich bin absolut sicher, dass bei besserer, individuellerer Förderung mehr Potential aus diesen Schülern herausgeholt werden könnte.

  3. Staat selbst, in dem er Kinder nach der Grundschule bereits im Alter von 10 Jahren klassifiziert. Eine Einmaligkeit in dieser Welt!

    Antwort auf "Aber nach der Schule?"
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    • gauss
    • 29.01.2009 um 11:20 Uhr

    Nein. In Hong Kong läuft das auch. Hong Kong hat ein dreigliedriges Schulsystem, und ist beim PISA-Test gleich hinter Finnland zu finden. Abere in Asien besteht der Wille zu Aufstieg und Leistung. Aber zu uns kommen nun einmal eher die Leute, die diesen Willen nicht haben, deren Eltern eben auch nicht. Und so haben wir mittlerweile Probleme in unserem Bildungssystem, die man sich vor 30 Jahren nicht hätte ausmalen können.
    Das Grundübel, das dazu kommt, ist das immer mehr an der Bildung gespart wird. Auch das läuft seit ca. 30-35 Jahren.

    Ich finde es interessant, wenn sich Pädagogen an so einer Schule abarbeiten müssen. Aber ehrlich geagt, kann man sich das sparen, denn die Ausgebildeten dieser Bildungsinstitution in Wedding werden wohl kaum in Mittel- und Oberschicht jemals ankommen. Dies ist alles eine Verschwendung von Ressourcen.

    --
    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

    Früher haben die Deutschen an Rampe selektiert, heute in der Schule.
    Scheint, dass das Selektieren zum Deutschen gehört wie das Amen zur Kirche.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Vergleiche dieser Art. Die Redaktion/jk)

    • gauss
    • 29.01.2009 um 11:20 Uhr

    Nein. In Hong Kong läuft das auch. Hong Kong hat ein dreigliedriges Schulsystem, und ist beim PISA-Test gleich hinter Finnland zu finden. Abere in Asien besteht der Wille zu Aufstieg und Leistung. Aber zu uns kommen nun einmal eher die Leute, die diesen Willen nicht haben, deren Eltern eben auch nicht. Und so haben wir mittlerweile Probleme in unserem Bildungssystem, die man sich vor 30 Jahren nicht hätte ausmalen können.
    Das Grundübel, das dazu kommt, ist das immer mehr an der Bildung gespart wird. Auch das läuft seit ca. 30-35 Jahren.

    Ich finde es interessant, wenn sich Pädagogen an so einer Schule abarbeiten müssen. Aber ehrlich geagt, kann man sich das sparen, denn die Ausgebildeten dieser Bildungsinstitution in Wedding werden wohl kaum in Mittel- und Oberschicht jemals ankommen. Dies ist alles eine Verschwendung von Ressourcen.

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    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

    Früher haben die Deutschen an Rampe selektiert, heute in der Schule.
    Scheint, dass das Selektieren zum Deutschen gehört wie das Amen zur Kirche.
    (Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Vergleiche dieser Art. Die Redaktion/jk)

    • gauss
    • 29.01.2009 um 11:20 Uhr

    Nein. In Hong Kong läuft das auch. Hong Kong hat ein dreigliedriges Schulsystem, und ist beim PISA-Test gleich hinter Finnland zu finden. Abere in Asien besteht der Wille zu Aufstieg und Leistung. Aber zu uns kommen nun einmal eher die Leute, die diesen Willen nicht haben, deren Eltern eben auch nicht. Und so haben wir mittlerweile Probleme in unserem Bildungssystem, die man sich vor 30 Jahren nicht hätte ausmalen können.
    Das Grundübel, das dazu kommt, ist das immer mehr an der Bildung gespart wird. Auch das läuft seit ca. 30-35 Jahren.

    Ich finde es interessant, wenn sich Pädagogen an so einer Schule abarbeiten müssen. Aber ehrlich geagt, kann man sich das sparen, denn die Ausgebildeten dieser Bildungsinstitution in Wedding werden wohl kaum in Mittel- und Oberschicht jemals ankommen. Dies ist alles eine Verschwendung von Ressourcen.

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    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

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    • Isaidy
    • 29.01.2009 um 12:33 Uhr

    mit weitreichenden Folgen für die Volkswirtschaft in Deutschland. Würde man in diesem Lande überall nach dem Motto verfahren: Perlen vor die Säue werfen, bzw. - wie Sie es ausdrücken - Verschwendung von Ressourcen, dann stellt sich schnell die Kosten-/Nutzenrechnung auch für andere Bevölkerungsgruppen. Ich finde es verächtlich, wachsende Bevölkerungsteile dieser Gesellschaft als beratungs- und hilferesistent abzutun und dafür zu plädieren, das wenige Geld doch bitte den Schülern zuteil werden zu lassen, die aufgrund ihres Backgrounds damit noch besser gedeihen. Genau diese Sicht der Dinge lässt die Hauptschule zur Resterampe werden, sie ist verächtlich und herabwürdigend. Warum, liebe Lehrer, arbeitet ihr euch noch bei den Deppen ab, schließt sie ein und klebt Hartz IV oben drauf. Die wollen und können es doch gar nicht besser. Kommt lieber an die Schulen, wo es noch Hoffnung gibt. Mit dieser Einstellung ließe sich in Deutschland sicherlich ganz schnell auch radikale Lösungen in der Arbeitslosenfrage aber auch in der Altenpflege finden. Immer stramm nach dem Kosten(Aufwand)/Nutzen(Ertrag)-Faktor. Jaja, jedem das seine, aber mir das Beste.

    Also lassen wir die kids doch tun und lassen, was sie wollen. Ist mir doch egal, solange ich zu der Mittel- und Oberschicht gehöre. Wir brauchen gut ausgebildete Leute genau an diesen Stellen.
    Über den letzten Absatz ihres Kommentars konnte nur den Kopf schütteln. Wann waren sie zuletzt in einer Hauptschule?

    • Isaidy
    • 29.01.2009 um 12:33 Uhr

    mit weitreichenden Folgen für die Volkswirtschaft in Deutschland. Würde man in diesem Lande überall nach dem Motto verfahren: Perlen vor die Säue werfen, bzw. - wie Sie es ausdrücken - Verschwendung von Ressourcen, dann stellt sich schnell die Kosten-/Nutzenrechnung auch für andere Bevölkerungsgruppen. Ich finde es verächtlich, wachsende Bevölkerungsteile dieser Gesellschaft als beratungs- und hilferesistent abzutun und dafür zu plädieren, das wenige Geld doch bitte den Schülern zuteil werden zu lassen, die aufgrund ihres Backgrounds damit noch besser gedeihen. Genau diese Sicht der Dinge lässt die Hauptschule zur Resterampe werden, sie ist verächtlich und herabwürdigend. Warum, liebe Lehrer, arbeitet ihr euch noch bei den Deppen ab, schließt sie ein und klebt Hartz IV oben drauf. Die wollen und können es doch gar nicht besser. Kommt lieber an die Schulen, wo es noch Hoffnung gibt. Mit dieser Einstellung ließe sich in Deutschland sicherlich ganz schnell auch radikale Lösungen in der Arbeitslosenfrage aber auch in der Altenpflege finden. Immer stramm nach dem Kosten(Aufwand)/Nutzen(Ertrag)-Faktor. Jaja, jedem das seine, aber mir das Beste.

    Also lassen wir die kids doch tun und lassen, was sie wollen. Ist mir doch egal, solange ich zu der Mittel- und Oberschicht gehöre. Wir brauchen gut ausgebildete Leute genau an diesen Stellen.
    Über den letzten Absatz ihres Kommentars konnte nur den Kopf schütteln. Wann waren sie zuletzt in einer Hauptschule?

  4. "eine Szene aus dem Computerspiel Egoshooter"

    Es gibt kein Spiel namens "Egoshooter". Dies ist die Bezeichnung eines ganzen Genres.

    • Isaidy
    • 29.01.2009 um 12:33 Uhr

    mit weitreichenden Folgen für die Volkswirtschaft in Deutschland. Würde man in diesem Lande überall nach dem Motto verfahren: Perlen vor die Säue werfen, bzw. - wie Sie es ausdrücken - Verschwendung von Ressourcen, dann stellt sich schnell die Kosten-/Nutzenrechnung auch für andere Bevölkerungsgruppen. Ich finde es verächtlich, wachsende Bevölkerungsteile dieser Gesellschaft als beratungs- und hilferesistent abzutun und dafür zu plädieren, das wenige Geld doch bitte den Schülern zuteil werden zu lassen, die aufgrund ihres Backgrounds damit noch besser gedeihen. Genau diese Sicht der Dinge lässt die Hauptschule zur Resterampe werden, sie ist verächtlich und herabwürdigend. Warum, liebe Lehrer, arbeitet ihr euch noch bei den Deppen ab, schließt sie ein und klebt Hartz IV oben drauf. Die wollen und können es doch gar nicht besser. Kommt lieber an die Schulen, wo es noch Hoffnung gibt. Mit dieser Einstellung ließe sich in Deutschland sicherlich ganz schnell auch radikale Lösungen in der Arbeitslosenfrage aber auch in der Altenpflege finden. Immer stramm nach dem Kosten(Aufwand)/Nutzen(Ertrag)-Faktor. Jaja, jedem das seine, aber mir das Beste.

    Antwort auf "Hong Kong"
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    • gauss
    • 29.01.2009 um 14:05 Uhr

    Ich finde es verächtlich, wachsende Bevölkerungsteile dieser Gesellschaft als beratungs- und hilferesistent abzutun und dafür zu plädieren, das wenige Geld doch bitte den Schülern zuteil werden zu lassen, die aufgrund ihres Backgrounds damit noch besser gedeihen

    Das brauche ich gar nicht, denn sie tun es von sich ganz alleine. (entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk) Dieser Trend ist auch nicht mehr aufzuhalten. Deutschland, das Volk, die politische Führung hat sich für Niedergang entschieden, und nicht für Wiederaufstieg. Nur wenn sich die Einstellung vieler Menschen ändert, können wir diesen Trend umkehren.
    Wichtig ist, das Eltern, die sich um ihren Nachwuchs kümmern, zu unterstützen. Eltern, die für ihre Kinder da sind. Es ist meines Erachtens auch keine Ausländer- oder Migrantenfrage, sondern eine Unterschichtsfrage. Diese wächst, auch weil Kinder als Mittel angesehen werden zwischenzeitlich sein Einkommen zu verbessern. Die Mittel- und Oberschicht kriegt trotz aller Beteuerungen zu wenig Kinder. Dazu gehen Gutausgebildete ins Ausland, und es kommen Ungebildete. Und so sind unsere Probleme entstanden, in den letzten 30 Jahren. Immer am System rumzudoktern wird meines Erachtens nichts bringen, man muss bei den Eltern und Verwandten ansetzen. Die Bedingungen zur Arbeitsaufnahme, in einer verwissenschaftlichten Gesellschaft wie der unserigen, sind eben grundlegend anders als in Agrargesellschaften. Die Globalisierung tut ihr übriges.

    Sie wollen es nicht wahrhaben, aber es sind die Menschen, die die Probleme verursachen, nicht das System. Ok, schafft die Hauptschule ab. Aber dadurch wird nix besser.
    Es bedarf eines grundlegenden Ansporns in unserer Gesellschaft. Ein Ansporn, das sich Fleiß, Disziplin und Bildung lohnen, das es sinnvoll ist an sich zu arbeiten. Nur dann werden wir den Sozialstaat überlebensfähig gestalten können. Mit Leuten, die noch nicht einmal die Hauptschule bestehen, werden wir unseren Wohlstand nicht halten können.
    Ich finde, dass dies nichts herabwürdigendes ist, aber ein realistischer Blick auf unser System. Wer es halten will, muss den Menschen klar machen, das jede Leistung auch bezahlt werden muss. Es gibt nichts umsonst! Leider ist diese Vorstellung aber sehr präsent. Das Geld fließt eben doch.

    --
    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

    Feine Argumentation. Da werden den Lehrern in Massen Schülern aus bildungs- und kulturfernen Migrantenfamilien vor die Füße gekippt, die entweder mangelnde Voraussetzungen oder fehlenden Willen zum Lernen mitbringen, zum großen Teil nicht über schulfähige Sprachkenntnisse verfügen. Wenn sie dann auf Grund von Gewalttätigkeit und Bildungsunlust nicht in der Lage sind, ihrem Bildungsauftrag nachzukommen, dann fällt Leuten wie Ihnen nichts weiter ein, als den Lehrern und der Schule die Verantwortung dafür zuzuschieben.

    Eins kann kein Bildungssystem der Welt leisten: Nämlich die Unterschicht abzuschaffen. Genau die hat man sich massenhaft ins Land geholt, weil es politisch ja nicht opportun war, bei der Einwanderung Wert und Bildungsnähe und Qualifikation zu legen. Die Folgen kann man jetzt an Deutschlands Hauptschulen beobachten. Hören Sie also auf, die Schuld beim Schulsystem oder bei den Lehrern zu suchen.

    • gauss
    • 29.01.2009 um 14:05 Uhr

    Ich finde es verächtlich, wachsende Bevölkerungsteile dieser Gesellschaft als beratungs- und hilferesistent abzutun und dafür zu plädieren, das wenige Geld doch bitte den Schülern zuteil werden zu lassen, die aufgrund ihres Backgrounds damit noch besser gedeihen

    Das brauche ich gar nicht, denn sie tun es von sich ganz alleine. (entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk) Dieser Trend ist auch nicht mehr aufzuhalten. Deutschland, das Volk, die politische Führung hat sich für Niedergang entschieden, und nicht für Wiederaufstieg. Nur wenn sich die Einstellung vieler Menschen ändert, können wir diesen Trend umkehren.
    Wichtig ist, das Eltern, die sich um ihren Nachwuchs kümmern, zu unterstützen. Eltern, die für ihre Kinder da sind. Es ist meines Erachtens auch keine Ausländer- oder Migrantenfrage, sondern eine Unterschichtsfrage. Diese wächst, auch weil Kinder als Mittel angesehen werden zwischenzeitlich sein Einkommen zu verbessern. Die Mittel- und Oberschicht kriegt trotz aller Beteuerungen zu wenig Kinder. Dazu gehen Gutausgebildete ins Ausland, und es kommen Ungebildete. Und so sind unsere Probleme entstanden, in den letzten 30 Jahren. Immer am System rumzudoktern wird meines Erachtens nichts bringen, man muss bei den Eltern und Verwandten ansetzen. Die Bedingungen zur Arbeitsaufnahme, in einer verwissenschaftlichten Gesellschaft wie der unserigen, sind eben grundlegend anders als in Agrargesellschaften. Die Globalisierung tut ihr übriges.

    Sie wollen es nicht wahrhaben, aber es sind die Menschen, die die Probleme verursachen, nicht das System. Ok, schafft die Hauptschule ab. Aber dadurch wird nix besser.
    Es bedarf eines grundlegenden Ansporns in unserer Gesellschaft. Ein Ansporn, das sich Fleiß, Disziplin und Bildung lohnen, das es sinnvoll ist an sich zu arbeiten. Nur dann werden wir den Sozialstaat überlebensfähig gestalten können. Mit Leuten, die noch nicht einmal die Hauptschule bestehen, werden wir unseren Wohlstand nicht halten können.
    Ich finde, dass dies nichts herabwürdigendes ist, aber ein realistischer Blick auf unser System. Wer es halten will, muss den Menschen klar machen, das jede Leistung auch bezahlt werden muss. Es gibt nichts umsonst! Leider ist diese Vorstellung aber sehr präsent. Das Geld fließt eben doch.

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    "that book is dead sexy" -- Xach on #lisp about "Practical Common Lisp"

    Feine Argumentation. Da werden den Lehrern in Massen Schülern aus bildungs- und kulturfernen Migrantenfamilien vor die Füße gekippt, die entweder mangelnde Voraussetzungen oder fehlenden Willen zum Lernen mitbringen, zum großen Teil nicht über schulfähige Sprachkenntnisse verfügen. Wenn sie dann auf Grund von Gewalttätigkeit und Bildungsunlust nicht in der Lage sind, ihrem Bildungsauftrag nachzukommen, dann fällt Leuten wie Ihnen nichts weiter ein, als den Lehrern und der Schule die Verantwortung dafür zuzuschieben.

    Eins kann kein Bildungssystem der Welt leisten: Nämlich die Unterschicht abzuschaffen. Genau die hat man sich massenhaft ins Land geholt, weil es politisch ja nicht opportun war, bei der Einwanderung Wert und Bildungsnähe und Qualifikation zu legen. Die Folgen kann man jetzt an Deutschlands Hauptschulen beobachten. Hören Sie also auf, die Schuld beim Schulsystem oder bei den Lehrern zu suchen.

  5. Also lassen wir die kids doch tun und lassen, was sie wollen. Ist mir doch egal, solange ich zu der Mittel- und Oberschicht gehöre. Wir brauchen gut ausgebildete Leute genau an diesen Stellen.
    Über den letzten Absatz ihres Kommentars konnte nur den Kopf schütteln. Wann waren sie zuletzt in einer Hauptschule?

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