Autoindustrie Die Lobbyisten triumphierenSeite 3/3

Die Gefahr, dass sich die Abwrackprämie in eine Subvention für vornehmlich ausländische Autobauer verwandelt, ist allerdings auch ohne CO₂-Koppelung groß. Es rächt sich nun, dass es in den vergangenen sechs Jahren weder die rot-grüne noch die Große Koalition geschafft haben, die Kfz-Steuer auf CO₂-Basis umzustellen, obwohl sie das in den Koalitionsverträgen 2002 und 2005 ausdrücklich angekündigt hatten. Damit haben beide Regierungen einen Schlüsselanreiz zum klimafreundlichen Umbau der deutschen Autoflotte aus der Hand gegeben. Ein wesentlicher Grund dafür, dass deutsche Hersteller noch heute zu viele Spritschlucker bauen.

Die Kfz-Steuer ist eine Bundessteuer, die jährlich 8,9 Milliarden Euro einbringt, deren Erträge aber bisher ausschließlich den Ländern zufließen. Die Leitplanken der Reform – Aufkommensneutralität, Übertragung der Steuer auf den Bund, Kompensation der Länder sowie keine Steuererhöhung für Altautos – haben sich in einem halben Dutzend Anläufe immer wieder als eine politische Quadratur des Kreises erwiesen. Nun macht die Krise möglich, was bisher unmöglich war: Zum 1. Juli 2009 soll eine CO₂-basierte Kfz-Steuer in Kraft treten.

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Worauf sich die Große Koalition am Montag einigte, ist jedoch kein Systemwechsel, allenfalls ein Einstieg. Die neue Kfz-Steuer ist ein Mix aus einer Hubraum- und einer Kohlendioxidbesteuerung. Und die Regierung bleibt sich auch bei dieser Operation treu: Sie taugt, den Umbau der Modellpalette zu begleiten, aber nicht, ihn zu steuern. Für sparsame Fahrzeuge sinkt die Kfz-Steuer zwar; im Segment der Mittel- und Oberklassewagen wird sie dagegen das Kaufverhalten kaum verändern. Der 500 PS starke Audi Q7 V12 TDI wird nach der Reform gleich belastet wie vorher: mit 926 Euro. Die neue Steuer folge dem Prinzip »Mehr Zuckerbrot als Peitsche«, so ein Beamter des Umweltministeriums.

Ein Grund für die bisherige Langzähnigkeit bei der Reform der Kfz-Steuer war gewiss auch die Widersprüchlichkeit der Politik in puncto Auto. Die neue Steuer steht nämlich auf Kriegsfuß mit einem anderen Instrument der Steuerpolitik, das den Absatz von Luxus- und Geländewagen fördert: dem Dienstwagenprivileg. Der doppelte milliardenschwere Steuervorteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat Autobauer wie Mercedes, BMW, Porsche und Audi dazu verleitet, immer schnellere, stärkere und schwerere Autos zu produzieren. Alle Versuche, dieses Privileg wenigstens umweltverträglich umzubauen, sind bisher gescheitert. Den vorerst letzten Anlauf nahm Umweltminister Gabriel im Sommer 2008. Er wollte die Absetzbarkeit von Spritkosten auf Autos mit einem CO₂-Ausstoß von maximal 140 Gramm pro Kilometer beschränken. Aber auch er holte sich eine blutige Nase – bei den Wirtschaftspolitikern seiner eigenen Partei und der CDU/CSU. Denn die Autohersteller behaupten, nur noch in den oberen Klassen Geld zu verdienen. 85 Prozent aller Autos in der gehobenen Mittel- und Oberklasse sind inzwischen als Geschäftswagen zugelassen. Diese Marktstellung haben die Regierungen Schröder und Merkel mit dem Dienstwagenprivileg subventioniert. Sie haben den Absatz umweltschädlicher Modelle gefördert.

Das Dienstwagenprivileg wird die Autokrise wohl unangetastet überstehen und damit einen Teil der ökologischen Steuerung durch die neue, CO₂-basierte Steuer wieder aufheben. Es bleibt ein Ärgernis, dass Fahrer von Dienstwagen einen Teil ihrer Kosten vom Staat wiederbekommen, egal, wie viel Sprit ihre Autos schlucken und wie sehr sie das Klima schädigen. Daran ändert auch die neue CO₂-Steuer nichts.

 
Leser-Kommentare
  1. Können diejenigen, die wegen fadenscheiniger Wachstumserfolge am falschen Ende die Zukunft unserer Kinder aufs Spiel setzen, überhaupt noch aufgehalten werden? Die Löcher werden neu belebt und so bestimmt nicht beseitigt, während die Mittel für neue stabile Strassen geopfert werden.

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    Ich kann es nicht mehr hören! Immer diese Phrase: "Die Zukunft unserer Kinder". Das ist doch mittlerweile, rein empirisch gesehen, ein absolutes Minderheitenthema. Wann wird endlich in öffentlichen Diskussionen dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die meisten Deutschen für den Themenkomplex "Kinder", "Zukunft der Kinder" u.ä. nicht die Bohne interessieren. Ich bitte daher im Interesse der überwiegenden Mehrheit in diesem Land, uns zukünftig mit solchen Argumenten zu verschonen.

    Ich kann es nicht mehr hören! Immer diese Phrase: "Die Zukunft unserer Kinder". Das ist doch mittlerweile, rein empirisch gesehen, ein absolutes Minderheitenthema. Wann wird endlich in öffentlichen Diskussionen dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die meisten Deutschen für den Themenkomplex "Kinder", "Zukunft der Kinder" u.ä. nicht die Bohne interessieren. Ich bitte daher im Interesse der überwiegenden Mehrheit in diesem Land, uns zukünftig mit solchen Argumenten zu verschonen.

  2. Um Missverständnissen vorzubeugen:
    Die Potentiale für eine sichere Zukunft liegen dort, wo jetzt zuerst gespart wird um da aufzufüllen, wo sich immer mehr Abgründe auftun.

    • o_O
    • 01.02.2009 um 10:39 Uhr

    ... ist es, wie es nicht anders sein konnte.

    Statt das eine Branche im eigenen Interesse sich selbst vorwärts bringt, wird man sie nun dazu zwingen müssen, einen Schritt vorwärts zu tun! Ich denke, von einem Dialog kann hier nicht mehr die Rede sein, wenn die Verantwortlichen kapitulieren und den Staat anrufen. Letztenendes stellt man nun die Regierung mit dem Rücken zur Wand und knallt ihnen einen Forderungskatalog um die Ohren mit dem Druckmittel Menschen zu entlassen oder gar "... aus Europa abzuwandern...".

    In solch einer Situation wird man - vermutlich - nicht nur sagen können, dass die Politik hier versagt hat. Ich würde eher sagen, dass hier jemand hinter's Licht geführt wurde und die Frage daher eher lauten sollte, *wer* hier hinter's Licht geführt wurde?

    Mit einem Bundeskanzler a.D. der, wie wir wissen mehr als gute Verbindungen zum VW-Konzern hatte, fällt es mir schwer zu glauben, dass die aktuelle Lage der Branche unvorhersehbar war. Insbesondere dann, wenn man dabei berücksichtigt, dass die Branche sich schwer ins Zeug gelegt hat z.B. Gas als Alternative *nicht* anzuerkennen. Ob diese "Alternative" umweltfreundlicher ist, sei erstmal dahingestellt, die Tatsache, dass keine Alternative geschaffen wurde, soll hier erstmal für sich sprechen.

    Ich denke, es dürfte wohl eher so sein, dass diese Branche die aktuelle Situation für ihre eigenen Zwecke / Interessen nutzen möchte und auch hier der Steuerzahler wieder in die Röhre schauen wird, weil er keine Alternative haben wird.

  3. Pharma- und Automobil-Industrie sind so maechtig, dass die Politik nicht gestalten kann, wie sie es gerne wollte?
    Wann, wenn nicht in dieser Krise, wollen sie denn mal aufstampfen und nein sagen, oder wollen sie am Ende gar nicht, ist es so eintraeglich, den Wuenschen von Hundt und Co. zu folgen?
    Widerlich!
    Ein highlight gestalterischen Stumpfsinns ist ja wohl die Investition in den Strassenbau - haette man zB Solaranlagen fuers Eigenheim bezuschusst, waere wenigstens etwas fuer die Zukunft getan (nur so spontan ein Beispiel, gibt sicher vieles).

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    Dieser Artikel kratzt meine Seele.
    Als ich mich vorletztes Jahr nach einem neuen Auto umgeschaut habe, habe ich wochenlang versucht, etwas über Elektroautos zu erfahren. Ich bin kläglich gescheitert.
    Und vor ein paar Tagen nun gab es genau zu diesem Thema einen Bericht im ZDF und ich musste feststellen, dass die deutsche Autoindustrie schon wieder die Zeit verschläft. Natürlich des Profits wegen. Dabei schaffen neue Technologien Arbeitsplätze und machen uns dauerhaft konkurrenzfähig im internationalen Geschäft. Die Abwrackprämie wird der deutschen Autoindustrie nicht helfen. Dafür freuen sich die Japaner und Co..
    Wir verschenken unsere Zukunft, denn offensichtlich ist es derzeit nicht gewollt, dass wir in unserem kleinen Land einen gewissen Grad an Unabhängigkeit von begrenzten fossilen Energieträgern bekommen.
    Die Pläne dazu werden erst aus den Schubladen geholt, wenn es gar nicht mehr anders geht und der gleiche Profit winkt, wie mit alten Technologien. Doch dann ist es zu spät, dann haben andere, vermutlich die Amerikaner, diesen Kuchen zu einem Gutteil für sich gesichert.
    In Deutschland, wie andernorts auch, lachen Millionen Quadratmeter Dachfläche der Sonne entgegen. Doch weder die Stromkonzerne noch die Energieversorger haben ein Interesse daran, diese Dachflächen mit Solarzellen für Ottonormalverbraucher nutzbar zu machen. Und solange die "Dame Vorfahrt für Arbeit" fleißig Grundsteine für RWE und Co. legt, wird sich daran auch nichts ändern. Wir sollten diese Lobbyisten zum ... jagen. Basta.

    Dieser Artikel kratzt meine Seele.
    Als ich mich vorletztes Jahr nach einem neuen Auto umgeschaut habe, habe ich wochenlang versucht, etwas über Elektroautos zu erfahren. Ich bin kläglich gescheitert.
    Und vor ein paar Tagen nun gab es genau zu diesem Thema einen Bericht im ZDF und ich musste feststellen, dass die deutsche Autoindustrie schon wieder die Zeit verschläft. Natürlich des Profits wegen. Dabei schaffen neue Technologien Arbeitsplätze und machen uns dauerhaft konkurrenzfähig im internationalen Geschäft. Die Abwrackprämie wird der deutschen Autoindustrie nicht helfen. Dafür freuen sich die Japaner und Co..
    Wir verschenken unsere Zukunft, denn offensichtlich ist es derzeit nicht gewollt, dass wir in unserem kleinen Land einen gewissen Grad an Unabhängigkeit von begrenzten fossilen Energieträgern bekommen.
    Die Pläne dazu werden erst aus den Schubladen geholt, wenn es gar nicht mehr anders geht und der gleiche Profit winkt, wie mit alten Technologien. Doch dann ist es zu spät, dann haben andere, vermutlich die Amerikaner, diesen Kuchen zu einem Gutteil für sich gesichert.
    In Deutschland, wie andernorts auch, lachen Millionen Quadratmeter Dachfläche der Sonne entgegen. Doch weder die Stromkonzerne noch die Energieversorger haben ein Interesse daran, diese Dachflächen mit Solarzellen für Ottonormalverbraucher nutzbar zu machen. Und solange die "Dame Vorfahrt für Arbeit" fleißig Grundsteine für RWE und Co. legt, wird sich daran auch nichts ändern. Wir sollten diese Lobbyisten zum ... jagen. Basta.

  4. Ja, Leute, wer nicht, wir, die Verbraucher, der immer noch die Masse der Autos kauft, könnte hier den Lobbyisten in die Suppe spucken? Von Dienstwagen alleine wird sich die Autobranche wohl kaum halten können.

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    • o_O
    • 01.02.2009 um 12:27 Uhr

    ... allerdings - meiner Meinung nach - ein ziemlich abgedroschener und theoretischer Ansatz, da um diese Macht zu demonstrieren ein koordiniertes Konsumverhalten erforderlich wäre. Bestes Beispiel ist die Abwrackprämie. Alles regt sich drüber auf aber zum Autohändler rennen tun sie letztendlich doch alle... Jeder ist sich selbst der Nächste... richtig?

    Dass dabei zusätzlich auch noch Reibach gemacht wird, weil "plötzlich" die Schrotthändler die Preise anheben oder die Neuwagen "plötzlich" mehr kosten, wovon man erst im Kleingedruckten etwas erkennt, fällt dabei unter den Tisch.

    Es hat sich nichts aber auch gar nichts geändert!

    Sobald suggeriert wird man spart Geld oder es gibt irgendetwas umsonst, stürzen sich alle drauf wie die Fliegen auf den Dung. Es ist Zeit für eine Änderung in den Köpfen und eine Rückkehr zu alten Werten wie Respekt, Mäßigung, Kaufmanns ehre, sicher auch Ehrlichkeit etc ... Wo soll das alles schliesslich hinführen, wenn es nur noch darum geht, wo man am meisten abschöpfen kann und man sich nur noch gegenseitig besch***t? Der Bogen wurde überspannt und dieses Verhalten hat uns doch erst hierher gebracht.

    Und die Aufgabe für die Politik lautet hier nicht nur den Geldgeber zu spielen und alles zu verstaatlichen und womöglich auch noch dieses Verhalten zu unterstützen oder den Markt zu verzerren, sondern dafür Sorge zu tragen, dass sich die Dinge bessern und die Spielregeln zu definieren!

    Ein Fünkchen Hoffnung habe ich dennoch, da man in den USA mittlerweile die Umstände und den Handlungsbedarf erkannt hat - zumindest sieht es so aus. Peinlich finde ich derzeit nur den Drang Obama "kopieren" zu wollen. Einfach lächerlich...

    Ohne einen A***h in der Hose, den die derzeitigen Politiker nicht haben, wird sich nichts ändern - womöglich auch weil sie selbst mit eingebunden sind und deshalb handlungsunfähig...

    Wenn 85% der Autos der gehobenen Klassen, also das, was die deutschen Hersteller vorzugsweise produzieren, Dienstwagen sind, würde ich mal annehmen, dass die Branche in Deutschland zumindest ganz gut davon leben kann - oder bis vor kurzem konnte. Es ist bestimmt auch kein Zufall, dass die Preisgestaltung so aussieht, dass man so ein Auto nicht mehr einfach kauft, sondern least oder sonstwie finanziert - ein Zahlungsmodell, dass dem gewerblichen Kunden mehr entgegenkommt als dem Privatkunden.
    Ich frage mich allerdings, ob es hierzulande echt so viele Aussendienstmitarbeiter gibt...? Oder ist der "Dienstwagen" eine Art Bonuszahlung in Warenform?
    Wie auch immer, da es kein kurzfristiges wirtschaftliches (egoistisches) Interesse an der Erhaltung der Umwelt gibt, sollte der Staat hier Regeln schaffen, die umweltfreundliches Wirtschaften belohnen, z.B. die Auswahl von Firmenfahrzeugen nach minimalem Schadstoffaustoss. Wie's aussieht, wird das aber erstmal nichts werden.

    • o_O
    • 01.02.2009 um 12:27 Uhr

    ... allerdings - meiner Meinung nach - ein ziemlich abgedroschener und theoretischer Ansatz, da um diese Macht zu demonstrieren ein koordiniertes Konsumverhalten erforderlich wäre. Bestes Beispiel ist die Abwrackprämie. Alles regt sich drüber auf aber zum Autohändler rennen tun sie letztendlich doch alle... Jeder ist sich selbst der Nächste... richtig?

    Dass dabei zusätzlich auch noch Reibach gemacht wird, weil "plötzlich" die Schrotthändler die Preise anheben oder die Neuwagen "plötzlich" mehr kosten, wovon man erst im Kleingedruckten etwas erkennt, fällt dabei unter den Tisch.

    Es hat sich nichts aber auch gar nichts geändert!

    Sobald suggeriert wird man spart Geld oder es gibt irgendetwas umsonst, stürzen sich alle drauf wie die Fliegen auf den Dung. Es ist Zeit für eine Änderung in den Köpfen und eine Rückkehr zu alten Werten wie Respekt, Mäßigung, Kaufmanns ehre, sicher auch Ehrlichkeit etc ... Wo soll das alles schliesslich hinführen, wenn es nur noch darum geht, wo man am meisten abschöpfen kann und man sich nur noch gegenseitig besch***t? Der Bogen wurde überspannt und dieses Verhalten hat uns doch erst hierher gebracht.

    Und die Aufgabe für die Politik lautet hier nicht nur den Geldgeber zu spielen und alles zu verstaatlichen und womöglich auch noch dieses Verhalten zu unterstützen oder den Markt zu verzerren, sondern dafür Sorge zu tragen, dass sich die Dinge bessern und die Spielregeln zu definieren!

    Ein Fünkchen Hoffnung habe ich dennoch, da man in den USA mittlerweile die Umstände und den Handlungsbedarf erkannt hat - zumindest sieht es so aus. Peinlich finde ich derzeit nur den Drang Obama "kopieren" zu wollen. Einfach lächerlich...

    Ohne einen A***h in der Hose, den die derzeitigen Politiker nicht haben, wird sich nichts ändern - womöglich auch weil sie selbst mit eingebunden sind und deshalb handlungsunfähig...

    Wenn 85% der Autos der gehobenen Klassen, also das, was die deutschen Hersteller vorzugsweise produzieren, Dienstwagen sind, würde ich mal annehmen, dass die Branche in Deutschland zumindest ganz gut davon leben kann - oder bis vor kurzem konnte. Es ist bestimmt auch kein Zufall, dass die Preisgestaltung so aussieht, dass man so ein Auto nicht mehr einfach kauft, sondern least oder sonstwie finanziert - ein Zahlungsmodell, dass dem gewerblichen Kunden mehr entgegenkommt als dem Privatkunden.
    Ich frage mich allerdings, ob es hierzulande echt so viele Aussendienstmitarbeiter gibt...? Oder ist der "Dienstwagen" eine Art Bonuszahlung in Warenform?
    Wie auch immer, da es kein kurzfristiges wirtschaftliches (egoistisches) Interesse an der Erhaltung der Umwelt gibt, sollte der Staat hier Regeln schaffen, die umweltfreundliches Wirtschaften belohnen, z.B. die Auswahl von Firmenfahrzeugen nach minimalem Schadstoffaustoss. Wie's aussieht, wird das aber erstmal nichts werden.

  5. Dieser Artikel kratzt meine Seele.
    Als ich mich vorletztes Jahr nach einem neuen Auto umgeschaut habe, habe ich wochenlang versucht, etwas über Elektroautos zu erfahren. Ich bin kläglich gescheitert.
    Und vor ein paar Tagen nun gab es genau zu diesem Thema einen Bericht im ZDF und ich musste feststellen, dass die deutsche Autoindustrie schon wieder die Zeit verschläft. Natürlich des Profits wegen. Dabei schaffen neue Technologien Arbeitsplätze und machen uns dauerhaft konkurrenzfähig im internationalen Geschäft. Die Abwrackprämie wird der deutschen Autoindustrie nicht helfen. Dafür freuen sich die Japaner und Co..
    Wir verschenken unsere Zukunft, denn offensichtlich ist es derzeit nicht gewollt, dass wir in unserem kleinen Land einen gewissen Grad an Unabhängigkeit von begrenzten fossilen Energieträgern bekommen.
    Die Pläne dazu werden erst aus den Schubladen geholt, wenn es gar nicht mehr anders geht und der gleiche Profit winkt, wie mit alten Technologien. Doch dann ist es zu spät, dann haben andere, vermutlich die Amerikaner, diesen Kuchen zu einem Gutteil für sich gesichert.
    In Deutschland, wie andernorts auch, lachen Millionen Quadratmeter Dachfläche der Sonne entgegen. Doch weder die Stromkonzerne noch die Energieversorger haben ein Interesse daran, diese Dachflächen mit Solarzellen für Ottonormalverbraucher nutzbar zu machen. Und solange die "Dame Vorfahrt für Arbeit" fleißig Grundsteine für RWE und Co. legt, wird sich daran auch nichts ändern. Wir sollten diese Lobbyisten zum ... jagen. Basta.

    Antwort auf "Industrie-Marionetten"
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    • otto_B
    • 01.02.2009 um 14:42 Uhr

    Ihr Anliegen ist nachvollziehbar, aber doch möchte ich agen, daß Sie Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Daß in unserer Auto-Landschaft in Bezug auf die "großen Motoren" was schief läuft, das sehe ich nicht anders. Es mag ja legitim sein, mit dem umweltpolitischen Blick den Unterschied zwischen Porsche Cayenne und Fiat Panda zu diskutieren.
    Ob akkugespeiste Autos die Antwort in diesem Spannungsfeld sind, da hätte ich doch gewisse Bedenken. Der Durchbruch bei der alltagstauglichen Batterie wurde seit zwei Jahrzehnten immer mal wieder verkündet.
    Aus physikalisch-technischer Sicht: eine Verbrennugsmaschine (".......aus Eisen gebaut......") ist nun mal wesentlich einfacher und robuster (haltbarer) als ein kompliziertes System aus Chemikalien, Elektroden und Elektrolyten.
    Auf diesen Umstand wird in Fach-Kommentaren jenseits politischer Willensbekundungen hingewiesen. Ich bin selbst Besitzer (wenn's mal nicht kaputt ist auch Fahrer) eines E-Mopeds, und da weiß ich wivon ich rede. Das mit den behaupteten und realen Zyklenzahlen hängt mir doch zum Halse raus.
    Das System Verbrennungsmaschine-Brennstoff ist auch nach wie vor preisbestimmend im motorisierten Individualverkehr. Bis die Systemkosten in der Elektrotraktion hier konkurrenzfähig sind, da sind wohl beim Ölpreis noch einige Steigerungsmöglichkeiten drinn.
    ........ ob das Tesla-Auto mehr ist als ein öko-trendiger Spaß für den kalifornischen Geldadel, das werden wir ja sehen.
    Wie gesagt, Panda statt Porsche. Diese Wahl steht ja jedem offen.
    Und vom Häuschen im Grünen -beim Arbeitsplatz in der Stadt - als erstrebenswerter Option, da kann man sich ja auch verabschieden. man diskutiere die ökologischen Vorteile der urbanen Verdichtung.
    Überhaupt - für welche Zwecke wir so Erdölprodukte kaufen und verbrennen, vom täglichen Arbeitsweg (100 km Tagespendeln gilt als machbar.......), bis zum Schnorcheln im Roten Meer.
    Ihrer Legende mit den "Millionen Quadratmeter Dachfläche" möchte ich entgegentreten. Sie tun so, als ob die Photovoltaik billig wäre, und erhebliche Anteile der Netzkapazität in einem Industrieland wie dem unseren abdecken könnte. Das ist nicht der Fall. Wind ist da wohl ein bischen besser.
    Irgendwo las ich mal, daß selbst Siegmar Gabriel bei dem Thema "Elektroauto" gewisse Bauchschmerzen hätte. Es sei in Bezug auf den Atomausstieg ein "Spiel mit dem Feuer", denn bei massenhafter Markteinführung ist die zusätzliche Stromnachfrage nicht unter Peanuts abzutun.
    Das System E-Mobil mit "Solartankstelle" würde ich als nichts weiter sehen als eine realitätsferne Spielerei aus dem "ökologisch-unschuldigen Jahrzehnt" der Achziger im Westteil unseres Landes.
    Soweit dazu.

    • otto_B
    • 01.02.2009 um 14:42 Uhr

    Ihr Anliegen ist nachvollziehbar, aber doch möchte ich agen, daß Sie Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Daß in unserer Auto-Landschaft in Bezug auf die "großen Motoren" was schief läuft, das sehe ich nicht anders. Es mag ja legitim sein, mit dem umweltpolitischen Blick den Unterschied zwischen Porsche Cayenne und Fiat Panda zu diskutieren.
    Ob akkugespeiste Autos die Antwort in diesem Spannungsfeld sind, da hätte ich doch gewisse Bedenken. Der Durchbruch bei der alltagstauglichen Batterie wurde seit zwei Jahrzehnten immer mal wieder verkündet.
    Aus physikalisch-technischer Sicht: eine Verbrennugsmaschine (".......aus Eisen gebaut......") ist nun mal wesentlich einfacher und robuster (haltbarer) als ein kompliziertes System aus Chemikalien, Elektroden und Elektrolyten.
    Auf diesen Umstand wird in Fach-Kommentaren jenseits politischer Willensbekundungen hingewiesen. Ich bin selbst Besitzer (wenn's mal nicht kaputt ist auch Fahrer) eines E-Mopeds, und da weiß ich wivon ich rede. Das mit den behaupteten und realen Zyklenzahlen hängt mir doch zum Halse raus.
    Das System Verbrennungsmaschine-Brennstoff ist auch nach wie vor preisbestimmend im motorisierten Individualverkehr. Bis die Systemkosten in der Elektrotraktion hier konkurrenzfähig sind, da sind wohl beim Ölpreis noch einige Steigerungsmöglichkeiten drinn.
    ........ ob das Tesla-Auto mehr ist als ein öko-trendiger Spaß für den kalifornischen Geldadel, das werden wir ja sehen.
    Wie gesagt, Panda statt Porsche. Diese Wahl steht ja jedem offen.
    Und vom Häuschen im Grünen -beim Arbeitsplatz in der Stadt - als erstrebenswerter Option, da kann man sich ja auch verabschieden. man diskutiere die ökologischen Vorteile der urbanen Verdichtung.
    Überhaupt - für welche Zwecke wir so Erdölprodukte kaufen und verbrennen, vom täglichen Arbeitsweg (100 km Tagespendeln gilt als machbar.......), bis zum Schnorcheln im Roten Meer.
    Ihrer Legende mit den "Millionen Quadratmeter Dachfläche" möchte ich entgegentreten. Sie tun so, als ob die Photovoltaik billig wäre, und erhebliche Anteile der Netzkapazität in einem Industrieland wie dem unseren abdecken könnte. Das ist nicht der Fall. Wind ist da wohl ein bischen besser.
    Irgendwo las ich mal, daß selbst Siegmar Gabriel bei dem Thema "Elektroauto" gewisse Bauchschmerzen hätte. Es sei in Bezug auf den Atomausstieg ein "Spiel mit dem Feuer", denn bei massenhafter Markteinführung ist die zusätzliche Stromnachfrage nicht unter Peanuts abzutun.
    Das System E-Mobil mit "Solartankstelle" würde ich als nichts weiter sehen als eine realitätsferne Spielerei aus dem "ökologisch-unschuldigen Jahrzehnt" der Achziger im Westteil unseres Landes.
    Soweit dazu.

    • gw-hh
    • 01.02.2009 um 11:30 Uhr

    Man hat (bisher) bei der Automobilindustrie noch genügend Kleingeld in der Kasse (nicht zuletzt durch Subventionen des Steuerbürgers) um sich den Entscheidungsträgern der Politik als dankbar zu erweisen: wer wird sich darüber wundern, wenn wir die nach ihrem Abtritt im Aufsichtsrat eines dieser Dax-Konzerne wiederfinden?
    Wir sehen hier ein selbstschmierendes System, dass die Zukunft des Planeten und unserer Kinder mit seiner Maschinerie vernichtet.

  6. Warum bringen wir Deutschen es nicht fertig, uns gegen diese Lobbyismuspolitik und Unverantwortlichkeit gegenüber unserer Zukunft entgegen zu stämmen? In anderen Ländern gehen die Leute auf die Straße und demonstrieren ihren Unwillen gegen eine Politik, die sie nicht mitragen möchten. Wir sind uns wohl zu schade für unsere kaputten Straßen vor unserem Haus. Ein kleiner Anfang wäre vielleicht damit gemacht, alle guten Ideen an das jeweilige Ministrerium und Bundesamt zu verschicken!!!

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