Afghanistan Vergesst den Sieg!Seite 2/2
Man muss Teufelspakte mit den moderaten Taliban schließen
Die zweite Lehre bezieht sich auf das Land selbst. Dass hier unter westlicher Anleitung ein demokratischer Zentralstaat geschaffen werden kann, glaubt keiner mehr, am allerwenigsten erwarten es die Afghanen selbst. Der Anspruch war von Anfang an vermessen und in Anbetracht des unzureichenden und chaotischen zivilen Aufbaus auch verlogen. Afghanistan ist ein fragmentiertes Land. Jedes Dorf ist sich sein eigener Staat. Es ist kein Zufall, dass das wohl erfolgreichste Aufbauprogramm in den Händen von 20000 gewählten Lokalräten liegt, die mit Kleinkrediten den Wiederaufbau ihrer Gemeinden betreiben. Hier ein Bewässerungskanal, dort eine Krankenstation oder eine Stromleitung. Kleine, in unseren Augen lächerlich kleine und politisch interessante Fortschritte. So lächerlich, dass erst jetzt, nach sieben Jahren Intervention, der Gedanke politisch salonfähig wird: Womöglich ist das der einzig denkbare Anfang für einen »Staatsaufbau«. Dorf für Dorf, Gemeinde für Gemeinde, zumindest dort, wo es die Sicherheitslage erlaubt. Die Entwicklungshelfer, die in Afghanistan übrigens mindestens so gefährlich leben wie die Bundeswehrsoldaten, wissen das schon lange.
Und sonst? Polizei und Armee ausbilden, auch wenn es unbefriedigend, weil langwierig klingt. Teufelspakte mit den weniger fanatischen Taliban-Fraktionen schließen, was politisch heikel ist. Militärisch möglichst wenig Präsenz zeigen, und wenn, dann zum Schutz der Bevölkerung, nicht zur Jagd auf Taliban. Und eben das Z wie in »Zivil« viel größer schreiben als das M wie in »Militär«.
Afghanistan, hat Jaap de Hoop Scheffer vor einigen Tagen gesagt, brauche vor allem eines, sehr viel mehr zivile Hilfskräfte. Der Mann ist Generalsekretär der Nato. Man kann seine Äußerung als Eingeständnis des Scheiterns deuten – oder als Fingerzeig auf eine letzte Chance.
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- Datum 17.07.2009 - 15:41 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07
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"Die beiden wichtigsten Lehren aber – und darin liegt in all den düsteren Prognosen tatsächlich ein Hoffnungsschimmer – betreffen die große geostrategische und die kleine lokale Ebene. Die erste: Die neue amerikanische Regierung wird hoffentlich das einleiten, was die EU hoffentlich hinter den Kulissen bereits vorbereitet"
Dazu ein Dichterfürst:
Die Hoffnung führt ins Leben ein,
sie umflattert den fröhlichen Knaben,
den Jüngling locket ihr Zauberschein,
wie wird mit dem Greis nicht begraben;
denn beschließt er im Grabe den müden Lauf,
noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.
Friedrich von Schiller
"Teufelspakte mit den weniger fanatischen Taliban-Fraktionen schließen"
Wer nun ist eigentlich der Teufel. Nicht eher jene Weltmacht, die diese Taliban im Verein mit dem pakistanischen Geheimdienst erst großzog, alimentierte und als nützliche Verbündete gegen die sowjetischen Besatzer betrachtete?
Ist doch immer verwunderlich, mit welcher Überschätzung die Macht und die realen Einflussmöglichkeiten der Vereinigten Staaten oft betrachtet werden. Als wären sie der allmächtige Walter auf der Welt. Und aus dieser angenommen Allmacht wird dann folgerichtig auf eine allzuständige Verantwortung der Vereinigten Staaten für sämtliche Missentwicklungen in ihrem Einflussbereich geschlossen.
Damit wird natürlich auch den Taliban und der afghanischen wie der pakistanischen Gesellschaft und Politik die Verantwortung für ihre Handlungen abgesprochen, weil sie als blosses Werkzeug amerikanischer Politik ja gar nicht selbst Entscheidungen zu treffen in der Lage sind.
Tatsächlich gehört der Begriff der Allmacht aber in die Sphäre des Idealen und sie existiert nicht in der Realität.
Ist doch immer verwunderlich, mit welcher Überschätzung die Macht und die realen Einflussmöglichkeiten der Vereinigten Staaten oft betrachtet werden. Als wären sie der allmächtige Walter auf der Welt. Und aus dieser angenommen Allmacht wird dann folgerichtig auf eine allzuständige Verantwortung der Vereinigten Staaten für sämtliche Missentwicklungen in ihrem Einflussbereich geschlossen.
Damit wird natürlich auch den Taliban und der afghanischen wie der pakistanischen Gesellschaft und Politik die Verantwortung für ihre Handlungen abgesprochen, weil sie als blosses Werkzeug amerikanischer Politik ja gar nicht selbst Entscheidungen zu treffen in der Lage sind.
Tatsächlich gehört der Begriff der Allmacht aber in die Sphäre des Idealen und sie existiert nicht in der Realität.
Wenn man den Sieg vergessen soll, kann man AFG auch gleich verlassen und zuschauen was dann passiert ...
"Ordnung" wird bestimmt irgendwie auch von den Afghanen selbst hergestellt, und um ehrlich zu sein sind uns die Afghanischen Mädchen ja auch egal, die dürfen dann vieleicht keine Schulen mehr besuchen aber dafür sind sie mit 14 wenigstens unter der Haube ...
und wenn dann 100% der Bevölkerung Muslime sind, gibt es auch keine Todesurteile gegen Konvertiten oder Probleme mit religiösen Minderheiten mehr,
und das Heroin ist auch kein Problem, wer das nimmt ist ja selbst dran schuld, die Afghanen decken da ja nur die Nachfrage,
dann nur noch Daumen kreuzen das die Islamfaschos Deutschland nicht länger als Feinde sehen und nur Anschläge gegen die vorbereiten, dies auch verdient haben,
und alles ist in Butter und unsere uniformierten Pfadfinder sind auch längst wieder daheim bei Muttern
Siege sind ja eh was für Versager ...
Kann man eine Idee importieren? Freiheit erzwingen? Aufklärung vordiktieren?
Ich bin der Ansicht, dass eine Gesellschaft oder eine Kultur sich nur aus sich heraus entwickeln kann. Mit westlichen Ressourcen werden Schulen, Krankenhäuser und Polizeiwachen errichtet und betrieben, mit westlichen Know-How wird ausgebildet, aber letzten Endes stellen alle diese Maßnahme nur Minderungen der indirekten Folgen dar, nämlich der Sturheit, sich gegen Veränderung zu stellen, die es den Individuen der Gesellschaft erschwert, sich in Freiheit zu entwickeln und selbst zu verwirklichen, womit eine konstante Entwicklung einer Gesellschaft, hin zu einer offenen und toleranten, verhindert wird.
Es ist wie, als ob ein Kind immer sich den Arm brechen würde und wir alles mögliche tun würden, um den Gips möglichst schnell zu verbinden, damit der Arm schnell heilt, aber letztlich der Dialog zur Aufklärung fehlen würde, indem wir dem Kind erklären, warum es nicht gesund ist, sich den Arm zu brechen. Erschwerend kommt hinzu, dass die große Mehrheit der muslimischen Bevölkerung derart in ihren tradierten Vorstellungen beharrt, dass es auch überhaupt nicht zuhören möchte.
Natürlich stimmt es, dass die dortige Bevölkerung viel schlechtere Lebensumstände vorfindet, als in einem gemäßigten Klima eines europäischen Landes, wo allein der fruchtbare Boden die Grundversorgung sichergestellt hat.
Der erste Schritt aber, damit überhaupt eine Grundlage für den Fortschritt einer Nation sich ergibt, sollte darin bestehen, dass sie sich selbst fragt, warum Europäer, die USA oder die Japaner es so viel besser haben und warum das nicht für uns gilt. Wenn sich diese Frage niemand stellt und man es auch überhaupt nicht wissen möchte, dann haben westliche Hilfslieferungen dort nichts verloren und es wäre sinnvoller mehr Ressourcen in die Erforschung von Fusionskraftwerken bereitzustellen als in Polizeiwachen in Afghanistan.
Ist doch immer verwunderlich, mit welcher Überschätzung die Macht und die realen Einflussmöglichkeiten der Vereinigten Staaten oft betrachtet werden. Als wären sie der allmächtige Walter auf der Welt. Und aus dieser angenommen Allmacht wird dann folgerichtig auf eine allzuständige Verantwortung der Vereinigten Staaten für sämtliche Missentwicklungen in ihrem Einflussbereich geschlossen.
Damit wird natürlich auch den Taliban und der afghanischen wie der pakistanischen Gesellschaft und Politik die Verantwortung für ihre Handlungen abgesprochen, weil sie als blosses Werkzeug amerikanischer Politik ja gar nicht selbst Entscheidungen zu treffen in der Lage sind.
Tatsächlich gehört der Begriff der Allmacht aber in die Sphäre des Idealen und sie existiert nicht in der Realität.
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