Wo ich bin, ist vorn

Woher weiß ein Embryo, wo er sein künftiges Vorderende und wo er sein Hinterteil bilden muss? Die Antwort fanden Biologen Mitte der achtziger Jahre, heute steht sie in allen Lehrbüchern: Die Befehle erteilt ein Molekül namens Bicoid – ein Eiweiß, das die Aktivität anderer Gene steuert. Die genetische Bauanleitung für Bicoid wird vor der Befruchtung an einem Pol des mütterlichen Eis verstaut. Dort, so dachte man bisher, wird das Bicoid-Eiweiß gebildet und diffundiert langsam in Richtung des künftigen Körperendes. Der Bereich des Embryos, der viel Bicoid enthält, wird Vorderende, der andere Hinterleib. Tatsächlich ist die Sache komplizierter, stellten Forscher jetzt fest. Offenbar wird der Konzentrationsgradient bereits durch die Bauanleitung, die mRNA für Bicoid gebildet (oberes Bild, rot bedeutet viel, blau wenig Bicoid). Sie wandern durch das Ei. Erst dann wird die Bauanleitung an Ort und Stelle in das steuernde Eiweiß übersetzt (unteres Bild). Das Ergebnis ist indes dasselbe: Ein Eiweiß steuert den ersten Schritt der Körperbildung. Bah

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07
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    • Schlagworte Wissenschaft | Embryo | Polen
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