Damals: 28.4.1991 Handzeichen

Eine der schönsten Bibelstellen spricht von der Gebärde des Schutzes: »Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das Du, Herr, nicht schon wüsstest; von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir.« Die Hand Gottes symbolisiert in der abendländischen Ikonografie eine schöpferische, schützende, führende, aber auch strafende Macht. Weil Seine rechte Hand, die Dextera Dei , für Christen das älteste Symbol Gottvaters darstellt, hat ihr profaner Gebrauch in der Rechtssymbolik fast etwas von Ketzerei. Die zur Wahl erhobene rechte Hand des mündigen Bürgers ist stets eine emanzipatorische Geste – zumal wenn es sich um eine Urabstimmung handelt. Im April 1991 durften die Frauen des Schweizer Kantons Appenzell Innerrhoden erstmals in der Landsgemeinde abstimmen. Ob sie aber wirklich die Wahl hatten, nämlich für ein weibliches Landsgemeindemitglied zu votieren, ist nicht überliefert. Ef

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07
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