HOCHSCHULE AUF IN DEN OSTEN Dresden

Nur vier Prozent der Erstsemester aus dem Westen wagen sich an eine ostdeutsche Universität. Dabei findet man dort Außergewöhnliches

Warum sollte man Kirchenmusik in Dresden studieren?

Weil man bereits im ersten Studienjahr an Instrumenten wie der legendären Silbermann-Orgel in der Dresdner Kathedrale zum Kirchenmusiker ausgebildet wird. Neben den Übungen in Kirchen, einer theologischen Ausbildung und Kursen in Popularmusik werden die zukünftigen Kantoren auch für pädagogische und soziale Aufgaben vorbereitet. »Man muss nicht Organist werden, wenn man bei uns studiert hat. Manche Absolventen sind künstlerische Sänger geworden oder Musiklehrer«, sagt Professor Matthias Drude. Obwohl die Hochschule privat von der Evangelischen Kirche getragen wird, erhebt sie keine Studiengebühren und ist offen für alle Menschen christlichen Glaubens, die Bach spannender finden als Bohlen. Dieses Jahr feiert das Konservatorium seinen 60.Geburtstag, in der DDR war es eines von drei Ausbildungsstätten seiner Art.

Für welchen Studientyp ist das interessant?

Wer eine überregional renommierte Ausbildung mit familiärem Charakter sucht, ist hier goldrichtig. In der ersten Studienwoche leben und musizieren alle Studenten gemeinsam während einer »Rüstzeit« in den Bergen um Dresden. Gutes Verständnis untereinander ist nicht nur für das Zusammenspiel im Chor wichtig, sondern auch für die gemeinsamen Konzert- und Orgelreisen nach Frankreich, Polen oder Tschechien. In den Hotels kann aber schnell Heimweh aufkommen, denn die Dresdner Seminarräume sind in drei alten Villen direkt an der Elbe untergebracht. Christian Fuchs

Hochschule für Kirchenmusik

Studenten: 65 Frauenanteil: 40 Prozent

Professoren: 6 (pro Professor 11 Studenten)

Ausgaben pro Student: 17600 Euro

Durchschnittsmiete: 200 Euro

Berühmtester Absolvent: Der Organist der Thomaskirche zu Leipzig Ulrich Böhme

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service