Diskothek Hörbuch

Jean-Marie Gustave Le Clézio: Der Afrikaner

Im Jahr 1948 reist der achtjährige Jean-Marie Gustave Le Clézio von Nizza nach Nigeria. Dort arbeitet sein Vater, den er zum ersten Mal im Leben sieht, als Landarzt. Zwei Jahre blieb der Junge dort. Diese Zeit schildert Le Clézio in Der Afrikaner (der fremde Vater ist gemeint) so klar und unvermittelt, als blättere er direkt im Album seines Gedächtnisses: Da sind die kandierten Guaven der schwarzen Köchin. Die aus Lehm gebaute Haussa-Stadt. Skorpione, die der Junge in Spiritus explodieren lässt. Die kindliche Sprache hat keine Adjektive, heißt es einmal, und genauso schnörkellos liest Michael Krüger das Buch. Denn die Dinge der Erinnerung wollen hier einfach nur benannt sein, um ihre sinnliche Magie zu entfalten. Was das äquatoriale Licht der Kindheit einmal berührt hat, lässt es, alle Schatten des Kolonialismus überstrahlend, nicht wieder los. Wilhelm Trapp

Der Hörverlag, 3 CDs, 168 Min., 19,95 €

 
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