60 Sekunden für Bäuerchen
Lätta-leicht durchs Leben hüpfende Menschen. Gummibärchen im Gespräch mit Thomas Gottschalk. Sich im Wind wiegende »Cerealien«. Milchgläser, die Schokoladenriegel anflirten. Aber hey, Lebensmittelwerbung muss nicht nur unlustig sein. Sie kann auch unlustig und peinlich sein: Neckische Frauen, die ihren Männern an die Schenkel greifen und gleichzeitig in ein Hühnchenbein beißen. Oder dieses Pärchen im Heu beim Picknick. Er schaut, als hätte er die falschen Pilze gegessen, sie schmachtet mit laszivem Blick, der Kamera zugewandt, samt der wahnsinnig subtilen Schürzenaufschrift »Das erste Mahl vergisst man nie.«
Danke, CMA, Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft! Ein Hühnerwirt allerdings wollte nicht länger hinnehmen, dass der pubertäre Spaß ums Bauernfrühstück mit seinem Geld bezahlt wird, und klagte vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Zwangsabgabe der Landwirte an die CMA. Er bekam sogar recht. Die Abgabe sei großer Mist, sagte das Gericht in anderen Worten. Was wird nun aus dem Tag des Butterbrotes, den uns die pfiffigen CMA-Leute jeden September bescheren? Und was aus dem grandiosen Slogan »Eier – einfach voller Ideen«? Da könnte uns die Milch glatt wieder hochkommen. Für ein nettes Bäuerchen danach. ANNA MAROHN
- Datum 05.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07
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