Das Online-Sternchen
Vor der Videokamera verwandelt sich Anna Klepper in die Sängerin Anna Coralee – das ist ihr Künstlername. Die 22-jährige Hamburgerin singt die Soulnummer Rehab fast so gut wie Amy Winehouse. Die fertige Aufnahme hat sie dann ins Internet gestellt.

Im Videoportal YouTube, das zu Google gehört, gibt es Tausende solcher Filmclips. Annas Version von Rehab wurde mehr als zwei Millionen Mal angeschaut, damit ist sie mittlerweile eine Berühmtheit im Netz. »Es gibt eine Menge Leute, die zu Hause in die Kamera singen und davon träumen, damit zum Star zu werden«, sagt Anna. Bei ihr hat es geklappt.

Dabei wollte sie gar nicht entdeckt werden. Ihre Mutter ist Klavierpädagogin, der Vater sei ein bedeutender rumänischer Komponist gewesen, sagt sie. Mit drei lernte sie Klavier zu spielen, besuchte später ein Musikgymnasium. Auf YouTube wollte sie bloß testen, wie Hörern ihre Stimme gefällt. Weil ihre Videos bald zu den beliebtesten in Deutschland zählten, luden sie Google-Mitarbeiter im Dezember 2007 zum YouTube-Talentwettbewerb nach Berlin ein. Anna gewann. »Danach haben sich Fotografen und die Presseleute auf mich gestürzt«, sagt sie.

Inzwischen ist die Euphorie abgeklungen, Anna kümmert sich wieder mehr um ihre Musik. Im August 2008 absolvierte sie den Popkurs Hamburg, bei dem sich schon Bands wie Wir sind Helden gefunden haben. Neue Songs will sie demnächst veröffentlichen – bei YouTube.

Die Google-Tochterfirma speichert, mit welchen anderen YouTube-Nutzern Anna in Kontakt kommt. »Ich kann nicht sagen, dass ich mich dadurch bedroht fühle«, sagt sie. Was mit den Informationen geschehe, stehe schließlich in den Datenschutzbestimmungen. »Wenn ich mir das nicht vorher durchlese, kann ich mich im Nachhinein auch nicht beschweren«, sagt sie. Abgesehen davon, hat Anna Coralee nichts dagegen, im Datennetz gefunden zu werden. So wurde sie schließlich berühmt.