Google Nichts zu verbergen

Der Spion, den wir lieben: Drei Menschen berichten, warum sie Google bereitwillig persönliche Informationen anvertrauen

Das Online-Sternchen
Vor der Videokamera verwandelt sich Anna Klepper in die Sängerin Anna Coralee – das ist ihr Künstlername. Die 22-jährige Hamburgerin singt die Soulnummer Rehab fast so gut wie Amy Winehouse. Die fertige Aufnahme hat sie dann ins Internet gestellt.

Im Videoportal YouTube, das zu Google gehört, gibt es Tausende solcher Filmclips. Annas Version von Rehab wurde mehr als zwei Millionen Mal angeschaut, damit ist sie mittlerweile eine Berühmtheit im Netz. »Es gibt eine Menge Leute, die zu Hause in die Kamera singen und davon träumen, damit zum Star zu werden«, sagt Anna. Bei ihr hat es geklappt.

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Dabei wollte sie gar nicht entdeckt werden. Ihre Mutter ist Klavierpädagogin, der Vater sei ein bedeutender rumänischer Komponist gewesen, sagt sie. Mit drei lernte sie Klavier zu spielen, besuchte später ein Musikgymnasium. Auf YouTube wollte sie bloß testen, wie Hörern ihre Stimme gefällt. Weil ihre Videos bald zu den beliebtesten in Deutschland zählten, luden sie Google-Mitarbeiter im Dezember 2007 zum YouTube-Talentwettbewerb nach Berlin ein. Anna gewann. »Danach haben sich Fotografen und die Presseleute auf mich gestürzt«, sagt sie.

Inzwischen ist die Euphorie abgeklungen, Anna kümmert sich wieder mehr um ihre Musik. Im August 2008 absolvierte sie den Popkurs Hamburg, bei dem sich schon Bands wie Wir sind Helden gefunden haben. Neue Songs will sie demnächst veröffentlichen – bei YouTube.

Die Google-Tochterfirma speichert, mit welchen anderen YouTube-Nutzern Anna in Kontakt kommt. »Ich kann nicht sagen, dass ich mich dadurch bedroht fühle«, sagt sie. Was mit den Informationen geschehe, stehe schließlich in den Datenschutzbestimmungen. »Wenn ich mir das nicht vorher durchlese, kann ich mich im Nachhinein auch nicht beschweren«, sagt sie. Abgesehen davon, hat Anna Coralee nichts dagegen, im Datennetz gefunden zu werden. So wurde sie schließlich berühmt.

Der Info-Junkie
Das Wetter in Australien und die Uhrzeit in New York, die Börsenkurse und die Nachrichten von den Onlineseiten der überregionalen Zeitungen – das alles sieht Harald Ehren auf einen Blick, sobald er seinen Laptop aufklappt. Der Rechner ist nämlich ständig mit dem Internet verbunden. Genauer gesagt: mit Google.

Ehren arbeitet für die Public-Relations-Agentur Fischer Appelt in Hamburg und hat sich beim kalifornischen Internetkonzern ein persönliches Nutzerkonto eingerichtet. Damit kann er sich eine Art persönliches Informationscockpit einrichten, das immer erscheint, wenn er seinen Computer startet – und immer aktuell ist. »Ich habe alle relevanten Nachrichten für meinen Job im Blick. Gleichzeitig sehe ich, wie beispielsweise das Wetter in Sydney ist«, sagt Ehren. »So habe ich sofort einen guten Gesprächseinstieg, wenn ich dort jemanden anrufe.« Kollegen und Freunde hätten ihn schon gebeten, auch so etwas auf ihren Computern einzurichten.

Wer sich für solche Dienste anmeldet, macht es Google besonders leicht, Informationen über sich zu sammeln. Sorgen macht sich Ehren aber nicht. »Die Person Harald Ehren ist Google völlig egal«, sagt er. »Es geht dem Unternehmen darum, für das Geschäft mit Onlineanzeigen grobe Interessenprofile zu sammeln. Ohnehin wird Google es schwer haben, mich irgendwo zuzuordnen, weil ich gleichzeitig so unterschiedliche Informationen suche wie volkswirtschaftliche Analysen und bunte Promiklatschgeschichten aus dem Dschungelcamp.«

Für Ehren ist es selbstverständlich, dass er sich jetzt auch das neue Google-Mobiltelefon G1 zulegt. Sein personalisiertes Informationscockpit von iGoogle läuft nämlich auch auf diesem Gerät, und Ehren kann es dann ständig mit sich herumtragen. »Das wird mein neues Nachrichtenwerkzeug«, sagt er. Und auch Google freut sich vermutlich – weil der Konzern dann noch mehr über Harald Ehren lernt.

Der Technik-Freak
Mit Fragen der Künstlichen Intelligenz hat sich Stefan Zwierlein schon zu Schulzeiten beschäftigt. Heute ist er Informatiker in Berlin und fasziniert von Google, weil der Konzern sein Rechnernetzwerk zu einer intelligenten Maschine ausbauen will. Die eines Tages wirklich verstehen soll, was ihre Benutzer möchten.

»Ich bin einfach ein Techie«, sagt Zwierlein – ein Technikbegeisterter. Auf seinem Google-E-Mail-Konto laufen ständig neue Mitteilungen ein. Statt einer Zeitung liest er den Google-Nachrichtendienst News, das Google-Landkartenprogramm Maps nutzt er fast jeden Tag.

Der Preis dafür: Google speichert seine Suchanfragen. Seine E-Mails werden automatisch von einem Texterfassungsprogramm analysiert, damit Google inhaltlich passende Werbung einblenden kann. Anhand der Nachrichten, die er bei Google News verfolgt, kann der Konzern ablesen, für welche Themen sich Zwierlein interessiert. Suchanfragen bei Maps verraten die Orte, die ihm wichtig sind. Zwierlein ist’s recht. »Wenn Google diese Daten nicht sammeln würde, würden viele Dienste nicht so gut funktionieren oder wären weniger komfortabel«, sagt er.

Blindlings vertraut er der Suchmaschinenfirma trotzdem nicht. Zwierlein ist einer der Autoren des GoogleWatchBlog, eines Informationsdienstes mit Nachrichten rund um Google. »Natürlich kann so eine Menge an Informationen, wie Google sie durch all seine Dienste sammelt, auch missbraucht werden«, sagt er. »Und es gibt auch Dinge, von denen ich nicht will, dass sie online zu finden sind. Meine Kreditkartennummer, zum Beispiel.«

Google nimmt die Blog-Autoren als Gesprächspartner ernst, greift manchmal sogar Verbesserungsvorschläge auf. »Es ist einfach toll, diejenigen zu kennen, die durch ein Unternehmen wie Google die Welt verändern, und sich mit ihnen auszutauschen«, sagt Zwierlein. Und vielleicht trägt er auf diese Weise ja mit dazu bei, dass Google sich zu einer intelligenten Maschine entwickelt.

Ihr Rezept für ein Leben ohne Google: Schreiben Sie Ihre Ideen in unserer Community auf und diskutieren Sie mit!

 
Leser-Kommentare
  1. Einen durch und durch naiven Menschen mit ebenso naiven Zielvorstellungen und keinem erkennbaren Sachverstand, einen bekennenden Junkie (=Süchtigen), der folglich sein Verhalten nicht mehr willentlich beeinflussen kann, und einen weiteren Abhängigen, denn wenn Google platt ist, hat Zwierlein auch nichts mehr zu bloggen.

    Aber es gibt Abhilfe: für Firefox tut es das Plugin "Customize Google". Es verändert die Informationen, die Google auf dem PC der Benutzer ohne deren Wissen abspeichert so, dass Google nicht mehr nachvollziehen kann, was derselbe User im Zeitverlauf tut. Nebenbei befreit es die Suchmaschine -auf Wunsch- von der lästigen Werbung.

    Einfach gesprochen tut das Plugin so, als ob bei jeder neuen Browser-Session (nach einem Neustart des Browsers) ein anderer User unterwegs ist. Dadurch kann Google nicht mehr nachvollziehen, was EIN UND DERSELBE User über Tage, Wochen, Monate so treibt.

    Datenschutz muss man halt selber machen.

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    Und wenn alle das machen, dann sind die Daten ganz toll sicher, aber dafür gibt es keiner Firma mehr die eine Suchdienst anbieten, oder Kundenorientiert arbeiten kann. Geile Idee!

    Und wenn alle das machen, dann sind die Daten ganz toll sicher, aber dafür gibt es keiner Firma mehr die eine Suchdienst anbieten, oder Kundenorientiert arbeiten kann. Geile Idee!

  2. Ein wichtiger Punkt bei alldem wird leider nur in Nebensätzen angesprochen. Den meisten Datenschützern die sich, ich will das unterstreichen, zurecht Sorgen machen fehlt ein wichtiger Aspekt bei ihren Analysen. Wir wollen für Inhalte im Internet kein Geld bezahlen. Gleichzeitig wollen wir aber nicht, dass nachvollziehbar ist welche User (grob) auf welche Seiten gehen und was sie sich anschauen. Dies ist aber für die Betreiber bis zu einem gewissen Grad unerlässlich um sich durch Werbung finanzieren wollen. Und diese Werbetreiber platzieren ihre Werbung natürlich nicht gerne einfach irgendwohin und hoffen, dass es jemand bemerkt. Die wollen ihre Zielgruppe erreichen und dafür brauchen sie Daten.

    Dieses Problem zu lösen wird eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Zeit. Auch ich will nicht zum Gläsernen Internetnutzer werden. Aber eigentlich will ich auch nicht für ZEIT Online oder StudiVZ oder was auch immer bezahlen.

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    als unerlässlich für unsere Wirschaft angesehen wird , und bei Diskussionen kritiklos und gottgegeben freigesprochen wird , so wie auch hier .
    Ist es niemandem aufgefallen ??? niemand will sie weil alle genervt davon sind, verbraucht nur Energie , nimmt menschliche Energie , verbrennt Zeit , ist absolut unproduktiv (trägt also gar nichts zum wohlstand bei) , und ist extrem manipulierend + verändert die Psyche .
    Und noch was: der User zahlt immer für sein Tun im Internet ,auch wenn die Seiten werbefinanziert sind : über höhere Preise bei den beworbenen Produkten .

    Muss man wirklich noch mehr Agumente für ein Werbeverbot nennen?? Hab ich jetzt einen Gott geschlachtet???

    Insofern würde es dann auch keinen Grund mehr geben , den Internetnutzer zu beobachten

    als unerlässlich für unsere Wirschaft angesehen wird , und bei Diskussionen kritiklos und gottgegeben freigesprochen wird , so wie auch hier .
    Ist es niemandem aufgefallen ??? niemand will sie weil alle genervt davon sind, verbraucht nur Energie , nimmt menschliche Energie , verbrennt Zeit , ist absolut unproduktiv (trägt also gar nichts zum wohlstand bei) , und ist extrem manipulierend + verändert die Psyche .
    Und noch was: der User zahlt immer für sein Tun im Internet ,auch wenn die Seiten werbefinanziert sind : über höhere Preise bei den beworbenen Produkten .

    Muss man wirklich noch mehr Agumente für ein Werbeverbot nennen?? Hab ich jetzt einen Gott geschlachtet???

    Insofern würde es dann auch keinen Grund mehr geben , den Internetnutzer zu beobachten

  3. Und wenn alle das machen, dann sind die Daten ganz toll sicher, aber dafür gibt es keiner Firma mehr die eine Suchdienst anbieten, oder Kundenorientiert arbeiten kann. Geile Idee!

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    • Manu84
    • 07.02.2009 um 13:33 Uhr

    Dann lassen sies doch einfach bleiben! Jedem das Seine. Auch ich bemühe mich, meine Daten nach Kräften zu schützen, und habe außerdem die lästige Werbung im Intenet komplett ausgeblendet. Mit adblockplus. Tolles Programm, und ich werde beim surfen nicht weiter von Werbung belästigt. Und damit der ganze Spaß kostenlos bleibt, gibt es ja User wie Sie.

    • Pencil
    • 03.03.2009 um 8:51 Uhr

    Naja, das macht nichts, wenn sich das Semantic Web durchsetzt, dann haben wir das auch nicht mehr nötig, so verstehe ich zumindest diesen Artikel:

    http://www.harvardbusines...

    Aussicht auf Freiheit ist doch etwas schönes.

    • Manu84
    • 07.02.2009 um 13:33 Uhr

    Dann lassen sies doch einfach bleiben! Jedem das Seine. Auch ich bemühe mich, meine Daten nach Kräften zu schützen, und habe außerdem die lästige Werbung im Intenet komplett ausgeblendet. Mit adblockplus. Tolles Programm, und ich werde beim surfen nicht weiter von Werbung belästigt. Und damit der ganze Spaß kostenlos bleibt, gibt es ja User wie Sie.

    • Pencil
    • 03.03.2009 um 8:51 Uhr

    Naja, das macht nichts, wenn sich das Semantic Web durchsetzt, dann haben wir das auch nicht mehr nötig, so verstehe ich zumindest diesen Artikel:

    http://www.harvardbusines...

    Aussicht auf Freiheit ist doch etwas schönes.

    • IllI
    • 07.02.2009 um 12:12 Uhr

    Hat ihre Vorteile, wie z.B. steigender Komfort oder einfachere und schnellere Benutzerführung, doch sind diese den Preis wert der zu entrichten ist wenn die Nachteile überhand nehmen und gänzlich außerhalt der humanen Kontrollsysteme ablaufen ??
    Selbstverständlich sind Terminator und The Matrix reine Science Fiction Klassiker, aber leichter vorhersagbar wird die Zukunft durch die steigende Intelligenz Subhumaner Netzwerke nicht.
    Ob dadurch der 3. Weltkrieg verhindert oder ausgelößt wird - wer will sich da schon festlegen, aber neben Rohstoffen bietet Information sicherlich fast ebensoviel Sprengstoff für Konflikte.
    Wir sollten einfach sehr sehr wachsam sein, nicht das wir eines morgens aufwachen und der Toster knabbert am kleinen Zeh.
    _________________

    Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-

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    • Meow
    • 08.02.2009 um 17:31 Uhr

    http://xkcd.com/534/

    Fand ich ungemein passend.

    Im Übrigen hätte ich in diesem Artikel ebenfalls meinen Platz finden können, sogar mit einer weitaus einleuchtenderen Begründung als jene dieser 3 Personen. Bei Bedarf ist es der Zeit-Redaktion also erlaubt, mich mit folgenden Worten zitieren:

    "Google ist zwar eine fiese fiese Datenkrake, aber letztlich ein Konzern, der es durch eine ausgeklügelte Idee, gute unternehmerische Entscheidungen und eine beispiellose Unternehmenskultur, die großen Wert auf die Kreativität und die Mitgestaltung ihrer meist hochgebildeten Mitarbeiter Wert legt. Es mögen zwar viele in Google eine Gefahr für den Datenschutz oder gar für das marktwirtschaftliche Gleichgewicht oder die Demokratie sehen. Letztlich ist es doch aber nur eine Sache, die zählt: Ich hab Aktien von denen!"

    Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

    • Meow
    • 08.02.2009 um 17:31 Uhr

    http://xkcd.com/534/

    Fand ich ungemein passend.

    Im Übrigen hätte ich in diesem Artikel ebenfalls meinen Platz finden können, sogar mit einer weitaus einleuchtenderen Begründung als jene dieser 3 Personen. Bei Bedarf ist es der Zeit-Redaktion also erlaubt, mich mit folgenden Worten zitieren:

    "Google ist zwar eine fiese fiese Datenkrake, aber letztlich ein Konzern, der es durch eine ausgeklügelte Idee, gute unternehmerische Entscheidungen und eine beispiellose Unternehmenskultur, die großen Wert auf die Kreativität und die Mitgestaltung ihrer meist hochgebildeten Mitarbeiter Wert legt. Es mögen zwar viele in Google eine Gefahr für den Datenschutz oder gar für das marktwirtschaftliche Gleichgewicht oder die Demokratie sehen. Letztlich ist es doch aber nur eine Sache, die zählt: Ich hab Aktien von denen!"

    Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

  4. Erich geht schon seit Jahren nicht mehr in die Wahlkabine. "Wenn der Staat nicht sieht, wer mit unserer demokratischen Regierung nicht einverstanden ist, dann kann er auch nichts ändern." Ihm persönlich macht diese Freizügigkeit nichts aus. Ganz im Gegenteil. Jeder kann sehen, wie ernst es Erich mit der Demokratie ist.
    Vor Kurzem wurden sogar ein paar Parteifunktionäre auf ihn aufmerksam und ermöglichten ihm ein Ingenieursstudium.

    Sabine freut sich auch darüber, dass sie ihr Kreuz nun öffentlich machen kann. "Mir war der Weg in die Wahlkabine schon immer zu weit. So ist es viel einfacher und praktischer." Die gewonnene Zeit investiert sie jetzt in ihre Jugendarbeit in der Freien Deutschen Jugend.

    Hans engagiert sich schon lange für den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund. Schon lange beschäftigt er sich damit, was essentiell für eine funktionierende Demokratie ist. Als Teil der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ist er besonders kritisch gegenüber der Regierungsarbeit. "Aber das Zentralkomitee hört sich oft unsere Punkte an", fügt er hinzu und spricht von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Das man sein Kreuz öffentlich macht, ist für ihn Ausdruck des Vertrauens in die Demokratie.

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    • TDU
    • 07.02.2009 um 15:49 Uhr

    Merkwürdigerweise gibt es in den Ländern, wo es kein funktionierendes Wahlgeheimis gibt auch immer welche, die bestimmen, wo man sein Kreuzchen macht. Und sie hassen das Wahlgeheimnis wie die Pest, da sie partout nicht von der Macht lassen wollen. Insofern ist die Entscheidung der 3 eine höchst private ohne Aussage über die Folgen einer möglichen Allgemeinverbindlichkeit. Dabei ist das Wahlgeheimnis partiell schon bedroht worden. Z. B. Hessen und die Überlegung zur Handynutzung in der Wahlkabine.

    Und so stellt mit bei Google auch die Frage: Was ist, wenn ich nicht mehr will. Kann ich einfach abschalten ohne spätere Konsequenzen? Mindestens 4 Online-Zeitungen sind lesenswert. Die kommen auch mit Werbung, deren Produkte kann ich aber immer ablehnen. Im Gegensatz zu staatlichen Angeboten und dessen gewollten Möglichkeiten zur Registrierung. Diese bietet weitaus mehr Möglichkeiten, mich unter Druck zu setzen.

    Google ist meine Startseite, danach der Klick auf die News und die speziellen Zeitungsangebote. Geht schneller. Aber es geht auch alles ohen Google. Man gehe in Fachgeschäfte, Kioske und Bibliotheken und man hat jede Internetadresse, die man braucht. Einschließlich der Adressen von Aldi und Co. Dauert nur länger.

    Jemanden mit Informationen allein beruflich oder privat fertig zu machen, geht gar nicht. Man muss diese aufbereiten, in die richtigen Kanäle senden und über mediale und "politische" Macht verfügen. Google allein reicht da überhaupt nicht und wird vermutlich auch gar nicht gebraucht.

    Es sollte immer um die "Freiheit zu etwas" gehen. Und so eine ist das Wahlgeheimnis nebst Google und seinen Konkurrenten. Die zu große Fixierung auf die Freiheit von etwas, verengt auf Dauer den Blick und übersieht die Möglichkeiten, die bereits einer Menge Machthaber in der Welt zu groß geworden sind.

    Klasse. Einfach klasse. Ich habe gelacht und nachgedacht.

    Schreiben Sie mehr!

    aj

    • TDU
    • 07.02.2009 um 15:49 Uhr

    Merkwürdigerweise gibt es in den Ländern, wo es kein funktionierendes Wahlgeheimis gibt auch immer welche, die bestimmen, wo man sein Kreuzchen macht. Und sie hassen das Wahlgeheimnis wie die Pest, da sie partout nicht von der Macht lassen wollen. Insofern ist die Entscheidung der 3 eine höchst private ohne Aussage über die Folgen einer möglichen Allgemeinverbindlichkeit. Dabei ist das Wahlgeheimnis partiell schon bedroht worden. Z. B. Hessen und die Überlegung zur Handynutzung in der Wahlkabine.

    Und so stellt mit bei Google auch die Frage: Was ist, wenn ich nicht mehr will. Kann ich einfach abschalten ohne spätere Konsequenzen? Mindestens 4 Online-Zeitungen sind lesenswert. Die kommen auch mit Werbung, deren Produkte kann ich aber immer ablehnen. Im Gegensatz zu staatlichen Angeboten und dessen gewollten Möglichkeiten zur Registrierung. Diese bietet weitaus mehr Möglichkeiten, mich unter Druck zu setzen.

    Google ist meine Startseite, danach der Klick auf die News und die speziellen Zeitungsangebote. Geht schneller. Aber es geht auch alles ohen Google. Man gehe in Fachgeschäfte, Kioske und Bibliotheken und man hat jede Internetadresse, die man braucht. Einschließlich der Adressen von Aldi und Co. Dauert nur länger.

    Jemanden mit Informationen allein beruflich oder privat fertig zu machen, geht gar nicht. Man muss diese aufbereiten, in die richtigen Kanäle senden und über mediale und "politische" Macht verfügen. Google allein reicht da überhaupt nicht und wird vermutlich auch gar nicht gebraucht.

    Es sollte immer um die "Freiheit zu etwas" gehen. Und so eine ist das Wahlgeheimnis nebst Google und seinen Konkurrenten. Die zu große Fixierung auf die Freiheit von etwas, verengt auf Dauer den Blick und übersieht die Möglichkeiten, die bereits einer Menge Machthaber in der Welt zu groß geworden sind.

    Klasse. Einfach klasse. Ich habe gelacht und nachgedacht.

    Schreiben Sie mehr!

    aj

  5. als unerlässlich für unsere Wirschaft angesehen wird , und bei Diskussionen kritiklos und gottgegeben freigesprochen wird , so wie auch hier .
    Ist es niemandem aufgefallen ??? niemand will sie weil alle genervt davon sind, verbraucht nur Energie , nimmt menschliche Energie , verbrennt Zeit , ist absolut unproduktiv (trägt also gar nichts zum wohlstand bei) , und ist extrem manipulierend + verändert die Psyche .
    Und noch was: der User zahlt immer für sein Tun im Internet ,auch wenn die Seiten werbefinanziert sind : über höhere Preise bei den beworbenen Produkten .

    Muss man wirklich noch mehr Agumente für ein Werbeverbot nennen?? Hab ich jetzt einen Gott geschlachtet???

    Insofern würde es dann auch keinen Grund mehr geben , den Internetnutzer zu beobachten

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    Und was glauben sie, wie sich die Seite auf der sie gerade so fein Kommentieren finanziert? Über rückläufige Printausgaben? Wären sie bereit für jede Seite im Internet die sich über Werbung finanziert einen Nutzungsbeitrag bezahlen? Jede einzelne?

    Das mit der Werbung funktioniert doch folgendermaßen: Jemand erhofft sich davon, dass mehr Menschen sein Produkt kennen einen Mehrwert an Käufern. Diese Mehranzahl an Käufern muss dabei den Preis der Werbung wieder reinspielen. Preise erhöhen klappt also nur bedingt. Nun wird ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass wenn sie einmal ein anderes Deo ausprobieren dies wahrscheinlich die Werbekosten nicht deckt. Daher muss durch Werbung eine Kundenbindung geschaffen werden, kein direkter Kaufanreiz. Deshalb gibt es auch Autowerbung. Oder würden sie einfach ein Auto kaufen weil sie die Werbung sehen. Das wirkt alles längerfristig.

    Nun kostet Werbung wie Sie so treffend festgestellt haben Geld. Und zwar jeder Kontakt einzeln. Nur wissen sie auch, dass es da ne ganze Menge Leute gibt die sich für ihr Männerdeo überhaupt nicht interessieren (übrigens nicht unbedingt Frauen aber damit macht man ein anderes Fass auf). Also wollen sie Kontakte vermeiden die nicht zur Zielgruppe gehören. Und das geht nur mit Information. Und da sind wir dann wieder bei der ganzen Datenerhebung angekommen.

    Jetzt meinen sie vielleicht, dass man der Werbung etwas von ihrer Effektivität nehmen könnte wenn dafür niemand seine Privatsphäre freigeben müsste. In dem Punkt gebe ich ihnen wohl auch Recht. Das Problem ist nur, dass das Fernsehen und die Printtitel diese Informationen durch Befragungen oder das GfK-Panel bereits mehr oder weniger haben. Und wer will schon seine Wettbewerbsfähigkeit reduzieren.

    Wie gesagt. Das ganze ist ein Problem was noch gelöst werden muss. Aber durch Adblocking können nur einzelne User das Problem für sich Lösen. Wenn das alle machen werden die Inhalte irgendwann bezahlt werden müssen.

    Und was glauben sie, wie sich die Seite auf der sie gerade so fein Kommentieren finanziert? Über rückläufige Printausgaben? Wären sie bereit für jede Seite im Internet die sich über Werbung finanziert einen Nutzungsbeitrag bezahlen? Jede einzelne?

    Das mit der Werbung funktioniert doch folgendermaßen: Jemand erhofft sich davon, dass mehr Menschen sein Produkt kennen einen Mehrwert an Käufern. Diese Mehranzahl an Käufern muss dabei den Preis der Werbung wieder reinspielen. Preise erhöhen klappt also nur bedingt. Nun wird ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass wenn sie einmal ein anderes Deo ausprobieren dies wahrscheinlich die Werbekosten nicht deckt. Daher muss durch Werbung eine Kundenbindung geschaffen werden, kein direkter Kaufanreiz. Deshalb gibt es auch Autowerbung. Oder würden sie einfach ein Auto kaufen weil sie die Werbung sehen. Das wirkt alles längerfristig.

    Nun kostet Werbung wie Sie so treffend festgestellt haben Geld. Und zwar jeder Kontakt einzeln. Nur wissen sie auch, dass es da ne ganze Menge Leute gibt die sich für ihr Männerdeo überhaupt nicht interessieren (übrigens nicht unbedingt Frauen aber damit macht man ein anderes Fass auf). Also wollen sie Kontakte vermeiden die nicht zur Zielgruppe gehören. Und das geht nur mit Information. Und da sind wir dann wieder bei der ganzen Datenerhebung angekommen.

    Jetzt meinen sie vielleicht, dass man der Werbung etwas von ihrer Effektivität nehmen könnte wenn dafür niemand seine Privatsphäre freigeben müsste. In dem Punkt gebe ich ihnen wohl auch Recht. Das Problem ist nur, dass das Fernsehen und die Printtitel diese Informationen durch Befragungen oder das GfK-Panel bereits mehr oder weniger haben. Und wer will schon seine Wettbewerbsfähigkeit reduzieren.

    Wie gesagt. Das ganze ist ein Problem was noch gelöst werden muss. Aber durch Adblocking können nur einzelne User das Problem für sich Lösen. Wenn das alle machen werden die Inhalte irgendwann bezahlt werden müssen.

    • Manu84
    • 07.02.2009 um 13:33 Uhr

    Dann lassen sies doch einfach bleiben! Jedem das Seine. Auch ich bemühe mich, meine Daten nach Kräften zu schützen, und habe außerdem die lästige Werbung im Intenet komplett ausgeblendet. Mit adblockplus. Tolles Programm, und ich werde beim surfen nicht weiter von Werbung belästigt. Und damit der ganze Spaß kostenlos bleibt, gibt es ja User wie Sie.

  6. Und was glauben sie, wie sich die Seite auf der sie gerade so fein Kommentieren finanziert? Über rückläufige Printausgaben? Wären sie bereit für jede Seite im Internet die sich über Werbung finanziert einen Nutzungsbeitrag bezahlen? Jede einzelne?

    Das mit der Werbung funktioniert doch folgendermaßen: Jemand erhofft sich davon, dass mehr Menschen sein Produkt kennen einen Mehrwert an Käufern. Diese Mehranzahl an Käufern muss dabei den Preis der Werbung wieder reinspielen. Preise erhöhen klappt also nur bedingt. Nun wird ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass wenn sie einmal ein anderes Deo ausprobieren dies wahrscheinlich die Werbekosten nicht deckt. Daher muss durch Werbung eine Kundenbindung geschaffen werden, kein direkter Kaufanreiz. Deshalb gibt es auch Autowerbung. Oder würden sie einfach ein Auto kaufen weil sie die Werbung sehen. Das wirkt alles längerfristig.

    Nun kostet Werbung wie Sie so treffend festgestellt haben Geld. Und zwar jeder Kontakt einzeln. Nur wissen sie auch, dass es da ne ganze Menge Leute gibt die sich für ihr Männerdeo überhaupt nicht interessieren (übrigens nicht unbedingt Frauen aber damit macht man ein anderes Fass auf). Also wollen sie Kontakte vermeiden die nicht zur Zielgruppe gehören. Und das geht nur mit Information. Und da sind wir dann wieder bei der ganzen Datenerhebung angekommen.

    Jetzt meinen sie vielleicht, dass man der Werbung etwas von ihrer Effektivität nehmen könnte wenn dafür niemand seine Privatsphäre freigeben müsste. In dem Punkt gebe ich ihnen wohl auch Recht. Das Problem ist nur, dass das Fernsehen und die Printtitel diese Informationen durch Befragungen oder das GfK-Panel bereits mehr oder weniger haben. Und wer will schon seine Wettbewerbsfähigkeit reduzieren.

    Wie gesagt. Das ganze ist ein Problem was noch gelöst werden muss. Aber durch Adblocking können nur einzelne User das Problem für sich Lösen. Wenn das alle machen werden die Inhalte irgendwann bezahlt werden müssen.

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    Ich glaube, dass Werbung im Internet etwas ist, was sich in der heutigen Form nicht halten wird. Es ist einfach gegen das Prinzip. Werbung wurde geschaffen, um
    a) den Konsum anzuregen und
    b) eine persönliche Beziehung zum Konsumenten aufzubauen.
    Der Konsum ist zentral für unser Wirtschaftssystem

    Zu a):
    Wer sich im Internet aufhält, ist allerdings schon längst am konsumieren. Was die Werbung im Internet sagt, ist: Höre auf zu konsumieren, sondern betrachte mich. Dies ist kontraproduktiv.

    Zu b):
    Das Internet ist dezentralisiert und zeichnet sich dadurch aus, dass es Leute verbindet und Dialoge schafft. Nichts ist gefährlicher für Unternehmen, die gerade durch ihre Marketingstrategie versuchen, dem Konsumenten eine Geschichte zu verkaufen, die hinter dem eigenen Namen steht. Werbung versucht, eine bestimmte Beziehung zu dem individuellen Konsumenten herzustellen, während aber das Internet ermöglicht, das der selbe Konsument auf tausend andere Arten und Weisen über das Produkt/Unternehmen erfährt. Auch dies widerspricht sich fundamental.

    Ich glaube, dass die derzeitige Online-Werbung der Versuch ist, ein Prinzip von isolierenden Medien wie z.B. Fernsehen auf verbindende Medien wie das Internet zu übertragen. Vielleicht werden wir - und auch die Medienindustrie - in naher Zukunft den Fehler dieses Paradigmas begreifen und eine neue Art des Marketings, Finanzierung, etc. finden.

    Wer mehr zu diesem Standpunkt wissen will, sollte sich über die Arbeiten von Douglas Rushkoff informieren. Das Internet ist sicherlich der richtige Weg dazu.

    indem ich die Sinnlosigkeit der Werbung ganz allgemein anprangere . Letztlich verhindern erheblich viele Sektoren in unserem Wirtschaftssystem die Annehmlichkeiten einer entstressteren Gesellschaft bei gleichen Konsummöglichkeiten.
    Sie haben ja recht . dass die Preise für beworbene Produkte nicht unbedingt erhöht werden(können) , aber es ist ja nicht von der Hand zu weisen , dass das in diesem Konkurrenzkampf unterlegene Produkt Markteinbussen erfährt und damit die folgenden eventuellen Entlassungen in einer sozialen Abfederung getragen werden müssen , die natürlich wieder über Steuergelder finanziert werden . Insofern gibt es auch hier kein positives Argument für die Werbung.
    Ich will ja auch gar nicht das Thema betriebswirtschaftlich überfliegen , viel wichtiger für mich sind die allgemeinen (vollkommen unter den Tisch gekehrten)psychologischen , ökologischen aber auch volkswirtschaftlichenwirtschftlichen Einwände.

    Natürlich wäre ich auch bereit , fürs Netz zu bezahlen , aber das tut man ja jetzt ebenfalls über Umwege . Die mittlerweile angenommene Denkweise , dass es Konsumnischen gibt , die umsonst genutzt werden können , empfinde ich als nachvollziehbar aber andererseits fördert es einen auswahllos beliebigen "Verbrauchsrausch" , der ganz und gar nicht von der menschlichen Psyche verarbeitet werden kann (Mediensucht begegnet man überall) . Ich arbeite zufällig im Medienbereich und habe erschreckende Einblicke in massenhaft auftretende Suchterscheinungen bei Kunden . Und Werbung ist ein ganz entscheidender Faktor in dieser Problematik , und die Kosten +Aufwand(auch für das Gesundheitssystem) dafür werden nicht zu errechnen sein ....
    Ich meine damit , das alles einen Preis hat oder haben sollte und bildet die Grundlage ,mit den Dingen(+Medien) umsichtig, verantwortungsvoll und sparsam umzugehen .

    Noch etwas zum Konsumanreiz durch Werbung:
    Ist es denn nicht auch bedenklich , dass eine Wirtschaftsform nur dann als erfolgreich gilt , wenn diese nur über Konsumzuwachs definiert wird und nur so in sich funktioniert ?? Wir wissen doch alle , dass alles bei uns begrenzt und endlich ist und wie gefährlich es ist ,den Rahmen der Möglichkeiten in kürzester Zeit voll auszufüllen ( mit Begrenzung meine ich die Probleme mit der Ökologie und Rohstoffrecourcen )?????
    Dass urprünglich nicht benötigte Konsumartikel nur durch Werbung an den "Mann" gebracht werden können , löst bei mir nun mal Befremdlichkeit aus , das ist doch nicht unmenschlich???

    Ich glaube, dass Werbung im Internet etwas ist, was sich in der heutigen Form nicht halten wird. Es ist einfach gegen das Prinzip. Werbung wurde geschaffen, um
    a) den Konsum anzuregen und
    b) eine persönliche Beziehung zum Konsumenten aufzubauen.
    Der Konsum ist zentral für unser Wirtschaftssystem

    Zu a):
    Wer sich im Internet aufhält, ist allerdings schon längst am konsumieren. Was die Werbung im Internet sagt, ist: Höre auf zu konsumieren, sondern betrachte mich. Dies ist kontraproduktiv.

    Zu b):
    Das Internet ist dezentralisiert und zeichnet sich dadurch aus, dass es Leute verbindet und Dialoge schafft. Nichts ist gefährlicher für Unternehmen, die gerade durch ihre Marketingstrategie versuchen, dem Konsumenten eine Geschichte zu verkaufen, die hinter dem eigenen Namen steht. Werbung versucht, eine bestimmte Beziehung zu dem individuellen Konsumenten herzustellen, während aber das Internet ermöglicht, das der selbe Konsument auf tausend andere Arten und Weisen über das Produkt/Unternehmen erfährt. Auch dies widerspricht sich fundamental.

    Ich glaube, dass die derzeitige Online-Werbung der Versuch ist, ein Prinzip von isolierenden Medien wie z.B. Fernsehen auf verbindende Medien wie das Internet zu übertragen. Vielleicht werden wir - und auch die Medienindustrie - in naher Zukunft den Fehler dieses Paradigmas begreifen und eine neue Art des Marketings, Finanzierung, etc. finden.

    Wer mehr zu diesem Standpunkt wissen will, sollte sich über die Arbeiten von Douglas Rushkoff informieren. Das Internet ist sicherlich der richtige Weg dazu.

    indem ich die Sinnlosigkeit der Werbung ganz allgemein anprangere . Letztlich verhindern erheblich viele Sektoren in unserem Wirtschaftssystem die Annehmlichkeiten einer entstressteren Gesellschaft bei gleichen Konsummöglichkeiten.
    Sie haben ja recht . dass die Preise für beworbene Produkte nicht unbedingt erhöht werden(können) , aber es ist ja nicht von der Hand zu weisen , dass das in diesem Konkurrenzkampf unterlegene Produkt Markteinbussen erfährt und damit die folgenden eventuellen Entlassungen in einer sozialen Abfederung getragen werden müssen , die natürlich wieder über Steuergelder finanziert werden . Insofern gibt es auch hier kein positives Argument für die Werbung.
    Ich will ja auch gar nicht das Thema betriebswirtschaftlich überfliegen , viel wichtiger für mich sind die allgemeinen (vollkommen unter den Tisch gekehrten)psychologischen , ökologischen aber auch volkswirtschaftlichenwirtschftlichen Einwände.

    Natürlich wäre ich auch bereit , fürs Netz zu bezahlen , aber das tut man ja jetzt ebenfalls über Umwege . Die mittlerweile angenommene Denkweise , dass es Konsumnischen gibt , die umsonst genutzt werden können , empfinde ich als nachvollziehbar aber andererseits fördert es einen auswahllos beliebigen "Verbrauchsrausch" , der ganz und gar nicht von der menschlichen Psyche verarbeitet werden kann (Mediensucht begegnet man überall) . Ich arbeite zufällig im Medienbereich und habe erschreckende Einblicke in massenhaft auftretende Suchterscheinungen bei Kunden . Und Werbung ist ein ganz entscheidender Faktor in dieser Problematik , und die Kosten +Aufwand(auch für das Gesundheitssystem) dafür werden nicht zu errechnen sein ....
    Ich meine damit , das alles einen Preis hat oder haben sollte und bildet die Grundlage ,mit den Dingen(+Medien) umsichtig, verantwortungsvoll und sparsam umzugehen .

    Noch etwas zum Konsumanreiz durch Werbung:
    Ist es denn nicht auch bedenklich , dass eine Wirtschaftsform nur dann als erfolgreich gilt , wenn diese nur über Konsumzuwachs definiert wird und nur so in sich funktioniert ?? Wir wissen doch alle , dass alles bei uns begrenzt und endlich ist und wie gefährlich es ist ,den Rahmen der Möglichkeiten in kürzester Zeit voll auszufüllen ( mit Begrenzung meine ich die Probleme mit der Ökologie und Rohstoffrecourcen )?????
    Dass urprünglich nicht benötigte Konsumartikel nur durch Werbung an den "Mann" gebracht werden können , löst bei mir nun mal Befremdlichkeit aus , das ist doch nicht unmenschlich???

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