Überwachung Google weiß, wo du bist
Der Datenkrake hat ein enormes Gedächtnis – und will noch mehr erfahren. Nun sollen die Menschen Google auf dem Handy ständig bei sich tragen

© Google Earth
Der Hamburger Jungfernstieg aus der Perspektive von Google Earth
Es ist ein stummer und pausenloser Dialog: Ich bin dein Handy. Und der kleine blaue Punkt auf dem Stadtplan im Display – das bist du. Meine Antennen und das Navigationsprogramm in meinen Speicherchips verraten mir, dass du vor dem Rathaus stehst. Sag mal: Wohin willst du eigentlich? Ah, zum Bahnhof? Hier entlang!
In der Datensprache der Handys heißt das:
194.77.157.241 – 25/Jan/2009 – 10:23:54 – search?q=Hamburg-Rathaus-to-Bahnhof.
Seit Beginn dieser Woche verkaufen der Internetkonzern Google und die Mobilfunkfirma TMobile hierzulande das Handy G1, und wer es sich zulegt, trägt fortan einen cleveren kleinen Helfer mit sich herum. Man kann ihn nach dem richtigen Weg fragen, nach Einkaufstipps, Sehenswürdigkeiten und allerlei sonstigen Belangen des täglichen Lebens. Doch das Zwiegespräch mit dem Handy ist nie ganz privat. Koordinaten, Wünsche, Ziele – diese persönlichen Daten werden laufend aus dem Handy versendet. An Google und seine Partnerfirmen. Denn erst so wird die Fülle neuer Dienste überhaupt möglich.
Hey! Ich helfe dir, ein Taxi zu finden, egal, in welcher Stadt du gerade herumläufst! Ich zeige dir den nächsten Taxistand oder liefere dir die Nummer der Taxiunternehmen am Ort! Du musst dich um nichts kümmern. Wenn du einen Wagen rufen möchtest, drücke einfach »hier«.
194.77.157.241 – 25/Jan/2009 – 11:18:58 – search?q=Taxi – call?q=Hansataxi – location?q=Neß.
Halte die Linse deiner Handykamera einfach auf ein historisches Gebäude, und ich sage dir, was dort los ist und wer es gebaut hat! Einen Reiseführer aus Papier brauchst du nicht mehr.
194.77.157.241 – 25/Jan/2009 – 12:34:01 – search?q=Kunsthalle – ask?q=Wikipedia – show?q=Ergebnis.
Taxilotse, Reiseführer, Einkaufshilfe, und das alles unterwegs – Technikvisionäre prophezeien schon seit zehn Jahren das Internet zum Mitnehmen: das neue Zeitalter, in dem jeder ständig und überall online ist. Nun ist es in greifbarer Nähe. Bereits jedes achte Handy ist heute ein sogenanntes Smartphone – ein kleiner Computer, der noch so tut, als sei er ein Telefon. Dabei schlagen die kleinen Rechenzwerge nur wenige Jahre ältere Laptops um Längen. Und dank der eingebauten GPS-Satellitenempfänger verkaufen sie sich in vielen Ländern bereits besser als herkömmliche Navigationssysteme.
Apples iPhone ebnete vor eineinhalb Jahren den Weg. Als Statussymbol der Informationsgesellschaft wandte es sich an jene, die genügend Geld und Geltungsbewusstsein besaßen.
Google hingegen will nun die Masse der Otto Normalsurfer erreichen und bringt gemeinsam mit T-Mobile ein eigenes Handy auf den Markt. Es bietet »Google to go«.
Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Datenberge je nach Standpunkt Allmachtsfantasien oder Wut erzeugen. Wut über die Spitzelskandale bei der Deutschen Bahn, der Deutschen Telekom und der Handelskette Lidl. Träume, wenn Terrorfahnder auf jene Datenberge blicken, die Internetkonzerne anhäufen. Und es sind nicht ihre Träume allein. Auch chinesische Behörden rüsten technisch auf, um politisch Andersdenkende aufzuspüren, und zwangen auch schon internationale Internetkonzerne, ihnen zu helfen. Die Schweizer Polizei entdeckte kürzlich eher zufällig bei Google Earth, einer Sammlung von Satellitenbildern, eine Hanfplantage in den Alpen – und zerstörte sie später.
Google selbst aber ist der größte und zugleich ein nimmersatter Datensammler. In seinem Inneren arbeiten Hunderttausende Computer, die nach Mustern fahnden, um Informationen und passende Werbung zu liefern. Doch das ist den Programmierern längst nicht mehr genug. Tausende von ihnen arbeiten daran, dem Rechnernetzwerk eine Vorform des Denkens beizubringen. »Wäre es nicht schön, wenn Google die Bedeutung eines Satzes verstehen würde und nicht nur die Wörter in diesem Satz?«, schwärmt Eric Schmidt, der Vorstandschef des Konzerns. Viel schnöder kann demgegenüber die Realität sein: Erst am Wochenende legten Google-Mitarbeiter die Suchmaschine versehentlich für eine knappe Stunde lahm.
Bei Google liegen Schaudern und Staunen, Fluchtreflex und Vertrauen eng beieinander. In Deutschland überwiegt bislang das Vertrauen.
Neun von zehn Suchanfragen im Internet richten die Deutschen an Google. Auch wenn der Konzern keine präzisen Zahlen herausrückt, dürften allein hierzulande Millionen von Menschen ihre elektronische Post mit Google verschicken, Terminkalender führen, Adressen ihrer Freunde, Kollegen und Geschäftspartner speichern. Sie legen Fotoalben von Reisen, Geburtstagen und Partys an und laden selbst gedrehte Videos auf Googles Computern ab. Der Konzern registriert das alles still – und lernt so eine Menge über seine Nutzer.
Für Enthusiasten ist Google das Tor ins Informationszeitalter. Pragmatiker sehen in dem Unternehmen ein Werkzeug, um Ordnung ins Chaos ihrer Dokumente zu bringen oder Reisen zu planen. Doch egal, welchen Stellenwert der Einzelne Google auch zumessen mag: Die Internetfirma aus dem kalifornischen Mountain View ist Teil moderner Lebensart geworden. Viele googeln sich Nachrichten, Wetterinformationen und Reisepläne herbei. Manche googeln, wenn sie etwas kaufen oder finden wollen. Einige googeln sogar, ob ihre nächste Verabredung etwas taugt.
Kaum vorstellbar, dass Google uns noch näher rückt. Doch genau das geschieht mit dem neuen mobilen Google, dem Konzern als ständigem Begleiter. Zuverlässig und vertraut, von manchen sogar geliebt. Aber auch: ein Spion.
Das G1-Smartphone ist hässlicher als Apples Konkurrenzmodell iPhone, dafür aber billiger. Und es wird seine Freunde finden. Zuerst kam das Gerät im Herbst in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Absatzzahlen verrät Google nicht. Aber T-Mobile, auch auf dem amerikanischen Markt der exklusive Partner des Konzerns, zeigte sich äußerst zufrieden. Nur zum Vergleich: Googles Konkurrent Apple verkaufte im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt mehr als zehn Millionen iPhones.
Der Hamburger Jungfernstieg aus der Perspektive von Google Earth
Im Mobilfunk wiederholt sich gerade die Erfolgsgeschichte des Festnetzes: Seit die Kosten spürbar sinken, gehen die Kunden scharenweise online. Einer Untersuchung von T-Mobile in fünf europäischen Ländern zufolge ist der mobile Datenverkehr in den vergangenen zwei Jahren um das Dreizehnfache gestiegen. Der preiswerteste Datentarif für das neue G1 beispielsweise kostet im Monat nur noch rund 25 Euro. Das mag für den einen oder anderen zwar immer noch viel Geld sein, ist aber kein Vergleich zu den Preisen von vor wenigen Jahren.
Für Google ist der Einstieg in den Mobilfunk der vielleicht wichtigste Schritt seit Jahren. »Wir glauben fest daran: Wenn wir das Internet voranbringen, den Einstieg erleichtern und das Surfen mehr Freude bringt, dann werden Menschen das Internet häufiger benutzen – und häufiger etwas mit unserer Hilfe suchen«, sagt Marissa Mayer, die im Google-Vorstand für die Suche verantwortlich ist. Was so beiläufig und harmlos klingt, beschreibt eine für den Konzern ernste Bedrohung: Was, wenn er im mobilen Internet scheitert?
Wenn das Internet nicht mehr nur vom Schreibtisch aus zu erreichen ist, sondern auch aus der Straßenbahn, am Flughafen, aus dem Bus, beim Picknick im Wald oder während einer nächtlichen Kneipentour, hat es eine vollkommen andere Qualität. Denn anders als der heimische Laptop weiß ein Smartphone ständig, wo es ist, wo sich sein Besitzer aufhält. Das ist für die Nutzer gut, denen sich nun neue Dienste erschließen – und es würde Google viel nützen. Denn diese Informationen hat der Internetkonzern bisher nicht, der wie kein anderer davon lebt, zu wissen, was seine Nutzer tun. Wer sie sind. Was sie wollen. Und bald auch, wo sie sind?
Lange hat es keinen großen Spaß gemacht, mit dem Handy im Internet zu surfen. Es war kompliziert, langsam und nicht besonders hübsch anzusehen. Erst mit dem iPhone und seinen Nachahmern hat sich das geändert. Die Geräte haben technisch einen Sprung gemacht: schnellere Computerchips, größere Bildschirme, smartere Programme.
Die Freude am mobilen Surfen stieg weiter, weil unabhängige Firmen und Entwickler inzwischen leicht bedienbare Miniprogramme für die gefragtesten Dienste anbieten dürfen: für E-Mail, Kartendienste, Fahrplanauskunft, Kinoprogramme, Nachrichten, Einkaufshilfen. Allein für das iPhone gibt es inzwischen an die 15000 solcher Kleinprogramme (»Applikationen«). Man kann sogar exotische Instrumente wie die Gefäßflöte Okarina spielen lernen, lustige Figuren auf dem Handybildschirm herumkriechen lassen oder Diätpläne kontrollieren. Aber längst nicht alle Applikationen sind kostenlos. Ein neuer Markt ist entstanden.
Den erschließt zum Beispiel der Gala Style Locator. Der Einkaufsbegleiter kann in bisher 21 Städten helfen, wenn es im Laden heißt: »Das haben wir leider nicht mehr in Ihrer Größe da.« Dann sucht der Style Locator weitere Geschäfte in der Umgebung, die die gesuchten Marken führen, und Google Maps liefert eine genaue Wegbeschreibung dazu. Alle drei Monate gibt es eine neue Ausgabe, jede einzelne kostet 1,59 Euro, und schon die erste wurde an die zehntausend Mal verkauft.
In so einer mobilen Welt könnte Google mit einem Mal seine Dominanz verlieren, denn auf den Handys haben Nokia, Apple und Microsoft das Sagen. Sie kontrollieren bisher die Betriebssysteme der mobilen Welt, eine Art Basissoftware, die darüber entscheidet, was Handys können und was nicht. Und die drei Hersteller lenkten die Nutzer gerne an Google vorbei.
»Wir können viel bessere, das heißt relevantere Informationen liefern«
Einziger Ausweg für den Internetkonzern war, selbst ein Betriebssystem zu entwickeln, den Wettbewerb um immer leistungsfähigere Mobiltelefone zu verschärfen und nebenbei die Nutzer nicht nur zur eigenen Suche zu lenken, sondern auch zu Google Mail, Google Kalender, Google Stadtpläne, Google News, Google Earth, dem konzerneigenen Videoportal YouTube und vielem mehr.
So entstand das Betriebssystem namens Android. Das Herz des neuen G1.
Um das Handy zu einem begehrten Gerät zu machen, lädt nun auch Google die freien Entwickler dieser Welt ein, aus dem G1 herauszuholen, was möglich ist, und intern hoffen sie, dass unter den Ideen eines Tages eine sein wird, die auf Handys ähnlich erfolgreich sein wird wie YouTube auf dem heimischen Laptop.
Konrad Hübner ist ein typischer Vertreter dieser freien Tüftlerszene: keine dreißig Jahre alt, im Hauptberuf Softwareentwickler in München; fasziniert von der Idee, ohne großen Aufwand die Welt mit einem kleinen, hilfreichen Programm zu beglücken. So erfand er den Taxirufdienst cab4me. Vor etwas mehr als einem Jahr setzte er sich mit einem Freund zusammen und begann nachzudenken. »Es musste etwas sein, das die Besonderheiten des G1 ausnutzt«, sagt er. Weil ein Smartphone seine Position kennt, weil es manchmal sogar mehr weiß als sein Besitzer, der in einer fremden Stadt oder nach einer Kneipentour einfach mal ein Taxi braucht. Cab4me liefert ihm die Nummer der Taxiunternehmen am Ort und zeigt ihm auf einer Karte den Weg zum nächsten Taxistand. Dazu reichen wenige Eingaben auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm des G1.
Die Idee gefiel Google so gut, dass cab4me bei einem Programmierwettbewerb unter die besten zehn kam. Mit den 275000 Dollar Preisgeld wollen Hübner und sein Partner das Unternehmen nun weiterentwickeln. Von allein trägt sich cab4me bislang nicht. »Wir sind noch zu klein, um irgendwelche Forderungen stellen zu können«, sagt er. »Im Idealfall werden wir einmal so bekannt, dass Taxiunternehmen dafür bezahlen, dass wir sie in unsere Liste aufnehmen.«
Google hat cab4me keine Bedingungen vorgegeben, die Entwickler waren völlig frei. Hübner vermutet, dass Google selbst noch nicht weiß, wie es mit dem G1 einmal Geld verdienen will.
Aber das ist wohl eine Fehleinschätzung. Die Strategen von Google dürften sehr genau wissen, was sie wollen: ihr bestehendes Geschäft absichern und Zugang zu noch mehr persönlichen Daten bekommen.
Denn Google hat ein Problem. Es hakt bei der Suche. »Weil es viele weltweit populäre Internetseiten gibt, kann es bei Suchergebnissen durchaus zu Mainstream-Effekten kommen«, erklärt Thomas Hofmann, der für die Qualität der Suche verantwortlich ist und mehrere Hundert Entwickler führt. Anders gesagt: Die normalen Suchergebnisse werden erwartbarer. Wer Namen wie »Kate Winslet« oder »Hape Kerkeling« eingibt, bekommt sicher einen Verweis auf das kostenlose Lexikon Wikipedia, vielleicht noch auf die Homepage der Person – und zuverlässig drei oder vier Verweise auf weitere Google-Dienste wie die Videosuchmaschine YouTube, die Bildersuche, Google Buchsuche oder Google News. Eben weil das Konzern-Universum so groß ist, verweist Google zunehmend auf sich selbst.
Google findet den Mainstream, den Massengeschmack. Was aber die Mehrheit der Nutzer sucht, muss für den Einzelnen nicht unbedingt das Beste sein. Um das liefern zu können, muss der Konzern mehr über jeden einzelnen Surfer erfahren: den Beamten aus Itzehoe, den Studenten aus Leipzig, die Hausfrau aus Ebersberg. Denn je mehr der Konzern über sie weiß, umso bessere Suchergebnisse kann er liefern – und umso passendere Werbung kann er verkaufen. Zu höheren Preisen. Dieser Wandel kündigte sich vor Jahren mit der Einführung des E-Mail-Dienstes Gmail an, der automatisch die elektronische Post seiner Nutzer mitliest, um sich einen Reim darauf zu machen, welche Anzeigen diesen Menschen wohl interessieren. Der Wandel hat sich seitdem beschleunigt. Immer mehr Programme brachte Google auf den Markt, die etwas über die Vorlieben der Benutzer in Erfahrung bringen sollten: Es sind die persönlich konfigurierbare Startseite iGoogle, der neugierige Internetbrowser Chrome, Spezialangebote wie Google Gear und SearchWiki – und eben eine personalisierte Suche.
»Nirgendwo sonst haben wir im vergangenen Jahr so einen großen Qualitätssprung gemacht wie bei der personalisierten Suche«, sagt Vorstand Marissa Mayer.
Den Surfer zu orten, zu wissen, wo er steckt, das würde Ihnen also noch einmal weiterhelfen?
»Wenn wir in der Lage sind, zu verstehen, wo jemand ist, worin er bereits ein Experte ist und was er in der Vergangenheit gesucht hat, können wir viel bessere, also relevantere Informationen liefern«, sagt Mayer und betont, dass Google keine Bewegungsprofile erstelle.
Gleichwohl werden Ortsdaten für den Konzern eine immer bedeutendere Ressource. So stellte Google am Mittwoch einen neuen Dienst namens Latitude vor. Wer ein G1 besitzt, kann damit auf einer digitalen Straßenkarte sehen, wo sich seine Freunde gerade aufhalten. Vorausgesetzt natürlich, diese haben sich mit ihrem Handy ebenfalls bei Latitude registriert. Google betont, dass man den Nutzern nichts vorschreibe: Jeder müsse bei der Anmeldung ausdrücklich festlegen, wie detailliert sein Aufenthaltsort für andere erkennbar sein soll.
»Spuren im Internet sind wie Tätowierungen«
Das kann man Google sogar glauben. Aber der Konzern kann seine Meinung jederzeit ändern. Schon öfter hat er seine Umwelt im Unklaren über das gelassen, was er genau macht. Im vergangenen Sommer führte Google für seine Werbekunden ein neues kleines Spähprogramm ein. Dieses sogenannte Cookie verrät dem Konzern, wohin jemand außerhalb des Google-Universums surft. So soll verhindert werden, dass zweimal hintereinander dieselbe Werbung eingeblendet wird.
Im Herbst stellte Google seinen neuen Internetbrowser Chrome vor, verschwieg den Nutzern aber, dass dieser Informationen über jede besuchte Seite im Netz an den Konzern sendet.
Ende Januar schließlich führte Google neue Datenschutzbestimmungen ein, um seine Nutzer noch intensiver zu beobachten. Die Begründung lautete: Schutz vor Missbrauch. So wird das Bild vom Nutzer immer vollständiger. Das alles geschah heimlich, ohne großes Aufsehen. Und für die meisten Surfer: unerkennbar.
Die Welt der Datenströme ist unüberschaubar. Sie schwellen an und teilen sich. Einige stauen sich, andere versickern im digitalen Nichts.
Aber was wird wozu? Was darf gespeichert, wann muss gelöscht werden? In welchem Land liegen die Daten überhaupt? Und welche Regeln gelten dort? Googles Rechenzentren und die darin gespeicherten Informationen stehen an vielen Orten der Welt, auch in den USA. Sie unterliegen dort somit dem Patriot Act, jenem Gesetz, das der Regierung weitreichende Überwachungsbefugnisse zur Terrorabwehr gibt.
Google trägt zu dieser Undurchsichtigkeit bei, weil das Unternehmen gegenüber seinen Nutzern oft im Ungefähren darüber bleibt, was es mit den Daten wirklich anstellt. Als Trost bleibt: Bisher ist der Internetkonzern äußerst vorsichtig mit Daten umgegangen. Kein größerer Datenskandal hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Mountain View ereignet – anders als bei manchem deutschen Konzern. Und insofern entwickelt sich Google zwar immer mehr zum Spion, ist aber bisher stets ein verschwiegener Spion geblieben.
Wer sich deswegen sorgt, kann auf möglichst viele Dienste von Google verzichten oder sich – paradoxerweise – ganz in die Hände von Google begeben. Denn nur wer die personalisierten Angebote nutzt, dem gewährt Google die Freiheit, seine Daten selbst zu löschen. Die Prozedur freilich ist recht kompliziert und dürfte viele Nutzer überfordern. Die Wissenschaftler John Palfrey von der Universität Harvard und Urs Gasser von der Hochschule St. Gallen haben für die Beständigkeit von Daten im digitalen Zeitalter ein ganz passendes Bild gefunden: Die Spuren im Internet, so schreiben sie, glichen »im Verlaufe der Zeit mehr und mehr Tätowierungen, die eng mit der Person verbunden sind und später nur unter sehr großen Schwierigkeiten beseitigt werden können«.
- Datum 26.02.2009 - 11:50 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07
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Das große "Google-Special" der "ZEIT" habe ich mit großen Interesse gelesen, aber wirklich neu sind alle diese Fakten für mich nicht.
Mit simplen Methoden habe ich es mir bereits vor Jahren abgewöhnt, mit Google das Internet zu durchsuchen. Häufig besuchte Seiten sind als Lesezeichen in meinem Browser vermerkt, Wikipedia ist die integrierte Suche in meinem Browser, wo ich Google ebenfalls entfernt habe. Das gesamte Angebot von Google-Diensten nutze ich überhaupt nicht, also weder den Browser, Google-Earth noch die Email-Programme. Cookies werden ganz einfach blockiert und Google ist auch nicht meine Hauptseite.
Dienste, die in der "Datensammelliga" von Google spielen, also die ganzen dumpfen "Social Networks" sowie YouTube stehen bei mir auf der Tabu-Liste.
Es ist einfach, sich gegen die Kommerzialisierung der eigenen Person zu wehren. Der entscheidende Punkt liegt einfach darin, damit endlich anzufangen.
Grüß Dich TyRell,
Das man sich einfach gegen die Sammelwut von Big G wehren kann ist an sich und für den Normalanwender sicher richtig, aber im speziellen dann doch nicht so ganz.
Ich bin zum Beispiel Architekturstudent und brauche immer mal wieder die Satellitenbilder von Google Earth. Es wird bei uns einfach vorausgesetzt das man die Dinger in die Präsentationen mit einbezieht.
Mir ist leider einfach keine andere Quelle für Satellitenbilder bekannt.
Immer öfter meinen auch Leute (Architekturbüros), das sketch-up wer weiß wie toll auch für Architekten währe. Nun, es ist mit Sicherheit, von der Anwendbarkeit und den Ergebnissen her, nicht schlecht. Was mich stört sind zum Einen eben Big G, das es letztendlich viele "professionelle" funktionen eben doch nicht hat und das es für die Kommerzielle Nutzung (also für mich, wenn ich mal ein Büro gründe) dann eben doch wieder 380 € kostet.
Ich freue mich darum immer wieder wenn Leute Tipps und Anregungen geben, wo man dem Kraken ausweichen kann und finde es auch immer wieder klasse wenn sich Idealisten finden die auch weiter an neuen und besseren Lösungen feilen.
Damit die gefahren von Google den Leuten bewusster werden und die Ausweichmöglichkeiten bekannter ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und das Thema auch öffentlich zu diskutieren.
In diesem Sinne Thx und Gruß,
Kathedral
Stimmt. Wo immer es Sinn macht, nutze ich ebenfalls meine Freiheit des Abschaltens. Und dies ist ja nicht nur bei google möglich, sondern auch beim Handy. Mein T-mobile-Vertrag ist bereits gekündigt. Ich werde auf ein einfaches Handy mit Grundfunktionen zurückgreifen und unterwegs richtige Menschen fragen, wenn ich was wissen will. Soll ungemein kontaktfördernd sein ;-)
Grüß Dich TyRell,
Das man sich einfach gegen die Sammelwut von Big G wehren kann ist an sich und für den Normalanwender sicher richtig, aber im speziellen dann doch nicht so ganz.
Ich bin zum Beispiel Architekturstudent und brauche immer mal wieder die Satellitenbilder von Google Earth. Es wird bei uns einfach vorausgesetzt das man die Dinger in die Präsentationen mit einbezieht.
Mir ist leider einfach keine andere Quelle für Satellitenbilder bekannt.
Immer öfter meinen auch Leute (Architekturbüros), das sketch-up wer weiß wie toll auch für Architekten währe. Nun, es ist mit Sicherheit, von der Anwendbarkeit und den Ergebnissen her, nicht schlecht. Was mich stört sind zum Einen eben Big G, das es letztendlich viele "professionelle" funktionen eben doch nicht hat und das es für die Kommerzielle Nutzung (also für mich, wenn ich mal ein Büro gründe) dann eben doch wieder 380 € kostet.
Ich freue mich darum immer wieder wenn Leute Tipps und Anregungen geben, wo man dem Kraken ausweichen kann und finde es auch immer wieder klasse wenn sich Idealisten finden die auch weiter an neuen und besseren Lösungen feilen.
Damit die gefahren von Google den Leuten bewusster werden und die Ausweichmöglichkeiten bekannter ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und das Thema auch öffentlich zu diskutieren.
In diesem Sinne Thx und Gruß,
Kathedral
Stimmt. Wo immer es Sinn macht, nutze ich ebenfalls meine Freiheit des Abschaltens. Und dies ist ja nicht nur bei google möglich, sondern auch beim Handy. Mein T-mobile-Vertrag ist bereits gekündigt. Ich werde auf ein einfaches Handy mit Grundfunktionen zurückgreifen und unterwegs richtige Menschen fragen, wenn ich was wissen will. Soll ungemein kontaktfördernd sein ;-)
jetzt muss man nur noch sein handy abschaffen. :-)
genau.
hat schon mal jemand die tv-werbung des g1 gesehen?
richtig schlecht
genau.
hat schon mal jemand die tv-werbung des g1 gesehen?
richtig schlecht
Google ubiquitär? Es geht auch ohne: ich suche mit Ixquick, einer Meta-Suchmaschine, bei der meine IP-Adresse nicht gespeichert wird, und die meine Anfragen an mehrere Suchmaschinen weiterleitet. Bei den Ergebnissen ist das große Google nicht einmal besonders häufig auf den ersten Plätzen - dafür sorgt die Sortierung nach Ergebnissen, die zwischen den Suchmaschinen übereinstimmen. Nun gut: es dauert 1 Sekunde länger - soviel Zeit wende ich gerne auf! Nachmachen!
auch diese meta-suchmaschine hat meine ip-adresse weitergeleitet, sowie mir radio pandora mitteilte. so what.
auch diese meta-suchmaschine hat meine ip-adresse weitergeleitet, sowie mir radio pandora mitteilte. so what.
...willst du eigentlich? ah zum bahnhof...hier gehts lang
hört sich das nicht romantisch an? Zukunftsmusik
ich bin dein handy...ich sag dir wo es langgeht
niiieee mehr verlaufen ,ach wie schön
und zeitsparend :-/
Grüß Dich TyRell,
Das man sich einfach gegen die Sammelwut von Big G wehren kann ist an sich und für den Normalanwender sicher richtig, aber im speziellen dann doch nicht so ganz.
Ich bin zum Beispiel Architekturstudent und brauche immer mal wieder die Satellitenbilder von Google Earth. Es wird bei uns einfach vorausgesetzt das man die Dinger in die Präsentationen mit einbezieht.
Mir ist leider einfach keine andere Quelle für Satellitenbilder bekannt.
Immer öfter meinen auch Leute (Architekturbüros), das sketch-up wer weiß wie toll auch für Architekten währe. Nun, es ist mit Sicherheit, von der Anwendbarkeit und den Ergebnissen her, nicht schlecht. Was mich stört sind zum Einen eben Big G, das es letztendlich viele "professionelle" funktionen eben doch nicht hat und das es für die Kommerzielle Nutzung (also für mich, wenn ich mal ein Büro gründe) dann eben doch wieder 380 € kostet.
Ich freue mich darum immer wieder wenn Leute Tipps und Anregungen geben, wo man dem Kraken ausweichen kann und finde es auch immer wieder klasse wenn sich Idealisten finden die auch weiter an neuen und besseren Lösungen feilen.
Damit die gefahren von Google den Leuten bewusster werden und die Ausweichmöglichkeiten bekannter ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und das Thema auch öffentlich zu diskutieren.
In diesem Sinne Thx und Gruß,
Kathedral
Stimmt. Wo immer es Sinn macht, nutze ich ebenfalls meine Freiheit des Abschaltens. Und dies ist ja nicht nur bei google möglich, sondern auch beim Handy. Mein T-mobile-Vertrag ist bereits gekündigt. Ich werde auf ein einfaches Handy mit Grundfunktionen zurückgreifen und unterwegs richtige Menschen fragen, wenn ich was wissen will. Soll ungemein kontaktfördernd sein ;-)
"Denn anders als der heimische Laptop weiß ein Smartphone ständig, wo es ist, wo sich sein Besitzer aufhält."
Jein. Aufgrund meiner IP weiß ziemlich jeder (google, jede Webseite) wo mein Computer steht. OK, die Werbung ist meist einige Kilometer daneben aber doch erschreckend nah.
Tippe ich google.com ein so werde ich zu google.de weitergeleitet (weil meine IP sagt ich sei in Deutschland). Tippe ich hulu.com oder pandora.com ein so wird mir mitgeteilt dieser Dienst sei ausschließlich für Nutzer aus den USA erlaubt. Schaue ich mir die Werbung an weiß diese auf wenige Kilometer genau wo ich bin (Die beste Pizza in XYZ).
Gehe ich auf myIP.com dann wird mir haarklein mitgeteilt wo mein Computer steht.
Der Unterschied ist dass mein Smartphone auch weiß wo ich bin wenn ich einen Spaziergang unternehme oder wenn ich in eine andere Stadt fahre.
Eine wirklich tolle Funkion die mit einem Smartphone möglich wird ist intelligent den Nahverkehr einer (fremden) Stadt nutzen.
Denn oft ist es so dass man zwischen zwei Stationen zweier Linien steht. Will man nun von A nach B stellt sich die Frage ob es sinnvoller ist zehn Minuten zur S-Bahn zu laufen (wann kommt der Zug? Ist er pünktlich?) und dann schneller und sofort weiterzufahren oder fünf Minuten zur U-Bahn, dann neun Minuten auf den nächsten Zug zu warten und dann langsamer zu sein als mit der S-Bahn. Das wäre die Killer Application für mich um mir endlich auch ein Smartphone zuzulegen.
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