Überwachung Google weiß, wo du bistSeite 6/6

Ende Januar schließlich führte Google neue Datenschutzbestimmungen ein, um seine Nutzer noch intensiver zu beobachten. Die Begründung lautete: Schutz vor Missbrauch. So wird das Bild vom Nutzer immer vollständiger. Das alles geschah heimlich, ohne großes Aufsehen. Und für die meisten Surfer: unerkennbar.

Die Welt der Datenströme ist unüberschaubar. Sie schwellen an und teilen sich. Einige stauen sich, andere versickern im digitalen Nichts.

Aber was wird wozu? Was darf gespeichert, wann muss gelöscht werden? In welchem Land liegen die Daten überhaupt? Und welche Regeln gelten dort? Googles Rechenzentren und die darin gespeicherten Informationen stehen an vielen Orten der Welt, auch in den USA. Sie unterliegen dort somit dem Patriot Act, jenem Gesetz, das der Regierung weitreichende Überwachungsbefugnisse zur Terrorabwehr gibt.

Google trägt zu dieser Undurchsichtigkeit bei, weil das Unternehmen gegenüber seinen Nutzern oft im Ungefähren darüber bleibt, was es mit den Daten wirklich anstellt. Als Trost bleibt: Bisher ist der Internetkonzern äußerst vorsichtig mit Daten umgegangen. Kein größerer Datenskandal hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Mountain View ereignet – anders als bei manchem deutschen Konzern. Und insofern entwickelt sich Google zwar immer mehr zum Spion, ist aber bisher stets ein verschwiegener Spion geblieben.

Wer sich deswegen sorgt, kann auf möglichst viele Dienste von Google verzichten oder sich – paradoxerweise – ganz in die Hände von Google begeben. Denn nur wer die personalisierten Angebote nutzt, dem gewährt Google die Freiheit, seine Daten selbst zu löschen. Die Prozedur freilich ist recht kompliziert und dürfte viele Nutzer überfordern. Die Wissenschaftler John Palfrey von der Universität Harvard und Urs Gasser von der Hochschule St. Gallen haben für die Beständigkeit von Daten im digitalen Zeitalter ein ganz passendes Bild gefunden: Die Spuren im Internet, so schreiben sie, glichen »im Verlaufe der Zeit mehr und mehr Tätowierungen, die eng mit der Person verbunden sind und später nur unter sehr großen Schwierigkeiten beseitigt werden können«.

 
Leser-Kommentare
    • TyRell
    • 08.02.2009 um 18:41 Uhr

    Das große "Google-Special" der "ZEIT" habe ich mit großen Interesse gelesen, aber wirklich neu sind alle diese Fakten für mich nicht.

    Mit simplen Methoden habe ich es mir bereits vor Jahren abgewöhnt, mit Google das Internet zu durchsuchen. Häufig besuchte Seiten sind als Lesezeichen in meinem Browser vermerkt, Wikipedia ist die integrierte Suche in meinem Browser, wo ich Google ebenfalls entfernt habe. Das gesamte Angebot von Google-Diensten nutze ich überhaupt nicht, also weder den Browser, Google-Earth noch die Email-Programme. Cookies werden ganz einfach blockiert und Google ist auch nicht meine Hauptseite.

    Dienste, die in der "Datensammelliga" von Google spielen, also die ganzen dumpfen "Social Networks" sowie YouTube stehen bei mir auf der Tabu-Liste.

    Es ist einfach, sich gegen die Kommerzialisierung der eigenen Person zu wehren. Der entscheidende Punkt liegt einfach darin, damit endlich anzufangen.

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    Grüß Dich TyRell,

    Das man sich einfach gegen die Sammelwut von Big G wehren kann ist an sich und für den Normalanwender sicher richtig, aber im speziellen dann doch nicht so ganz.
    Ich bin zum Beispiel Architekturstudent und brauche immer mal wieder die Satellitenbilder von Google Earth. Es wird bei uns einfach vorausgesetzt das man die Dinger in die Präsentationen mit einbezieht.
    Mir ist leider einfach keine andere Quelle für Satellitenbilder bekannt.
    Immer öfter meinen auch Leute (Architekturbüros), das sketch-up wer weiß wie toll auch für Architekten währe. Nun, es ist mit Sicherheit, von der Anwendbarkeit und den Ergebnissen her, nicht schlecht. Was mich stört sind zum Einen eben Big G, das es letztendlich viele "professionelle" funktionen eben doch nicht hat und das es für die Kommerzielle Nutzung (also für mich, wenn ich mal ein Büro gründe) dann eben doch wieder 380 € kostet.

    Ich freue mich darum immer wieder wenn Leute Tipps und Anregungen geben, wo man dem Kraken ausweichen kann und finde es auch immer wieder klasse wenn sich Idealisten finden die auch weiter an neuen und besseren Lösungen feilen.

    Damit die gefahren von Google den Leuten bewusster werden und die Ausweichmöglichkeiten bekannter ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und das Thema auch öffentlich zu diskutieren.

    In diesem Sinne Thx und Gruß,

    Kathedral

    Stimmt. Wo immer es Sinn macht, nutze ich ebenfalls meine Freiheit des Abschaltens. Und dies ist ja nicht nur bei google möglich, sondern auch beim Handy. Mein T-mobile-Vertrag ist bereits gekündigt. Ich werde auf ein einfaches Handy mit Grundfunktionen zurückgreifen und unterwegs richtige Menschen fragen, wenn ich was wissen will. Soll ungemein kontaktfördernd sein ;-)

    Grüß Dich TyRell,

    Das man sich einfach gegen die Sammelwut von Big G wehren kann ist an sich und für den Normalanwender sicher richtig, aber im speziellen dann doch nicht so ganz.
    Ich bin zum Beispiel Architekturstudent und brauche immer mal wieder die Satellitenbilder von Google Earth. Es wird bei uns einfach vorausgesetzt das man die Dinger in die Präsentationen mit einbezieht.
    Mir ist leider einfach keine andere Quelle für Satellitenbilder bekannt.
    Immer öfter meinen auch Leute (Architekturbüros), das sketch-up wer weiß wie toll auch für Architekten währe. Nun, es ist mit Sicherheit, von der Anwendbarkeit und den Ergebnissen her, nicht schlecht. Was mich stört sind zum Einen eben Big G, das es letztendlich viele "professionelle" funktionen eben doch nicht hat und das es für die Kommerzielle Nutzung (also für mich, wenn ich mal ein Büro gründe) dann eben doch wieder 380 € kostet.

    Ich freue mich darum immer wieder wenn Leute Tipps und Anregungen geben, wo man dem Kraken ausweichen kann und finde es auch immer wieder klasse wenn sich Idealisten finden die auch weiter an neuen und besseren Lösungen feilen.

    Damit die gefahren von Google den Leuten bewusster werden und die Ausweichmöglichkeiten bekannter ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und das Thema auch öffentlich zu diskutieren.

    In diesem Sinne Thx und Gruß,

    Kathedral

    Stimmt. Wo immer es Sinn macht, nutze ich ebenfalls meine Freiheit des Abschaltens. Und dies ist ja nicht nur bei google möglich, sondern auch beim Handy. Mein T-mobile-Vertrag ist bereits gekündigt. Ich werde auf ein einfaches Handy mit Grundfunktionen zurückgreifen und unterwegs richtige Menschen fragen, wenn ich was wissen will. Soll ungemein kontaktfördernd sein ;-)

  1. 2. ...

    jetzt muss man nur noch sein handy abschaffen. :-)

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    • Anonym
    • 11.02.2009 um 20:47 Uhr

    genau.
    hat schon mal jemand die tv-werbung des g1 gesehen?
    richtig schlecht

    • Anonym
    • 11.02.2009 um 20:47 Uhr

    genau.
    hat schon mal jemand die tv-werbung des g1 gesehen?
    richtig schlecht

  2. Google ubiquitär? Es geht auch ohne: ich suche mit Ixquick, einer Meta-Suchmaschine, bei der meine IP-Adresse nicht gespeichert wird, und die meine Anfragen an mehrere Suchmaschinen weiterleitet. Bei den Ergebnissen ist das große Google nicht einmal besonders häufig auf den ersten Plätzen - dafür sorgt die Sortierung nach Ergebnissen, die zwischen den Suchmaschinen übereinstimmen. Nun gut: es dauert 1 Sekunde länger - soviel Zeit wende ich gerne auf! Nachmachen!

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    auch diese meta-suchmaschine hat meine ip-adresse weitergeleitet, sowie mir radio pandora mitteilte. so what.

    auch diese meta-suchmaschine hat meine ip-adresse weitergeleitet, sowie mir radio pandora mitteilte. so what.

  3. ...willst du eigentlich? ah zum bahnhof...hier gehts lang

    hört sich das nicht romantisch an? Zukunftsmusik

    ich bin dein handy...ich sag dir wo es langgeht

    niiieee mehr verlaufen ,ach wie schön

    und zeitsparend :-/

  4. Grüß Dich TyRell,

    Das man sich einfach gegen die Sammelwut von Big G wehren kann ist an sich und für den Normalanwender sicher richtig, aber im speziellen dann doch nicht so ganz.
    Ich bin zum Beispiel Architekturstudent und brauche immer mal wieder die Satellitenbilder von Google Earth. Es wird bei uns einfach vorausgesetzt das man die Dinger in die Präsentationen mit einbezieht.
    Mir ist leider einfach keine andere Quelle für Satellitenbilder bekannt.
    Immer öfter meinen auch Leute (Architekturbüros), das sketch-up wer weiß wie toll auch für Architekten währe. Nun, es ist mit Sicherheit, von der Anwendbarkeit und den Ergebnissen her, nicht schlecht. Was mich stört sind zum Einen eben Big G, das es letztendlich viele "professionelle" funktionen eben doch nicht hat und das es für die Kommerzielle Nutzung (also für mich, wenn ich mal ein Büro gründe) dann eben doch wieder 380 € kostet.

    Ich freue mich darum immer wieder wenn Leute Tipps und Anregungen geben, wo man dem Kraken ausweichen kann und finde es auch immer wieder klasse wenn sich Idealisten finden die auch weiter an neuen und besseren Lösungen feilen.

    Damit die gefahren von Google den Leuten bewusster werden und die Ausweichmöglichkeiten bekannter ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen und das Thema auch öffentlich zu diskutieren.

    In diesem Sinne Thx und Gruß,

    Kathedral

    Antwort auf "The Day after Google"
  5. Stimmt. Wo immer es Sinn macht, nutze ich ebenfalls meine Freiheit des Abschaltens. Und dies ist ja nicht nur bei google möglich, sondern auch beim Handy. Mein T-mobile-Vertrag ist bereits gekündigt. Ich werde auf ein einfaches Handy mit Grundfunktionen zurückgreifen und unterwegs richtige Menschen fragen, wenn ich was wissen will. Soll ungemein kontaktfördernd sein ;-)

    Antwort auf "The Day after Google"
  6. "Denn anders als der heimische Laptop weiß ein Smartphone ständig, wo es ist, wo sich sein Besitzer aufhält."

    Jein. Aufgrund meiner IP weiß ziemlich jeder (google, jede Webseite) wo mein Computer steht. OK, die Werbung ist meist einige Kilometer daneben aber doch erschreckend nah.

    Tippe ich google.com ein so werde ich zu google.de weitergeleitet (weil meine IP sagt ich sei in Deutschland). Tippe ich hulu.com oder pandora.com ein so wird mir mitgeteilt dieser Dienst sei ausschließlich für Nutzer aus den USA erlaubt. Schaue ich mir die Werbung an weiß diese auf wenige Kilometer genau wo ich bin (Die beste Pizza in XYZ).

    Gehe ich auf myIP.com dann wird mir haarklein mitgeteilt wo mein Computer steht.

    Der Unterschied ist dass mein Smartphone auch weiß wo ich bin wenn ich einen Spaziergang unternehme oder wenn ich in eine andere Stadt fahre.

  7. Eine wirklich tolle Funkion die mit einem Smartphone möglich wird ist intelligent den Nahverkehr einer (fremden) Stadt nutzen.

    Denn oft ist es so dass man zwischen zwei Stationen zweier Linien steht. Will man nun von A nach B stellt sich die Frage ob es sinnvoller ist zehn Minuten zur S-Bahn zu laufen (wann kommt der Zug? Ist er pünktlich?) und dann schneller und sofort weiterzufahren oder fünf Minuten zur U-Bahn, dann neun Minuten auf den nächsten Zug zu warten und dann langsamer zu sein als mit der S-Bahn. Das wäre die Killer Application für mich um mir endlich auch ein Smartphone zuzulegen.

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