Datenskandal Schutzlose Bahner

Um Mitarbeiter vor Bespitzelung zu bewahren, braucht es ein eigenes Gesetz. Dass es noch vor der Bundestagswahl kommt, ist unwahrscheinlich

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) soll die Bürger vor dem Staat schützen, der Privatwirtschaft erlegt es kaum Grenzen auf. Zwar berät das Parlament gerade über eine Novellierung des Gesetzes, doch hätten selbst verschärfte Paragrafen die Beschäftigten der Bahn nicht vor Massenschnüffelei behüten können. Bei der BDSG-Novelle geht es nämlich vor allem um den Adresshandel, also den Austausch von Daten für Werbung und Direktmarketing.

Um Mitarbeiter vor Bespitzelung zu bewahren, wäre ein eigenes Gesetz nötig. Darüber wird seit Jahren geredet – mal mehr, mal weniger. 1998 hatten SPD und Grüne in ihrem ersten Koalitionsvertrag sogar vereinbart, ein Arbeitnehmer- datenschutzgesetz zu schaffen. Allerdings wurde daraus nichts. Die Widerstände der Wirtschaft waren zu groß.

Die Spähaktion bei der Bahn lässt die Befürworter eines solchen Gesetzes jetzt hoffen. Auch die kurz vor der Verabschiedung stehende Novelle des BDSG kam schließlich erst aufgrund eines Skandals zustande. Die Telekom hatte Informationen über ihre Kunden in großem Stil verkauft.

"Ich könnte mir vorstellen, dass die aktuelle Gemengelage ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz voranbringt", sagt Gisela Piltz, für die FDP Berichterstatterin zum Thema Datenschutz im Bundestagsinnenausschuss. "Ein Skandal kann den Druck nur erhöhen." Bei der Bahn sei ein »gigantischer Missbrauch getrieben worden«, findet auch Wolfgang Wieland von den Grünen. Er glaubt, dass "ein eigenes Gesetz die beste Lösung wäre".

Ob der öffentliche Druck genügt? Gesetzentwürfe werden in der Regel in Ministerien geschrieben, nicht von der Opposition. Hinzu kommt, dass selbst die Gewerkschaften Bedenken haben. Sie fürchten, der Schutz der Arbeitnehmer könnte sich durch ein im parlamentarischen Verfahren platt gewalztes Regelwerk noch verschlechtern. Und die Vorbehalte der Wirtschaft sind legendär.

Zuletzt beschäftigte sich das Bundesarbeitsministerium im April 2008 mit dem Projekt Arbeitnehmerdatenschutz. Die Einstufung damals: kein aktueller Handlungsbedarf. Dabei war kurz zuvor bekannt geworden, dass der Discounter Lidl seine Mitarbeiter mithilfe von Kameras und Detektiven jahrelang systematisch überwachen ließ.

Dass noch vor der Bundestagswahl im Herbst Schutzparagrafen für Arbeitnehmer geschaffen werden, ist eher unwahrscheinlich. Keine neue Baustelle, ist das Credo von Sebastian Edathy (SPD), dem Vorsitzenden des Innenausschusses, der gerade die BDSG-Novelle berät. Edathys Kollegin Piltz von der FDP denkt indes schon weiter, an die Zeit nach der Bundestagswahl. Sollte es zu einer Koalition mit der Union kommen, will die FDP das Projekt im Koalitionsvertrag verankern.

 
Leser-Kommentare
    • zetti
    • 04.02.2009 um 19:09 Uhr

    Mit Schäuble als Innenminister? NIE!
    Zetti

  1. Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege:

    Die Bahn hat die persönlichen Daten ALLER Mitarbeiter (also wahrscheinlich Name, Vornamen, Anschrift, Geburtsdatum und -Ort) abgeglichen mit einer Liste ihrer Lieferanten.

    Warum? Um aufzudecken, wo Bahn-Mitarbeiter sich selbst oder andere Bahn-Mitarbeiter mit Aufträgen versorgen. Das wäre Betrug und kam bei der Bahn offensichtlich häufiger vor.

    Das Unternehmen versuchte also, sich (den Steuerzahler!) vor Schaden zu bewahren und zwar vor Schaden, der durch gesetzeswidrige Aktivitäten entstanden sein könnte.

    Ich frage nochmals: wo ist da der Skandal?

    Bei jedem Konto, jedem Kredit, jedem Kauf auf Rechnung werden meine Daten aus weit weniger nachvollziehbaren Gründen von der Schufa und irgendwelchen anderen, wohlmöglich noch viel dubioseren Unternehmen abgefragt, abgeglichen und benutzt.

    Wo kommen wir hin, wenn jede Nutzung von Daten direkt ein Datenskandal ist? Hat Peter Schaar sonst nichts zu tun?

    Ich finde es RICHTIG -falls meine Informationen so stimmen- dass ein Unternehmen so vorgehen kann, wie die Bahn es tat. Es kann ja wohl nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes Betrüger, Verbrecher und sonstiges Gesocks weiterhin ihren Machenschaften nachgehen können.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mehdorn hat nichts gewusst, der Aufsichtsrat hat nichts gewusst, der Betriebsrat hat nichts gewusst ... Die Bezahlung der "Schnüffelfirmen" wurde nicht ordnungsgemäß verbucht (Zahlung unter der Hand) ....

    Und außerdem wurden nicht nur (Name, Vorname, Geburtsdatum und -Ort) "untersucht" sondern es tauchen Kontoverbindungen nicht nur des Mitarbeiters sondern auch deren Lebenspartner auf und e-mails und Telefonnummern .... usw

    Darum geht es. Das andere ist Sache der Staatsanwaltschaft.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • eluutz
    • 05.02.2009 um 8:43 Uhr

    Ein Unternehmen kontrolliert die Arbeit seiner Mitarbeiter? Ok. Ein Unternehmen prüft im Verdachtsfall, ob Mitarbeiter beeinflußt werden (Korruption)? Ok. Ein Unternehmen prüft stichprobenartig, ob sich Verdachtsmomente ergeben? Auch gut.

    Ein Unternehmen prüft ALLE Mitarbeiter, der Betriebsrat wird weder vor noch nach der Überprüfug informiert, es werden hochpersönliche Daten geprüft, wie z.B. private Kontakte, Bankverbindungen der Lebenspartner... Alles ohne Anfangsverdacht.

    Der Aufsichtsrat hat nichts gewußt, der Vorstand hat nichts gewußt, das Geld wurde ohne Belege oder Ausschreibungen eingesetzt.

    Darin liegt der Skandal. Es wurde nicht 'übertrieben', es wurde durch korrutionsverdächtige Maßnahmen nach Korrution (falls das wirklich stimmt) gesucht, alle Mitarbeiter wurden unter Generalverdacht gestellt (vielleicht können Sie mir erklären, wie ein Schlosser oder Lokführer oder wasauchimmer Geld veruntreuen kann), die Lebensführung neben der Arbeit wurde untersucht.

    Zitat:
    Ich frage nochmals: wo ist da der Skandal?

    Der Skandal ist, das jede Putzfrau, jeder Lokführer und jeder Wartungsmechaniker über denselben Kamm geschert wurde, wie die eventuell zwei Handvoll schwarzen Schafe, die wirklich Dreck am Stecken hatten. Wo bleibt da bitte folgender Punkt:

    "Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.".
    Gefunden unter Punkt 11, Absatz 1. und zwar hier

    Zitat:
    Bei jedem Konto, jedem Kredit, jedem Kauf auf Rechnung werden meine Daten aus weit weniger nachvollziehbaren Gründen von der Schufa und irgendwelchen anderen, wohlmöglich noch viel dubioseren Unternehmen abgefragt, abgeglichen und benutzt.

    A) Es gibt nichts, was dubioser ist wie die Schufa. Es gibt einige sehr "ehrenwerte Gesellschaften" die da nahe rankommen, nur überholen geht da nichtmehr.

    B) Die Rechtliche Grauzone in der die Operieren kann meines Erachtens nur durch massiven Einfluss von Lobbyorganisationen und einigen anderen Aktionen aufrecht erhalten werden, die ich hier nicht unzensiert nennen darf.

    C) Nur weil es diese art von "Datengangstern" gibt, heisst es noch lange nicht, das die auch tun und lassen können was die wollen.
    Erstaunlicherweise kommt man mittlerweile gut durchs Leben, wenn eine Firma ein Geburtsdatum wissen will, das man dort sinngemäß einträgt: "Ich wiederspreche der Nutzung meiner Daten durch die Schufa Holding AG und ähnlichen Firmen".
    Firmen, die darauf bestehen, muss man ja nicht unterstützen.

    Zitat:
    Ich finde es RICHTIG -falls meine Informationen so stimmen- dass ein Unternehmen so vorgehen kann, wie die Bahn es tat. Es kann ja wohl nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes Betrüger, Verbrecher und sonstiges Gesocks weiterhin ihren Machenschaften nachgehen können.

    Halbwegs wasserdicht wäre folgende Vorgehensweise:
    Man nimmt Teile der Kontonummer der Lieferanten und gleicht diese von den Beschäftigten ab. Hat man nun ein Treffer, wird die gesammte Kontonummer verglichen und erst bei einer Bestätigung wird dann mal ein Name rausgesucht. So ist die Privatsphäre der Mitarbeiter solange gewahrt, bis ein handfester Verdacht vorliegt.
    Sie meinen, das man, um das zu umgehen, sich ja für soeine Aktion auch mal ein anderes Konto zulegen kann?
    Richtig. Man kann auch die Firma auf den Namen des Sohnes laufen lassen. Ich wünsche Ihnen dann viel Spass beim überlegen, wie sie dem auf die Spur kommen wollen.

    Wer es drauf anlegt, wird immer irgendjemand übers Ohr hauen. Deshalb gleich alle zu verdächtigen zeugt nicht unbedingt von souveränem Führungsstil sondern eher nach Angstbeissen

    Mehdorn hat nichts gewusst, der Aufsichtsrat hat nichts gewusst, der Betriebsrat hat nichts gewusst ... Die Bezahlung der "Schnüffelfirmen" wurde nicht ordnungsgemäß verbucht (Zahlung unter der Hand) ....

    Und außerdem wurden nicht nur (Name, Vorname, Geburtsdatum und -Ort) "untersucht" sondern es tauchen Kontoverbindungen nicht nur des Mitarbeiters sondern auch deren Lebenspartner auf und e-mails und Telefonnummern .... usw

    Darum geht es. Das andere ist Sache der Staatsanwaltschaft.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • eluutz
    • 05.02.2009 um 8:43 Uhr

    Ein Unternehmen kontrolliert die Arbeit seiner Mitarbeiter? Ok. Ein Unternehmen prüft im Verdachtsfall, ob Mitarbeiter beeinflußt werden (Korruption)? Ok. Ein Unternehmen prüft stichprobenartig, ob sich Verdachtsmomente ergeben? Auch gut.

    Ein Unternehmen prüft ALLE Mitarbeiter, der Betriebsrat wird weder vor noch nach der Überprüfug informiert, es werden hochpersönliche Daten geprüft, wie z.B. private Kontakte, Bankverbindungen der Lebenspartner... Alles ohne Anfangsverdacht.

    Der Aufsichtsrat hat nichts gewußt, der Vorstand hat nichts gewußt, das Geld wurde ohne Belege oder Ausschreibungen eingesetzt.

    Darin liegt der Skandal. Es wurde nicht 'übertrieben', es wurde durch korrutionsverdächtige Maßnahmen nach Korrution (falls das wirklich stimmt) gesucht, alle Mitarbeiter wurden unter Generalverdacht gestellt (vielleicht können Sie mir erklären, wie ein Schlosser oder Lokführer oder wasauchimmer Geld veruntreuen kann), die Lebensführung neben der Arbeit wurde untersucht.

    Zitat:
    Ich frage nochmals: wo ist da der Skandal?

    Der Skandal ist, das jede Putzfrau, jeder Lokführer und jeder Wartungsmechaniker über denselben Kamm geschert wurde, wie die eventuell zwei Handvoll schwarzen Schafe, die wirklich Dreck am Stecken hatten. Wo bleibt da bitte folgender Punkt:

    "Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.".
    Gefunden unter Punkt 11, Absatz 1. und zwar hier

    Zitat:
    Bei jedem Konto, jedem Kredit, jedem Kauf auf Rechnung werden meine Daten aus weit weniger nachvollziehbaren Gründen von der Schufa und irgendwelchen anderen, wohlmöglich noch viel dubioseren Unternehmen abgefragt, abgeglichen und benutzt.

    A) Es gibt nichts, was dubioser ist wie die Schufa. Es gibt einige sehr "ehrenwerte Gesellschaften" die da nahe rankommen, nur überholen geht da nichtmehr.

    B) Die Rechtliche Grauzone in der die Operieren kann meines Erachtens nur durch massiven Einfluss von Lobbyorganisationen und einigen anderen Aktionen aufrecht erhalten werden, die ich hier nicht unzensiert nennen darf.

    C) Nur weil es diese art von "Datengangstern" gibt, heisst es noch lange nicht, das die auch tun und lassen können was die wollen.
    Erstaunlicherweise kommt man mittlerweile gut durchs Leben, wenn eine Firma ein Geburtsdatum wissen will, das man dort sinngemäß einträgt: "Ich wiederspreche der Nutzung meiner Daten durch die Schufa Holding AG und ähnlichen Firmen".
    Firmen, die darauf bestehen, muss man ja nicht unterstützen.

    Zitat:
    Ich finde es RICHTIG -falls meine Informationen so stimmen- dass ein Unternehmen so vorgehen kann, wie die Bahn es tat. Es kann ja wohl nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes Betrüger, Verbrecher und sonstiges Gesocks weiterhin ihren Machenschaften nachgehen können.

    Halbwegs wasserdicht wäre folgende Vorgehensweise:
    Man nimmt Teile der Kontonummer der Lieferanten und gleicht diese von den Beschäftigten ab. Hat man nun ein Treffer, wird die gesammte Kontonummer verglichen und erst bei einer Bestätigung wird dann mal ein Name rausgesucht. So ist die Privatsphäre der Mitarbeiter solange gewahrt, bis ein handfester Verdacht vorliegt.
    Sie meinen, das man, um das zu umgehen, sich ja für soeine Aktion auch mal ein anderes Konto zulegen kann?
    Richtig. Man kann auch die Firma auf den Namen des Sohnes laufen lassen. Ich wünsche Ihnen dann viel Spass beim überlegen, wie sie dem auf die Spur kommen wollen.

    Wer es drauf anlegt, wird immer irgendjemand übers Ohr hauen. Deshalb gleich alle zu verdächtigen zeugt nicht unbedingt von souveränem Führungsstil sondern eher nach Angstbeissen

  2. Mehdorn hat nichts gewusst, der Aufsichtsrat hat nichts gewusst, der Betriebsrat hat nichts gewusst ... Die Bezahlung der "Schnüffelfirmen" wurde nicht ordnungsgemäß verbucht (Zahlung unter der Hand) ....

    Und außerdem wurden nicht nur (Name, Vorname, Geburtsdatum und -Ort) "untersucht" sondern es tauchen Kontoverbindungen nicht nur des Mitarbeiters sondern auch deren Lebenspartner auf und e-mails und Telefonnummern .... usw

    Darum geht es. Das andere ist Sache der Staatsanwaltschaft.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Antwort auf "DATENSKANDAL? WO??"
    • eluutz
    • 05.02.2009 um 8:43 Uhr

    Ein Unternehmen kontrolliert die Arbeit seiner Mitarbeiter? Ok. Ein Unternehmen prüft im Verdachtsfall, ob Mitarbeiter beeinflußt werden (Korruption)? Ok. Ein Unternehmen prüft stichprobenartig, ob sich Verdachtsmomente ergeben? Auch gut.

    Ein Unternehmen prüft ALLE Mitarbeiter, der Betriebsrat wird weder vor noch nach der Überprüfug informiert, es werden hochpersönliche Daten geprüft, wie z.B. private Kontakte, Bankverbindungen der Lebenspartner... Alles ohne Anfangsverdacht.

    Der Aufsichtsrat hat nichts gewußt, der Vorstand hat nichts gewußt, das Geld wurde ohne Belege oder Ausschreibungen eingesetzt.

    Darin liegt der Skandal. Es wurde nicht 'übertrieben', es wurde durch korrutionsverdächtige Maßnahmen nach Korrution (falls das wirklich stimmt) gesucht, alle Mitarbeiter wurden unter Generalverdacht gestellt (vielleicht können Sie mir erklären, wie ein Schlosser oder Lokführer oder wasauchimmer Geld veruntreuen kann), die Lebensführung neben der Arbeit wurde untersucht.

    Antwort auf "DATENSKANDAL? WO??"
  3. 5. Da!

    Zitat:
    Ich frage nochmals: wo ist da der Skandal?

    Der Skandal ist, das jede Putzfrau, jeder Lokführer und jeder Wartungsmechaniker über denselben Kamm geschert wurde, wie die eventuell zwei Handvoll schwarzen Schafe, die wirklich Dreck am Stecken hatten. Wo bleibt da bitte folgender Punkt:

    "Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.".
    Gefunden unter Punkt 11, Absatz 1. und zwar hier

    Zitat:
    Bei jedem Konto, jedem Kredit, jedem Kauf auf Rechnung werden meine Daten aus weit weniger nachvollziehbaren Gründen von der Schufa und irgendwelchen anderen, wohlmöglich noch viel dubioseren Unternehmen abgefragt, abgeglichen und benutzt.

    A) Es gibt nichts, was dubioser ist wie die Schufa. Es gibt einige sehr "ehrenwerte Gesellschaften" die da nahe rankommen, nur überholen geht da nichtmehr.

    B) Die Rechtliche Grauzone in der die Operieren kann meines Erachtens nur durch massiven Einfluss von Lobbyorganisationen und einigen anderen Aktionen aufrecht erhalten werden, die ich hier nicht unzensiert nennen darf.

    C) Nur weil es diese art von "Datengangstern" gibt, heisst es noch lange nicht, das die auch tun und lassen können was die wollen.
    Erstaunlicherweise kommt man mittlerweile gut durchs Leben, wenn eine Firma ein Geburtsdatum wissen will, das man dort sinngemäß einträgt: "Ich wiederspreche der Nutzung meiner Daten durch die Schufa Holding AG und ähnlichen Firmen".
    Firmen, die darauf bestehen, muss man ja nicht unterstützen.

    Zitat:
    Ich finde es RICHTIG -falls meine Informationen so stimmen- dass ein Unternehmen so vorgehen kann, wie die Bahn es tat. Es kann ja wohl nicht sein, dass unter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes Betrüger, Verbrecher und sonstiges Gesocks weiterhin ihren Machenschaften nachgehen können.

    Halbwegs wasserdicht wäre folgende Vorgehensweise:
    Man nimmt Teile der Kontonummer der Lieferanten und gleicht diese von den Beschäftigten ab. Hat man nun ein Treffer, wird die gesammte Kontonummer verglichen und erst bei einer Bestätigung wird dann mal ein Name rausgesucht. So ist die Privatsphäre der Mitarbeiter solange gewahrt, bis ein handfester Verdacht vorliegt.
    Sie meinen, das man, um das zu umgehen, sich ja für soeine Aktion auch mal ein anderes Konto zulegen kann?
    Richtig. Man kann auch die Firma auf den Namen des Sohnes laufen lassen. Ich wünsche Ihnen dann viel Spass beim überlegen, wie sie dem auf die Spur kommen wollen.

    Wer es drauf anlegt, wird immer irgendjemand übers Ohr hauen. Deshalb gleich alle zu verdächtigen zeugt nicht unbedingt von souveränem Führungsstil sondern eher nach Angstbeissen

    Antwort auf "DATENSKANDAL? WO??"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    1) Der Skandal ist, das jede Putzfrau, jeder Lokführer und jeder Wartungsmechaniker über denselben Kamm geschert wurde, wie die eventuell zwei Handvoll schwarzen Schafe, die wirklich Dreck am Stecken hatten.
    Wenn die Bahn nur selektiv gesucht hätte, dann wäre ihr zu Recht vorgeworfen worden, diskriminierend vorzugehen.
    Zudem: ich kann doch als Manager der Bahn einen völlig unverdächtigen "kleinen" Mitarbeiter als Strohmann benutzen...

    2) Es gibt nichts, was dubioser ist wie die Schufa. Es gibt einige sehr "ehrenwerte Gesellschaften" die da nahe rankommen, nur überholen geht da nichtmehr.
    Ist ja sehr fundiert. Bei der schufa kann ich immerhin meine Daten einsehen, nämlich hier. Ich kann da Rückfragen stellen und sie streichen sogar Punkte, die nicht richtig sind, selbst ausprobiert. Im Gegensatz dazu gibt es anscheinend jede Menge Unternehmen, die Daten über Private Personen speichern und weitergeben, die kennt man nur nicht. Schonmal von Infoscore, Creditreform, Bürgel, Dun&Bradstreet, Accumio, Experian und Konsorten gehört? Nicht? Dann melden sie sich da mal an, denn die schufa ist meines wissens der einzige verein, der für sie auch bei diesen anderen unternehmen anfragt, welche daten dort über sie gespeichert sind. ich habe das auch erst neulich dort gesehen, dass es diese Möglichkeit gibt, aber ich war schon erstaunt, wie viele andere Unternehmen da aktiv sind und es gibt sicherlich noch viele mehr und ich will nicht wissen, was die mit den daten alles machen.

    Sich über "kann man nicht unzensiert nennen" aus der Affäre zu ziehen...naja. Was für "Geheimwissen um dunkle Machenschaften" soll das denn sein? Bedroht man sie, wenn sie sowas publik machen? Keinen Kredit mehr? Kann ich mir schwer vorstellen.

    3) Sinnvoll finde ich ihren Vorschlag einer etwas differenzierteren Vorgehensweise bei der Bahn, das ist sicherlich richtig. Auch die Ausweitung auf unbeteiligten Dritte -wenn es das tatsächlich gegeben hat- geht gar nicht. Trotzdem finde ich die Berichterstattung in dem Kontext doch sehr einseitig.

    1) Der Skandal ist, das jede Putzfrau, jeder Lokführer und jeder Wartungsmechaniker über denselben Kamm geschert wurde, wie die eventuell zwei Handvoll schwarzen Schafe, die wirklich Dreck am Stecken hatten.
    Wenn die Bahn nur selektiv gesucht hätte, dann wäre ihr zu Recht vorgeworfen worden, diskriminierend vorzugehen.
    Zudem: ich kann doch als Manager der Bahn einen völlig unverdächtigen "kleinen" Mitarbeiter als Strohmann benutzen...

    2) Es gibt nichts, was dubioser ist wie die Schufa. Es gibt einige sehr "ehrenwerte Gesellschaften" die da nahe rankommen, nur überholen geht da nichtmehr.
    Ist ja sehr fundiert. Bei der schufa kann ich immerhin meine Daten einsehen, nämlich hier. Ich kann da Rückfragen stellen und sie streichen sogar Punkte, die nicht richtig sind, selbst ausprobiert. Im Gegensatz dazu gibt es anscheinend jede Menge Unternehmen, die Daten über Private Personen speichern und weitergeben, die kennt man nur nicht. Schonmal von Infoscore, Creditreform, Bürgel, Dun&Bradstreet, Accumio, Experian und Konsorten gehört? Nicht? Dann melden sie sich da mal an, denn die schufa ist meines wissens der einzige verein, der für sie auch bei diesen anderen unternehmen anfragt, welche daten dort über sie gespeichert sind. ich habe das auch erst neulich dort gesehen, dass es diese Möglichkeit gibt, aber ich war schon erstaunt, wie viele andere Unternehmen da aktiv sind und es gibt sicherlich noch viele mehr und ich will nicht wissen, was die mit den daten alles machen.

    Sich über "kann man nicht unzensiert nennen" aus der Affäre zu ziehen...naja. Was für "Geheimwissen um dunkle Machenschaften" soll das denn sein? Bedroht man sie, wenn sie sowas publik machen? Keinen Kredit mehr? Kann ich mir schwer vorstellen.

    3) Sinnvoll finde ich ihren Vorschlag einer etwas differenzierteren Vorgehensweise bei der Bahn, das ist sicherlich richtig. Auch die Ausweitung auf unbeteiligten Dritte -wenn es das tatsächlich gegeben hat- geht gar nicht. Trotzdem finde ich die Berichterstattung in dem Kontext doch sehr einseitig.

  4. 1) Der Skandal ist, das jede Putzfrau, jeder Lokführer und jeder Wartungsmechaniker über denselben Kamm geschert wurde, wie die eventuell zwei Handvoll schwarzen Schafe, die wirklich Dreck am Stecken hatten.
    Wenn die Bahn nur selektiv gesucht hätte, dann wäre ihr zu Recht vorgeworfen worden, diskriminierend vorzugehen.
    Zudem: ich kann doch als Manager der Bahn einen völlig unverdächtigen "kleinen" Mitarbeiter als Strohmann benutzen...

    2) Es gibt nichts, was dubioser ist wie die Schufa. Es gibt einige sehr "ehrenwerte Gesellschaften" die da nahe rankommen, nur überholen geht da nichtmehr.
    Ist ja sehr fundiert. Bei der schufa kann ich immerhin meine Daten einsehen, nämlich hier. Ich kann da Rückfragen stellen und sie streichen sogar Punkte, die nicht richtig sind, selbst ausprobiert. Im Gegensatz dazu gibt es anscheinend jede Menge Unternehmen, die Daten über Private Personen speichern und weitergeben, die kennt man nur nicht. Schonmal von Infoscore, Creditreform, Bürgel, Dun&Bradstreet, Accumio, Experian und Konsorten gehört? Nicht? Dann melden sie sich da mal an, denn die schufa ist meines wissens der einzige verein, der für sie auch bei diesen anderen unternehmen anfragt, welche daten dort über sie gespeichert sind. ich habe das auch erst neulich dort gesehen, dass es diese Möglichkeit gibt, aber ich war schon erstaunt, wie viele andere Unternehmen da aktiv sind und es gibt sicherlich noch viele mehr und ich will nicht wissen, was die mit den daten alles machen.

    Sich über "kann man nicht unzensiert nennen" aus der Affäre zu ziehen...naja. Was für "Geheimwissen um dunkle Machenschaften" soll das denn sein? Bedroht man sie, wenn sie sowas publik machen? Keinen Kredit mehr? Kann ich mir schwer vorstellen.

    3) Sinnvoll finde ich ihren Vorschlag einer etwas differenzierteren Vorgehensweise bei der Bahn, das ist sicherlich richtig. Auch die Ausweitung auf unbeteiligten Dritte -wenn es das tatsächlich gegeben hat- geht gar nicht. Trotzdem finde ich die Berichterstattung in dem Kontext doch sehr einseitig.

    Antwort auf "Da!"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service