Zynismus, wohin man sieht

Petra Pinzler: »Dummheit oder Ignoranz?« Zeit Nr. 5

So viel Klarheit und Deutlichkeit würde ich mir bei vielen anderen Artikeln auch wünschen! Und etwas weniger Verständnis wünsche ich mir für Menschen, die sich dreist auf Kosten der Allgemeinheit bereichern und den gerade noch betrogenen Staat rufen, wenn sie ihre eigenen Fehler nicht mehr in den Griff kriegen.

Wichtig ist Frau Pinzlers Artikel allerdings auch vor dem Hintergrund der neuesten Meldungen über die Flüchtlinge in Lampedusa. Denn die neuen Subventionen werden den Flüchtlingsstrom verstärken – aber die Kosten dafür übernimmt ja eine andere Abteilung der EU. Zynismus, wohin man sieht.

Markos Pavlidis, Reichshof

Ja, nun sind wir in der Milchwirtschaft wieder da, wo wir dreißig Jahre lang waren – in der Überschussproduktion. 2007 waren die letzten Lagerbestände aufgebraucht, und es wurde direkt für den Markt produziert. Die Folge war, dass die Preise stiegen. Der EU-Kommission und den meisten EU-Ländervertretern war dies ein Dorn im Auge, und sogleich wurde per Beschluss die Milchmenge erhöht. Vorschläge, sie flexibel dem Markt anzupassen, wurden vom Tisch gewischt mit dem Hinweis, das behindere den »freien Markt«. Der sogenannte freie Markt hat uns also wieder dahin gebracht, wo wir die letzten dreißig Jahre waren. Da sind die jetzt beschlossenen Exporterstattungen nur die logische Konsequenz der ewig gestrigen Rezepte.

Dass sich Frau Merkel oder beispielsweise Herr Westerwelle nicht über die wieder eingeführten Exporterstattungen mokieren, wundert mich überhaupt nicht. Denn ihre Verschrottungsprämie ist ja auch eine Maßnahme von vorvorgestern.

Claudia Schröder, Rinderzüchterin per E-Mail

Die Phalanx aus Nahrungsmittelmultis, Politik und in deren Schlepptau dem Bauernverband verhindert gekonnt grundlegende Veränderungen im Agrarbereich. So gelingt es kollektiv, den letzten Weltagrarbericht der FAO zu ignorieren. Die armseligste Rolle auf diesem Parkett der Interessen spielt hierbei der Bauernverband. Ein kleines Häufchen, das sich durch seine eigene Politik selbst dezimiert hat.

Zur Exportbeihilfe: 1. Die Landwirtschaft hier wird weiterhin am Subventionstropf hängen, damit sie überleben und so billig wie möglich produzieren kann, und das auf Kosten der Natur gegen jede ökonomische Vernunft. 2. In der Dritten Welt werden weiterhin die Betriebe vernichtet, da sie gegen Dumpingprodukte nicht ankommen. Die Nutznießer dieser Politik sind einzig die Nahrungsmittelmultis, bis hin zu den Discountern.

Herbert Ernst, Kraichtal/Gochsheim

 
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