Die beiden christlichen Parteien CDU und CSU stehen vor allem in der Gunst von Finanzinstituten. Die FDP kann ebenfalls auf diesen Spenderkreis zählen. Aber auch die SPD geht nicht leer aus. Man darf gespannt sein, ob sich in Zeiten der Bankenrettung durch den Staat diese Spendenpraxis fortsetzt. Im Fall der Commerzbank bekommt sie pikante Züge. Schließlich ist der Bund inzwischen an dem Unternehmen beteiligt. Das Parteiengesetz verbietet aber Spenden von Unternehmen, an denen die öffentliche Hand einen Anteil von mehr als 25 Prozent hält. Die Spenden sind in diesem Fall allerdings schon im März 2008 geflossen, als die weitere Entwicklung noch nicht spruchreif war.

Einzelspenden über 50.000 Euro müssen dem Bundestagspräsidenten sofort gemeldet werden. Der ist wiederum verpflichtet, diese Informationen »zeitnah« zu veröffentlichen. Kleinere Spenden zwischen 10.000 und 50.000 sind mit zweijähriger Verspätung den Rechenschaftsberichten der Parteien zu entnehmen. Barspenden dürfen lediglich bis zu einem Betrag von 1000 Euro fließen. Der Autobauer BMW überweist übrigens nicht cash, sondern stellt den Parteien seine Autos kostenlos zur Verfügung.

Insgesamt hat die CDU im Jahr 2006 – frischere Zahlen gibt es noch nicht – fast 23 Millionen Euro an Spenden kassiert; die CSU rund 6 Millionen; die SPD kam auf 12,3 Millionen und die FDP auf 8 Millionen. Die Grünen finden sich mit rund 3,5 Millionen weit unten in der Spendenliste, und die Linken schnitten mit knapp 1,9 Millionen Euro am schlechtesten ab.

Die detaillierten Listen der Parteispenden über 50.000 Euro veröffentlicht der Deutsche Bundestag hier. Wer sich durchklicken möchte: Unter Punkt 4 "Fundstellenverzeichnis über die zeitnahe Veröffentlichung von Spenden über 50.000 Euro" finden sich die entsprechenden Monatsberichte.