Technik Persönlich Überallmusik
Mit dem Sonos Multi-Room Music System wird die Audioberieselung von Haus und Hof perfekt

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Eine der Verheißungen des oft beschworenen »intelligenten Hauses« lautet: Der Bewohner kann darin nach Belieben herumlaufen; Licht, Wärme und Audiogeriesel folgen ihm auf dem Fuß. Dass man so ein Haus beim Architekten bestellen (und bezahlen) kann, wird unsereiner vermutlich nicht mehr erleben. Wer trotzdem das Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur nach dem Verlassen des Wohnzimmers im Bad weiter- und im Bett zu Ende hören will, greift mit Gewinn zur Zwischenlösung: einem Vielzimmermusiksystem.
Sehr schick macht das die amerikanische Firma Sonos. Sie strickt für Wohnung oder Haus ein grobmaschiges Funknetz, das bei Bedarf bis zum Pool und zur Doppelgarage reicht. An einem Knoten im Netz, der tunlichst in Routernähe steht, wird alles eingespeist, was an digitalisiertem Ohrenstoff verfügbar ist: die Musiksammlung aus dem heimischen Rechner, das Internetradio, die Bezahlmusik aus dem Netz. An beliebig vielen Orten stehen dann kleine Kisten, die äppelig elegant aussehen und entweder (in der Version mit Verstärker) Lautsprecher beliefern oder das Material in eine vorhandene Anlage speisen.
Wer dann noch über einen Controller verfügt oder besser noch über einen iPod (mit dem kontrolliert es sich auch prima), der ist ein kleiner König. Er kann sogar ein Diktator sein, wenn er abends um acht seinen Kindern vom Fernsehsessel aus den Saft abdreht. Wenn der Diktator gute Laune hat, kann er auch in Haus und Hof eine Party machen. Knopfdruck genügt.
Nett bei Sonos ist, dass eine Zweizimmeranlage in fünf bis zehn Minuten installiert ist. Man muss keine Strippen verlegen. Es gibt keine Komplikationen beim Hacken ins eigene WLAN (wie war noch der 32-stellige Schlüssel?). Eine Handvoll Clicks am Computer – und die Knotenpunkte sind rasch installiert, die private Musiksammlung ist freigegeben. Dreht man dann dem Rechner den Saft ab, bedient sich Sonos über DSL im Internet. Das setzt natürlich eine Flatrate voraus. Und schon dröhnt im Kinderzimmer der unvermeidliche Rolf Zuckowski (Stups, der kleine Osterhase). Im Büro dagegen läuft Verdammt ich lieb dich von Matthias Reim. Nur so als Beispiel.
Musikalische Hausnetze gibt es auch von Apple (Airport Express) oder Roku (Soundbridge). Der Nachteil: Sie nutzen das heimische WLAN und sind nicht sehr smart. Der Vorteil: Sie sind relativ billig. Mit dem Sonos-Programm hingegen nähert man sich dem Traum vom intelligenten Haus. Auch preislich.
Sonos Multi-Room Music System, ab ca. 1100 Euro (Grundausstattung für zwei Zimmer)
- Datum 06.02.2009 - 04:05 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 05.02.2009 Nr. 07
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