Münchner Sicherheitskonferenz: Die einsame Weltmacht
Nicht nur auf Amerika starren: Wie Russland aus seiner strategischen Isolation ausbrechen könnte

© Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images
Wladimir Putin auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, 2009
Die gegenwärtige russische Führung betrachtet ihr Land als unabhängiges Machtzentrum inmitten einer multipolaren Welt. Die Integration mit dem Westen, die Boris Jelzin während der neunziger Jahre vorangetrieben hatte, hat Moskau endgültig aufgegeben. Gescheitert sind auch Wladimir Putins frühe Versuche, sich dem Westen anzunähern – den Vereinigten Staaten mittels einer De-facto-Allianz nach den Terroranschlägen von 9/11, Europa mittels einer gegenseitigen Verständigung, die durch kräftige Kapitalströme unterstützt werden sollte.
Weil Russland sich dem Westen nicht zu dessen Bedingungen anschließen wollte und weil es unfähig war, dem Westen die russischen Bedingungen zu diktieren, hat es sich für eine Position entschieden, die es eigentlich schon immer innehatte: Es will einen Block postsowjetischer Staaten unter der Führung des Kremls schaffen.
Im Streben nach Macht und Anerkennung sieht Moskau überall Rivalen – doch Hauptkonkurrent bleiben die Vereinigten Staaten. In seiner Münchner Rede 2007 nannte Putin die Bedingungen für einen Dialog zwischen Russland und den USA: Er verlangte, Washington solle Russland akzeptieren, wie es ist, es als gleichberechtigten Partner behandeln und Geschäfte nur auf Grundlage gemeinsamer Interessen machen.
Aus Sicht des Kremls wurden diese Forderungen weitgehend ignoriert. Die USA warben für einen Membership Action Plan für Georgien und die Ukraine, der langfristig zu ihrer Nato-Mitgliedschaft führen sollte. Sie rüsteten Tbilissi auf, konnten den georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili dann aber nicht unter Kontrolle halten und vereinbarten mit Polen und Tschechien die Stationierung eines Raketenabwehrsystems.
Für den Kreml zielt die amerikanische Politik gegenüber Georgien und der Ukraine vor allem darauf ab, Russlands Streben nach einer selbstständigen Position in der Welt zu untergraben. Den Vorschlag einer Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine deutet Moskau als feindselige Eindämmung eigener Ambitionen. Den georgischen Militäreinsatz gegen die Bewohner Südossetiens und gegen die russischen Friedenstruppen betrachtete man als Versuch der USA, das Führungsvermögen von Putin und Medwedjew zu erproben. Sogar als der Westen während des Georgienkriegs überlegte, wo Russland wohl als Nächstes zuschlage, fürchtete die russische Regierung, von den USA in einen weiteren Stellvertreterkonflikt hineingezogen zu werden.
Moskau weiß, dass es nur auf sich selbst zählen kann. Der Umstand, dass kein einziger der russischen Alliierten in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) und nicht einmal der Unionsstaat Weißrussland die russische Anerkennung Abchasiens und Südossetiens unterstützten, lastet sehr auf den Gemütern im Kreml. Dass auch China sich zurückhielt, machte die Belastung nur größer. Die Maxime Alexanders III., dass »Russland nur zwei wahre Freunde in der Welt hat: seine Armee und seine Flotte«, scheint mehr als ein Jahrhundert später drastisch bestätigt. Russland ist heute kein Machtzentrum, es ist eine einsame Macht.





Eine in Teilaspekten stimmige Analyse... Aber leider auch die immer gleichen Annahmen wie Russland auszusehen hat von denen man genau weiss das diese von Russland nicht erwünscht sind. Nicht Strategisch, nicht Politisch, nicht Wirtschaftlich...
Das die USA als primärer Feind/Partner angesehen werden ist meiner Ansicht nach auch nicht falsch. Die EU kann ja in vielen Bereichen, u.a. Bereiche der Aussenpolitik, nur als verlängerter Arm der USA angesehen werden. Das gleiche gilt für die von den USA dominierten Handeslverträge, dem WTO Betritt, dem Aufbau von stationären Raketen direkt vor der Haustüre... selbst der Verfasser dieses Artikels wurde von den USA finanziert...
Die Global verteilten Carnegie Zentren sind zwar offiziel eine Private Institution, gelten aber als verlängerter Arm des "State Department"... nur eine von vielen Meinungsmacher Fabriken die von den USA finanziert werden.
Kein Wunder hat Russland vor einiger Zeit von den hunderten von NGO's, die sich in Russland verbreitet haben, verlangt sich zu registrieren...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Diese Analyse ist in sich widersprüchlich. Auf der einen Seite die Bennung des Ziels russischer Politik, nämlich eine eigenständige Rolle in der Weltpolitik, um sich nicht in amerikanische Abhängigkeit zu begeben. Auf der anderen Seite die Denunzierung dieses Strebens nach Unabhängigkeit als Großmachtspolitik und als Widerstand gegen den "Hauptrivalen" USA. Aber ist Unabhängigkeit gleichbedeutend mit Großmachtstreben? Implizit setzt diese Beurteilung voraus, daß die Vorstellungen der USA die einzig richtigen sind. Woher nimmt der Verfasser dieses Artikels aber seine Gewißtheit, daß die Politik und die Vorstellungen, die der Westen hat, auch diejenigen sind, die den spezifischen Bedingungen und Interessen Rußlands entsprechen?
Die 90er Jahre unter Jelzin, als versucht wurde, diese westlichen Vorstellungen auf Rußland zu übertragen, dürften der dortigen Bevölkerung noch in lebhafter Erinnerung sein. Ist es da nicht verständlich, daß Putin und Medwedjew gute Gründe haben, auf einem eigenständigen Weg Rußlands zu beharren und sich nicht in Abhängigkeit vom Westen zu begeben? Was die Forumulierungen "hämisch" wie auch "primärer Feind" oder "Rivale" angeht, so braucht man lediglich die Ländernamen auszutauschen, um zu einer treffenden Einschätzung zu kommen. Die Frage steht: Ist es Rußland, das immer näher auf die westliche Einflußsphäre zurückt, oder ist es die NATO, die immer näher an Rußland heranrückt, und das entgegen früheren Zusagen an die damalige Sowjetunion unter Gorbatschow? Daher ist auch die im Artikel enthaltende vollkommen aus der Luft gegriffene Behauptung, Rußland versuche, dem Westen seine Vorstellungen aufzuzwängen, gegenstandslos.
Die Bereitschaft, mit dem Westen, speziell mit Europa, konstruktiv zusammenzusarbeiten, hat Rußland jedenfalls immer wieder in der Tat bewiesen. Darum wären die europäischen Staaten gut beraten, sich nicht im amerikanischen Interesse in einen unnützen und für alle schädlichen Konflikt mit Rußland verwickeln zu lassen. Meine Hoffnung ist, daß die neue amerikanische Regierung unter Obama von dieser Konfrontationspolitik abgeht und wieder Vernunft walten läßt. Die gegenwärtige ökonomische Misere dürfte ihm in der Beziehung auch keine Wahl mehr lassen.
Diese Analyse ist in sich widersprüchlich. Auf der einen Seite die Bennung des Ziels russischer Politik, nämlich eine eigenständige Rolle in der Weltpolitik, um sich nicht in amerikanische Abhängigkeit zu begeben. Auf der anderen Seite die Denunzierung dieses Strebens nach Unabhängigkeit als Großmachtspolitik und als Widerstand gegen den "Hauptrivalen" USA. Aber ist Unabhängigkeit gleichbedeutend mit Großmachtstreben? Implizit setzt diese Beurteilung voraus, daß die Vorstellungen der USA die einzig richtigen sind. Woher nimmt der Verfasser dieses Artikels aber seine Gewißtheit, daß die Politik und die Vorstellungen, die der Westen hat, auch diejenigen sind, die den spezifischen Bedingungen und Interessen Rußlands entsprechen?
Die 90er Jahre unter Jelzin, als versucht wurde, diese westlichen Vorstellungen auf Rußland zu übertragen, dürften der dortigen Bevölkerung noch in lebhafter Erinnerung sein. Ist es da nicht verständlich, daß Putin und Medwedjew gute Gründe haben, auf einem eigenständigen Weg Rußlands zu beharren und sich nicht in Abhängigkeit vom Westen zu begeben? Was die Forumulierungen "hämisch" wie auch "primärer Feind" oder "Rivale" angeht, so braucht man lediglich die Ländernamen auszutauschen, um zu einer treffenden Einschätzung zu kommen. Die Frage steht: Ist es Rußland, das immer näher auf die westliche Einflußsphäre zurückt, oder ist es die NATO, die immer näher an Rußland heranrückt, und das entgegen früheren Zusagen an die damalige Sowjetunion unter Gorbatschow? Daher ist auch die im Artikel enthaltende vollkommen aus der Luft gegriffene Behauptung, Rußland versuche, dem Westen seine Vorstellungen aufzuzwängen, gegenstandslos.
Die Bereitschaft, mit dem Westen, speziell mit Europa, konstruktiv zusammenzusarbeiten, hat Rußland jedenfalls immer wieder in der Tat bewiesen. Darum wären die europäischen Staaten gut beraten, sich nicht im amerikanischen Interesse in einen unnützen und für alle schädlichen Konflikt mit Rußland verwickeln zu lassen. Meine Hoffnung ist, daß die neue amerikanische Regierung unter Obama von dieser Konfrontationspolitik abgeht und wieder Vernunft walten läßt. Die gegenwärtige ökonomische Misere dürfte ihm in der Beziehung auch keine Wahl mehr lassen.
Diese Analyse ist in sich widersprüchlich. Auf der einen Seite die Bennung des Ziels russischer Politik, nämlich eine eigenständige Rolle in der Weltpolitik, um sich nicht in amerikanische Abhängigkeit zu begeben. Auf der anderen Seite die Denunzierung dieses Strebens nach Unabhängigkeit als Großmachtspolitik und als Widerstand gegen den "Hauptrivalen" USA. Aber ist Unabhängigkeit gleichbedeutend mit Großmachtstreben? Implizit setzt diese Beurteilung voraus, daß die Vorstellungen der USA die einzig richtigen sind. Woher nimmt der Verfasser dieses Artikels aber seine Gewißtheit, daß die Politik und die Vorstellungen, die der Westen hat, auch diejenigen sind, die den spezifischen Bedingungen und Interessen Rußlands entsprechen?
Die 90er Jahre unter Jelzin, als versucht wurde, diese westlichen Vorstellungen auf Rußland zu übertragen, dürften der dortigen Bevölkerung noch in lebhafter Erinnerung sein. Ist es da nicht verständlich, daß Putin und Medwedjew gute Gründe haben, auf einem eigenständigen Weg Rußlands zu beharren und sich nicht in Abhängigkeit vom Westen zu begeben? Was die Forumulierungen "hämisch" wie auch "primärer Feind" oder "Rivale" angeht, so braucht man lediglich die Ländernamen auszutauschen, um zu einer treffenden Einschätzung zu kommen. Die Frage steht: Ist es Rußland, das immer näher auf die westliche Einflußsphäre zurückt, oder ist es die NATO, die immer näher an Rußland heranrückt, und das entgegen früheren Zusagen an die damalige Sowjetunion unter Gorbatschow? Daher ist auch die im Artikel enthaltende vollkommen aus der Luft gegriffene Behauptung, Rußland versuche, dem Westen seine Vorstellungen aufzuzwängen, gegenstandslos.
Die Bereitschaft, mit dem Westen, speziell mit Europa, konstruktiv zusammenzusarbeiten, hat Rußland jedenfalls immer wieder in der Tat bewiesen. Darum wären die europäischen Staaten gut beraten, sich nicht im amerikanischen Interesse in einen unnützen und für alle schädlichen Konflikt mit Rußland verwickeln zu lassen. Meine Hoffnung ist, daß die neue amerikanische Regierung unter Obama von dieser Konfrontationspolitik abgeht und wieder Vernunft walten läßt. Die gegenwärtige ökonomische Misere dürfte ihm in der Beziehung auch keine Wahl mehr lassen.
Ah ja, einverstanden... die vielen verschmähten Angebote von Seiten Russlands inkl. der reflexartigen Ablehung derselben... Aber auch Russland muss einiges in der Innenpolitik ändern, vor allem weg von der sehr extremen Neoliberalen Agenda mit der viele Russen leben müssen.
...nur eines tue ich noch nicht. Mich auf Obama in irgendeiner Art und Weise verlassen d.h. ich höre seine Worte aber Taten will ich sehen... und dies nicht nur zur Einstimmungsphase der 4 jährigen Amtszeit.
Change... real change has yet to come...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ah ja, einverstanden... die vielen verschmähten Angebote von Seiten Russlands inkl. der reflexartigen Ablehung derselben... Aber auch Russland muss einiges in der Innenpolitik ändern, vor allem weg von der sehr extremen Neoliberalen Agenda mit der viele Russen leben müssen.
...nur eines tue ich noch nicht. Mich auf Obama in irgendeiner Art und Weise verlassen d.h. ich höre seine Worte aber Taten will ich sehen... und dies nicht nur zur Einstimmungsphase der 4 jährigen Amtszeit.
Change... real change has yet to come...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ah ja, einverstanden... die vielen verschmähten Angebote von Seiten Russlands inkl. der reflexartigen Ablehung derselben... Aber auch Russland muss einiges in der Innenpolitik ändern, vor allem weg von der sehr extremen Neoliberalen Agenda mit der viele Russen leben müssen.
...nur eines tue ich noch nicht. Mich auf Obama in irgendeiner Art und Weise verlassen d.h. ich höre seine Worte aber Taten will ich sehen... und dies nicht nur zur Einstimmungsphase der 4 jährigen Amtszeit.
Change... real change has yet to come...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Sie sind der Meinung, daß die Innen-, gemeint ist wohl die Wirtschaftspolitik, von Rußland neoliberalen Charakter trägt? Die Steuersätze sind niedrig, die Verwaltung allerdings sehr korrupt und träge, was Investoren aus dem In- und Ausland stark behindert. Was müßte sich denn Ihrer Meinung nach ändern?
Sie sind der Meinung, daß die Innen-, gemeint ist wohl die Wirtschaftspolitik, von Rußland neoliberalen Charakter trägt? Die Steuersätze sind niedrig, die Verwaltung allerdings sehr korrupt und träge, was Investoren aus dem In- und Ausland stark behindert. Was müßte sich denn Ihrer Meinung nach ändern?
Sie sind der Meinung, daß die Innen-, gemeint ist wohl die Wirtschaftspolitik, von Rußland neoliberalen Charakter trägt? Die Steuersätze sind niedrig, die Verwaltung allerdings sehr korrupt und träge, was Investoren aus dem In- und Ausland stark behindert. Was müßte sich denn Ihrer Meinung nach ändern?
Ja ich meinte die innerhalb Russlands gültige Wirtschaftspolitik. Diese ist mindestens seit dem Währungszerfall von vor ca. 10 Jahren stark, wenn nicht ausschliesslich, durch die Regeln des IMF geprägt. Aber eigentlich war sie das seit 1989 als alle möglichen Berater den Russen gute Ratschläge gegeben haben.
Die Klassiker sind privatisierung von allem was Profitabel ist (davon wurde allerdings einiges an Strategisch wichtigem wieder zurückgenommen) aber vieles was das tägliche Leben der Russen beeinflusst ist noch voll aktiv. Als da währe Flattax, Sozialstandards auf niedrigst Niveau für Arbeitslose, Renter, Auszubildende, Gesundheitsversorgung, Pensionssysteme...
De Flattax würde man ja gerne aufheben aber das ist politisch schwer durchzusetzen. Dann natürlich die Korruption die alles erstickt ob gut oder schlecht. Dann die Angewohnheit 2 Saläre auszuzahlen... ein virtuelles niedriges für die Steuerbehörden, ein höheres für den Privaten gebrauch.
Bei meinen Aufenthalten (St. Petersburg) stellte ich fest das viele Produkte höhere Preise haben als hier (in der Schweiz), die Löhne aber oft nur bei ca. 1/10 liegen. Genauso geht das weiter mit den Mieten, den Transportkosten, Aerzte, Kleider, Lebensmittel...
Ich war schon in vielen Städten in und ausserhalb Europas für längere Aufenthalte und mache da einen einfachen Preisvergleich, etwa ähnlich wie der Big Mc Index aus dem Economist. Da ich gerne mal Kaffee trinken gehe tue ich das mehrmals täglich und vergleiche so die Preise. In St. Petersburg gehen die Preise dafür von -.40 Cents bis 4 Euro und mehr je nachdem in welchem Stadtviertel man das macht.
Diese extremen Preisdifferenzen konnte ich so in keiner anderen Stadt feststellen. Ich weiss, nicht besonders professionell... aber dann doch aus dem täglichen Leben.
Etwa ähnlich verhält sich das mit den Löhnen und den Lebenskosten. Nur passen sich die Lebenshaltungskosten gerne an die höheren Löhne an... und die reichen nach meinem Wissen von ca. 200 Euro bis 4500 Euro.
Die Haupteinnahmequellen sind die Exportierten Rohstoffe und Energie, ein weiterer Zweig der aufgebaut wird die Rüstungsindustrie. Dann ist es aber schnell mal fertig mit Einnahmen. Das in dem Land transparent Geld umverteilt wird um all die demontierten Gemeinschaftssysteme wieder aufzubauen ist nicht ersichtlich... Die Russen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens auf sich gestellt... eine liberale Gesellschaft ganz nach dem Vorbild der "Eigenverantwortung"...
Nun bin ich mir nicht sicher ob Korruption nun aus Armut ensteht oder so quasi zur Kultur gehört.
, “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ja ich meinte die innerhalb Russlands gültige Wirtschaftspolitik. Diese ist mindestens seit dem Währungszerfall von vor ca. 10 Jahren stark, wenn nicht ausschliesslich, durch die Regeln des IMF geprägt. Aber eigentlich war sie das seit 1989 als alle möglichen Berater den Russen gute Ratschläge gegeben haben.
Die Klassiker sind privatisierung von allem was Profitabel ist (davon wurde allerdings einiges an Strategisch wichtigem wieder zurückgenommen) aber vieles was das tägliche Leben der Russen beeinflusst ist noch voll aktiv. Als da währe Flattax, Sozialstandards auf niedrigst Niveau für Arbeitslose, Renter, Auszubildende, Gesundheitsversorgung, Pensionssysteme...
De Flattax würde man ja gerne aufheben aber das ist politisch schwer durchzusetzen. Dann natürlich die Korruption die alles erstickt ob gut oder schlecht. Dann die Angewohnheit 2 Saläre auszuzahlen... ein virtuelles niedriges für die Steuerbehörden, ein höheres für den Privaten gebrauch.
Bei meinen Aufenthalten (St. Petersburg) stellte ich fest das viele Produkte höhere Preise haben als hier (in der Schweiz), die Löhne aber oft nur bei ca. 1/10 liegen. Genauso geht das weiter mit den Mieten, den Transportkosten, Aerzte, Kleider, Lebensmittel...
Ich war schon in vielen Städten in und ausserhalb Europas für längere Aufenthalte und mache da einen einfachen Preisvergleich, etwa ähnlich wie der Big Mc Index aus dem Economist. Da ich gerne mal Kaffee trinken gehe tue ich das mehrmals täglich und vergleiche so die Preise. In St. Petersburg gehen die Preise dafür von -.40 Cents bis 4 Euro und mehr je nachdem in welchem Stadtviertel man das macht.
Diese extremen Preisdifferenzen konnte ich so in keiner anderen Stadt feststellen. Ich weiss, nicht besonders professionell... aber dann doch aus dem täglichen Leben.
Etwa ähnlich verhält sich das mit den Löhnen und den Lebenskosten. Nur passen sich die Lebenshaltungskosten gerne an die höheren Löhne an... und die reichen nach meinem Wissen von ca. 200 Euro bis 4500 Euro.
Die Haupteinnahmequellen sind die Exportierten Rohstoffe und Energie, ein weiterer Zweig der aufgebaut wird die Rüstungsindustrie. Dann ist es aber schnell mal fertig mit Einnahmen. Das in dem Land transparent Geld umverteilt wird um all die demontierten Gemeinschaftssysteme wieder aufzubauen ist nicht ersichtlich... Die Russen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens auf sich gestellt... eine liberale Gesellschaft ganz nach dem Vorbild der "Eigenverantwortung"...
Nun bin ich mir nicht sicher ob Korruption nun aus Armut ensteht oder so quasi zur Kultur gehört.
, “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ja ich meinte die innerhalb Russlands gültige Wirtschaftspolitik. Diese ist mindestens seit dem Währungszerfall von vor ca. 10 Jahren stark, wenn nicht ausschliesslich, durch die Regeln des IMF geprägt. Aber eigentlich war sie das seit 1989 als alle möglichen Berater den Russen gute Ratschläge gegeben haben.
Die Klassiker sind privatisierung von allem was Profitabel ist (davon wurde allerdings einiges an Strategisch wichtigem wieder zurückgenommen) aber vieles was das tägliche Leben der Russen beeinflusst ist noch voll aktiv. Als da währe Flattax, Sozialstandards auf niedrigst Niveau für Arbeitslose, Renter, Auszubildende, Gesundheitsversorgung, Pensionssysteme...
De Flattax würde man ja gerne aufheben aber das ist politisch schwer durchzusetzen. Dann natürlich die Korruption die alles erstickt ob gut oder schlecht. Dann die Angewohnheit 2 Saläre auszuzahlen... ein virtuelles niedriges für die Steuerbehörden, ein höheres für den Privaten gebrauch.
Bei meinen Aufenthalten (St. Petersburg) stellte ich fest das viele Produkte höhere Preise haben als hier (in der Schweiz), die Löhne aber oft nur bei ca. 1/10 liegen. Genauso geht das weiter mit den Mieten, den Transportkosten, Aerzte, Kleider, Lebensmittel...
Ich war schon in vielen Städten in und ausserhalb Europas für längere Aufenthalte und mache da einen einfachen Preisvergleich, etwa ähnlich wie der Big Mc Index aus dem Economist. Da ich gerne mal Kaffee trinken gehe tue ich das mehrmals täglich und vergleiche so die Preise. In St. Petersburg gehen die Preise dafür von -.40 Cents bis 4 Euro und mehr je nachdem in welchem Stadtviertel man das macht.
Diese extremen Preisdifferenzen konnte ich so in keiner anderen Stadt feststellen. Ich weiss, nicht besonders professionell... aber dann doch aus dem täglichen Leben.
Etwa ähnlich verhält sich das mit den Löhnen und den Lebenskosten. Nur passen sich die Lebenshaltungskosten gerne an die höheren Löhne an... und die reichen nach meinem Wissen von ca. 200 Euro bis 4500 Euro.
Die Haupteinnahmequellen sind die Exportierten Rohstoffe und Energie, ein weiterer Zweig der aufgebaut wird die Rüstungsindustrie. Dann ist es aber schnell mal fertig mit Einnahmen. Das in dem Land transparent Geld umverteilt wird um all die demontierten Gemeinschaftssysteme wieder aufzubauen ist nicht ersichtlich... Die Russen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens auf sich gestellt... eine liberale Gesellschaft ganz nach dem Vorbild der "Eigenverantwortung"...
Nun bin ich mir nicht sicher ob Korruption nun aus Armut ensteht oder so quasi zur Kultur gehört.
, “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
@Ja ich meinte die innerhalb Russlands gültige Wirtschaftspolitik. Diese ist mindestens seit dem Währungszerfall von vor ca. 10 Jahren stark, wenn nicht ausschliesslich, durch die Regeln des IMF geprägt. Aber eigentlich war sie das seit 1989 als alle möglichen Berater den Russen gute Ratschläge gegeben haben.
Ja richtig: War das nicht das, was der Westen immer wieder empfohlen hatte, sich nämlich nach den Regeln des IMF (meinen Sie den Internationalen Währungsfonds IWF) zu richten, eine Tortur, die sich die westlichen Staaten im Traum nicht antun würden? Rußland hat das getan, was auch andere osteuropäische Staaten gemacht haben, um konkurrenzfähig und für internationale Investoren attraktiv zu bleiben, nämlich die Steuersätze und Abgaben gesenkt. Jetzt fehlen natürlich dem Staat Einnahmen aus dieser Quelle. Rußland konnte sich in den letzten Jahren aus dem Verkauf von Rohstoffen finanzieren. Diese Quelle dürfte demnächst nicht mehr so üppig sprudeln.
@Als da währe Flattax, Sozialstandards auf niedrigst Niveau für Arbeitslose, Renter, Auszubildende, Gesundheitsversorgung, Pensionssysteme...
De Flattax würde man ja gerne aufheben aber das ist politisch schwer durchzusetzen. Dann natürlich die Korruption die alles erstickt ob gut oder schlecht. Dann die Angewohnheit 2 Saläre auszuzahlen... ein virtuelles niedriges für die Steuerbehörden, ein höheres für den Privaten gebrauch.
Das Gesundheitssystem ist aus Steuern finanziert, nicht aus Abgaben wie in Deutschland. Das dürfte schon zum Problem werden. Solange die Stuerbehörden selbst korrupt sind oder wenig effizient, weil bei den hohen Preisen in Rußland die Gehälter der Staatsbeamten nicht ausreichen und die praktisch "gezwungen" sind, sich schmieren zu lassen, wird sich da wenig ändern.
Soviel ich weiß, sind die Renten in den letzten Jahren stark gestiegen. Man hatte ja versucht, das System von unentgeltlichen Leistungen für bedürftige Gruppen wie Rentner oder Kriegsveteranen zu monetarisieren und ihnen ihre Ansprüche in Geld auszuzahlen, was zu großer Unruhe geführt hatte. Auf jeden Fall entsprechen die heutigen Renten meines Wissens viel mehr dem notwendigen Bedarf. Auch das staatliche Gesundheitssystem hat sich gebessert, da man einen Teil der staatlichen Einnahmen aus den Erdölverkäufen dafür verwendet hat, die eine Voraussetzung für die Stabilisierung des Staatshaushaltes geworden sind. Private Gesundheitsfürsorge können sich nach wie vor nur wenige leisten. Generell konnte in den letzten Jahren mehr Geld in das Sozialsystem und spezielle Programme wie Kindertagesstätten und der Hilfe für junge Familien investiert werden; eine Notwendigkeit aus der zu niedrigen Geburtenrate in Rußland.
@Diese extremen Preisdifferenzen konnte ich so in keiner anderen Stadt feststellen. Ich weiss, nicht besonders professionell... aber dann doch aus dem täglichen Leben.
Ist sicher generell ein Problem für osteuropäische Staaten nach der Wende, denken Sie nicht? In Rußland möglicherweise etwas verschärft, weil in den großen Metropolen wie Moskau oder St. Petersburg die Schicht der Neureichen auf eine große Schicht von sehr armen Leuten trifft, die Unterschiede sind also sehr kraß. Es beginnt sich aber langsam eine Mittelschicht zu bilden, die durchaus im Wachstum begriffen ist. Der Wirtschaftsboom in den letzten Jahren hat diese Entwicklung begünstigt.
@Die Haupteinnahmequellen sind die Exportierten Rohstoffe und Energie, ein weiterer Zweig der aufgebaut wird die Rüstungsindustrie. Dann ist es aber schnell mal fertig mit Einnahmen.
Die russische Regierung wie auch die Wirtschaft haben durchaus große Anstrengungen zur Diversifizierung der Wirtschaft unternommen und tun das auch jetzt. Nicht umsonst zählen russische Unternehmen zu den größten Abnehmer von Erzeugnissen des deutschen Maschinenbau. Auch wurden ausländische Investoren wie z.B. Automobilproduzenten ins Land geholt. Darum wäre ein Konflikt im amerikanischen Interesse und sich verschlechternde Wirtschaftsbeziehungen besonders schmerzhaft für die deutsche Wirtschaft.
@Die Russen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens auf sich gestellt... eine liberale Gesellschaft ganz nach dem Vorbild der "Eigenverantwortung"...
Genau diese Fähigkeit war es aber, welche Rußland die chaotischen Jelzin-Jahre hat überleben lassen. Die Fähigkeit, sich selbst zu helfen und zu improvisieren, der Zusammenhalt der Familien und die Unterlaufung allzu unsinniger behördlicher Regeln. Durch die Verbesserung des Sozialsystems ist das nicht mehr so notwendig gewesen. Bei einer allgemeinen Wirtschaftskrise könnte das aber wieder akut werden. Es ist auch Konsens in der russischen Gesellschaft, dem Staat wenig bis nicht zu vertrauen und sich im Notfall allein zu helfen; die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben das die Russen so gelehrt. So merkwürdig das klingt, auch die Korruption zählte unter gewissen Umständen zu der Methode, sich den Staat und seine schädlichen Maßnahmen vom Hals zu halten. Generell ist zwar die Korruption in Rußland schon immer stark ausgeprägt, die Größe des Landes und die fehlende staatliche Transparenz waren der Nährboden. Die Hyperinflation und der Verfall aller Werte nach dem Umbruch in den Zeiten von Gorbatschow und Jelzin haben das allerdings noch einmal potenziert. Unter Putin und jetzt Medwedjew gibt es wohl zum ersten Mal die Chance, daß sich das ändern könnte. Ist allerdings noch eine Menge zu tun.
@Ja ich meinte die innerhalb Russlands gültige Wirtschaftspolitik. Diese ist mindestens seit dem Währungszerfall von vor ca. 10 Jahren stark, wenn nicht ausschliesslich, durch die Regeln des IMF geprägt. Aber eigentlich war sie das seit 1989 als alle möglichen Berater den Russen gute Ratschläge gegeben haben.
Ja richtig: War das nicht das, was der Westen immer wieder empfohlen hatte, sich nämlich nach den Regeln des IMF (meinen Sie den Internationalen Währungsfonds IWF) zu richten, eine Tortur, die sich die westlichen Staaten im Traum nicht antun würden? Rußland hat das getan, was auch andere osteuropäische Staaten gemacht haben, um konkurrenzfähig und für internationale Investoren attraktiv zu bleiben, nämlich die Steuersätze und Abgaben gesenkt. Jetzt fehlen natürlich dem Staat Einnahmen aus dieser Quelle. Rußland konnte sich in den letzten Jahren aus dem Verkauf von Rohstoffen finanzieren. Diese Quelle dürfte demnächst nicht mehr so üppig sprudeln.
@Als da währe Flattax, Sozialstandards auf niedrigst Niveau für Arbeitslose, Renter, Auszubildende, Gesundheitsversorgung, Pensionssysteme...
De Flattax würde man ja gerne aufheben aber das ist politisch schwer durchzusetzen. Dann natürlich die Korruption die alles erstickt ob gut oder schlecht. Dann die Angewohnheit 2 Saläre auszuzahlen... ein virtuelles niedriges für die Steuerbehörden, ein höheres für den Privaten gebrauch.
Das Gesundheitssystem ist aus Steuern finanziert, nicht aus Abgaben wie in Deutschland. Das dürfte schon zum Problem werden. Solange die Stuerbehörden selbst korrupt sind oder wenig effizient, weil bei den hohen Preisen in Rußland die Gehälter der Staatsbeamten nicht ausreichen und die praktisch "gezwungen" sind, sich schmieren zu lassen, wird sich da wenig ändern.
Soviel ich weiß, sind die Renten in den letzten Jahren stark gestiegen. Man hatte ja versucht, das System von unentgeltlichen Leistungen für bedürftige Gruppen wie Rentner oder Kriegsveteranen zu monetarisieren und ihnen ihre Ansprüche in Geld auszuzahlen, was zu großer Unruhe geführt hatte. Auf jeden Fall entsprechen die heutigen Renten meines Wissens viel mehr dem notwendigen Bedarf. Auch das staatliche Gesundheitssystem hat sich gebessert, da man einen Teil der staatlichen Einnahmen aus den Erdölverkäufen dafür verwendet hat, die eine Voraussetzung für die Stabilisierung des Staatshaushaltes geworden sind. Private Gesundheitsfürsorge können sich nach wie vor nur wenige leisten. Generell konnte in den letzten Jahren mehr Geld in das Sozialsystem und spezielle Programme wie Kindertagesstätten und der Hilfe für junge Familien investiert werden; eine Notwendigkeit aus der zu niedrigen Geburtenrate in Rußland.
@Diese extremen Preisdifferenzen konnte ich so in keiner anderen Stadt feststellen. Ich weiss, nicht besonders professionell... aber dann doch aus dem täglichen Leben.
Ist sicher generell ein Problem für osteuropäische Staaten nach der Wende, denken Sie nicht? In Rußland möglicherweise etwas verschärft, weil in den großen Metropolen wie Moskau oder St. Petersburg die Schicht der Neureichen auf eine große Schicht von sehr armen Leuten trifft, die Unterschiede sind also sehr kraß. Es beginnt sich aber langsam eine Mittelschicht zu bilden, die durchaus im Wachstum begriffen ist. Der Wirtschaftsboom in den letzten Jahren hat diese Entwicklung begünstigt.
@Die Haupteinnahmequellen sind die Exportierten Rohstoffe und Energie, ein weiterer Zweig der aufgebaut wird die Rüstungsindustrie. Dann ist es aber schnell mal fertig mit Einnahmen.
Die russische Regierung wie auch die Wirtschaft haben durchaus große Anstrengungen zur Diversifizierung der Wirtschaft unternommen und tun das auch jetzt. Nicht umsonst zählen russische Unternehmen zu den größten Abnehmer von Erzeugnissen des deutschen Maschinenbau. Auch wurden ausländische Investoren wie z.B. Automobilproduzenten ins Land geholt. Darum wäre ein Konflikt im amerikanischen Interesse und sich verschlechternde Wirtschaftsbeziehungen besonders schmerzhaft für die deutsche Wirtschaft.
@Die Russen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens auf sich gestellt... eine liberale Gesellschaft ganz nach dem Vorbild der "Eigenverantwortung"...
Genau diese Fähigkeit war es aber, welche Rußland die chaotischen Jelzin-Jahre hat überleben lassen. Die Fähigkeit, sich selbst zu helfen und zu improvisieren, der Zusammenhalt der Familien und die Unterlaufung allzu unsinniger behördlicher Regeln. Durch die Verbesserung des Sozialsystems ist das nicht mehr so notwendig gewesen. Bei einer allgemeinen Wirtschaftskrise könnte das aber wieder akut werden. Es ist auch Konsens in der russischen Gesellschaft, dem Staat wenig bis nicht zu vertrauen und sich im Notfall allein zu helfen; die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben das die Russen so gelehrt. So merkwürdig das klingt, auch die Korruption zählte unter gewissen Umständen zu der Methode, sich den Staat und seine schädlichen Maßnahmen vom Hals zu halten. Generell ist zwar die Korruption in Rußland schon immer stark ausgeprägt, die Größe des Landes und die fehlende staatliche Transparenz waren der Nährboden. Die Hyperinflation und der Verfall aller Werte nach dem Umbruch in den Zeiten von Gorbatschow und Jelzin haben das allerdings noch einmal potenziert. Unter Putin und jetzt Medwedjew gibt es wohl zum ersten Mal die Chance, daß sich das ändern könnte. Ist allerdings noch eine Menge zu tun.
@Ja ich meinte die innerhalb Russlands gültige Wirtschaftspolitik. Diese ist mindestens seit dem Währungszerfall von vor ca. 10 Jahren stark, wenn nicht ausschliesslich, durch die Regeln des IMF geprägt. Aber eigentlich war sie das seit 1989 als alle möglichen Berater den Russen gute Ratschläge gegeben haben.
Ja richtig: War das nicht das, was der Westen immer wieder empfohlen hatte, sich nämlich nach den Regeln des IMF (meinen Sie den Internationalen Währungsfonds IWF) zu richten, eine Tortur, die sich die westlichen Staaten im Traum nicht antun würden? Rußland hat das getan, was auch andere osteuropäische Staaten gemacht haben, um konkurrenzfähig und für internationale Investoren attraktiv zu bleiben, nämlich die Steuersätze und Abgaben gesenkt. Jetzt fehlen natürlich dem Staat Einnahmen aus dieser Quelle. Rußland konnte sich in den letzten Jahren aus dem Verkauf von Rohstoffen finanzieren. Diese Quelle dürfte demnächst nicht mehr so üppig sprudeln.
@Als da währe Flattax, Sozialstandards auf niedrigst Niveau für Arbeitslose, Renter, Auszubildende, Gesundheitsversorgung, Pensionssysteme...
De Flattax würde man ja gerne aufheben aber das ist politisch schwer durchzusetzen. Dann natürlich die Korruption die alles erstickt ob gut oder schlecht. Dann die Angewohnheit 2 Saläre auszuzahlen... ein virtuelles niedriges für die Steuerbehörden, ein höheres für den Privaten gebrauch.
Das Gesundheitssystem ist aus Steuern finanziert, nicht aus Abgaben wie in Deutschland. Das dürfte schon zum Problem werden. Solange die Stuerbehörden selbst korrupt sind oder wenig effizient, weil bei den hohen Preisen in Rußland die Gehälter der Staatsbeamten nicht ausreichen und die praktisch "gezwungen" sind, sich schmieren zu lassen, wird sich da wenig ändern.
Soviel ich weiß, sind die Renten in den letzten Jahren stark gestiegen. Man hatte ja versucht, das System von unentgeltlichen Leistungen für bedürftige Gruppen wie Rentner oder Kriegsveteranen zu monetarisieren und ihnen ihre Ansprüche in Geld auszuzahlen, was zu großer Unruhe geführt hatte. Auf jeden Fall entsprechen die heutigen Renten meines Wissens viel mehr dem notwendigen Bedarf. Auch das staatliche Gesundheitssystem hat sich gebessert, da man einen Teil der staatlichen Einnahmen aus den Erdölverkäufen dafür verwendet hat, die eine Voraussetzung für die Stabilisierung des Staatshaushaltes geworden sind. Private Gesundheitsfürsorge können sich nach wie vor nur wenige leisten. Generell konnte in den letzten Jahren mehr Geld in das Sozialsystem und spezielle Programme wie Kindertagesstätten und der Hilfe für junge Familien investiert werden; eine Notwendigkeit aus der zu niedrigen Geburtenrate in Rußland.
@Diese extremen Preisdifferenzen konnte ich so in keiner anderen Stadt feststellen. Ich weiss, nicht besonders professionell... aber dann doch aus dem täglichen Leben.
Ist sicher generell ein Problem für osteuropäische Staaten nach der Wende, denken Sie nicht? In Rußland möglicherweise etwas verschärft, weil in den großen Metropolen wie Moskau oder St. Petersburg die Schicht der Neureichen auf eine große Schicht von sehr armen Leuten trifft, die Unterschiede sind also sehr kraß. Es beginnt sich aber langsam eine Mittelschicht zu bilden, die durchaus im Wachstum begriffen ist. Der Wirtschaftsboom in den letzten Jahren hat diese Entwicklung begünstigt.
@Die Haupteinnahmequellen sind die Exportierten Rohstoffe und Energie, ein weiterer Zweig der aufgebaut wird die Rüstungsindustrie. Dann ist es aber schnell mal fertig mit Einnahmen.
Die russische Regierung wie auch die Wirtschaft haben durchaus große Anstrengungen zur Diversifizierung der Wirtschaft unternommen und tun das auch jetzt. Nicht umsonst zählen russische Unternehmen zu den größten Abnehmer von Erzeugnissen des deutschen Maschinenbau. Auch wurden ausländische Investoren wie z.B. Automobilproduzenten ins Land geholt. Darum wäre ein Konflikt im amerikanischen Interesse und sich verschlechternde Wirtschaftsbeziehungen besonders schmerzhaft für die deutsche Wirtschaft.
@Die Russen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens auf sich gestellt... eine liberale Gesellschaft ganz nach dem Vorbild der "Eigenverantwortung"...
Genau diese Fähigkeit war es aber, welche Rußland die chaotischen Jelzin-Jahre hat überleben lassen. Die Fähigkeit, sich selbst zu helfen und zu improvisieren, der Zusammenhalt der Familien und die Unterlaufung allzu unsinniger behördlicher Regeln. Durch die Verbesserung des Sozialsystems ist das nicht mehr so notwendig gewesen. Bei einer allgemeinen Wirtschaftskrise könnte das aber wieder akut werden. Es ist auch Konsens in der russischen Gesellschaft, dem Staat wenig bis nicht zu vertrauen und sich im Notfall allein zu helfen; die Erfahrungen aus der Vergangenheit haben das die Russen so gelehrt. So merkwürdig das klingt, auch die Korruption zählte unter gewissen Umständen zu der Methode, sich den Staat und seine schädlichen Maßnahmen vom Hals zu halten. Generell ist zwar die Korruption in Rußland schon immer stark ausgeprägt, die Größe des Landes und die fehlende staatliche Transparenz waren der Nährboden. Die Hyperinflation und der Verfall aller Werte nach dem Umbruch in den Zeiten von Gorbatschow und Jelzin haben das allerdings noch einmal potenziert. Unter Putin und jetzt Medwedjew gibt es wohl zum ersten Mal die Chance, daß sich das ändern könnte. Ist allerdings noch eine Menge zu tun.
...was mich irritiert hat und was ich noch nicht so richtig Interpretieren kann ist die Aussage von Putin am WEF das er..." von staatlicher Einmischung nicht viel hält und man die Märkte machen lassen soll..."
Soll das prospektive Investoren anlocken, will er den westlichen Bedüfnissen schmeicheln oder ist das die zukünftige Strategie die es trotz oder gerade wegen der Gesellschaftlichen Mängel umzusetzen gilt?
Eine weitere Aussage, diesmal von Medwedew das..."künftige soziale Unruhen mit aller Härte des staatlich möglichen zurückgeschlagen werden..." soll das bereits eine Aussage auf künftige Unruhen wegen der Wirtschaftskrise sein?
Diese beiden Aussagen kombiniert lassen erstmal vermuten das, ja das eben Investitionen geschützt werden sollen. Das aber die Russkys selber gefälligst nicht so viel zum ganzen beitragen sollen und Ihre Ansprüche primär nicht so wichtig sind...
....
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
...was mich irritiert hat und was ich noch nicht so richtig Interpretieren kann ist die Aussage von Putin am WEF das er..." von staatlicher Einmischung nicht viel hält und man die Märkte machen lassen soll..."
Soll das prospektive Investoren anlocken, will er den westlichen Bedüfnissen schmeicheln oder ist das die zukünftige Strategie die es trotz oder gerade wegen der Gesellschaftlichen Mängel umzusetzen gilt?
Eine weitere Aussage, diesmal von Medwedew das..."künftige soziale Unruhen mit aller Härte des staatlich möglichen zurückgeschlagen werden..." soll das bereits eine Aussage auf künftige Unruhen wegen der Wirtschaftskrise sein?
Diese beiden Aussagen kombiniert lassen erstmal vermuten das, ja das eben Investitionen geschützt werden sollen. Das aber die Russkys selber gefälligst nicht so viel zum ganzen beitragen sollen und Ihre Ansprüche primär nicht so wichtig sind...
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“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
...was mich irritiert hat und was ich noch nicht so richtig Interpretieren kann ist die Aussage von Putin am WEF das er..." von staatlicher Einmischung nicht viel hält und man die Märkte machen lassen soll..."
Soll das prospektive Investoren anlocken, will er den westlichen Bedüfnissen schmeicheln oder ist das die zukünftige Strategie die es trotz oder gerade wegen der Gesellschaftlichen Mängel umzusetzen gilt?
Eine weitere Aussage, diesmal von Medwedew das..."künftige soziale Unruhen mit aller Härte des staatlich möglichen zurückgeschlagen werden..." soll das bereits eine Aussage auf künftige Unruhen wegen der Wirtschaftskrise sein?
Diese beiden Aussagen kombiniert lassen erstmal vermuten das, ja das eben Investitionen geschützt werden sollen. Das aber die Russkys selber gefälligst nicht so viel zum ganzen beitragen sollen und Ihre Ansprüche primär nicht so wichtig sind...
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“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ich erlaube mir mal eine ihrer Fragen zu beantworten.
Eine weitere Aussage, diesmal von Medwedew das..."künftige soziale Unruhen mit aller Härte des staatlich möglichen zurückgeschlagen werden..." soll das bereits eine Aussage auf künftige Unruhen wegen der Wirtschaftskrise sein?
Gemeint waren (nach meiner Einschätzung) Unruhen nach dem Typ einer "farbigen Revolution" wie man sie aus der Ukraine, Georgien und anderen Ländern kennt. Es ist nun mal so, dass in diesen Ländern, auf der Welle der sozialen Unruhen einige Politiker ihre großen "Coup" gelandet haben. Es gab große Versprechen gut inszenierte Shows und natürlich Hilfe aus dem Ausland.
Genau davor haben die Kreml-Chefs auch Angst. Nicht weil die Erfolgsaussichten einer solchen Revolution sonderlich groß sind (das Volk beobachtet die Geschehnisse in der Ukraine sehr genau), sondern vielmehr weil es solche Demos geben wird und wenn die Teilnehmer, wie in der Ukraine 2004, auch noch dafür bezahlt werden, dann kann sich jeder wohl vorstellen, dass das für gute Besucherzahlen sorgen wird. Noch ist nichts passiert, aber Kasparow und die Konsorten lauern auf ihre Chance und die werden sie demnächst bekommen. Wie die Regierung damit umgehen wird haben die ja bereits angekündigt.
Ich erlaube mir mal eine ihrer Fragen zu beantworten.
Eine weitere Aussage, diesmal von Medwedew das..."künftige soziale Unruhen mit aller Härte des staatlich möglichen zurückgeschlagen werden..." soll das bereits eine Aussage auf künftige Unruhen wegen der Wirtschaftskrise sein?
Gemeint waren (nach meiner Einschätzung) Unruhen nach dem Typ einer "farbigen Revolution" wie man sie aus der Ukraine, Georgien und anderen Ländern kennt. Es ist nun mal so, dass in diesen Ländern, auf der Welle der sozialen Unruhen einige Politiker ihre großen "Coup" gelandet haben. Es gab große Versprechen gut inszenierte Shows und natürlich Hilfe aus dem Ausland.
Genau davor haben die Kreml-Chefs auch Angst. Nicht weil die Erfolgsaussichten einer solchen Revolution sonderlich groß sind (das Volk beobachtet die Geschehnisse in der Ukraine sehr genau), sondern vielmehr weil es solche Demos geben wird und wenn die Teilnehmer, wie in der Ukraine 2004, auch noch dafür bezahlt werden, dann kann sich jeder wohl vorstellen, dass das für gute Besucherzahlen sorgen wird. Noch ist nichts passiert, aber Kasparow und die Konsorten lauern auf ihre Chance und die werden sie demnächst bekommen. Wie die Regierung damit umgehen wird haben die ja bereits angekündigt.
Russland handelt erzwungenermassen nach einem Motto, das ehemals einmal Abraham Lincoln geprägt hat:
Brauchst Du eine hilfreiche Hand, dann suche sie zuerst am Ende deines eigenen rechten Armes.
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