Die Klassik-Platte Hoppla, jetzt komm ich!
Der junge Dirigent Jérémie Rhorer hat sich Mozarts Sinfonien mit Leib und Seele verschrieben. Die Welt der Musik dürfte ihm offenstehen
Wenn der Winter abwirtschaftet, gehen manchmal die Zimmertüren auf, und der Wind fliegt herein, als ob er den Frühjahrsputz allein erledigen wollte: jung, frisch und unverfroren. So wirkt Mozart, wie ihn sich der Mittdreißiger Jérémie Rhorer vorstellt, wenn er sich dessen Sinfonien 25, 26 und 29 als Dirigent buchstäblich mit Leib und Seele verschreibt.
Mozart war, als er die erste der drei Sinfonien komponierte, gerade 17 Jahre alt. Die »kleine« g-Moll-Sinfonie , KV 183, ist seine erste in Moll und in seiner Lieblingstonart. Rhorer gibt das Allegro con brio wie eine fundierte Absichtserklärung Mozarts: Hoppla, jetzt komm ich! Nämlich beklemmend wüst, expressiv, mit auf die Spitze getriebenen dynamischen Licht- und Schattenwechseln und einem Furor, der Angst einjagen kann.
Der Franzose hat die Sinfonien auf Originalinstrumenten in einer Luxusscheune im Limousin aufgenommen. Es kommt einem Wunder gleich, dass der Saal noch ein Dach hat. Gleichwohl ist Rhorer kein purer Berserker, sehr wohl aber ein Vitalitätsapostel in der Nachfolge von Leonard Bernstein. Gelernt hat er bei klassischen Größen wie Sir Colin Davis und Lorin Maazel, später war er Assistent bei Mark Minkowski und William Christie.
Wenn er im Menuett der Sinfonie Nr. 29 ganz unzweifelhaft Beethovensche Momente aufspürt, dann kommt das wahrscheinlich davon, dass es ihm nicht reicht, noch einmal den Hof der Alten Musik kräftig zu fegen. Er wagt sich ums Eck. Und die Welt der Musik dürfte ihm offenstehen.
W. A. Mozart: Symphonies 25, 26 & 29, Le Cercle de l’Harmonie; Ltg. Jérémie Rhorer (Virgin Classics)
- Datum 14.02.2009 - 13:57 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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und ka Stutzer, denn was taugt ein Diri, wenn dieser auf seinem Stab seinen Leib und seine Seele nur zur Schau stellt wie a Bodewaschel am Becken. Wir hoffen aber, daß es Mozart wird, Wolfgang Amadeus, was uns da zukünftig halbkreisförmig und vom Podest Rhorer's blüht und kein Ballawatsch. Oder aber er kommt Maschekseitn daher und erobert die Wiener ganz ohne Pflanz. Hauptsache, wir hören wahre Musik.
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