ERFORSCHT UND ERFUNDEN

Richtige Entscheidung

Kopf oder Bauch? Bauch. Intuitive Entscheidungen seien häufiger richtig als solche, die bewusst getroffen werden. Das zumindest behaupten Wissenschaftler der Northwestern University im US-amerikanischen Evaston in Nature Neuroscience online aufgrund des folgenden Experiments: Sie führten einer Gruppe von Probanden eine Reihe von Kaleidoskopbildern vor; die Hälfte der Probanden konnten die Bilder ungestört betrachten, die übrigen mussten parallel Rechenaufgaben lösen. Anschließend wurden ihnen von allen Bildern zwei ähnliche Varianten vorgelegt, von denen sie jeweils das Original benennen sollten. Die Trefferquote bei den Bildern, auf die sie sich bei der Betrachtung nicht hatten voll konzentrieren können, war deutlich höher – obwohl die meisten Testpersonen angaben, bei diesen Bildern nur zu raten. Die Verbindung zwischen Intuition und unbewusster Erinnerung sei stärker, als bislang angenommen, folgern die Wissenschaftler daraus. Die meisten intuitiv getroffenen Entscheidungen beruhten offenbar auf früheren Erfahrungen, derer man sich häufig nicht mehr bewusst sei.

Lucy digital

Das mehr als drei Millionen Jahre alte Skelett von Lucy ist im digitalen Zeitalter angekommen. Mittels eines hochauflösenden Computertomogramms haben Wissenschaftler der University of Texas das in Äthiopien entdeckte Fossil digitalisiert. Da Lucy, die zur Gruppe des dem Menschen stammesgeschichtlich nahen Australopithecus afarensis gehört, kein lebender Patient ist, konnten die Aufnahmen mit hoher Strahlungsintensität erfolgen. So steht das Skelett Wissenschaftlern künftig virtuell in hervorragender Auflösung zur Verfügung: Selbst Konturen vom Durchmesser eines menschlichen Haars sind sichtbar.

Tödlicher Angriff der Riesenbienen

Passanten, Fahrzeuge, Tiere – bei einer Massenattacke vergangene Woche in Nepal fielen Asiatische Riesenhonigbienen über alles her, was sich gerade in der Nähe ihres Nestes befand. Zwei Menschen kamen ums Leben, mehr als 20, die sich auf einem vorbeifahrenden Lastwagen befanden, trugen zahllose Stiche davon. Mehrfach jährlich ereignen sich in dem Himalaja-Staat derartige tödliche Vorfälle. Auslöser für den Angriff war diesmal offenbar ein Honigbussard, der seinerseits das Nest der Bienen der Art Apis dorsata attackieren wollte, berichtet der Verhaltenswissenschaftler Gerald Kastberger von der Karl-Franzens-Universität Wien. Mit einem Forschungsteam untersucht er derzeit in Nepal das Verteidigungs- und Kommunikationsverhalten der Asiatischen Riesenhonigbienen. Eine Kolonie von Apis dorsata umfasst bis zu 120000 Tiere; zudem treten Kolonieansammlungen von bis zu 300 Einzelkolonien auf. Werden die normalerweise friedlichen Insekten gereizt, können sie sich blitzschnell und massiv mobilisieren. In einer ersten Welle markieren sie alles sich Bewegende eher wahllos mit einem Pheromon, einem stark riechenden Duftstoff. Damit können die Bienen die Spur vermeintlicher Aggressoren auch über weite Distanzen verfolgen. So hat ein Fußgänger kaum eine Chance zu entkommen, es sei denn, er rettet sich in ein Gewässer oder ein Gebäude.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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    • Schlagworte Biene | Nepal | Tier | Äthiopien
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