Voreiliger Jubel

Die Stammzellforschung ist noch nicht am Ziel

»Durchbruch!« Die »ethisch unbedenkliche Stammzelle« sei endlich gefunden, meldeten Sender und Zeitungen vergangene Woche. Deutsche Forscher hätten das Dilemma der aus Embryos gewonnenen Stammzellen gelöst. Großer Jubel. Dabei hat dieser Durchbruch vor zwei Jahren stattgefunden – in Japan. Dort gelang es, erwachsene Hautzellen durch das Einschleusen von vier Genen in den embryonalen Zustand zu versetzen.

Nun haben die Münsteraner Forscher um Hans Schöler den ersehnten Jungbrunnen einzig mit dem Gen Oct-4 in Gang gebracht. Doch die Münsteraner Zellen sind therapeutisch ebenso wenig brauchbar wie die japanischen. Auch Schölers Team hat Oct-4 mithilfe eines Retrovirus in die Zellen geschleust. Die Nutzung dieser Gentechnik birgt medizinische Risiken.

Der Durchbruch kommt bestimmt! Das Ziel ist, das in menschlichen Zellen ohnehin vorhandene, aber schlafende Oct-4-Gen mit Pharmawirkstoffen zu wecken, statt es mit Viren einzuschleusen. Dann darf endlich richtig gejubelt werden. Ulrich Bahnsen

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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    • Schlagworte Japan | Embryo | Virus | Gentechnik
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