Kaleidoskop KRITIK IN KÜRZE: Ulrich Greiner Unter Katholiken
Da nun die ausgestreckte Hand des Papstes auf die Faust der Piusbrüder gestoßen ist, zumindest die des Holocaust-Leugners Williamson, scheinen alle, die für die Tridentinische Messe plädieren, in einen üblen Dunstkreis geraten zu sein. Sie heißt so, weil sie im Konzil von Trient (1562/63) beschlossen wurde. Der Ritus ist mehr als 500 Jahre alt und hat mit der jetzigen Kontroverse nichts zu tun. Es war der Schriftsteller Martin Mosebach, der in seinem Buch Häresie der Formlosigkeit (2000) das Verschwinden der alten Liturgie beklagt und damit einem schon lange schwelenden Streit Ausdruck gegeben hatte, den der Papst mit der Wiederzulassung der alten Form 2007 befrieden wollte. Dieses Buch dokumentiert ein Streitgespräch über die Tridentinische Messe, deren zeitlose Schönheit Martin Mosebach und der Philosoph Robert Spaemann preisen, während der Kirchenhistoriker Arnold Angenendt und der Liturgiewissenschaftler Albert Gerhards den liturgischen Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils manch Gutes abgewinnen können. Für Katholiken eine äußerst anregende Debatte.
- Datum 12.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren