Leseprobe

Jetzt wagte er, den Tiger ausgiebig zu betrachten. Der lange Körper lag entspannt unter den Weidenblättern, deren zuckende Schatten über ihn glitten und die schwarzgeränderten Streifen gleichfalls erzittern ließen, orange und lohfarben, beige und weiß. Das weiße Fell leuchtete weich, als sei es gerade gewaschen worden. Es strahlte vor Gesundheit, und Mark hatte das Gefühl, es müsse federleicht sein. Ob er es wagen konnte, den Tiger zu streicheln? Er blickte scheu auf das Gesicht.

Schwarze Streifen liefen über die orangefarbene Stirn; die Ohren, die in einem Bogen von der Stirn abstanden, waren scharf und gespitzt. Wo sie sich einrollten, schienen sie mit dickem weißem Samt ausgekleidet. Mark hätte gern einen tastenden Finger hineingesteckt. Als ob das Tier seine Gedanken gelesen hätte, zuckte es mit einem Ohr und sah ihn an. Die Augen waren grasgrün, geheimnisvoll wie die tiefste Stelle eines Flusses, doch schienen sie leise zu lächeln und zu winken...

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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    • Schlagworte Fluss | Gesundheit | Körper | Tier
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