Bischof Zollitsch Mein Gott, hilf!
Nett bei "Maybrit Illner", gemein zu Angela Merkel: Wie Deutschlands oberster Katholik trickreich für seine Kirche kämpft

© Johannes Simon/Getty Images
Erzbischof Zollitsch ist seit 2008 Vorsitzender der Bischofskonferenz
Erzbischof Robert Zollitsch sieht nicht aus wie ein Mann, der dem Teufel einen Schrecken einjagen könnte: schütteres Haar, mildes Lächeln und eine Aktentasche. Aber wahrscheinlich kommt der Teufel auch nicht zu Maybrit Illner. Erzbischof Zollitsch dagegen hat sich zum ersten Talkshow-Auftritt seiner fast einjährigen Amtszeit als Anführer der deutschen Katholiken entschieden. Donnerstagabend, im Innenhof des ZDF Unter den Linden, ist es so heiß, dass selbst die Moderatorin stöhnt. Zollitsch muss punkten, das weiß er, der Auftritt ist nicht nur seine Premiere, diese Tage sind auch eine Premiere für den deutschen Papst in Rom: Zum ersten Mal seit der Wahl von Benedikt XVI. schlagen Flammen der Empörung aus seiner Kirche.
Eine harte Woche liegt hinter Deutschlands Katholiken: Ihre Kanzlerin hat sich mit ihrem Papst angelegt. Kurienkardinäle bekennen die Inkompetenz des vatikanischen Apparats. Und der deutsche Leiter von Radio Vatikan sieht bereits eine »Austrittswelle« auf die Kirche zurollen. Ausgerechnet Benedikt, der Deutsche auf dem Papstthron, hat aus »Barmherzigkeit« einen Bischof rehabilitiert, der nebenbei ein Holocaust-Leugner ist. Und bis heute findet der Papst kein Wort der Entschuldigung für seinen Fehltritt.
In Talkshows glänzen die Lauten, Zollitsch ist ein Leiser
Es ist nicht leicht herauszuhören, was Robert Zollitsch, der höchste Katholik in Deutschland, dazu sagen will.
Hat er den Papst kritisiert? Vielleicht.
Hat er den Papst verteidigt? Vielleicht.
Die Fernsehsendung jedenfalls beherrscht ein 23-jähriger Jungfunktionär des Netzwerks »Generation Benedikt«, dem jedes Argument recht ist, Hauptsache, es dient dem Papst. Ständig Kontra gibt Henryk M. Broder, der Publizist: »Kirchen tragen zum Frieden nicht mehr bei als Alkoholproduzenten zur Sicherheit im Straßenverkehr.« Im Talkshow-Zirkus glänzen die Lauten und die Extremen. Robert Zollitsch ist leise und liberal.
Mit den Händen hält er sich an den Armlehnen fest, als säße er auf einem Schleudersitz, und seine Stimme geht in die Höhe, wenn er etwas Wichtiges sagen will, nicht in die Tiefe, wie es die Stimmcoaches den Fernsehprofis empfehlen. Möchte der Bischof sich zu Wort melden, rührt er kaum die Hand, ganz behutsam löst sich ein einzelner Finger von der Lehne, die er weiter umklammert hält. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat es schwer, ins Gespräch zu kommen, bei Illner wie in seinem ersten Amtsjahr.
- Datum 13.05.2009 - 13:59 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
- Kommentare 8
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Der Alteste Konzern, der älteste Slogan (Liebe deinen nächsten...), das älteste Logo (das Kreuz). Nur das Produkt das er verkauft ist mehr als mangelhaft. Wo ist die Liebe in unserer Ellenbogengesellschaft und Atomwaffenwelt? Was würde Stiftung Warentest zum Ergebnis dieser Bemühung des Konzerns sagen: Theoretische Liebe und praktische Gewalt, Zwang und oft sogar Hass. In der katholischen Kirche herrscht sexuelle Gewalt. Da würde ich durchaus den bizarren Zölibat einschließen. Auch Mobbing ist im Kirchenkonzern nicht selten. Das wird dann noch vom Steuerzahler unterstützt (der Staat zahlt jahrlich 60 Millionen für hohe Bischofsgehälter etc.) Anstatt der in der Demokratie vorgeschriebenen Trennung von Staat und Kirche gibt es eine Verfilzung von beiden, besonders (noch) in Bayern. War die Aufklärung eigentlich schon? Es ist ein unglaublicher Skandal: Zölibat, Heuchelei, Behauptung von Dingen die irreal und nicht beweisbare Phantasie sind. Diese Art von Akzeptanz des Unlogischen, die wir unseren Kindern weitergeben wirft einen großen Schatten auf die Vernunft unserer Spezies. Deshalb: statt realer Liebe zwischen den Menschen haben wir Atomwaffen.
Die Kirche benimmt sich wie eine Diktatur! Mit einem Diktator an der Spitze, der sich wie ein Pharao auf einen angeblichen Gott bezieht, der ihn zum Herrscher krönt (Das sind Kinderphantasien)
Die Kirchen haben noch viel zu viel Macht im Land und sind in fast allen wichtigen gesellschaftlichen Gremien vertreten. Eine Lobbygruppe, die oft Zensur ausübt und der Moderne in vielerlei Hinsicht Steine in den Weg rollt.
Eine ungeheuere Ungerechtigkeit liegt darin, daß die große Zahl der Atheisten und kirchenfreien Menschen im Land in diesen Gremien, Rundfunkräten etc. keinen Einfluß haben.
Dadurch ist die gesellschaftliche Ausübung von Macht in vielen wichtigen Bereichen äußerst einseitig und entspricht nicht der Willensbildung des Volkes, wie es heute ist! Dieser Mangel sollte umgehend behoben werden!
Die Kirche vermochte außerdem nicht Karlheinz Deschner juristisch zu
verbieten in einer ganzen Serie von Büchern "Kriminalgeschichte des
Christentums" zu behaupten, dass die Kirche DIE GRÖSSTE
VERBRECHERORGANISATION ALLER ZEITEN ist, da Deschners Bücher dies
detailiert undunbestreitbar untermauern!
sorry - der link zu karlheinz deschners büchern stimte nicht - hier der richtige
scheint der ZEIT eine Leserdebatte gefahrlos - anders als bei den Artikeln zu dem unfassbaren Geschehen in Gaza oder dem Präanthropoidenaufmarsch in Dresden. Religion ist in Deutschland ein gefahrloses Thema - wei weitgehend folgenlos, substanzlos, kurz: sinnlos.
Denn wer ein Hirn hat und nach Sinn sucht, der wird sich nicht offenkundigem Unsinn in die Arme werfen, und anderen? Nun ja.
_________________________________________________
In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
______
scheinen sich zur Zeit darin zu gefallen, gegen die ach so böse und repressive katholische Kirche zu polemisieren. Offenbar können die sich einfach nicht mehr vorstellen, daß man so etwas wie einen Glauben haben kann. Bei dem Fehlen eigener ethischer Wertvorstellungen, der sich hinter diesem aggressiven Atheismus verbirgt, muß jede Kirche und jeder Glauben, der sich nicht verbiegen lassen oder sich durch den Mainstreamgeist weichspülen läßt, als fundamentalistisch erscheinen.
scheinen sich zur Zeit darin zu gefallen, gegen die ach so böse und repressive katholische Kirche zu polemisieren. Offenbar können die sich einfach nicht mehr vorstellen, daß man so etwas wie einen Glauben haben kann. Bei dem Fehlen eigener ethischer Wertvorstellungen, der sich hinter diesem aggressiven Atheismus verbirgt, muß jede Kirche und jeder Glauben, der sich nicht verbiegen lassen oder sich durch den Mainstreamgeist weichspülen läßt, als fundamentalistisch erscheinen.
Die katholische Kirche betrachtet sich noch immer als einzige Heilsbringerin in der Welt. Der Bischof von Rom betrachtet sich als Stellvertreter Gottes auf Erden.
Das kommt mir vor wie eine Mischung aus Hybris und Aberglaube, mithin ein psychiatrisches Geschehen.
Würde sich die Kirche auf den historischen Aspekt zurückziehen, die Bergpredigt nach vorne stellen und sich von Macht und Geld distanzieren, dann könnte sie wieder reizvoll werden. Dazu müsste natürlich auch der überkommene Gottesbegriff revidiert werden. Gott als Person und vor allem als Schöpfer zu betrachten, ist schon sehr befremdend.
Mit der Überschrift der Enzyklika "Deus caritas est" kann ich natürlich sehr viel anfangen. Gott ist die Liebe, das ist wunderbar.
Der Gott der Katholiken und vor allem auch sein Vertreter auf Erden sind mir allerdings ein Graus; immer wieder Einmischungen und vor allem auch Machtausübung und Gerangel um Geld, Korruption und rechtslastige Missetat. Nein, das kann es nicht sein.
Da haben die Katholiken noch eine Menge Arbeit vor sich und müssen sich noch von vielen alten Zöpfen trennen; sonst ist's bald um.
Ich meinerseits bin schon lange ausgetreten. Das erspart es mir, heute diesbzgl. aktiv zu werden. Ich bin meinen Lehrern sehr dankbar für den kritischen Geist, der mich schon im jungen Erwachsenenalter befähigt hat, diesen Schritt zu tun.
"Das kommt mir vor wie eine Mischung aus Hybris und Aberglaube, mithin ein psychiatrisches Geschehen."
Die Hybris besteht darin, daß Sie sich ihren eigenen Gott zusammenbasteln und sich darin auch noch besonders kritisch und aufgeklärt vorkommen.
"Das kommt mir vor wie eine Mischung aus Hybris und Aberglaube, mithin ein psychiatrisches Geschehen."
Die Hybris besteht darin, daß Sie sich ihren eigenen Gott zusammenbasteln und sich darin auch noch besonders kritisch und aufgeklärt vorkommen.
aber was die Kirche neben dem Bösen und Schlechten noch vorzuweisen hat, das ist unerheblich.
wenn die süße Macht nicht wär...
Halt Dich an die 10 Gebote, Liebe Deinen nächsten und teile was Du hast.
Eigentlich nicht so schwer wenn, ja wenn die Macht nicht wär...
Wie war das mit der liebenden und dienenden Kirche? Herr Drewermann mahnt lange schon die Umkehr zu diesen eigentlichen Aufgaben der Kirche an!
Außerdem, dauernd den alten Bismarck auszugraben, wenn es um Kritik an der Katholischen Kirchenleitung geht ist ermüdend.
scheinen sich zur Zeit darin zu gefallen, gegen die ach so böse und repressive katholische Kirche zu polemisieren. Offenbar können die sich einfach nicht mehr vorstellen, daß man so etwas wie einen Glauben haben kann. Bei dem Fehlen eigener ethischer Wertvorstellungen, der sich hinter diesem aggressiven Atheismus verbirgt, muß jede Kirche und jeder Glauben, der sich nicht verbiegen lassen oder sich durch den Mainstreamgeist weichspülen läßt, als fundamentalistisch erscheinen.
"Das kommt mir vor wie eine Mischung aus Hybris und Aberglaube, mithin ein psychiatrisches Geschehen."
Die Hybris besteht darin, daß Sie sich ihren eigenen Gott zusammenbasteln und sich darin auch noch besonders kritisch und aufgeklärt vorkommen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren