Stets ohne uns

M. Kriener: »Das tödliche Wunder« Zeit Nr. 6

In dem Artikel zum Thema Asbest fällt etwas auf, das oft typisch ist für Beiträge, in denen deutsche Nachkriegsgeschichte eine Rolle spielt: Die DDR kommt darin nicht vor. Es fallen die Namen Bundesrepublik und Deutschland (gemeint ist Westdeutschland); aber Ostdeutschland fehlt, obwohl es in beiden Teilen Deutschlands manchmal die gleichen Probleme gab. Im Westen war den »Kapitalisten« die Gesundheit ihrer Arbeiter nicht so wichtig und im Osten den »Sozialisten«. Schon deswegen hätte es sich gelohnt, den Osten in die Recherchen mit einzubeziehen.

Mich als ostdeutschen Leser interessiert grundsätzlich beides, Ost- und Westdeutschland. Deshalb ist der Artikel für mich unzureichend. Was den »Osten« anginge, müsste ich auf einen Beitrag in der Jungen Welt oder im Neuen Deutschland hoffen.

Es ist kaum anzunehmen, dass westdeutsche Leser nicht auch der Umgang mit Asbest in der DDR interessierte. In journalistischen oder historischen Beiträgen, die den Zeitraum 1949 bis 1989 berühren, wäre eine parallele Berichterstattung und keine getrennte – oder sogar unterschlagende – wünschenswert. Dies könnte helfen, die Teilung Deutschlands zu überwinden, anstatt sie zu manifestieren.

Ulf Weber, Tanna

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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    • Schlagworte Ostdeutschland | Asbest | DDR | Gesundheit | Berichterstattung
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