Erbärmliche Zustände
Tanja Busse und Urs Willmann: »Natur aus der Fabrik« Zeit Nr. 6
Die Gier steht auch Pate bei der Milchwirtschaft. Was sonst könnte letztlich die Ursache dafür sein, dass Hochleistungsmilchkühe auch auf der saftigsten Wiese verhungern würden? Auf dem Weg zur Optimierung ist den Handelnden der Verstand verloren gegangen. Und Ihr erhellender Bericht zeigt, dass sie es nicht mal gemerkt haben.
Rüdiger Meinardus, Heßdorf
Ich erlebte einmal, wie ein Kalb, kaum geboren, per Schubkarre in eine Box verfrachtet wurde, wo es mit Infrarotlicht und Milchflasche die ersten Tage seines Lebens in Einzelhaft verbringen musste. Die Kuh bekam ihr Kalb nie zu sehen.
Ob Milchkuh oder Mastschwein, die Zustände sind erbärmlich, und so manchem Fleischesser würde grausen, müsste er sich mit den Lebensumständen dieser Tiere beschäftigen. Große Schuld trägt der Konsument selbst, für den nur der günstige Preis im Supermarkt zählt.
Julia Sailer, Passau
- Datum 12.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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