DIE ZEIT: Wo liegt der Schwerpunkt Ihres Forschungsprojekts?

Alexander Haas: Wir erarbeiten auf Borneo einen Katalog der Froschlurche, in dem man unter anderem nachschlagen kann, welche Larve zu welcher Art gehört. Bei der Beschreibung von Fröschen werden die Larvalformen oft vernachlässigt. Wenn man ein Gebiet ökologisch erfassen will, ist das ein Problem – gefundene Kaulquappen sollte man auch einer Art zuordnen können.

ZEIT: Wer finanziert die Forschungsarbeit?

Haas: Bisher die VW-Stiftung. Das Projekt war Teil eines Partnerschaftsprogramms mit Asien, in dem jeweils ein einheimischer und ein deutscher Wissenschaftler zusammenarbeiten und sich die Förderungsgelder teilen. Die Finanzierung läuft jetzt aus, weil die VW-Stiftung sich mit dem Programm auf Afrika konzentrieren will. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden auch nur noch stark anwendungsbezogene Projekte gefördert.

ZEIT: Ist die Finanzierung Ihrer Arbeit gesichert?

Haas: Bisher noch nicht. Ich hoffe, dass ich mit einem Antrag bei der DFG neue Gelder einwerben kann. Die Erfassung von Arten muss dafür allerdings in eine übergreifende Fragestellung eingebettet sein, es reicht nicht zu sagen: Ich will neue Arten entdecken. Das funktioniert eher so, dass man bei den Feldforschungen zum Projekt nebenher auch etwas Inventur betreibt, und dabei kann es passieren, dass man neue Tiere entdeckt. Ich wüsste gar nicht, welche Stelle in Deutschland ein rein taxonomisches Inventurprojekt finanzieren würde. National Geographic fördert Expeditionen, aber nur, wenn es sich dabei um eine aufsehenerregende Art oder ein besonderes Gebiet handelt.

ZEIT: Haben Ihre internationalen Kollegen ähnliche Probleme mit der Forschungsförderung?