Papst-Debatte Die Reaktionäre kehren zurück
Das Ende der Neuzeit: Warum Papst Benedikt XVI. dem katholischen Antimodernismus wieder die Tore öffnet
Sollten die Atheisten Benedikt XVI. dankbar sein? Ja, sie sollten es, schrieb der englische Historiker Timothy Garton Ash nach der Papstwahl. Der Pontifex werde die Entchristianisierung Europas vorantreiben, auch wenn er das Gegenteil beabsichtige. Am Ende würde das katholische Oberhaupt machtloser und seine Kirchen leerer sein als je zuvor. (SZ vom 22. 4. 2005, Anm. der Online-Redaktion: Lesen Sie hier das Original in Englisch, Guardian, 21.04.2005 )
Mag sein, dass diese Worte prophetisch waren. Mit dem Gnadenakt gegenüber den Lefebvristen hat der Papst die kurze Renaissance des Katholizismus beendet und die alten antirömischen Affekte wieder auf den Plan gerufen. Doch woher rührt die stoische Konsequenz dieser Politik? Betreibt der Papst catholic branding, um seine Glaubensgemeinschaft auf dem Weltmarkt der Religionen liturgisch unverwechselbar zu machen? Oder geht es ihm nur um die eherne Schönheit der lateinischen Messe, also darum, die »Häresie der Formlosigkeit« (Martin Mosebach) rückgängig zu machen, die angeblich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil Einzug in die Kirche hielt?
Das mögen Motive sein, Gründe sind es nicht. Wer nach Gründen sucht, sollte sie im Denken des Papstes suchen, genauer: in seiner Kritik an der modernen Gesellschaft und in seiner Auslegung der Bibel. Sie kreist um drei Fragen, und wer sie beantwortet, der bekommt eine Ahnung davon, warum der Antimodernismus im Vatikan wieder eine Zukunft haben soll. Die Fragen lauten: Für wen starb Jesus am Kreuz? Warum ist die Neuzeit gefährlich? Wen repräsentiert die Kirche?
Der Student Joseph Ratzinger hat über Augustinus promoviert und sich über Bonaventura, den »Fürsten der Mystik«, habilitiert. Mit kühler Leidenschaft verfolgte er vor allem einen Gedanken, nämlich die Versöhnung des biblischen Monotheismus mit dem Denken der Antike, der Philosophie von Platon und Aristoteles. Schon damals schien ihm die umstürzlerische Radikalität des Monotheismus nicht recht geheuer zu sein – jene Revolution des Geistes, mit der Juden und frühes Christentum den unglaubwürdig gewordenen Götterhimmel der Antike zum Einsturz brachten. Tatsächlich ist seit Moses und Jesus die Behauptung, Leid und Opfer gehörten zum Wesen der Geschichte, das, was sie immer war – ein Mythos.
Für die Versöhnung von Antike und Christentum, so beklagen nun seine Kritiker, zahlte Ratzinger einen hohen Preis. Für ihn sei die gesamte Schöpfung von Schuld und Leid »durchkreuzt«, und er unterscheide nicht mehr zwischen existenziellem Unglück und politischem Unrecht, zwischen dem Leiden an Krankheit und Tod und dem Leiden an Ausbeutung und Unterdrückung.
»Hellenisierung des Christentums« heißt der Vorwurf, und daran scheiden sich bis heute die Geister. In dem Maße, wie Ratzinger seine Kreuzestheologie in die griechische Metaphysik einbette, desto mehr spalte er das jüdische Erbe ab – den Protest gegen Unrecht und Unterdrückung ebenso wie die Verheißung irdischer Gerechtigkeit. Kurzum, Ratzinger schließe vorschnell Frieden mit der Welt und entschärfe die Theodizeefrage, also Hiobs verzweifelte Klage über einen Gott, der seine Geschöpfe leiden lässt. Oder wie sein Tübinger Kritiker Hermann Häring ihm vorhielt: Ratzinger verdränge die Frage nach der gerechten Gesellschaft und vertröste die Menschen mit einer »überzeitlichen Jenseitshoffnung«.
Dennoch wäre es nicht gerecht, dem Papst eine besinnungslose Leidensmetaphysik zu unterstellen oder gar eine Heroisierung des Opfers im Sinne von Mel Gibsons Passion Christi . Sosehr ihn die finstere Bildpolitik der Gegenreformation faszinieren mag – der höhere Sinn des Daseins besteht für Benedikt nicht im Leiden, sondern in der »Liebe«, mit der Gott dem Menschen immer schon zuvorgekommen ist. Aber die Idee gesellschaftlicher Gerechtigkeit bleibt dem Papst erschreckend fremd; seine Theologie ist individualethisch und im Wesentlichen auf den Einzelnen bezogen. Wer die Rede auf die Gesellschaft bringt, gerät sofort in Verdacht, ein »Neuzeitlicher« oder noch schlimmer: ein »Liberaler« zu sein.
- Datum 07.07.2009 - 14:59 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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der Katholiken war schon immer dass sie Probleme haben Religionskritik und Kirchenkritik voneinander zu unterscheiden.
Die Kirche is eine menschengemachte, und oft genug hochpolitische, Organisation gewesen die die Religion nur für ihre Zwecke mißbrauchte. An diesem Erbe trägt die katholische Kirche bis heute schwer, wie soll sie auch ihren heutigen Geltungsanspruch erhalten wenn sie gleichzeitig eingesteht dass sie über Jahrhunderte falsch lag. Also muss der Modernisierungsprozess behutsam sein. Umso leichter ist er daher umkehrbar von Einzelnen die sich zumindest rein theoretisch auf die kirchliche Tradition berufen können bei ihrem Fanatismus - diese sog. "Tradition" spielt bei den Katholken ja religionsstiftende Bedeutung.
Die Grundsatzfrage die die Lutheraner ja für sich durch Abspaltung gelöst haben bleibt aber, wie geht man mit dem Gegensatz zwischen Christus und dem was aus Teilen der christlichen Kirche wurde um? Jesus, hätte er im 20. Jahrhundert gelebt und nicht 2000 Jahre früher, wäre wohl ein Pazifist und Gutmensch-Hippie gewesen und jemand den reaktionäre Kreise der Kirche bekämpft hätten. Das sollte doch eigentlich zu denken geben. Die christliche RELIGION ist an und für sich eine Religion der Liebe, des Friedens, der Toleranz, der Offenheit und fast schon des Rebellentums (wenn man sich mal anschaut was Jesus getan und gesagt hat gegen die Obrigkeiten seiner Zeit). Es ist doch wirklich Paradox was daraus gemacht und im Namen von Jesu gemacht wurde finde ich.
Ich bin selten radikal aber was sie schreiben stimmt aus ihrer Sicht. Die Sicht der Katholischen "Kirche" ist eine andere. Die Katholische Kirche leitet ihr Anspruch die einzige Kirche und Unfehlbarkeit direkt aus der Bibel ab - die gennante Cathedra Petri.
"Reaktionäre" sind in diesem Artikel als Logiker beschrieben. Im Gegensatz zu ihnen nehmen sie die "Cathedra Petri" als Axiom (also als Grundwahrheit) und leiten mit Mathematischer "Kühle" ihre Theologischen Sätze und Lemmas her. Wie im Artikel beschrieben ist, sind die Kernfragen: Für wen starb Jesus am Kreuz? Warum ist die Neuzeit gefährlich? Wen repräsentiert die Kirche?
Nimmt man nun die Logik zu Hilfe und startet mit diesem Axiom, dann bekommt man die "wahren", "einzigen" und "zeitlosen" Antworten. An diesen "Wahrheiten" orientieren sich die "Reaktionäre" konsequent.
Also:
1. Weil - Zitat: "die gesamte Schöpfung von Schuld und Leid »durchkreuzt«" ist.
Antwort: starb Jesus am Kreuz - als Erlöser von JEGLICHEM Leid.
2. Weil - alle nicht Katholiken - also auch die Juden - Jesus als Erlöser nicht akzeptieren, lehnen sie die Erlösung ab und sind Teil der "Masse" zuständig für Schuld und Leid.
3. Weil die Neuzeit Schuld und Leid als nicht existenziellen Teil der Schöpfung ansieht. "Jeder Mann ist seines Glückes Schmid..." (Verneinung der Erbsünde...)
Somit verneint die heutige Gesellschaft nach der "Reaktionären" Sicht den Grund für den Tod von Jesus am Kreuz.
Die "Reaktionäre" sind einfach hart in der Logik der Katholischen Kirche. Sie haben Recht den 99.999% aller "Katholiken" verneinen die obere "Logik". Sie sind also aus "Reaktionärer" Sicht (und eigentlich ist dies die Philosophie der Katholischen Kirche) keine Katholiken und die Kirche muss sich gegen diesen "falschen" Einfluss wehren.
Im Endefekt sind einfach 99.999% der Katholiken keine Katholiken sondern Teil einer neuen Kirche, welche nicht katholisch ist, sich aber so nennt und die Philosophie der eigentlichen Cathedra Petri verletzt.
Es ist einfach schon überfällig, dass eine neue "Katholische" Kirche ohne Pontifex und ohne Anspruch der Cathedra Petri entsteht.
Zitat:
"Jesus, hätte er im 20. Jahrhundert gelebt und nicht 2000 Jahre früher, wäre wohl ein Pazifist und Gutmensch-Hippie gewesen und jemand den reaktionäre Kreise der Kirche bekämpft hätten.
Das sollte doch eigentlich zu denken geben. Die christliche RELIGION ist an und für sich eine Religion der Liebe, des Friedens, der Toleranz, der Offenheit und fast schon des Rebellentums (wenn man sich mal anschaut was Jesus getan und gesagt hat gegen die Obrigkeiten seiner Zeit)."
Die Pharisäer, gegen die Jesus gepredigt hat, waren keine "bösen Reaktionäre",
sondern (aus Wikipedia, aber so habe ich es auch aus anderer Quelle gelernt):
"Während ihres Bestehens definierten sich die Pharisäer in erster Linie als Opposition zu den Sadduzäern. Die Sadduzäer repräsentierten die konservative, priesterlich-aristokratische Oberschicht, die Pharisäer fanden ihre Anhänger in der breiten Masse des Volkes. Konflikte bestanden in der Auffassung vom Verhältnis zwischen Arm und Reich sowie der Akzeptanz oder der Ablehnung einer Hellenisierung der jüdischen Gesellschaft. Religiöse Unterschiede betrafen die Beurteilung des Tempels, der nach pharisäischer Ansicht den mosaischen Gesetzen und Propheten nachgeordnet war."
Also:
wenn schon das 20./21. Jhdt. auf die Zeit Christi abbilden, dann so:
Benedikt und Pius-Brüder <-> "Sadduzäer"
"fortschrittliche Katholiken" <-> "Pharisäer"
Und wogegen predigte Jesus?
Was hielt er von "Gutmenschen".
Typische Pharisäer/"Gutmensch":
"Ich danke Gott, dass ich nicht so bin wie jener!"
Jesus:
"Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!"
Offensichtlich ist ein ordentlicher Religionsunterricht doch keine schlechte Sache ...
Ich bin selten radikal aber was sie schreiben stimmt aus ihrer Sicht. Die Sicht der Katholischen "Kirche" ist eine andere. Die Katholische Kirche leitet ihr Anspruch die einzige Kirche und Unfehlbarkeit direkt aus der Bibel ab - die gennante Cathedra Petri.
"Reaktionäre" sind in diesem Artikel als Logiker beschrieben. Im Gegensatz zu ihnen nehmen sie die "Cathedra Petri" als Axiom (also als Grundwahrheit) und leiten mit Mathematischer "Kühle" ihre Theologischen Sätze und Lemmas her. Wie im Artikel beschrieben ist, sind die Kernfragen: Für wen starb Jesus am Kreuz? Warum ist die Neuzeit gefährlich? Wen repräsentiert die Kirche?
Nimmt man nun die Logik zu Hilfe und startet mit diesem Axiom, dann bekommt man die "wahren", "einzigen" und "zeitlosen" Antworten. An diesen "Wahrheiten" orientieren sich die "Reaktionäre" konsequent.
Also:
1. Weil - Zitat: "die gesamte Schöpfung von Schuld und Leid »durchkreuzt«" ist.
Antwort: starb Jesus am Kreuz - als Erlöser von JEGLICHEM Leid.
2. Weil - alle nicht Katholiken - also auch die Juden - Jesus als Erlöser nicht akzeptieren, lehnen sie die Erlösung ab und sind Teil der "Masse" zuständig für Schuld und Leid.
3. Weil die Neuzeit Schuld und Leid als nicht existenziellen Teil der Schöpfung ansieht. "Jeder Mann ist seines Glückes Schmid..." (Verneinung der Erbsünde...)
Somit verneint die heutige Gesellschaft nach der "Reaktionären" Sicht den Grund für den Tod von Jesus am Kreuz.
Die "Reaktionäre" sind einfach hart in der Logik der Katholischen Kirche. Sie haben Recht den 99.999% aller "Katholiken" verneinen die obere "Logik". Sie sind also aus "Reaktionärer" Sicht (und eigentlich ist dies die Philosophie der Katholischen Kirche) keine Katholiken und die Kirche muss sich gegen diesen "falschen" Einfluss wehren.
Im Endefekt sind einfach 99.999% der Katholiken keine Katholiken sondern Teil einer neuen Kirche, welche nicht katholisch ist, sich aber so nennt und die Philosophie der eigentlichen Cathedra Petri verletzt.
Es ist einfach schon überfällig, dass eine neue "Katholische" Kirche ohne Pontifex und ohne Anspruch der Cathedra Petri entsteht.
Zitat:
"Jesus, hätte er im 20. Jahrhundert gelebt und nicht 2000 Jahre früher, wäre wohl ein Pazifist und Gutmensch-Hippie gewesen und jemand den reaktionäre Kreise der Kirche bekämpft hätten.
Das sollte doch eigentlich zu denken geben. Die christliche RELIGION ist an und für sich eine Religion der Liebe, des Friedens, der Toleranz, der Offenheit und fast schon des Rebellentums (wenn man sich mal anschaut was Jesus getan und gesagt hat gegen die Obrigkeiten seiner Zeit)."
Die Pharisäer, gegen die Jesus gepredigt hat, waren keine "bösen Reaktionäre",
sondern (aus Wikipedia, aber so habe ich es auch aus anderer Quelle gelernt):
"Während ihres Bestehens definierten sich die Pharisäer in erster Linie als Opposition zu den Sadduzäern. Die Sadduzäer repräsentierten die konservative, priesterlich-aristokratische Oberschicht, die Pharisäer fanden ihre Anhänger in der breiten Masse des Volkes. Konflikte bestanden in der Auffassung vom Verhältnis zwischen Arm und Reich sowie der Akzeptanz oder der Ablehnung einer Hellenisierung der jüdischen Gesellschaft. Religiöse Unterschiede betrafen die Beurteilung des Tempels, der nach pharisäischer Ansicht den mosaischen Gesetzen und Propheten nachgeordnet war."
Also:
wenn schon das 20./21. Jhdt. auf die Zeit Christi abbilden, dann so:
Benedikt und Pius-Brüder <-> "Sadduzäer"
"fortschrittliche Katholiken" <-> "Pharisäer"
Und wogegen predigte Jesus?
Was hielt er von "Gutmenschen".
Typische Pharisäer/"Gutmensch":
"Ich danke Gott, dass ich nicht so bin wie jener!"
Jesus:
"Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!"
Offensichtlich ist ein ordentlicher Religionsunterricht doch keine schlechte Sache ...
Ich bin selten radikal aber was sie schreiben stimmt aus ihrer Sicht. Die Sicht der Katholischen "Kirche" ist eine andere. Die Katholische Kirche leitet ihr Anspruch die einzige Kirche und Unfehlbarkeit direkt aus der Bibel ab - die gennante Cathedra Petri.
"Reaktionäre" sind in diesem Artikel als Logiker beschrieben. Im Gegensatz zu ihnen nehmen sie die "Cathedra Petri" als Axiom (also als Grundwahrheit) und leiten mit Mathematischer "Kühle" ihre Theologischen Sätze und Lemmas her. Wie im Artikel beschrieben ist, sind die Kernfragen: Für wen starb Jesus am Kreuz? Warum ist die Neuzeit gefährlich? Wen repräsentiert die Kirche?
Nimmt man nun die Logik zu Hilfe und startet mit diesem Axiom, dann bekommt man die "wahren", "einzigen" und "zeitlosen" Antworten. An diesen "Wahrheiten" orientieren sich die "Reaktionäre" konsequent.
Also:
1. Weil - Zitat: "die gesamte Schöpfung von Schuld und Leid »durchkreuzt«" ist.
Antwort: starb Jesus am Kreuz - als Erlöser von JEGLICHEM Leid.
2. Weil - alle nicht Katholiken - also auch die Juden - Jesus als Erlöser nicht akzeptieren, lehnen sie die Erlösung ab und sind Teil der "Masse" zuständig für Schuld und Leid.
3. Weil die Neuzeit Schuld und Leid als nicht existenziellen Teil der Schöpfung ansieht. "Jeder Mann ist seines Glückes Schmid..." (Verneinung der Erbsünde...)
Somit verneint die heutige Gesellschaft nach der "Reaktionären" Sicht den Grund für den Tod von Jesus am Kreuz.
Die "Reaktionäre" sind einfach hart in der Logik der Katholischen Kirche. Sie haben Recht den 99.999% aller "Katholiken" verneinen die obere "Logik". Sie sind also aus "Reaktionärer" Sicht (und eigentlich ist dies die Philosophie der Katholischen Kirche) keine Katholiken und die Kirche muss sich gegen diesen "falschen" Einfluss wehren.
Im Endefekt sind einfach 99.999% der Katholiken keine Katholiken sondern Teil einer neuen Kirche, welche nicht katholisch ist, sich aber so nennt und die Philosophie der eigentlichen Cathedra Petri verletzt.
Es ist einfach schon überfällig, dass eine neue "Katholische" Kirche ohne Pontifex und ohne Anspruch der Cathedra Petri entsteht.
Das mag wohl sein, doch ist diese "Cathedra Petri" letztlich selbst nur eine bestimmte Auslegung, es ist fast alles logisch herleitbar, wenn man angenommene Grundlagen für sakrosankt erklärt. Genau deshalb war und ist ja der konservative Teil so erpicht darauf die Tradition zum Glaubensbestandteil zu erklären, weil nur so die unchristlichen Einflüsse im Katholizismus erhalten bleiben können.
Berthold Grabe
Das mag wohl sein, doch ist diese "Cathedra Petri" letztlich selbst nur eine bestimmte Auslegung, es ist fast alles logisch herleitbar, wenn man angenommene Grundlagen für sakrosankt erklärt. Genau deshalb war und ist ja der konservative Teil so erpicht darauf die Tradition zum Glaubensbestandteil zu erklären, weil nur so die unchristlichen Einflüsse im Katholizismus erhalten bleiben können.
Berthold Grabe
Dennoch, vielleicht erweist sich Ratzinger ja denn doch als schlauer als der Autor. Es brechen schwere Zeiten an, da rüsten sich die Rattenfänger.
Da werden wieder die Kostüme gebürstet, Klappern gehört zum Handwerk, egal ob Weihrauchkessel oder Klingelbeutel.
Da muß alles passen, die Choreograhie, die Musik, die Liturgie und dergleichen mehr. Am wichtigsten aber ist eine verläßliche Ordnung mit klaren Regeln.
In harten Zeiten braucht das Volk einen starken Trost, auf daß es nicht rebellisch werde.
Nicht umsonst schreibt der Autor:
"Ratzinger verdränge die Frage nach der gerechten Gesellschaft und vertröste die Menschen mit einer »überzeitlichen Jenseitshoffnung«."
Es ist wohl das Joch unserer Zeit, das alte Leute alte Schlachten schlagen wollen und partout nicht begreifen können, das die Zeit längst über Sie hinweggegangen ist.
So ist es in der deutschen Linken, die gepaart mit Alt 68ziger Gedankengut gegen sturzkonservative zu Feld ziehen, so ist es auch beim Papst der im öffentlichen Lärm, den diese medienbeherrschenden aber mittlerweile realen Mikrominderheiten, verursachen, diese als Bedrohung zu empfinden scheint.
Das ganze ist letztlich nur ein Ergebnis gesellschaftlicher Verkrustung einer Generation, die sich nicht aufs Altenteil zurückziehen konnte, und bestenfalls Speichellecker als Kronprinzen duldete und großzog.
Außer in den kontrollierten öffentlichen Institutionen und Medien würde das niemand mehr ernst nehmen, wenn es nicht mit realer Macht verbunden wäre und so auf die realen Lebensumstände ärgerlicherweise durchschlägt.
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch Ausdruck dieser senilen geistig ideologischen Verkrustung, die nur Befürworter und Gegner kennt, aber nicht dazu fähig ist, das jeweilig Positive vom jeweilig Negativen bzw. Gescheiterten zu
trennen.
Ich habe schon seit mehreren Jahren in der ganzen Republik, abgesehen hier in den Medien, keinen Menschen mehr getroffen oder gesprochen, der ernsthaft die eine oder andere Position vertreten würde. Eigentlich treffe ich nur noch auf Zustimmung wenn die Einschätzung geäußert wird:"Lasst sie uns doch alle endlich in Rente schicken" , damit wir uns endlich der Zukunft und vernünftigen Lösungen zuwenden können, statt ewig aufs neue von Volksbeformundern beglückt zu werden.
Berthold Grabe
... willkommen in der Post-Moderne.
... willkommen in der Post-Moderne.
... willkommen in der Post-Moderne.
dass sie von außen leichter zu erfassen sind.
Insofern empfinde ich die Beaobachtungen von Assheuer erst einmal gut auf den Punkt gebracht: Für den Papst sind die politischen Ungerechtigkeiten eine (ich übertreibe) quantite negligeable. Das habe ich aber eigentlich immer als konsistent empfunden. Denn das eigentliche Leben findet nach der herrschenden Lehre im Jenseits statt.
Das kann man anders wollen, dann wird man aber automatisch auch eine andere Religion haben wollen. Und die Befreiungsreligion wäre eine solche andere Religion. Den Vatikan für seine Ablehnung dieser anderen Religion zu kritisieren ist also naiv. Konsequenter wäre es doch dann, gleich eine neue Religion, via einer Edelgewerkschaft, zu gründen mit einem reinterpretierten Jesus als Hintergrundideologie. Wenn das funktioniert - gut. Aber man muss es doch wirklich dem Vatikan selbst überlassen, ob er da mitmachen will.
Persönlich faszinierend ist für mich aber nicht eine Edelgewerkschaft, faszinierend ist doch eigentlich das individuelle um nicht zu sagen das individualistische Erlösungskonzept der herrschenden Religion. Dass man also die "Heilskarte als Individuum auch dann noch ziehen kann", wenn die Menschheit als Ganzes das Projekt Leben im Kosmos "vermasseln" (die Benutzung dieses Begriffs ist eine Anleihe beim Physiker Lesch) sollte.
Und da muss ich gestehen, da erscheint mir die Razzingersche Sichtweise plötzlich doch als eine ausgesprochen humane, nämlich als eine Abkehrung von einer überindividuellen Sippenhaft.
Herzlichst Crest
einfach ein alter Mann zu sein, der abgeschnitten von den Belangen der Menschen in einem von anderen Greisen beschützten Palast haust und dort komische Ideen entwickelt.
Das hat nun aber auch gar nichts mehr mit Christus zu tun. Auch Liebe, weder in der Form von Agape, noch in der Form von Caritas wird beim Papst deutlich.
Leider hat er immer noch eine große Öffentlichkeit und eine Schar von Anhängigen, die ihn stützt. Andrerseits tut er ja doch sehr viel dafür, diese Schar zu verkleinern. Das ist gut so.
Das mag wohl sein, doch ist diese "Cathedra Petri" letztlich selbst nur eine bestimmte Auslegung, es ist fast alles logisch herleitbar, wenn man angenommene Grundlagen für sakrosankt erklärt. Genau deshalb war und ist ja der konservative Teil so erpicht darauf die Tradition zum Glaubensbestandteil zu erklären, weil nur so die unchristlichen Einflüsse im Katholizismus erhalten bleiben können.
Berthold Grabe
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