Spielen Schach

Haben Sie schon einmal einen altersdementen Schachspieler getroffen? Na also! (Und sagen Sie jetzt bitte nicht, Schachspieler bissen eben schon in jungen Jahren aufgrund ihrer ungesunden Lebensweise oder anderer Verrücktheiten ins Gras!)

Im Dezember ist im Alter von 87 Jahren der gebürtige Neuseeländer Bob Wade in seiner Wahlheimat London gestorben. Zwar war er sein Leben lang etwas englisch-schrullig, aber bis zum Schluss geistig völlig klar. Sein ganzes Dasein widmete er dem Schach – als Spieler, Lehrer, Coach, Schiedsrichter, Autor und Herausgeber. Damit schlug er sich auch in mageren Zeiten irgendwie durch. Alle lobten seine Hilfsbereitschaft, seine für jedermann offene, riesige Schachbibliothek, in deren Chaos nur er sich zurechtfand. Bis zuletzt nahm Bob an Schachturnieren teil, wie immer aufgeschlossen, bescheiden und freundlich. Obwohl Antikommunist, spielte er dennoch einige Male auf Kuba, unter anderem gegen den begeisterten Schachspieler Che Guevara. Gegen Bobby Fischer gelang ihm ein Remis, und den großen Wiktor Kortschnoj, der mit 77 Jahren immer noch auf hohem Niveau spielt und als Paradebeispiel geistiger (Schach-)Fitness in dem Ende des Jahres erscheinenden Buch Schach und Alter verewigt werden wird, konnte er 1960 in Buenos Aires sogar mit einer herrlichen Endspielkombination besiegen.

Mit welch schönem und mutigem Zug gewann Bob Wade als Weißer, weil ihm zum guten Schluss eine neue Dame winkte?

Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 7:
Wie würde Weiß nach 1…Lxd1 schnell matt setzen? Nach 2.Txf7+ Kg8 3.Sd5 mit der schrecklichen Drohung Sf6 matt würde der schwarze König am Rand schnell ersticken: 3…Th7 4.Sf6+ Kh8 5.Txh7 matt

 
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