Snowkiten Ist das verrückt? Ja!

Deutsche Meisterschaften im "Snowkiten": Tempo, Wind und Schnee am Reschensee

Wenn die Seele fliegt wie der Körper: Oliver Palmer beim Freestyle-Wettkampf

Wenn die Seele fliegt wie der Körper: Oliver Palmer beim Freestyle-Wettkampf

Snowkite heißt Schneedrachen. Es ist ein Spiel mit dem Wind, wie Wasserski, nur ohne Boot. Das Prinzip ist alt und bewährt. Schon Reinhold Messner ließ sein Gepäck auf dem Marsch durch die Antarktis vom Wind bewegen. Auf einem Snowboard oder auf Skiern kann man Berge auch hinauffahren.

Der 35-jährige Marko Peter aus Passau ist ein Snowkiter der ersten Stunde. Am vergangenen Wochenende lud er zur Deutschen Meisterschaft auf den italienischen Reschensee ein, gelegen im Dreiländereck zwischen der Schweiz und Österreich. Ja, die Deutsche Snowkite-Meisterschaft wurde in Italien ausgetragen. Und, »ja, das klingt bekloppt«, sagen selbst die Veranstalter. Vor zwei Jahren sollte der Wettbewerb noch in Deutschland auf der Rhön stattfinden. Wie hatten sich damals alle darauf gefreut! Dann lag kein Schnee.

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Der Reschensee ist im Winter immer zugefroren und schneebedeckt. Die riesige ebene Fläche und die Föhnwinde bieten ideale Bedingungen, um die Sieger zu ermitteln (siehe Kasten). Von der Dorfstraße aus wirken die bunten Drachensegel zwischen den Gletschern wie ein Schwarm dicker Brummer mit Menschenflöhen im Schlepp. Weil einst ein Dorf stand, wo jetzt der Stausee ist, ragt mittendrin ein Kirchturm aus dem Eis. Dagegengeflogen ist keiner.

In der Nacht vor dem Turnierstart saß Marko Peter mit seinen Sportfreunden, die ihn alle »Heiter-Kiter« nennen, in der Dorfalm. Plötzlich öffnete ein Langhaariger die Tür und sprach das wichtigste aller Wörter: »Wind!« Heiter-Kiter nickte: Sie zahlten die Zeche, schnappten die Drachen und stapften zum See. Es war dunkel, sie hörten ihre Drachen surren und spürten den Schnee unter ihren Brettern. Sie fuhren, sie sprangen, sie fühlten den Punk. Dann stürzte einer und überdehnte sein Sprunggelenk.

Leser-Kommentare
    • Detto
    • 12.02.2009 um 17:35 Uhr

    Einer der besten Artikel die ich je in der Presse über unseren Sport, und uns gelesen habe! Chapeau, Steffen!
    Und Danke auch für die Erwähnung meines 2. Ich´s, auch wenn´s falsch geschrieben ist! ;-)
    Hat mich gefreut Dich kennen zu lernen, evtl. sieht man sich ja mal wieder auf ´nem Event.
    Gruß
    Detto

  1. hi Steffen,

    Respekt für den sehr gut geschriebenen Artikel!

    Alle bisherigen Medien die sich nicht ausschließlich mit Kitesurfen beschäftigen waren bisher nicht in der Lage einen autentischen Artikel zu verfassen.
    Dir ist es sehr gut gelungen einem Nicht Kiter nahe zu bringen was wir tun!

    Liebe Grüsse und bis zum nächsten Event :)

    Gruß Marco mit "c"
    HeiterKiter

    • mcjr
    • 06.10.2010 um 5:44 Uhr

    ... habe den artikel mit vergnuegen gelesen, obwohl snowkiten mich eigentlich garnicht so interessiert. super!

  2. ich habe mal einem solchen wettbewerb beigewohnt und unglücklicherweise ist meine zwergpudeldame von so einem brett
    "überrollt" worden und war -die kanten sind scharf wie ein messer-auf der stelle tot! ich finde auf die gefahren sollte beim sport-gerade bei solchen neuen,trend-sportarten ausdrücklichst hingewiesen werden.

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