Kolumne Wörterbericht
Frauenfrage
Ist nach der deutschen Frage nun endlich auch die Frauenfrage beantwortet? Ulla Unseld-Berkéwicz überraschte die Öffentlichkeit in ihrem FAZ- Interview nicht nur mit dem Umzug des Suhrkamp-Verlages nach Berlin. Mindestens ebenso aufsehenerregend wie der ökonomisch-kulturelle Aspekt des Gesprächs war dessen emotionales Finale. Da fragte Felicitas von Lovenberg, die Literaturchefin der Frankfurter Allgemeinen, was die Verlegerin denn am meisten an Frankfurt vermissen werde. Darauf Ulla Unseld-Berkéwicz: »Das ist eine Frauenfrage, danke schön, die tut gut.« Ihre Dankbarkeit, dass nach dem langen Gespräch um Suhrkamp-Kultur und Genius Loci endlich auch ihre rechte Gehirnhälfte angesprochen wird, dürfte die Frauenbewegung in Deutschland um hundert Jahre zurückgeworfen haben. Oder hatten wir die »Frauenfrage« nur immer falsch verstanden? Ging es und geht es dabei keineswegs um das Problem der gesellschaftlichen und rechtlichen Gleichstellung der Frau, sondern vielmehr um Fragen, die nur Frauen stellen können? Wenn dem so wäre, dann hätte Ulla Unseld-Berkéwiczs Antwort die Frauenfrage wirklich geklärt. Danke schön, das tut gut.
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- Datum 12.02.2009 - 07:59 Uhr
- Serie Audio
- Quelle DIE ZEIT, 12.02.2009 Nr. 08
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