Familie Bilderbuch-Väter
Deutschland feiert mehr Geburten. Das liegt an einer effektiven Politik und an Männern, die sich endlich ändern dürfen
Jetzt ist es amtlich: Politik funktioniert! Jedenfalls wenn sie Probleme löst und nicht nur Lösungen zu Markte trägt, für die man Probleme erst suchen muss. Die Familienpolitik der Großen Koalition ist ein Glücksfall für Zehntausende von Paaren, die in den vergangenen drei Jahren endlich aufhören konnten, zu hadern und abzuwägen und zu streiten und endlos zu diskutieren. Die sich entschlossen haben, zu Familien zu werden.
Die Zahl der Geburten steigt. 12000 Kinder mehr als im Jahr 2006 kamen in Deutschland 2007 zur Welt. 2008 waren es etwa 16000 Kinder mehr als 2006. Das ist kein Mikrotrend, das ist eine schwungvolle Trendumkehr. Das neue Elterngeld (in Kraft seit dem 1. Januar 2007) hat zwei Dinge bewirkt: Berufstätigen Frauen (und nahezu alle 30-jährigen Frauen, die eventuell Mutter werden wollen, sind berufstätig) macht es die Entscheidung leichter, für ein Elternjahr aus ihrem Job auszusteigen – ohne dramatischen Einkommensverlust.
Vätern erlaubt es, das zu tun, was eine neue Generation von Männern ganz selbstverständlich will: für ihre Kinder da sein. Die »Partnermonate«, also der 13. und 14. Monat der Elternzeit, die nur bezahlt werden, wenn der andere, also bisher meist: der männliche Elternteil sie nimmt, sind ein psychologisch geniales Instrument. Wer wirft schon Staatsgeld in diesem Umfang weg? Und deshalb stieg der Anteil der Männer, die sich gleichberechtigt um das Kind kümmern wollen, auf fast 20 Prozent – innerhalb von zwei Jahren!
Mehr kinderlose Männer als je zuvor möchten eine Familie gründen
Immer noch gibt es Genörgel, zwei kümmerliche Monate seien kein richtiges Engagement. Abwarten! 73 Prozent der 15- bis 42-jährigen Männer wünschen sich laut Allensbach-Familienmonitor 2008 eine Ausweitung der Vätermonate. Mehr kinderlose Männer als je zuvor würden gern eine Familie gründen. Zwei Drittel der Bevölkerung beobachten in ihrem privaten Umfeld ein verändertes Fürsorgeverhalten moderner Väter – und fast ebenso viele finden das gut. Wenn irgendwo in dieser Gesellschaft etwas gewaltig in Bewegung ist, dann bei den Vätern.
Ihnen und ihren Frauen hilft die zweite Komponente der neuen Familienpolitik: der systematische Ausbau der Kinderbetreuung vom vollendeten ersten Lebensjahr an. Auch dabei wird vieles noch für ein paar Jahre haken und knirschen: Die beiden Koalitionsparteien sollten sich deshalb schleunigst die Sorge um Qualität, Menschenbild, Zuwendung und Liebe in den Kindertageseinrichtungen auf die Fahnen schreiben. Aber die grundsätzliche, systematische Lösung für die größten Kinder-Hemmnisse ist gefunden: finanzielle Sicherung des ersten Lebensjahres. Beteiligung beider Eltern an dieser wichtigen ersten Zeit. Betreuung. Die Erkenntnis, dass auch Männer für ihre Familie Zeit brauchen, wird sich in der Welt der Wirtschaft umso zuverlässiger durchsetzen, je öfter sie sich diese Zeit nehmen.
Ein Einwand gegen so viel Babyboom-Euphorie liegt auf der Hand: Kann die steigende Zahl der Geburten der vergangenen zwei Jahre nicht auch Folge eines befreiten Aufatmens gewesen sein, weil just in dieser Zeit nicht jeden Tag von »Krise« die Rede war? Noch die Bundestagswahl 2005 kreiste – leichtfertig und maßlos überzogen, wie wir heute wissen – um die Frage, ob der reiche Standort Deutschland, der Exportweltmeister, am wirtschaftlichen Abgrund stehe. Vorausgegangen waren mindestens zehn Jahre intensiver Krisenbeschwörung durch Wirtschaftsverbände, Teile der Politik und viele Medien. Waren die potenziellen Eltern jahrelang einfach verschreckt, eingeschüchtert vom Flexibilisierungsdruck des Arbeitsmarktes – und deshalb so kinderabstinent? Dann könnte es leicht sein, dass wir 2007 und 2008 nur das kurze Aufflackern einer Hoffnung gesehen haben – und dass die Furchtsamkeit trotz neuer Väterlichkeit und Elterngeld obsiegt. Denn jetzt sind wir ja mit einer Unübersichtlichkeit der wirtschaftlichen Zukunft konfrontiert, die zumindest kurzfristig das drastische Warn-Vokabular der Krise zu rechtfertigen scheint.
- Datum 26.06.2009 - 17:01 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
- Kommentare 8
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Liebe Frau Gaschke, ich schätze Ihre Arbeit sonst sehr, aber hier sind Sie der PR der Familienministerin aufgesessen. Ich dachte, wenn Sie einen Beitrag für die Titelseite der Zeit schreiben, würden Sie wenigstens mal kurz in die nur 2 klicks entfernten Originaldaten des Statistischen Bundesamtes schauen (hier) .... Dann hätten Sie gesehen, dass die Zahl der Geburten keinesfalls steigt, sondern von Jahr zu Jahr weniger wird seit 10 Jahren; lediglich 2007 gab es mehr Geburten als 2006, was aber allein daran liegt, dass es 2006 besonders wenig Geburten gab. Wenn Sie jetzt die Zahlen von 2008 mit 2006 vergleichen, sieht das natürlich nach einem Anstieg aus, aber die Zahl der Lebendgeburten war 2008 schon wieder niedriger als 2007 und auch niedriger als in allen Jahren davor seit 1997 außer 2006. Und was die neuen Männer angeht, so nehmen gerade mal 1,75% der Väter ein ganzes Jahr Elterngeld in Anspruch, das sind weniger als die ca. 3,5%, die früher Erziehungsgeld bekommen haben. Mehr zum Thema hier , bei Wolfgang Michal hier und bei Albrecht Müller hier .
Mir ist der Artikel schlicht zu wischi waschi und außerdem gleichzeitig zu lobhudlerisch.
Wie Czepek in Kommentar Nr. 1 zutreffend darstellt, gibt es keinesfalls derartig viel Grund zum Strahlen.
Aber: ein Anfang ist gemacht.
Auch ich erlebe in meiner Umgebung Männer, für die es heute ein Seelenwunsch ist, die zwei Vätermonate daheimzubleiben und sich das kleine Wesen, das sie da mit"produziert" haben, mal in aller Ruhe anzuschauen. Das kann nur gut sein. Für den Familienzusammenhalt.
Sie bekommen im Normalfall von ihren Vorgesetzten keinerlei positive Reaktion, meist wird ihnen sehr deutlich gemacht, dass sie den Ablauf stören. Da sprechen oft auch gute Gründe dafür.
Ganz kühl formuliert:
Wer (als Staat, als Allgemeinheit) möchte, dass die Menschen der "Mittelschicht" ihren (in vielen Fällen durchaus vorhandenen) Kinderwunsch auch realisieren, muss auch etwas Konkretes dafür tun.
Da reicht es (wie im Artikel auch angesprochen) sicher nicht aus, für ein Jahr bzw. 14 Monate ein durchaus ordentliches Geld zu zahlen.
Das Elterngeld ALLEIN ist aber meiner Meinung nach eine reine Köderprämie, der allein die Menschen auf den Leim gehen, deren Kinderwunsch entweder überwältigend groß ist oder die ganz schlecht rechnen können.
Wenn nach 12 oder 14 Monaten die finanzielle Förderung ausläuft, geht es ganz schnell darum: Wie ist das Kind gut aufgehoben, wenn auch der zweite Elternteil wieder versucht, in Teilzeit wieder in den Beruf einzusteigen?
Einen Antrag zu bearbeiten und 12/14 Überweisungen zu tätigen, ist für den Staat verdammt simpel im Vergleich dazu, eine zufriedenstellende Kinderbetreuung zu organisieren. Da hat Frau von der Leyen (bzw. wer ab Herbst auch immer ihr Nachfolger sein mag) noch extrem viel zu tun.
Da darf sie von mir aus auch für jede 100 geschaffenen Betreuungsplätze eine sich selbst bejubelnde Pressekonferenz geben. Ist ok. Davon lebt ein Politiker.
Diesen Ausschnitt:
"Eine Arbeit gibt dem Leben nur einen Sinn, solange wir sie nicht verlieren. Ein Kind tut das immer."
..finde ich doch recht makaber.
Ansonsten aber ein sehr guter Artikel (weil er meiner Meinung ist ;-), dem ich voll zustimmen möchte. Er trifft zu.
Gerade beiderseits berufstätige Paare Anfang 30 lassen sich durch solche staatlichen Anreize tatsächlich zum Familienglück mit Kind verleiten. Denn die Entscheidung Kinder/Karriere ist eine, die meist dadurch entschieden wird, dass man die Entscheidung aufschiebt. Das ist letztendlich eine gegen Kinder.
Die Anreize helfen bei der oben genannten Zielgruppe, weil das Entweder-Oder nicht ganz so drastisch ausfällt.
Wir brauchen in Deutschland (und anderswo) nicht "mehr Kinder", sondern mehr gut ausgebildete und gebildete Menschen, die in der Lage sind, sich selbst, eine Familie und die Senioren zu ernähren. Mit der Geburtenziffer hat das ganz und garnichts zu tun, und wer ständig vom "aussterbenden" Deutschland redet, hat ohnehin unausgesprochen die Idee im Sinne, dass es ruhig von "uns" viel mehr geben könne, während sich die Menschen in der dritten Welt doch bitte sehr um Geburtenkontrolle und ein Eindämmen ihres Bevölkerungswachstums kümmern mögen.
Was das sogenannte "demographische Problem betrifft, so ist bereits an anderen Stellen vielfach darauf hingewiesen worden, dass es überhaupt nicht um die Zu- oder Abnahme von Bevölkerungszahlen geht, sondern um die pro Kopf (!) produzierte Menge and Waren und Dienstleistungen, und um die Verteilung dieser Güter. Es geht also darum, pro Kopf im Rahmen des Gesamtbedarfs und innerhalb ökologisch vertretbarer grenzen möglichst viel zu produzieren - womit wir in Deutschland seit Jahrzehnten kein Problem haben - und dies gerecht zu verteilen. Dieser zweite Schritt, dieses gerechte Verteilen, ist der kritische Punkt. Es wird umso einfacher, je gleichmäßiger alle am Arbeitsprozess teilnehmen, und je ausgewogener der Bildungsstand ist. Genau hier liegt aber das Problem: wir haben uns in den letzten Jahrzehnten, seit der "geistig-moralischen Wende", durch Verzicht auf dringend notwendige Mehrausgaben im Betreuungs- und Bildungssystem, und obendrein durch die ungebremste Einwirkung von Dauer-Verblödung in den Massenmedien (Privatfernsehen, Computerspiele, ...) eine Jugend herangezogen, von der ein sehr großer Teil nur noch mit enorm großen Anstrengungen zu einer Erwerbstätigkeit oberhalb der Hilfsarbeiterniveaus einsetzbar ist -- ich drücke mich hier bewusst noch sehr zurückhaltend aus. Wer das bezweifelt, möge sich bitte mal eine Woche lang zur Hauptverkehrszeit in öffentliche Verkehrsmittel setzen, oder sich mit offenen Ohren und Augen auf einen deutschen Schulhof begeben. Für einen ersten Eindruck reicht es aus, tagsüber einen privaten Fernsehkanal einzuschalten.
Das Motto "mehr Kinder" nützt also garnichts. Mehr kluge Kinder brauchen wir, die zu klugen und gut ausgebildeten Erwachsenen werden. Wir sollten dankbar für jedes Kind sein, aber auch dankbar für jeden (normalen) Bevölkerungsrückgang, und überdies für alle Kinder ein Maximum an Fürsorge, Erziehungs- und Bildungsaufwand bereitstellen. In den skandinavischen Ländern hat man das begriffen. Hierzulande immer noch nicht. Das Richtige zu tun bedeutet unausweichlich einen massiven Ausbau der Betreuungsangebote, einen massiven personellen Ausbau aller Schulen und Hochschulen. Mit Profis, nicht mit Hilfskräften. Dass hierzulande der Nachhilfeunterricht boomt, macht die Schärfe des Problems deutlich: wer das nicht bezahlen kann, sackt unweigerlich ab, weil die Schulen für viele Schüler die notwendige Betreuungsintensität nicht leisten können. Die Schulzeit obendrein noch zu verkürzen ist der Gipfel des Irrsinns; wir brauchen _längere_ Ausbildungsphasen pro Mensch, nicht kürzere.
Da natürlich unweigerlich die Frage kommt, wer das bezahlen soll, gebe ich meine Antwort darauf gleich vorweg: die Gemeinschaft der Steuerzahler. Das ist keine Zumutung oder plumpe Umverteilung, sondern schlicht und einfach der gerechteste Weg, Kosten für Aufwendungen, von denen alle profitieren, gerecht auf alle zu verteilen.
... auch potenzielle Eltern. Der Ministerin ist mit der Spritze - auch Schussprämie genannt - ein voller Erfolg gelungen. Gratulation! Da spielt es scheinbar keine Rolle, dass nur untermauert wird, was eh nicht mehr aufzuhalten scheint: gemacht wird nur, was sich rechnet. Die ureigensten Werte der Gesellschaft weichen. Die Familie hat nur noch eine Chance, wenn Mann und Frau sich dafür nicht mehr krummlegen müssen. Der Staat, sprich die Mitmenschen soll(en)'s richten.
Der Text, so wie er geschrieben wurde - darauf hätte ich alles gewettet - kann so nur von einer Frau geschrieben sein. Als ich zur Klärung dieser Frage während des Lesens nach oben blickte... vielleicht hätte ich mich gern getäuscht - Vorurteile sind nicht zielführend.
Was passiert eigentlich, wenn die maßgeblichen Entscheider andere Schwerpunkte setzen?
Diejenigen, die rechnen können, werden sich durch dieses Elterngeld nicht dazu verleiten lassen, ein Kind in die Welt zu setzen -- wenn sie dies nicht ohnehin schon vorhatten. Oder anders gesagt: wer sowieso beruflich aussetzen wollte, um ein Kind zu bekommen, wird das Elterngeld gern mitnehmen - und es ist auch nichts dagegen einzuwenden. Es ist grundsätzlich völlig in Ordnung, dass es dieses Elterngeld jetzt gibt. Aber es wird dadurch keine zusätzlichen Kinder geben -- wie es sich mit der Statistik wirklich verhält, hat ja Leser czepek klar und deutlich formuliert.
Was in Deutschland wirklich verbessert werden könnte, ist die Tatsache, dass sich junge Eltern mit dem Erfüllen eines Kinderwunsches gleich auf mehrfache Weise einem großen Risiko aussetzen. Angesichts der in Deutschland quasi nicht existierenden verläßlichen (!) Ganztagsbetreuung ist es dem zwangsläufig betreuenden Elternteil schlicht nicht möglich, über die ersten 12-14 Lebensjahre des Kindes einen verantwortungsvollen Beruf auszuführen; dieses Elternteil muss sich auf eine Tätigkeit beschränken, in der man notfalls kurzfristig zur Stelle ist, wenn das Kindergartenpersonal einen Ausflug macht, oder in der Schule eine Doppelstunde ausfällt usw. Es wird in Deutschland (West) auch immer noch als selbstverständlich angesehen, dass zu Hause jemand ein Mittagessen zubereitet, und dass sich jemand zu Hause um die ordentliche Erledigung der Hausaufgaben kümmert. Damit wird das gute alte Modell der deutschen Ehe: einer macht Karriere, der/die andere "verdient noch etwas dazu" weiter festgeschrieben.
Wenn dann solch eine Ehe dann in die Brüche geht, wird schlagartig deutlich, dass eine(r) von beiden sich nicht selbst ernähren kann, weil man sich ja um das Kind/die Kinder kümmern musste und zehn Jahre oder länger die eigene Karriere vernachlässigt hat. Dem/der anderen geht es in dieser Situation auch nicht besser: mit einem Gehalt zwei Haushalte finanzieren zu müssen macht aus einer normalen Familie mit einem normalen Einkommen ganz schnell zwei Restfamilien in prekärer Finanzlage. In den meisten Fällen ist für beide Ex-Partner der steile Abstieg vorprogrammiert, von dem Schaden, den die Kinder an ihrer Seele und an ihren Bildungsmöglichkeiten erleiden mal ganz zu schweigen.
Fazit: flächendeckende, qualitativ hochwertige Ganztagsbetreuung und Abschied vom Modell der Versorger-Ehe: damit schafft man die Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen Kinder bekommen.
Vielleicht ist es auch gar nicht das überaus großzügige Elterngeld, das künftig die Geburtenrate nach oben schnellen lässt, sondern "die Krise"! Wir rücken im Familiären enger zusammen (ganz, ganz eng), vielleicht ist nicht mal die Stromrechung bezahlt oder Heizöl knapp... Die Väter haben durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit viel Zeit, sowohl zum Kinder-Machen, als auch Kinder-Hüten. Junge Mädchen denken sich: Wenn ich eh keine Lehrstelle kriege, kriege ich doch ein Kind... Haltlose Spekulation? Wie gut, dass der Artikel mit fundierten Allensbach-Zahlen und Ministeriumsangaben arbeitet.
Liebe Frau Gaschke,
obwohl sich trefflich darüber streiten lässt, ob die ansteigende Geburtenrate durch eine effektive Familienpolitik oder durch andere Faktoren erklärt werden kann, ob das Elterngeld ein sinnvolles politisches Instrument ist, usw., will ich in dieser Replik mehr auf Ihre zweite Aussage eingehen – die sich ändernden Väter.
Wenngleich die Allensbach-Umfrage eine kognitive Einstellungsänderung bei den Vätern deutlich zeigt (verstärkter Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gewünschte Reduktion der Arbeitszeit, usw.), so hinkt die Umsetzung der Einstellung in konkretes Verhalten doch sehr hinterher.
An dieser bisher schwachen Verbindung Einstellung – konkrete Verhaltensumsetzung sollte die Politik arbeiten und dies ist wahrscheinlich nicht mit monetären Mitteln zu verändern.
Die Politik des Familienministeriums zielt sehr stark darauf, „das Potenzial der aktiven Väter“ durch die Weiterentwicklung der Partnerkomponente im Elterngeld in der nächsten Legislaturperiode weiter zu entwickeln.
Aber wäre es nicht sinnvoller, die entsprechenden Gelder in innovative Beratungsprojekte für Väter, für Vater-Kind-Kurse, „Vätergesundheitszentren“, Vorträge über das Vaterwerden und -sein, usw. und natürlich auch eine effizientere Kinderbetreuung zu investieren. Nicht zuletzt müsste es Organisationsberater geben, die sich diesem Thema annehmen und Führungskräfte (auch viele Männer) über sinnvolle Alternativen zur 12-stündigen Vollzeitstelle zu schaffen. Viele andere verhaltensändernde Maßnahmen wären denkbar.
Eventuell wäre dies eine Möglichkeit die Väter im Geiste zu wirklich aktiven Vätern oder gar zu „Bilderbuch-Vätern“ zu machen.
Dies wäre eine zukunftsweisende Politik, daher sind die Befunde erfreulich, ihre vorsichtig positive Interpretation auch, ein „Abwarten!“ und ein mehr vom Gleichen jedoch wird die Situation vermutlich eher stagnieren lassen als sie zu verbessern.
Mit freundlichen Grüßen, T.Kolling
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