Sanfter Übergang

Vor gut einem Jahr verkündete Nokia die Schließung des Handywerks

in Bochum. Seither hat Christine Wrona keine neue Stelle gefunden. Sie

gehört zu den etwa 1300 von ehemals 2300 Beschäftigten, die immer noch

auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sind. »Man spürt jetzt die

Wirtschaftskrise«, sagt die 42-Jährige. »In den letzten zwei Monaten

gab es kaum noch Stellenangebote.«

Die gelernte Radio- und Fernsehtechnikerin arbeitete bei Nokia als

Schichtleiterin. In Spitzenzeiten organisierte sie den Einsatz von 35

festen Mitarbeitern und noch mal so vielen Leiharbeitern. 19 Jahre war

sie bei Nokia. Und in gewisser Weise ist sie es immer noch. Denn nach

dem Ende ihrer Kündigungsfrist Ende November wurde sie von einer

Transfergesellschaft übernommen, die Nokia finanziert. Jetzt ist sie

zwar nicht mehr direkt bei dem finnischen Konzern angestellt, als

arbeitslos gilt sie jedoch auch nicht. Alle 14 Tage trifft sich Wrona

bei der Transfergesellschaft mit einem Berater, der sie bei der

Jobsuche unterstützt. Im Moment hat sie nichts Konkretes in Aussicht.

Aber die selbstbewusst und umtriebig wirkende Frau ist zuversichtlich,

dass sie wieder etwas finden wird. Über Hartz IV macht sie sich

überhaupt keine Gedanken. »Ich könnte nicht auf Dauer vom Arbeitsamt

leben«, sagt sie. Außerdem hat Christine Wrona viel gespart und hätte daher wohl keinen Anspruch auf die Unterstützung. rud

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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    • Schlagworte Arbeitsamt | Hartz IV | Nokia | Bochum
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