Bohrende Bakterien

Ähnlich wie Korkenzieher dringen Borrelien über eine Drehbewegung in fremdes Gewebe ein. Auf den Menschen werden die gefährlichen Erreger der Lyme-Borreliose durch Zecken übertragen und führen zu chronischen Beschwerden in Gelenken, Muskeln und im Nervensystem. Der Parasitologe Friedrich Frischknecht von der Universität Heidelberg hat die schraubenförmigen Bakterien eingefroren und ihre Struktur mit einem Kryotomografie-Mikroskop untersucht. Die sogenannten Flagellen (gelb), die der Bewegung dienen, sind bei Borrelien von einer Membran umgeben (blau) und bilden auf diese Weise einen Fortsatz der Zelle (magentarot: die Zellflüssigkeit). In welchem Gewebe sich die Bakterien einnisten, hängt den Forschern zufolge auch von diesen »Ärmchen« ab. Von unten ragt ein Fortsatz des Borrelium burgdorferi ins Bild, das in Nordeuropa und in Europa vorkommt. Oben ist das in Europa überwiegend auftretende Borrelium gondii dargestellt. Weil es kräftigere Fortsätze besitzt, dringt es möglicherweise auch in besser geschützte Körperregionen ein. hei

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Schlagworte Universität Heidelberg | Bakterien | Europa
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service