Gefragt Meisterin

Die Handwerksbranche fordert mehr Meister mit Migrationshintergrund

DIE ZEIT: Die Handwerksbranche fürchtet den Fachkräftemangel und startet eine Kampagne für mehr Meister mit Migrationshintergrund. Sie haben 2003 als erste türkischstämmige Augenoptikerin in Nordrhein-Westfalen ein eigenes Geschäft eröffnet. Wie kam es dazu?

Gülcan Urul: Ich wollte eigentlich Innenarchitektin werden, habe aber nach dem Abitur keinen Studienplatz bekommen. Da hat mir der Optiker, bei dem ich neben der Schule gejobbt hatte, einen Ausbildungsplatz angeboten. Nach einem halben Jahr hatte ich dann auch den Studienplatz aber ich wollte zu Ende machen, was ich angefangen hatte.

ZEIT: Wie ging es dann weiter?

Urul: Nach der Meisterschule sollte ich eigentlich den Laden meines Ausbilders übernehmen, aber wir konnten uns nicht einigen. Dann war ich ein Jahr angestellt, unter anderem bei einem großen Konzern. Aber mir gefiel die Philosophie nicht, da machte ich mich selbstständig.

ZEIT: War denn schon immer klar, dass Sie Abitur machen würden?

Urul: Mein Vater ist mit 18 Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen, er hatte genaue Vorstellungen davon, was seine Kinder werden sollten. Meine Lehrerin wollte, dass ich auf die Realschule gehe, aber das hat mein Vater verhindert und mich auf das Gymnasium geschickt.

ZEIT: Und welchen Beruf hat Ihre Familie sich für Sie vorgestellt?

Urul: Am liebsten Lehrerin oder Rechtsanwältin, Aber ich habe mich durchgesetzt.

ZEIT: Bilden Sie in Ihrem Laden auch aus?

Urul: Ja, und zwar bewusst Menschen mit ausländischen Wurzeln. Meine Auszubildende im dritten Lehrjahr kommt aus Kasachstan.

Gülcan Urul, 32, hat sich als türkischstämmige Optikerin in Dortmund selbstständig gemacht

Interview: Judith Scholter

 
Leser-Kommentare
    • lef
    • 23.02.2009 um 19:04 Uhr

    "Die Handwerksbranche fordert mehr Meister mit Migrationshintergrund"

    Was gibt es da zu fordern? Kann/darf nicht, wer gerne möchte?

    1. Das Handwerk ist im Grunde eine hervorragende Basis für Menschen mit "Migrationshintergrund", weil da am ehesten deren hochgelobtes Familiensystem funktioniert und Familienmitglieder beim Aufbau mithelfen und danach im laufenden Betrieb einspringen können, mal mehr, mal weniger.
    (meine eigenen Erfahrungen als Vermieter für Gewerberäume sind da allerdings sehr viel anders, aber das nur nebenbei)

    2. Es sollte davon ausgegangen werden, dass der Anteil der Handwerker prozentual den Bevölkerungsquerschnitt widerspiegelt.

    Tatsache ist aber, dass "das Handwerk" schon froh ist, wenigstens 5,5 % der jugendlichen Arbeitswilligen mit "Migrationshintergrund" auszubilden (bei deren Anteil von eher 25 %!) - so eine kürzliche Erfolgsbotschaft der Handwerkskammer.

    Mehr "Meister" zu fordern, hieße also nichts Anderes, als mehr Intelligenz der Jugendlichen mit Migrationshintergrund einzuklagen, damit der Anteil derer, die mehr als höchstens Hauptschulabschluss mitbringen (30 % haben nicht ein mal den!) ansteigt. Intelligenz ist jedoch nun Mal nicht einklagbar....
    ____

    3. Das genannte Beispiel (Optikermeister) ist dagegen IMHO eher nicht typisch für Handwerk - eine Optikmeisterin ist selbstständig nur als Frachise-Unternehmerin überlebensfähig, das heißt: es ist eher ein Verkaufsgeschäft, handwerkliche Arbeit wird überwiegend in zentralen Großbetrieben der Kette durchgeführt.
    Dann könnten auch Apotheker (deren Immigrationsanteil wirklich hoch ist!) genannt werden - auch die rühren ab und zu Salben an.

    • Medley
    • 23.02.2009 um 19:39 Uhr
    2. @Lef

    Sie haben ja Recht, aber gegen die ideologisch bornierten Gutmenschenjournalisten beim Stern, Zeit, Spiegel, Tagespiegel, Süddeutsche, Fankfurter Rundschau, ARD, ZDF, usw. anzuargumentieren, dass macht zur Zeit überhaupt keinen Sinn. Diese verirrten Seelen lernen bedauerlicher Weise nämlich nur dann etwas, wenn ihnen ihre jenseitigen Welt-und-Menschheitsbeglückunggebäude direkt im Dieseits auf den Kopf fallen. Siehe zB. der Mauerfall 1989. Die Multikultiverirrungen werden mitterweile zwar schon an etlichen tragenden Teilen morsch und bröselig, sie sind aber noch nicht so desolat und baufällig, dass sie einzustürzen drohen, daher werden wir derartige Artikel, wie die von den "Meistern mit Migrationshintergrund" leider noch einige Zeit ertragen müssen.

    • monobu
    • 23.02.2009 um 21:08 Uhr

    Dürfen es auch ganz normale Deutsche sein?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lef
    • 24.02.2009 um 11:46 Uhr

    Wir leben tatsächlich in einer interessanten Zeit - hoffentlich nur als Zwischenperiode.

    Auch dem/der mittelmäßigen Realschüler/in wird vermittelt, dass er/sie etwas ganz besonderes sei und ganz sicher nicht dazu geboren, mit der Hand zu arbeiten (im Handwerk), sondern geistig (Highscore im Nintendospiel ist da eine angeblich völlig ausreichende Qualifikation!).
    Wer es gar ins Gymnasium schaffen könnte, dem/der wird mindestens das Prädikat "hochbegabt" schon in der 8ten Klasse verliehen.

    Dass das heutige Handwerk mehr als früher hochqualifizierte Jugendliche braucht, die mit "Herz und Verstand" arbeiten können, das wird gesellschaftlich eben nicht erkannt, im Gegenteil: Handwerker werden eher verachtet.

    Es ist kein Wunder, dass heute kaum ein Jugendlicher auch nur im Entferntesten davon träumt, sein Brot im Handwerk zu verdienen.

    Wenn die Handwerkskammern jetzt in ihrer Verzweiflung hoffen, dass wenigstens die immigrierten Jugendlichen dazu überredet werden können, so ist das zumindest bei dem größten Anteil der hiesigen Jugendlichen ein trugschluss.
    Zumindest die türkisch/arabische Kultur erzieht die männlichen Jugendlichen ganz sicher nicht dazu, in engen Zwischenräumen Abwasserrohre auszutauschen - womöglich unter den Blicken einer (weiblichen!) Hausfrau.

    • lef
    • 24.02.2009 um 11:46 Uhr

    Wir leben tatsächlich in einer interessanten Zeit - hoffentlich nur als Zwischenperiode.

    Auch dem/der mittelmäßigen Realschüler/in wird vermittelt, dass er/sie etwas ganz besonderes sei und ganz sicher nicht dazu geboren, mit der Hand zu arbeiten (im Handwerk), sondern geistig (Highscore im Nintendospiel ist da eine angeblich völlig ausreichende Qualifikation!).
    Wer es gar ins Gymnasium schaffen könnte, dem/der wird mindestens das Prädikat "hochbegabt" schon in der 8ten Klasse verliehen.

    Dass das heutige Handwerk mehr als früher hochqualifizierte Jugendliche braucht, die mit "Herz und Verstand" arbeiten können, das wird gesellschaftlich eben nicht erkannt, im Gegenteil: Handwerker werden eher verachtet.

    Es ist kein Wunder, dass heute kaum ein Jugendlicher auch nur im Entferntesten davon träumt, sein Brot im Handwerk zu verdienen.

    Wenn die Handwerkskammern jetzt in ihrer Verzweiflung hoffen, dass wenigstens die immigrierten Jugendlichen dazu überredet werden können, so ist das zumindest bei dem größten Anteil der hiesigen Jugendlichen ein trugschluss.
    Zumindest die türkisch/arabische Kultur erzieht die männlichen Jugendlichen ganz sicher nicht dazu, in engen Zwischenräumen Abwasserrohre auszutauschen - womöglich unter den Blicken einer (weiblichen!) Hausfrau.

    • lef
    • 24.02.2009 um 11:46 Uhr

    Wir leben tatsächlich in einer interessanten Zeit - hoffentlich nur als Zwischenperiode.

    Auch dem/der mittelmäßigen Realschüler/in wird vermittelt, dass er/sie etwas ganz besonderes sei und ganz sicher nicht dazu geboren, mit der Hand zu arbeiten (im Handwerk), sondern geistig (Highscore im Nintendospiel ist da eine angeblich völlig ausreichende Qualifikation!).
    Wer es gar ins Gymnasium schaffen könnte, dem/der wird mindestens das Prädikat "hochbegabt" schon in der 8ten Klasse verliehen.

    Dass das heutige Handwerk mehr als früher hochqualifizierte Jugendliche braucht, die mit "Herz und Verstand" arbeiten können, das wird gesellschaftlich eben nicht erkannt, im Gegenteil: Handwerker werden eher verachtet.

    Es ist kein Wunder, dass heute kaum ein Jugendlicher auch nur im Entferntesten davon träumt, sein Brot im Handwerk zu verdienen.

    Wenn die Handwerkskammern jetzt in ihrer Verzweiflung hoffen, dass wenigstens die immigrierten Jugendlichen dazu überredet werden können, so ist das zumindest bei dem größten Anteil der hiesigen Jugendlichen ein trugschluss.
    Zumindest die türkisch/arabische Kultur erzieht die männlichen Jugendlichen ganz sicher nicht dazu, in engen Zwischenräumen Abwasserrohre auszutauschen - womöglich unter den Blicken einer (weiblichen!) Hausfrau.

  1. Was sind denn das hier für Kommentare? Sie wissen offensichtlich alle sehr gut Bescheid über "diese Jugend" im Allgemeinen und "diese Migranten" im Speziellen. Herzlichen Glückwünsch.

    Da hat man mal einen Artikel, der gerade Klischees wie "die türkisch-arabische Kultur, die immer und unter allen Umständen die männlichen Jugendlichen dazu erzieht, gerade auf Frauen arrogant herunterzublicken yadda yadda" aufbricht, indem etwa gesagt wird: Die Lehrerin (!) wollte das Mädchen auf die Realschule schicken, aber der Vater (!) hat sie aufs Gymnasium geschickt. Jeder weiß doch inzwischen, dass bei Schülern mit Migrationshintergrund oft ohne Rücksicht auf gute Noten eine niedrigere schulische Einstufung gegeben wird, und dass das ebenso ein großes Problem ist wie jede Machokultur.

    Dieser Satz spiegelt diese allgemeine Erfahrung mit diesem gesellschaftlichen Problem VON, nicht MIT Migranten wider, aber auch, dass es innerhalb der Familien durchaus anders gehen kann als das Klischee es will. Aber nein. Lef kennt sie, diese unbeirrbaren Machos. Alle sind sie gleich, das wussten wir schon immer. Frauen hassen sie alle, alle, alle, und jetzt kein Widerspruch bitte.

    Und "Multikultiverirrung?" Was schlagen Sie denn eigentlich vor, Medley? Was machen wir denn mit den Deutschen, deren Eltern und Großeltern die Bürger anderer Staaten waren? Uns mit ihnen auseinandersetzen, wenn wir ein Problem haben? Uns direkt mit ihnen streiten, wenn uns was nicht passt? Am Ende vielleicht mal mit ihnen nen Kaffee trinken, weil wir erkannt haben, dass es in jeder Gruppe sone und solche gibt? Niemals! Die gehören in Sippenhaft ausgebürgert, damit wir's hier in den Stäften auch immer schön übersichtlich weiß haben, nicht wahr? Das darf doch wohl nicht wahr sein, was Sie hier von sich geben.

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    • Isaidy
    • 24.02.2009 um 15:26 Uhr

    ich stimme ihnen zu. Ein Tellerrand kann mitunter für einige ganz schön hoch sein.

    • lef
    • 24.02.2009 um 17:16 Uhr

    1. der Anteil der Jugendlichen mit "Mihigru" im Handwerk (in D.) ist nun Mal Realität - 5,5% bei 25% Anteil.
    Und zwar nicht etwa, weil zu viele das Gymnasium besuchen (wie Sie ja fordern), sondern weil der Makroanteil kaum den Hauptschulabschluss schafft (30% nicht mal den).
    Sie werfen das den Lehrern vor? Da sind Sie wirklich ziemlich blind!
    Schlimmer noch: Es ist eigentlich eine ungeheuer böswillige Unterstellung!

    "Das Handwerk" (die Handwerkskammern) jubelt ja schon darüber, dass immerhin 5,5% der jugendlichen Auszubildenden "Migrationshintergrund" hat.

    Diese 5,5% sind wohl ausbildungsfähig - es will Keiner bestreiten, dass es sie gibt! Solche Jugendliche gibt es eben (nur! sic!) auch!
    Und natürlich gibt es auch die anderen 84,5% (ohne "Mihigru").

    Und - ganz wichtig!- es gibt wohl kaum Meister im Handwerk, die Jugendliche nur wegen ihrer Herkunft ablehnen oder gar daran hindern, selbst Meister zu werden!
    Auch das zu bezweifeln, ist eigentlich eine ungeheuer böswillige Unterstellung!!

    Es hat ja durchaus nachvollziehbare gute Gründe, warum im Handwerk der Anteil der Azubis mit Mihigru so gering ist - sie sollten mal auch Argumente der bestehenden Meister im Handwerk anhören, warum die Probleme mit Jugendlichen in der Ausbildung haben,
    und wenn Sie sich etwas mit türkisch/arabischer Kultur beschäftigen würden (was Sie offenbar nicht für nötig halten), dann wüssten Sie, warum es besonders mit Jugendlichen aus diesem Bereich Probleme gibt (wie schon gesagt: nur mit der Mehrheit! Es gibt Ausnahmen!) Empfehlenswerte Lektüre: Necla Kelek!

    Aber es ist ja einfacher, mal wieder zu "fordern" -
    und natürlich wird Ihrerseits schlicht mehr Engagement von Deutschen (Lehrern, Handwerkern ff) eingefordert.
    Forderungen an die Kinder der Einwanderer lehnen Sie ja offenbar ab - da basteln Sie gleich Kulturchauvinismus oder Schlimmeres daraus,
    lehnen sich wohlig zurück und das war es dann mit Ihrem Engagement..

    Fazit:
    Es gibt sicher gute Beispiele für gelungene Integration,
    eine Optikmeisterin als gutes Beispiel für "Handwerk" akzeptiere ich aus den genannten Gründen eher weniger,
    aber es sind bei WEITEM viel zu wenig Beispiele zu nennen.

    Und nur mit Forderungen an die Ausbilder löst sich das Problem sicher nicht!

    • Isaidy
    • 24.02.2009 um 15:26 Uhr

    ich stimme ihnen zu. Ein Tellerrand kann mitunter für einige ganz schön hoch sein.

    • lef
    • 24.02.2009 um 17:16 Uhr

    1. der Anteil der Jugendlichen mit "Mihigru" im Handwerk (in D.) ist nun Mal Realität - 5,5% bei 25% Anteil.
    Und zwar nicht etwa, weil zu viele das Gymnasium besuchen (wie Sie ja fordern), sondern weil der Makroanteil kaum den Hauptschulabschluss schafft (30% nicht mal den).
    Sie werfen das den Lehrern vor? Da sind Sie wirklich ziemlich blind!
    Schlimmer noch: Es ist eigentlich eine ungeheuer böswillige Unterstellung!

    "Das Handwerk" (die Handwerkskammern) jubelt ja schon darüber, dass immerhin 5,5% der jugendlichen Auszubildenden "Migrationshintergrund" hat.

    Diese 5,5% sind wohl ausbildungsfähig - es will Keiner bestreiten, dass es sie gibt! Solche Jugendliche gibt es eben (nur! sic!) auch!
    Und natürlich gibt es auch die anderen 84,5% (ohne "Mihigru").

    Und - ganz wichtig!- es gibt wohl kaum Meister im Handwerk, die Jugendliche nur wegen ihrer Herkunft ablehnen oder gar daran hindern, selbst Meister zu werden!
    Auch das zu bezweifeln, ist eigentlich eine ungeheuer böswillige Unterstellung!!

    Es hat ja durchaus nachvollziehbare gute Gründe, warum im Handwerk der Anteil der Azubis mit Mihigru so gering ist - sie sollten mal auch Argumente der bestehenden Meister im Handwerk anhören, warum die Probleme mit Jugendlichen in der Ausbildung haben,
    und wenn Sie sich etwas mit türkisch/arabischer Kultur beschäftigen würden (was Sie offenbar nicht für nötig halten), dann wüssten Sie, warum es besonders mit Jugendlichen aus diesem Bereich Probleme gibt (wie schon gesagt: nur mit der Mehrheit! Es gibt Ausnahmen!) Empfehlenswerte Lektüre: Necla Kelek!

    Aber es ist ja einfacher, mal wieder zu "fordern" -
    und natürlich wird Ihrerseits schlicht mehr Engagement von Deutschen (Lehrern, Handwerkern ff) eingefordert.
    Forderungen an die Kinder der Einwanderer lehnen Sie ja offenbar ab - da basteln Sie gleich Kulturchauvinismus oder Schlimmeres daraus,
    lehnen sich wohlig zurück und das war es dann mit Ihrem Engagement..

    Fazit:
    Es gibt sicher gute Beispiele für gelungene Integration,
    eine Optikmeisterin als gutes Beispiel für "Handwerk" akzeptiere ich aus den genannten Gründen eher weniger,
    aber es sind bei WEITEM viel zu wenig Beispiele zu nennen.

    Und nur mit Forderungen an die Ausbilder löst sich das Problem sicher nicht!

    • Isaidy
    • 24.02.2009 um 15:26 Uhr

    ich stimme ihnen zu. Ein Tellerrand kann mitunter für einige ganz schön hoch sein.

    Antwort auf "Wie bitte?"
    • lef
    • 24.02.2009 um 17:16 Uhr

    1. der Anteil der Jugendlichen mit "Mihigru" im Handwerk (in D.) ist nun Mal Realität - 5,5% bei 25% Anteil.
    Und zwar nicht etwa, weil zu viele das Gymnasium besuchen (wie Sie ja fordern), sondern weil der Makroanteil kaum den Hauptschulabschluss schafft (30% nicht mal den).
    Sie werfen das den Lehrern vor? Da sind Sie wirklich ziemlich blind!
    Schlimmer noch: Es ist eigentlich eine ungeheuer böswillige Unterstellung!

    "Das Handwerk" (die Handwerkskammern) jubelt ja schon darüber, dass immerhin 5,5% der jugendlichen Auszubildenden "Migrationshintergrund" hat.

    Diese 5,5% sind wohl ausbildungsfähig - es will Keiner bestreiten, dass es sie gibt! Solche Jugendliche gibt es eben (nur! sic!) auch!
    Und natürlich gibt es auch die anderen 84,5% (ohne "Mihigru").

    Und - ganz wichtig!- es gibt wohl kaum Meister im Handwerk, die Jugendliche nur wegen ihrer Herkunft ablehnen oder gar daran hindern, selbst Meister zu werden!
    Auch das zu bezweifeln, ist eigentlich eine ungeheuer böswillige Unterstellung!!

    Es hat ja durchaus nachvollziehbare gute Gründe, warum im Handwerk der Anteil der Azubis mit Mihigru so gering ist - sie sollten mal auch Argumente der bestehenden Meister im Handwerk anhören, warum die Probleme mit Jugendlichen in der Ausbildung haben,
    und wenn Sie sich etwas mit türkisch/arabischer Kultur beschäftigen würden (was Sie offenbar nicht für nötig halten), dann wüssten Sie, warum es besonders mit Jugendlichen aus diesem Bereich Probleme gibt (wie schon gesagt: nur mit der Mehrheit! Es gibt Ausnahmen!) Empfehlenswerte Lektüre: Necla Kelek!

    Aber es ist ja einfacher, mal wieder zu "fordern" -
    und natürlich wird Ihrerseits schlicht mehr Engagement von Deutschen (Lehrern, Handwerkern ff) eingefordert.
    Forderungen an die Kinder der Einwanderer lehnen Sie ja offenbar ab - da basteln Sie gleich Kulturchauvinismus oder Schlimmeres daraus,
    lehnen sich wohlig zurück und das war es dann mit Ihrem Engagement..

    Fazit:
    Es gibt sicher gute Beispiele für gelungene Integration,
    eine Optikmeisterin als gutes Beispiel für "Handwerk" akzeptiere ich aus den genannten Gründen eher weniger,
    aber es sind bei WEITEM viel zu wenig Beispiele zu nennen.

    Und nur mit Forderungen an die Ausbilder löst sich das Problem sicher nicht!

    Antwort auf "Wie bitte?"
  2. ...helfen keinem weiter, da haben Sie recht - das wollte ich aber mit meinem Kommentar auch selbst zum Ausdruck bringen. Ich will doch überhaupt nicht abstreiten, DASS es Probleme gibt, und ich habe selbst ganz klar kein Interesse daran, einer einzelnen Gruppe die Schuld zuzuschieben.

    Mein Eindruck war aber, dass Ihr Kommentar und der von Medley eben das tun - EINER Gruppe die Schuld für die Konflikte in die Schuhe zu schieben, obwohl das Problem durchaus von beiden Seiten kommt. Beide Seiten setzen sich gegen "bösartige Unterstellungen" zur Wehr, ohne dabei abstreiten zu können, dass hier und da ein wahrer Kern bei den Anschuldigungen dran ist, die gegen sie vorgebracht werden.

    Sie haben schon recht, dass es bequem ist, das einfach so mal festzustellen. Stimmt auch, es ist eine ganz andere Frage, tatsächlich mit den Problemen umzugehen, das ist härter. Aber mir pauschal weltfremde Naivität zu unterstellen, ist ziemlich verkürzt, zumal Sie keineswegs wissen können, was ich erlebt und gelesen habe, nur weil ich eine andere Meinung vertrete als Sie.

    Ich vermisse in der Diskussion oft die Bereitschaft, pauschale Aussagen über "diese Gruppe" und "jene Gruppe" zu relativieren. Ich glaube, dass pauschale Aussagen, die noch dazu mit einem "Sie sind ja naiv, wenn Sie anders denken"-Nachschlag daherkommen, kein Problem lösen, sondern Fronten schaffen. Mein Beitrag richtete sich gegen die Front, die Sie meiner Meinung nach aufgemacht haben, nicht gegen Ihre Erfahrungen.

    That's all.

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