100 Jahre DJH Bei einem Wanderausflug geriet der Volksschullehrer Richard Schirrmann am Abend des 26. August 1909 mit seinen Schülern in ein Unwetter. Ehe die Gruppe in einer Dorfschule Unterschlupf fand, war sie von mehreren Bauern abgewiesen worden. Das Erlebnis brachte Schirrmann auf die Idee, ein Netz einfacher Schlafstätten zu schaffen, in denen junge Menschen auf Wanderschaft preisgünstig unterkommen können. Die erste deutsche Jugendherberge wurde wenig später in der Burg Altena (Nordrhein-Westfalen) eröffnet – und ist dort bis heute in Betrieb. Zusammen mit Jugendbewegungen wie dem Wandervogel erlebte der Herbergsgedanke in den zwanziger Jahren seinen Höhepunkt. Gegen Ende der Weimarer Republik waren dem Verband 2100 Jugendherbergen angegliedert, untergebracht in Burgen und Bauernhöfen, in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und der Hitlerjugend angegliedert. 1949 schließlich kam es zur Neugründung des Hauptverbands. Heute zählt das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) rund 550 Herbergen und etwa 1,9 Millionen Mitglieder. Die Zahl der Übernachtungen lag 2007 bei über zehn Millionen. Obwohl der Standard in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, sieht sich das DJH nicht in Konkurrenz zu Billighotels, sondern betont seine gemeinnützige, jugendorientierte Ausrichtung. Weitere Informationen unter www.jugendherberge.de
- Datum 19.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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