Enteignung Und bist du nicht willig, Aktionär …
Entschädigung muss sein: Die Regierung bereitet die Zwangsverstaatlichung der Hypo Real Estate vor
Am Ende musste der Wirtschaftsminister auf die Position des Gewerkschaftsführers einschwenken. Im Notfall, sagte Karl-Theodor zu Guttenberg am Dienstag, würde er eine Enteignung des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate akzeptieren. Anfangs hatte sich der CSU-Politiker noch mit dem kämpferischen Satz, Ludwig Erhard würde sich »im Grabe herumdrehen«, käme es zu einer Zwangsverstaatlichung, in die Debatte gestürzt. Jetzt aber sagt er brav auf, was DGB-Chef Michael Sommer vor ihm ähnlich formuliert hat. Es bleibt Guttenberg auch keine Wahl, denn die rechtliche Grundlage für die Enteignung – das Rettungsübernahmegesetz der Bundesregierung – steht bereits.
Erstmals in der Geschichte der Republik könnte eine Bank zwangsweise verstaatlicht werden. Die sprachlichen Pirouetten des neuen Wirtschaftsministers – er ist nicht der Einzige, der in diesen Tagen verbalakrobatische Höchstleistungen vollbringen muss – offenbaren die Sprengkraft dieser Entwicklung. Die Regierung wagt sich in eine wirtschaftspolitische No-go-Area vor.
Ohne öffentliche Hilfe wäre die Bank längst zu – und die Aktie wertlos
Ökonomisch gesehen, da sind sich die Fachleute in den Ministerien einig, wäre es fahrlässig, auf das Instrument der Enteignung zu verzichten. Die Hypo Real Estate ist praktisch pleite. Ohne Staatsgelder, so ein Insider, hätte sie längst von der Finanzaufsicht geschlossen werden müssen. Die Bank ihrem Schicksal überlassen will aber niemand. Schließlich ist ihre Bilanzsumme etwa so groß wie die von Lehman Brothers – jener Investmentbank, deren Pleite die Finanzmärkte in den Abgrund gerissen hat.
Deshalb will sich die Politik die Kontrolle über die Hypo Real Estate sichern. Das soll verhindern, dass weitere Steuermilliarden in einem Schwarzen Loch verschwinden. Es geht um viel Geld. Für fast 100 Milliarden Euro bürgt der Staat schon jetzt bei der Bank. Und wenn nichts passiert, dürfte es noch mehr werden: Der Finanzmarktfonds der Bundesregierung hat die Bücher der Hypo Real Estate geprüft. Das Institut, sagt einer, der die Ergebnisse kennt, sei in seiner jetzigen Form nicht überlebensfähig. Es müsse saniert und womöglich abgewickelt werden. Dazu braucht der Bund alle Durchgriffsrechte – und mindestens 95 Prozent der Anteile.
Um sie zu erlangen, muss der Staat die Eigentümer der Bank nicht unbedingt enteignen. Er könnte ihnen ihre Aktien abkaufen. Oder das Institut dazu bringen, neue Aktien auszugeben, was die bestehenden Anteile verwässern würde. Das Problem: Die Aktionäre müssen dem zustimmen. Und ob sie das tun, ist ungewiss. Die Anteile sind weit verstreut, was ein abgestimmtes Vorgehen schwierig macht. Und es rechnet sich derzeit nicht. Die Aktie ist nur einen Euro wert, und die Aktionäre wissen, dass der Kurs wieder steigen könnte, weil ja der Staat die Bank in jedem Fall unterstützt. Im Zentrum steht dabei der US-Investor Christopher Flowers, der sich ein Viertel der Anteile gesichert hat – für 22,50 Euro je Stück – und so Beschlüsse blockieren kann. Die Regierung verhandelt mit Flowers. Der möchte einen möglichst hohen Preis erzielen, um seine Verluste zu begrenzen.
Das Problem: Solange die Aktionäre sich sicher sein können, dass man sie nicht zu einem Verkauf zwingen kann, werden sie in den Gesprächen hart bleiben – und dann wird es teuer für den Steuerzahler. Es gibt Regierungsvertreter, die der Meinung sind, es reiche aus, den Alteigentümern durch das Gesetz glaubhaft mit Enteignung drohen zu können – zumal die Politik ihre Rechte bei einer Übernahme beschneiden will. In Berlin gehen aber viele davon aus, dass es am Ende auch tatsächlich zu Zwangsmaßnahmen kommt. In jedem Fall sind sie nur die Ultima Ratio. Im Entwurf für das neue Finanzmarktgesetz steht, dass nur enteignet werden darf, wenn zuvor alle milderen Mittel ausgeschöpft wurden.
Enteignung bedeutet konkret: Der Staat hebt die Rechte der bisherigen Eigentümer auf, also der Aktionäre. Die Bank gehört ihm. So wie Grundbesitzer enteignet werden können, wenn sie sich weigern, ein Haus zu verkaufen, das einer Straße im Weg steht. Wie die Hausbesitzer sollen auch die enteigneten Aktionäre der Hypo Real Estate entschädigt werden. Das schreibt das Grundgesetz vor. Die Entschädigung richtet sich in der Regel nach dem durchschnittlichen Börsenkurs in den zwei Wochen vor dem Enteignungsbeschluss. Die Altaktionäre erhalten ein Vorkaufsrecht für den Fall, dass gesunde Teile der Bank wieder privatisiert werden.
Die Regierungsexperten weisen den Vorwurf zurück, die Grundlagen der Marktwirtschaft anzugreifen. Ihre Argumentation: Wenn der Staat nicht interveniert hätte, wäre die Hypo Real Estate längst pleite, und die Aktien wären nichts mehr wert. »Der Steuerzahler begleicht die Rechnung, also gehört ihm die Bank. Flowers kann doch froh sein, wenn er eine Entschädigung bekommt«, sagt einer von ihnen.
Interessanterweise gibt es auch unter Unionsanhängern kaum inhaltliche Kritik an dem Prinzip, wonach der Staat Banken kontrollieren soll, die er gerettet hat. Es ist der Sound der Enteignungsdebatte, der die Christdemokraten stört – und die Tatsache, dass sie sich plötzlich in einem Lager mit den Gewerkschaften wiederfinden. »Wenn die Union ein Enteignungsgesetz vorlegte, würde das zu einer größtmöglichen Irritation ihrer Stammklientel führen«, empört sich Kurt Lauk, der Präsident des Wirtschaftsrats der Union. Zugleich spricht er sich für eine Kapitalerhöhung aus, die, wenn sie nur groß genug ist, dem Staat de facto ebenfalls die Kontrolle über die Hypo Real Estate geben würde. Ökonomisch gesehen ist der Unterschied nicht sehr groß.
Aber politisch. Eine Enteignung der Hypo Real Estate ist gefährlich für das Alleinstellungsmerkmal der Partei. Der Schutz privater Eigentumsrechte gegenüber dem Staat ist für die CDU konstitutiv. Im Ahlener Programm aus dem Jahr 1947 fordert die Union zwar noch die »Vergesellschaftung der Bergwerke«. Das Programm galt aber schon im Jahr seiner Niederschrift als überholt, und spätestens seit den fünfziger Jahren gehört das Bekenntnis zum Privateigentum zum politischen Profil der Union. Die Vorstellungswelt der Sozialdemokraten war da noch angefüllt mit sozialistischen Ideen – und auch heute bekommt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück viel Beifall, wenn er über Enteignung spricht.
Scharenweise würden Unionsanhänger zur FDP – die selbst keine Vorschläge unterbreitet und sich die Hände nicht schmutzig machen muss – überlaufen, wenn es zu einer Enteignung käme, so Lauk. Für die CDU wäre es aber riskant, seinen Empfehlungen Folge zu leisten und die Enteignung auszuschließen. Denn wenn der Staat bei einer Kapitalerhöhung oder einer Übernahme tief in die Tasche greifen müsste, um die Aktionäre zu überzeugen, dürfte sich die Wut der Steuerzahler gegen die Kanzlerin richten.
Als Zugeständnis an die Skeptiker wird das Gesetz wohl befristet werden. Damit will die Regierung deutlich machen, dass die Hypo Real Estate ein Einzelfall bleibt. Das ist womöglich Wunschdenken. Aus Sicht mancher Experten sind weite Teile des Kreditgewerbes praktisch pleite. Die Analysten der Großbank JP Morgan haben ausgerechnet, dass neben der Hypo Real Estate zumindest auch die Postbank und die Aareal Bank »so gut wie kein Eigenkapital mehr übrig hätten«, wenn sie im erwarteten Umfang Abschreibungen tätigen müssten. Der Staat müsste weitere Banken übernehmen und sanieren.
Das will die Branche verhindern. Der Bankenverband schlägt vor, die Regierung solle den Instituten die toxischen Papiere in ihren Bilanzen abnehmen – zu dem Wert, mit dem sie zum 31. Dezember 2008 in den Büchern stehen. Bezahlt würde mit staatlich garantierten Anleihen. Am Ende würde abgerechnet, Gewinne oder Verluste der Wertpapiere würden zwischen Banken und Staat aufgeteilt. Damit sollen »weiterer Abschreibungsbedarf in den Bankbilanzen sowie eine weitere Eigenkapitalbelastung« umschifft werden. Der Steuerzahler ginge ins Risiko und hätte kaum Durchgriffsrechte. Die Begeisterung der Regierenden über den Vorschlag dürfte gering sein.
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- Datum 04.05.2009 - 11:00 Uhr
- Serie Audio
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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durch Staatseingriffe überhaupt noch existent ist , ist es eigentlich nur folgelogisch , dass Entschädigungen bei einer Enteignung nicht in voller Höhe bezahlt werden müssten . Man könnte es sonst als Schenkung bezeichnen .
Tut mir leid , Selbstverantwortung heisst auch , die Nachteile einer geplatzten Spekulation voll zu tragen .
Jeder Mafioso weiss das. Und Bankster sind lernfähig. Und ihre Genossen willfährig.
entschädigt werden sollen, müssen diese erstmal mit ihren anderen Vermögenswerten den Bürger für die Bereitstellung ca. 100 000 000 000 € entschädigen oder vergüten oder und für den angerichteten Schaden haften.
Der Autor vermittelt ein sonderbares Verstandnis der Marktwirtschaft.
Wieder einmal sollen wir durch barmendes Lamento und Vernebelung der Tatsachen vom eigentlichen Zweck abgelenkt werden. Verstaatlicht, zwangsenteignet werden doch lediglich die Schulden der HRE. Und Flowers bekommt wahrscheinlich noch ein rundes Sümmchen dafür, dass er sich dazu herablässt, sich seine altpapierwerten Aktien abnehmen zu lassen.
Wenn Politiker und Medien mal wieder lediglich propagandistische Meisterleistungen vollbringen, wen wundert´s, dass die FDP eine Prognosenspekulationsblase mit heißer Luft füllt, die spätestens bei den Bundestagswahlen, wenn nicht platzt, dann doch mickrig und runzelig werden wird.
ich für nicht überhöht . Es gibt in den einschlägig "etablierten" Parteien grosse Anhängerschaft einer staatskritischen/ablehnenden Marktwirtschaftsideologie . Es werden nicht wenige sein , denen die manchmal etwas peinlichen Parteiobersten der FDP ein Dorn im Auge sind . Wenn es zu Übernahmen oder auch "Enteignungen"(wenn man es so nennen kann) vor allem mithilfe der CDU kommt , haben wir wahrscheinlich den grössten Teil dieses Klientels in einer Partei vereint . Prost Mahlzeit , macht mir aber nix ,aber die Auseinandersetzungen werden sicherlich härter ..
ich für nicht überhöht . Es gibt in den einschlägig "etablierten" Parteien grosse Anhängerschaft einer staatskritischen/ablehnenden Marktwirtschaftsideologie . Es werden nicht wenige sein , denen die manchmal etwas peinlichen Parteiobersten der FDP ein Dorn im Auge sind . Wenn es zu Übernahmen oder auch "Enteignungen"(wenn man es so nennen kann) vor allem mithilfe der CDU kommt , haben wir wahrscheinlich den grössten Teil dieses Klientels in einer Partei vereint . Prost Mahlzeit , macht mir aber nix ,aber die Auseinandersetzungen werden sicherlich härter ..
http://www.tagesspiegel.d...
Eigentümer der HRE oder auch anderer Banken sind nicht nur Großfinanzierer, sondern auch Kleinaktionäre, die keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik hatten. Die Bankmanager setzen auf das falsche Geschäftskonzept, die Aufsichtsräte versagen und der kleine Aktionär soll dafür enteignet werden.
Wer von den großen Renditen redet, hat keine Ahnung. Der DAX ist ein Performance-Index und berücksichtigt deshalb auch die Dividendenzahlungen.
Am 01.01.1999 stand der DAX auf 5002,98. Am 01.01.2009, genau 10 Jahre später, stand der DAX auf 4810,20. Das ist über die 10 Jahre eine durchschnittliche Rendite von MINUS 0,4%. (Die meisten gemanagten Aktienfonds, die in DAX-Papiere investierten, hatten noch schlechtere Ergebnisse.) Für die Dividenden muss der Aktionär sogar noch Steuern bezahlen.
Natürlich ist jeder seines Glückes Schmied und damit für seine Anlageform verantwortlich. Man sollte nicht so tun, als ob Aktionäre die großen Abzocker seien.
... da soll ich Mitleid haben? Das soll ich bezahlen?
Über Aktionäre sagte der Bankier Carl Fürstenberg: Dumm seien sie, weil sie ihm ihr Geld überließen und unverschämt, weil sie auch noch Dividende dafür haben wollten.
Lernen sollen sie. Nachdem ihre Altersvorsorge nun den Orkus runtergegenagen ist, werden sie vielleicht die umlagefinanzierte Rente wieder zu schätzen wissen.
zu disqualifizieren , aber es ist doch nicht abzustreiten , dass sämtliche Aktionäre (natürlich auch die Kleinen) mit dem Dollarzeichen in den Augen durch die Republik schlafgewandelt sind , wie auch in meinem Bekannten-und Familienkreis .. Niemand aber auch wirklich niemand von denen liess ein Fünkchen Kritik daran gelten , warum soll ich jetzt noch Mitleid haben . Mehrere Aktieneinbrüche in der letzten Zeit hat nur sehr begrenzt zu einem Misstrauen gegenüber der Finanzwirtschft geführt , sodass zu erwarten ist , dass die Spielerei weiter geht , sie sitzen bereits in den "Startlöchern"... Es handelt sich hier leider auch um ein Suchtproblem ...
Die Diskussionen um Rettungspakete ähneln der Problematik eines Suchtkranken , dem das Geld ausgegangen ist und finanziert werden muss ,dementsprechend besteht nach meiner Meinung ein tiefgreifenderer Handlungsbedarf .
Für die FDPler unter uns: Die freie Wahl sich für die Sucht zu entscheiden besteht zumindest in dieser substanziellen Frage nicht , ich stehe damit wahrscheinlich nicht mehr so alleine................
Lesen Sie doch mal dies - da werden Sie geholfen:
Mühsal ist aller Zaster Anfang
Wir lesen jeden Beipackzettel sorgfältiger als das Kleingedruckte in einem Finanzvertrag. Selbst schuld, wenn das Geld dann plötzlich weg ist, meint unser Kolumnist.
Von Marc Brost
http://www.zeit.de/campus/2009/01/moneypenny
"Am 01.01.1999 stand der DAX auf 5002,98. Am 01.01.2009, genau 10 Jahre später, stand der DAX auf 4810,20. Das ist über die 10 Jahre eine durchschnittliche Rendite von MINUS 0,4%."
Ja, und zwischendurch hat er zwei Mal die 8000er Marke überschritten. Selbst schuld, wenn Sie nicht zur richtigen Zeit kaufen oder verkaufen. Das ist ja die Kunst bei der Kapitalanlage.
Und ws die Steuerpflicht von Dividenden angeht: die Kursgewinne waren bis 2007 steuerfrei, wenn man die Aktien mindestens ein Jahr gehalten hat. Von solchen "Steuerlasten" können Arbeitnehmer nur träumen...
Man kann sich immer einen Zeitraum oder Zeitpunkt heraussuchen, der der eigenen Argumentation zupass kommt. Genau dieses Prinzip wenden Investmentfonds in ihrer Werbung gerne an. Da wird mit enormer Präzision im Hochglanzchart immer der Zeitraum mit der besten Performance herausgestellt. Die Phasen der grottenmässigen Verluste sucht man immer vergebens...
"Man sollte nicht so tun, als ob Aktionäre die großen Abzocker seien."
Wer denn sonst? Auf wessen Druck wurden denn die Renditeziele immer weiter nach oben geschraubt und die Risiken immer mehr ausgeweitet, bis es schliesslich gekracht hat? Das waren doch die Analysten und Aktionäre. Glauben Sie, die Belegschaft der Deutschen Bank wollte eine EK-Rendite von 25%? Es hiess dich immer von den Vorständen, "die Märkte würden das verlangen". Auch wenn dabei zugegebenermassen eher die institutionellen Anleger denn die Kleinaktionäre die treibende Kraft waren.
... da soll ich Mitleid haben? Das soll ich bezahlen?
Über Aktionäre sagte der Bankier Carl Fürstenberg: Dumm seien sie, weil sie ihm ihr Geld überließen und unverschämt, weil sie auch noch Dividende dafür haben wollten.
Lernen sollen sie. Nachdem ihre Altersvorsorge nun den Orkus runtergegenagen ist, werden sie vielleicht die umlagefinanzierte Rente wieder zu schätzen wissen.
zu disqualifizieren , aber es ist doch nicht abzustreiten , dass sämtliche Aktionäre (natürlich auch die Kleinen) mit dem Dollarzeichen in den Augen durch die Republik schlafgewandelt sind , wie auch in meinem Bekannten-und Familienkreis .. Niemand aber auch wirklich niemand von denen liess ein Fünkchen Kritik daran gelten , warum soll ich jetzt noch Mitleid haben . Mehrere Aktieneinbrüche in der letzten Zeit hat nur sehr begrenzt zu einem Misstrauen gegenüber der Finanzwirtschft geführt , sodass zu erwarten ist , dass die Spielerei weiter geht , sie sitzen bereits in den "Startlöchern"... Es handelt sich hier leider auch um ein Suchtproblem ...
Die Diskussionen um Rettungspakete ähneln der Problematik eines Suchtkranken , dem das Geld ausgegangen ist und finanziert werden muss ,dementsprechend besteht nach meiner Meinung ein tiefgreifenderer Handlungsbedarf .
Für die FDPler unter uns: Die freie Wahl sich für die Sucht zu entscheiden besteht zumindest in dieser substanziellen Frage nicht , ich stehe damit wahrscheinlich nicht mehr so alleine................
Lesen Sie doch mal dies - da werden Sie geholfen:
Mühsal ist aller Zaster Anfang
Wir lesen jeden Beipackzettel sorgfältiger als das Kleingedruckte in einem Finanzvertrag. Selbst schuld, wenn das Geld dann plötzlich weg ist, meint unser Kolumnist.
Von Marc Brost
http://www.zeit.de/campus/2009/01/moneypenny
"Am 01.01.1999 stand der DAX auf 5002,98. Am 01.01.2009, genau 10 Jahre später, stand der DAX auf 4810,20. Das ist über die 10 Jahre eine durchschnittliche Rendite von MINUS 0,4%."
Ja, und zwischendurch hat er zwei Mal die 8000er Marke überschritten. Selbst schuld, wenn Sie nicht zur richtigen Zeit kaufen oder verkaufen. Das ist ja die Kunst bei der Kapitalanlage.
Und ws die Steuerpflicht von Dividenden angeht: die Kursgewinne waren bis 2007 steuerfrei, wenn man die Aktien mindestens ein Jahr gehalten hat. Von solchen "Steuerlasten" können Arbeitnehmer nur träumen...
Man kann sich immer einen Zeitraum oder Zeitpunkt heraussuchen, der der eigenen Argumentation zupass kommt. Genau dieses Prinzip wenden Investmentfonds in ihrer Werbung gerne an. Da wird mit enormer Präzision im Hochglanzchart immer der Zeitraum mit der besten Performance herausgestellt. Die Phasen der grottenmässigen Verluste sucht man immer vergebens...
"Man sollte nicht so tun, als ob Aktionäre die großen Abzocker seien."
Wer denn sonst? Auf wessen Druck wurden denn die Renditeziele immer weiter nach oben geschraubt und die Risiken immer mehr ausgeweitet, bis es schliesslich gekracht hat? Das waren doch die Analysten und Aktionäre. Glauben Sie, die Belegschaft der Deutschen Bank wollte eine EK-Rendite von 25%? Es hiess dich immer von den Vorständen, "die Märkte würden das verlangen". Auch wenn dabei zugegebenermassen eher die institutionellen Anleger denn die Kleinaktionäre die treibende Kraft waren.
... da soll ich Mitleid haben? Das soll ich bezahlen?
Über Aktionäre sagte der Bankier Carl Fürstenberg: Dumm seien sie, weil sie ihm ihr Geld überließen und unverschämt, weil sie auch noch Dividende dafür haben wollten.
Lernen sollen sie. Nachdem ihre Altersvorsorge nun den Orkus runtergegenagen ist, werden sie vielleicht die umlagefinanzierte Rente wieder zu schätzen wissen.
"Lernen sollen sie. Nachdem ihre Altersvorsorge nun den Orkus runtergegenagen ist, werden sie vielleicht die umlagefinanzierte Rente wieder zu schätzen wissen."
Ja aber wirklich! Schließlich bietet nur das umlagefinanzierte Zwangssystem die einzigartige Möglichkeit, durch jederzeitige Zwangserhörung der Beiträge nicht nur seine eigenen horrenden Kosten zu decken, sondern auch Verluste zu vermeiden!
Meine Eltern zB haben von Anfang an ihre Altersvorsorge auch über Aktien und Anleihen abgedeckt, die halten ihre Aktien aber mitunter seit 1974, und angesichts dieser Zeiträume (und um solche handelt es sich ja, wenn es um die Altersvorsorge geht - das sind ja nicht Anlageformen, die wochenweise fällig werden) sind Aktien nach wie vor die beste und auch sicherste Alternative.
Suchen Sie sich ordentliche Unternehmen, die gute und vor allem langfristig tragfähige Perspektiven haben, erwerben Sie in aller Ruhe Aktien, lassen sie die im Depot liegen und reifen.
Sie werden um alternative Altersvorsorgemodelle schon deshalb nicht herumkommen, weil uns in absehbarer Zeit die staatsinduzierte Inflation wieder einholen wird. Dann werden Sie noch froh sein, privat etwas getan zu haben.
"Lernen sollen sie. Nachdem ihre Altersvorsorge nun den Orkus runtergegenagen ist, werden sie vielleicht die umlagefinanzierte Rente wieder zu schätzen wissen."
Ja aber wirklich! Schließlich bietet nur das umlagefinanzierte Zwangssystem die einzigartige Möglichkeit, durch jederzeitige Zwangserhörung der Beiträge nicht nur seine eigenen horrenden Kosten zu decken, sondern auch Verluste zu vermeiden!
Meine Eltern zB haben von Anfang an ihre Altersvorsorge auch über Aktien und Anleihen abgedeckt, die halten ihre Aktien aber mitunter seit 1974, und angesichts dieser Zeiträume (und um solche handelt es sich ja, wenn es um die Altersvorsorge geht - das sind ja nicht Anlageformen, die wochenweise fällig werden) sind Aktien nach wie vor die beste und auch sicherste Alternative.
Suchen Sie sich ordentliche Unternehmen, die gute und vor allem langfristig tragfähige Perspektiven haben, erwerben Sie in aller Ruhe Aktien, lassen sie die im Depot liegen und reifen.
Sie werden um alternative Altersvorsorgemodelle schon deshalb nicht herumkommen, weil uns in absehbarer Zeit die staatsinduzierte Inflation wieder einholen wird. Dann werden Sie noch froh sein, privat etwas getan zu haben.
zu disqualifizieren , aber es ist doch nicht abzustreiten , dass sämtliche Aktionäre (natürlich auch die Kleinen) mit dem Dollarzeichen in den Augen durch die Republik schlafgewandelt sind , wie auch in meinem Bekannten-und Familienkreis .. Niemand aber auch wirklich niemand von denen liess ein Fünkchen Kritik daran gelten , warum soll ich jetzt noch Mitleid haben . Mehrere Aktieneinbrüche in der letzten Zeit hat nur sehr begrenzt zu einem Misstrauen gegenüber der Finanzwirtschft geführt , sodass zu erwarten ist , dass die Spielerei weiter geht , sie sitzen bereits in den "Startlöchern"... Es handelt sich hier leider auch um ein Suchtproblem ...
Die Diskussionen um Rettungspakete ähneln der Problematik eines Suchtkranken , dem das Geld ausgegangen ist und finanziert werden muss ,dementsprechend besteht nach meiner Meinung ein tiefgreifenderer Handlungsbedarf .
Für die FDPler unter uns: Die freie Wahl sich für die Sucht zu entscheiden besteht zumindest in dieser substanziellen Frage nicht , ich stehe damit wahrscheinlich nicht mehr so alleine................
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