Kaleidoskop KRITIK IN KÜRZE: Benedikt Erenz Theodor Storm
»Romantik und Revolution« – der Untertitel der Kinkel-Biografie passte gut auch zu diesem Buch. Es zeigt uns einen Theodor Storm, wie er vielfach verschwiegen wurde, freisinnig und freimütig. Denn obwohl dieser bekennende Melancholiker gewiss keine Literatur in tagespolitischer Absicht schrieb, so war er doch ein politischer Mensch. Der Kieler Storm-Kenner Karl Ernst Laage schildert uns den 48er-Demokraten, den kritischen Juristen, den »schleswig-holsteinischen Emigranten im preußischen Staatsdienst«, der gegen Dänemark stritt und doch seine Enttäuschung über das kriegsbeseelte, knechtselige Bismarck-Deutschland nicht verbarg: »Ich hasse das Preußische Wesen«; ein Volk, das sich »commandieren« lässt, ist ein »Volk von Knechten«. Seltsam, aber bezeichnend, dass diese gescheite politische Biografie erst jetzt erschienen ist!
- Datum 19.02.2009 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
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