LESEPROBE

Er stellte sich seitlich an die Tür und presste mit Schulter, Hüfte und Ferse dagegen. Zunächst gab nichts nach, weder von ihm noch von der Tür. Doch er drückte weiter, und allmählich wurde er sich seiner seltsamen Empfindung bewusst, ein Gefühl der Betäubung von der Schulter bis zu den Füßen. Ich komm durch, dachte Tom verblüfft, von Furcht und Erleichterung erfasst. Auf der anderen Seite der Mauer, vor einem Geräteschuppen, hatte der Gärtner eine Ladung Unkraut ausgeschüttet. Er hatte sich auf den Rand der Schubkarre gesetzt und aß sein Mittagsbrot. Tom, wenn er ihn hätte sehen können, wäre ein sehr befremdender Anblick gewesen: Die dünne Scheibe eines Jungen, der von der Schulter bis zum Fuß durch eine feste Holztür drang. Zuerst kam der Körper von oben bis unten; dann schien der obere Teil innezuhalten, und der untere Teil, mit den Füßen, kam zur Gänze durch. Daraufhin kam der eine Arm, dann der andere. Schließlich steckte nur noch der Kopf auf der anderen Seite.

Philippa Pearce: Als die Uhr dreizehn schlug

ZEIT Edition »Fantastische Geschichten für junge Leser« 2008; 255 S., 8,95 €

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle DIE ZEIT, 19.02.2009 Nr. 09
    • Versenden E-Mail verschicken
    • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
    • Artikel Drucken Druckversion | PDF
    • Artikel-Tools präsentiert von:

    Service